Ob Prinzessin oder Königin, ob adelig oder bürgerlich – für Frauen war der Lebensweg oft vorgezeichnet. Ihre Rolle? Meist passiv. Und wenn sie aufstiegen, dann nur im Verdacht, berechnend zu sein oder Männer um den Verstand zu bringen. Bis heute prägt dieses Bild die Erzählung über mächtige Frauen in der Geschichte. Doch wenn das alles war – warum spielten Heirat und Mitgift eine so entscheidende Rolle? Wie gelang es manchen Frauen, alle Regeln zu brechen – und welchen Preis zahlten sie dafür, sowohl zu Lebzeiten als auch im Urteil der Geschichte? Samra Kljajic erzählt die wahre Geschichte von Königinnen und Mätressen, von Kurtisanen und Konkubinen. Eine neue Perspektive auf die Femme fatale jenseits von Skandal und Verführung.
Dieses Sachbuch bietet einen spannenden und zugleich gut verständlichen Streifzug durch die Geschichte einflussreicher Frauen. Besonders gelungen finde ich den Ansatz, das oft einseitige Bild der „Femme fatale“ zu hinterfragen und den Fokus stärker auf Macht, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Strukturen zu legen.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und zugänglich, sodass sich das Buch sehr gut lesen lässt – auch für alle, die sich sonst vielleicht weniger mit historischen Sachbüchern beschäftigen. Die Autorin schafft es, komplexe Zusammenhänge verständlich darzustellen und gleichzeitig interessante neue Perspektiven zu eröffnen.
Besonders bereichernd war für mich, dass nicht nur bekannte Persönlichkeiten beleuchtet werden, sondern auch Frauen, die man bisher vielleicht noch gar nicht so auf dem Schirm hatte. Zudem werden viele neue Aspekte aufgezeigt, wie Frauen in einer von Männern dominierten Welt Einfluss gewinnen konnten – und welche Strategien, aber auch welche Opfer damit verbunden waren.
Insgesamt ein informatives und zugleich fesselnd geschriebenes Buch, das Geschichte aus einer anderen Perspektive betrachtet und zum Nachdenken anregt. Sehr empfehlenswert für alle, die sich für historische Zusammenhänge und starke Frauenfiguren interessieren.
Sehr informatives Buch über Königinnen und Herrschende in der Vergangenheit, die bis heute so missverstanden und verunglimpft wurden. Krass wie sehr Männer vor "weiblicher" Macht Angst hatten und haben. Der Fokus ist hier klar auf den Westen, es hat stark mit Adam und Eva und Lilith (Cover) angefangen, gefolgt von griechischer Mythologie, Ägypten (Cleopatra), ist aber dann hauptsächlich in Frankreich und England stecken geblieben. Ich hab mich dann auf die Kaiserin von China und auf das Osmanisches Reich gefreut, die verhältnismäßig nur sehr kurz waren. Da hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht. Dennoch kann ich das Buch empfehlen, vor allem die sich für wesltiche patriachale Systeme interessieren.
In "Femme fatale" erzählt Samra Kljajic die Geschichten all jener Frauen, die von der Geschichtsschreibung als widerspenstig, manipulativ oder widerwärtig betitelt wurden. Mätressen, Königinnen und Herrscherinnen, die ihre Macht gegen den Widerstand oder im Schatten ihrer Männer ausübten um Länder und Familien zu retten. Die Autorin holt sie ans Licht.
Eine tolle und zu würdigende Idee. Doch für mich sprang der Funke nicht über. Das lag zum Einen an der Vielzahl der Frauen. Erschreckend, dass es so viele sind. Für mich war es überfordernd, dass jede Frau nur wenige Abschnitte erhielt, in denen ihre Errungenschaften heruntergerasselt wurden. Statt ihrer Leserschaft Zeit zu geben, Herrscherinnen zu würdigen, reitet Samra Klijajic förmlich durch die Jahrhunderte. Echt schade.
Zum Anderen wirkte der Schreibstil auf mich hölzern und oberflächlich. Die Autorin hat Mühe in ihre Recherchen gesteckt. Das merkte ich beim Lesen. Doch diese Erkenntnisse interessant zu formulieren funktionierte leider nicht.
So bleibt "Femme fatale" für mich zur Hälfte unvollendet.
“In einer Welt, die Herrschaft als männliches Privileg verstand, erschien weibliche Macht stets als Ausnahme, als Anomalie oder als Bedrohung.”
Auch wenn ich mich mittlerweile nicht mehr groß mit Geschichte beschäftige, klang das Buch unglaublich interessant, sodass ich es unbedingt lesen wollte. Und es hat meine Erwartungen definitiv erfüllt es hat Spaß gemacht zu lesen und es hat mich von Anfang an gefesselt. Bücher dieser Art sind oft recht schwer zu lesen, da der Schreibstil sehr komplex ist, aber das war hier tatsächlich nicht der Fall. Ich empfand es als angenehm und leicht verständlich.