Abschied ist immer und überall. Jeden Abend nehmen wir Abschied vom Tag. Jeden Morgen verabschieden wir uns von der Nacht. Wir nehmen Abschied von Jobs, Jahreszeiten, Wohnungen, Träumen, Städten, von der Jugend, der Kraft, der Zeit, von unberührter Natur, von früheren Ichs unserer selbst. Kinder gehen in die Welt, Eltern in den Tod, Liebhaber zur nächsten Frau oder zum nächsten Mann. Dem endgültigen Abschied entrinnt ohnehin keiner. «Manchmal übe ich sterben», schreibt die Autorin.
Und nun nehmen wir auch noch Abschied von der Friedensgewissheit und von der Gewissheit der liberalen Demokratie. Abschiede sind unsere täglichen Lebensgefährten und Lehrmeister. Aber Abschied ist nicht nur Verlust und Traurigkeit, Abschied ist auch befreiend. Viel zu oft vergessen wir den Aufbruch im Abschied. Übersehen die Freiheit der Ungewissheit.
In ihrem Tagebuch erzählt Gabriele von Arnim ein Jahr lang über Abschiede, über Gegenwartsängste und das Ringen um Zukunftszuversicht, über Abschiede von sich selbst, von Lebenslust und über die Unausweichlichkeit des letzten Abschieds.
Die ersten Kapitel sind immer himmlisch, wenn ich von Arnim lese. Das ist mir auch hier wieder aufgefallen. Ich mag die stille Schönheit, dieses alltägliche Wohlfühlen, über das sie oft schreibt. Leider schaffe ich es nicht diese Euphorie beim Lesen beizubehalten und so wird aus Liebe meistens in der zweiten Hälfte ein gutes Ich-mag-es, aber kein Favorit. Das war bei Der Trost der Schönheit: Eine Suche auch so. Ich muss unbedingt ihr erstes Buch nachholen. Trotzdem schön und leider sehr nachvollziehbar und relatable, wie oft Trump etc. erwähnt wurden. :/ :(
It’s not a light read 😮💨 It’s actually quite sad at times, almost depressing – that’s how I felt after reading it. At the same time, there is still something about it that makes you appreciate your own life and value the small, ordinary things we often don’t pay attention to.
The book follows the author through one year of her life in the form of diary entries as she navigates her thoughts on current political events in 2025 and her despair at the direction today’s society is heading. I expected something closer to a memoir of her life and past, but this felt more like a chronicle of the outside world filtered through her concerns and political views. And she even admits it her herself, there is too much mentioning of Trump in this book. But I admire her fierce commitment to democratic values and her determination to keep fighting for what she believes in. And as with all of her books, her writing style is so distinct and delicate and every word and thought is carefully chosen and curated - it’s definitely worth to read.
Ich hatte mir andere Schwerpunkte und mehr persönliche Gedankenanstöße zum Thema Abschied gewünscht. Deshalb war das Buch für mich eine schöne Lektüre, aber insgesamt nicht ganz rund und nicht so stimmig, wie ich gehofft hatte. Ich fand das Konzept des Buches sehr spannend: Ein Jahr lang ein Tagebuch über das Thema Abschiednehmen zu führen, denn Abschiede begegnen uns nicht nur in den großen Momenten des Lebens, sondern auch in den kleinen Dingen des Alltags. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, und viele der Gedanken haben mich zum Nachdenken angeregt. Überrascht hat mich allerdings, wie viel Raum politische Themen in dem Buch einnehmen und welche große Rolle Politik darin spielt. Das war durchaus interessant, entsprach aber nicht ganz dem, was ich von diesem Buch erwartet hatte.
It is a very poetically written book, and she describes her thoughts in a very nuanced way with many expressive and impathetic methapors and literary references. I can say she often speaks from my soul. The content is repeated throughout the book sometimes, but overall, a very worthwhile book that sensitively captures the moods of people in the current times and makes one reflect on one's own life. I like the poetic writing - style of Gabriele von Arnim.
Für mich wahrscheinlich DAS Buch 2026. Ein Buch, was mir endlich mal wieder unter die Haut gekrochen ist und ich am liebsten ganze Seiten markieren will. Eine Sprache, die mich wieder an Literatur glauben lässt. Natürlich ein nicht leichtes Thema, dazu noch hochpolitisch - aber genau das, was die Menschheit jetzt braucht .
Melancholisch, pessimistisch und depressiv. Das fasst das Buch für mich am besten zusammen. Der Prolog und die letzten Tagebucheinträge sind lesenswert, den Arrest dazwischen kann man sich sparen.