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Femme fatale: Die weibliche Macht im Schatten der Geschichte

Zwischen Liebe, Macht und Diplomatie

Ob Prinzessin oder Königin, ob adelig oder bürgerlich – für Frauen war der Lebensweg oft vorgezeichnet. Ihre Rolle? Meist passiv. Und wenn sie aufstiegen, dann nur im Verdacht, berechnend zu sein oder Männer um den Verstand zu bringen. Bis heute prägt dieses Bild die Erzählung über mächtige Frauen in der Geschichte. Doch wenn das alles war – warum spielten Heirat und Mitgift eine so entscheidende Rolle? Wie gelang es manchen Frauen, alle Regeln zu brechen – und welchen Preis zahlten sie dafür, sowohl zu Lebzeiten als auch im Urteil der Geschichte? Samra Kljajic erzählt die wahre Geschichte von Königinnen und Mätressen, von Kurtisanen und Konkubinen. Eine neue Perspektive auf die Femme fatale jenseits von Skandal und Verführung.

351 pages, Kindle Edition

Published June 18, 2026

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About the author

Samra Kljajic

2 books1 follower

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Community Reviews

5 stars
36 (24%)
4 stars
79 (52%)
3 stars
29 (19%)
2 stars
5 (3%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 25 of 25 reviews
Profile Image for Bella.
165 reviews10 followers
July 10, 2026
Ich hätte mir etwas mehr Erklärungen auf tieferen Ebenen und weniger, dafür ausführlichere, Beispiele gewünscht. So wie es jetzt ist, ist es sehr viel Information auf einmal und man wird vieles schnell vergessen. Ich denke hier wäre weniger mehr, um wenigstens ein tieferes gefühl für ein paar der Frauen, anstatt nur ein kurzes, leicht vergessenes, Bild, zubekommen.
Profile Image for Melanie Schneider.
Author 8 books99 followers
August 14, 2026
Dreieinhalb Sterne.
Vor allem, weil es mir teilweise mit den gemachten Punkten anhand der Biographien Wiederholungen gab, die mich unruhiger haben lesen lassen.
Ich persönlich hätte das Buch eher zeitlich aufbauend strukturiert, dann hätte es vielleicht weniger dieses repetitive für mich gehabt.
Auf vier kam es, weil es, wenn auch nur in einem Kapitel auch um andere als westliche "femme fatales" ging und auch der Sprung in die Moderne nach Mätressen und Kurtisanen gemacht wurde.
Profile Image for readwithxBianca.
139 reviews2 followers
June 25, 2026
Sehr informatives Buch über Königinnen und Herrschende in der Vergangenheit, die bis heute so missverstanden und verunglimpft wurden. Krass wie sehr Männer vor "weiblicher" Macht Angst hatten und haben. Der Fokus ist hier klar auf den Westen, es hat stark mit Adam und Eva und Lilith (Cover) angefangen, gefolgt von griechischer Mythologie, Ägypten (Cleopatra), ist aber dann hauptsächlich in Frankreich und England stecken geblieben. Ich hab mich dann auf die Kaiserin von China und auf das Osmanisches Reich gefreut, die verhältnismäßig nur sehr kurz waren. Da hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht.
Dennoch kann ich das Buch empfehlen, vor allem die sich für wesltiche patriachale Systeme interessieren.
Profile Image for Shaki.
175 reviews20 followers
August 17, 2026
3,5✨
Hätte mir mehr Tiefgang und dafür ein paar Beispiele weniger gewünscht und bin tbh auch nicht der größte Fan der Art und Weise wie die Leser:innenschaft angesprochen wird (vielleicht bin ich da aber auch einfach etwas boomerhaft unterwegs)
28 reviews
July 31, 2026
Sollte man gelesen haben, rückt einige Vorstellungen zurecht.
Profile Image for Nadja.
196 reviews1 follower
September 6, 2026
★★★★★

Ich fand dieses Buch genial und habe in dieser Form tatsächlich noch nie etwas in der feministischen Geschichtsschreibung gelesen. Es ist eine unglaublich gut zusammengestellte Auseinandersetzung mit Königinnen, Fürstinnen, Prinzessinnen und anderen Frauen, die als wichtige historische Persönlichkeiten bis heute in unserem kollektiven Gedächtnis geblieben sind. Aber das Buch erzählt nicht einfach nur Teile ihrer Biografien. Viel spannender ist die Frage dahinter: Warum erinnern wir uns ausgerechnet an diese Frauen? Und vor allem: Als was erinnern wir uns an sie? Denn erstaunlich oft sind es nicht unbedingt ihre politischen Leistungen, ihre Intelligenz oder ihr tatsächlicher Einfluss, die über Jahrhunderte weitererzählt wurden, sondern Geschichten über Verführung, Sexualität, Intrigen, Grausamkeit und Manipulation. Genau da setzt das Buch an. Es schaut sich an, was wir über diese Frauen vermeintlich „wissen“, was davon historisch tatsächlich belegt ist und was irgendwann zu einer Legende geworden ist, die sich bis heute hält.
Gerade diesen Teil fand ich hervorragend recherchiert. Einzelne Geschichten und Gerüchte, die man teilweise seit Jahrhunderten über bestimmte Frauen erzählt, werden eingeordnet und kritisch überprüft. Manche Dinge sind belegt, andere eben nicht. Und das wird auch klar benannt. Als Leserin weiß man dadurch immer, wo historische Fakten enden und wo Zuschreibungen, Mythen oder spätere Erzählungen beginnen. Ich fand das wahnsinnig spannend, weil man dadurch nicht nur etwas über einzelne Frauen lernt, sondern auch darüber, wie Geschichte überhaupt geschrieben wird und wie Narrative über Generationen weiterleben können. Aich etwas über her story, und nicht immer nur his story.

Sehr gefallen hat mir außerdem, dass es hier nicht ausschließlich um Europäerinnen geht. Das Buch richtet den Blick auch auf Frauen aus anderen Teilen der Welt, unter anderem auf chinesische und arabische Herrscherinnen und einflussreiche Frauen. Dadurch bekommt man einen viel breiteren Blick darauf, wie weibliche Macht in sehr unterschiedlichen politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Systemen funktioniert hat.

Und zwischendurch gibt es immer wieder diese kleinen historischen Details, bei denen ich wirklich dachte: Wie konnte ich das nicht wissen? Zum Beispiel die Geschichte darüber, wie Tee nach England kam. Solche Details machen das Buch unglaublich unterhaltsam, ohne dass es dadurch oberflächlich wird. Im Gegenteil: Gerade diese kleinen Geschichten zeigen, wie eng Politik, persönliche Beziehungen, Macht, Kultur und manchmal auch reine Zufälle miteinander verflochten sind.

Was ich ebenfalls sehr schätze: Samra Kljajic macht aus diesen Frauen im Nachhinein keine Feministinnen. Sie romantisiert sie nicht und tut nicht so, als hätten sie grundsätzlich für die Rechte aller Frauen gekämpft. Viele von ihnen waren selbst Teil der Systeme, in denen sie lebten, profitierten davon und reproduzierten teilweise genau diese Strukturen. Aber das macht ihre Geschichten nicht weniger interessant. Im Gegenteil. Gerade dadurch wird sichtbar, welche Handlungsspielräume Frauen innerhalb patriarchaler Systeme überhaupt hatten und wie sie diese genutzt haben. Manche dieser Frauen waren strategisch, ehrgeizig, manipulativ, grausam oder schlicht hervorragend darin, Macht zu sichern. Aber genau das finde ich wichtig: Frauen müssen keine moralisch perfekten Heldinnen sein, damit ihre Geschichte erzählenswert ist. Und vielleicht ist genau das ein Teil des Problems unserer Erinnerungskultur. Ein Mann, der Allianzen schmiedet und politische Gegner ausschaltet, gilt schnell als Stratege. Eine Frau, die Beziehungen, Netzwerke oder ihre Nähe zu mächtigen Männern nutzt, wird zur Intrigantin oder Verführerin. Ein Mann ist machtbewusst, eine Frau manipulativ. Und irgendwann bleibt von ihrer politischen Rolle vor allem die Geschichte über ihre Sexualität übrig.
Das Buch macht sehr gut sichtbar, dass die Figur der „Femme fatale“ historisch auch ein Deutungsmuster ist. Wenn Frauen Macht hatten, die eigentlich nicht für sie vorgesehen war, musste diese Macht erklärt werden. Und erstaunlich oft lautete die Erklärung dann eben: Sie hat verführt. Sie hat manipuliert. Sie hat Männer um den Finger gewickelt. Dadurch wird ihre tatsächliche politische Handlungsmacht im Nachhinein manchmal sogar kleiner gemacht, weil man sie auf Sexualität und persönliche Beziehungen reduziert.

Nach der Lektüre dieses Buches ist mir aber noch etwas anderes sehr stark hängen geblieben: Geschichte ist verdammt dreckig. Menschen intrigieren, lügen, kämpfen um Macht, verbreiten Gerüchte, konstruieren Feindbilder und erzählen Geschichten so lange weiter, bis irgendwann niemand mehr genau weiß, was davon ursprünglich überhaupt wahr war. Sehr ansehnliches Beispiel der Teil über Marie-Antoinette, den uch bisher nur oberflächlich kannte. Und erschreckenderweise hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass sich der menschliche Charakter über Jahrhunderte kaum verändert hat. Die Kulissen sind andere, die politischen Systeme sind andere, die Medien sind andere – aber viele Mechanismen sind erstaunlich ähnlich geblieben. Teilweise wirkt es, als hätten wir aus der Geschichte überhaupt keine Schlüsse gezogen.

Vielleicht ist genau das für mich die größte Stärke dieses Buches: Man liest über Frauen, die vor Jahrhunderten gelebt haben, und denkt gleichzeitig ständig über die Gegenwart nach. Darüber, wie wir heute über mächtige Frauen sprechen, wie wir öffentliche Personen beurteilen, welche Gerüchte wir glauben, welche Narrative sich durchsetzen und welche Version einer Geschichte irgendwann übrig bleiben wird.

Ich hatte Femme Fatale nur als Leihexemplar aus der Bibliothek und werde es mir definitiv noch selbst kaufen. Das ist für mich eines dieser Bücher, die ich in meiner eigenen Bibliothek haben möchte, weil ich weiß, dass ich darin noch einmal nachschlagen, einzelne Kapitel erneut lesen und bestimmte Geschichten wieder hervorholen werde.

Ein hervorragend recherchiertes, intelligentes, unterhaltsames Buch über weibliche Macht, Geschichte, Erinnerung und darüber, wer eigentlich bestimmen darf, wie wir uns an Frauen erinnern.

Klare fünf Sterne.
Profile Image for Kimberly L..
752 reviews41 followers
September 1, 2026
Das war leider nicht, was ich erwartet hatte.
Titel und Cover haben mich sofort angesprochen durch die großen, knalligen Wörter auf dem Gemälde von Lillith.
Der Klappentext verspricht "[e]ine neue Perspektive auf die Femme fatale jenseits von Skandal und Verführung". Doch leider fehlte mir durchgehend diese Perspektive, denn für mich bliebt es eine Aneinanderreihung von Namen, Jahreszahlen und Verbindungen. Die wenigsten konnte ich richtig einordnen und behalten. Und die, die ich behalten habe waren größtenteils die, über die ich sowieso schon einiges gelesen habe. Insgesamt hat sich das Buch eher wie die Rohfassung einer Ausarbeitung gelesen, vollgestopft mit Fakten, Fußnoten und Quellenangaben, die zeigen, wie viel die Autorin recherchiert hat. Doch leider konnte es mich nicht so recht packen, die Überschriften haben Versprechungen gemacht, die nicht gehalten wurden, die Bilder wurden nie weiter beleuchtet.
Der Schreibstil der Autorin wirkt ebenfalls sehr umständlich und war holprig zu lesen, was meinen Gedanken zur Rohfassung bestärkt.
Ich hätte mir gewünscht, dass sich entweder auf weniger Frauen fokussiert oder alles direkt umfangreicher ausgearbeitet worden wäre, so dass man beim Lesen mehr Zeit hat sich in Zeit, Ort und Umstände einzufinden.

Vom mir gibt es leider keine Empfehlung. Für eine kurze Abhandlung quer durch die Geschichte okay und insgesamt gut recherchiert, daher 2 Sterne.
120 reviews
June 25, 2026
Dieses Sachbuch bietet einen spannenden und zugleich gut verständlichen Streifzug durch die Geschichte einflussreicher Frauen. Besonders gelungen finde ich den Ansatz, das oft einseitige Bild der „Femme fatale“ zu hinterfragen und den Fokus stärker auf Macht, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Strukturen zu legen.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und zugänglich, sodass sich das Buch sehr gut lesen lässt – auch für alle, die sich sonst vielleicht weniger mit historischen Sachbüchern beschäftigen. Die Autorin schafft es, komplexe Zusammenhänge verständlich darzustellen und gleichzeitig interessante neue Perspektiven zu eröffnen.

Besonders bereichernd war für mich, dass nicht nur bekannte Persönlichkeiten beleuchtet werden, sondern auch Frauen, die man bisher vielleicht noch gar nicht so auf dem Schirm hatte. Zudem werden viele neue Aspekte aufgezeigt, wie Frauen in einer von Männern dominierten Welt Einfluss gewinnen konnten – und welche Strategien, aber auch welche Opfer damit verbunden waren.

Insgesamt ein informatives und zugleich fesselnd geschriebenes Buch, das Geschichte aus einer anderen Perspektive betrachtet und zum Nachdenken anregt. Sehr empfehlenswert für alle, die sich für historische Zusammenhänge und starke Frauenfiguren interessieren.
Profile Image for skylar.
5 reviews
September 22, 2026
Ein wirklich sehr lehrreiches Buch mit viel Wissenszuwachs, wenngleich auch vielen Jahreszahlen und Namen, aber es geht nun einmal um ein geschichtliches Thema.
Ich bin wirklich beeindruckt - selten habe ich so einen guten Eindruck von geschichtlichen Ereignissen bekommen. Auch wenn es sich wirklich manchmal etwas schwieriger liest - ich kann hier wirklich nur eine Empfehlung aussprechen - 4,5/5 Sterne!
Profile Image for Seitenmusik.
491 reviews26 followers
July 12, 2026
„Was immer Frauen taten, es war niemals einfach Macht. Es war weibliche Macht und damit erklärungsbedürftig.“ (S. 342)

Mit diesen treffenden Worten bringt die Wiener Historikerin und Content Creatorin Samra Kljajic (@geschichtegram) den Kern ihres neuen Sachbuchs „Femme fatale. Die weibliche Macht im Schatten der Geschichte“, erschienen im dtv Verlag, auf den Punkt. Das rund 400-seitige Buch widmet sich der zentralen Fragestellung warum wird der historische Einfluss von Frauen – ob Königin, Mätresse oder Kurtisane – bis heute fast ausschließlich durch die Brille von Skandal, Verführung und moralischer Verderbtheit betrachten. Kljajic bricht mit diesen verkrusteten Narrativen und zeigt, dass hinter den vermeintlichen „Sündenregistern“ hochpolitische Strategien und knallharte Überlebenskämpfe in einer zutiefst patriarchalen Welt stecken.

Meine Meinung

Dieses Buch hat mich intensiv beschäftigt. Vom Aufbau her fand ich das Werk prinzipiell sehr gelungen. Es ist eine spannende Mischung aus persönlicher Spurensuche der Autorin, wunderbar greifbar gemacht am Beispiel von Schneewitchens böser Stiefmutter als „listige Matriarchin“ (S. 11), einer theoretischen Meta-Ebene und handfesten historischen Inputs samt vielen Kurzbiografien mächtiger Frauen. Wir reisen chronologisch und thematisch von den Herrschaftsinszenierungen des Mittelalters über das institutionalisierte Mätressentum in Frankreich bis hin zu den Konkubinen des Osmanischen Reiches und den Kurtisanen des 19. Jahrhunderts.

Was mich inhaltlich absolut überzeugt hat, ist die Dekonstruktion des Begriffs „Femme fatale“. Kljajic macht deutlich, dass diese Figur ein patriarchales Konstrukt ist, das aus der Angst vor weiblicher Autonomie geboren wurde. „In dieser Verzerrung liegt der Kern der historischen Femme fatale: nicht die Frau, die verführt, sondern die Frau, die handelt und deshalb verurteilt wird. Nicht die Femme, sondern das fatale Urteil“ (S. 15). Super stark und augenöffnend war das Buch für mich vor allem an der Stelle, an der die Struktur des höfischen Systems seziert wird. Die Rolle der maîtresse en titre in Frankreich war eben keine bloße Bettaffäre, sondern „die höchste informelle Karrierestufe, die eine Frau an absolutistischen Höfen erreichen konnte“ (S. 225). Kljajic erinnert uns daran, dass ein „Einfach gehen“ für diese Frauen den totalen sozialen und existenziellen Absturz bedeutet hätte (S. 314).

Trotz der inhaltlichen Dichte hatte ich beim Lesen allerdings ein wenig Mühe mit dem Schreibstil. Das Buch lässt sich zwar grundsätzlich gut lesen, aber der Funke wollte stilistisch nicht komplett überspringen; der Ton war für mich einfach nicht so catchy und packend, wie ich mir das bei diesem Thema gewünscht hätte. Dadurch zog sich die Lektüre stellenweise, obwohl die Fakten extrem spannend sind. Zudem bin ich über einige Formulierungen gestolpert, bei denen es mir an Diskriminierungssensibilität gefehlt hat. Begriffe wie „betriebsblind“ (S. 11) reproduzieren unbewusst ableistische Sprache, und die traditionelle Einordnung des Jahres 1492 als „Entdeckung Amerikas“ (S. 99) klammert die Gewalt der Kolonialisierung sprachlich aus. Hier hätte ich mir schon alleine angesichts des inhaltlichen Themas des Buches eine machtkritische, sensiblere Wortwahl erwartet/gewünscht.

Was bleibt am Ende bei mir hängen?
Das Buch ist definitiv eine Bereicherung für echte Geschichtsnerds und ich durfte unheimlich viel Wissen mitnehmen. Mein größtes Learning: Wir müssen weibliche Macht historisch betrachtet völlig neu und losgelöst von unseren alten Mustern denken. Macht ist ein Attribut, das wir gesellschaftlich fast automatisch Männern zuschreiben und an ganz spezifische, männlich geprägte Vorstellungen von Performance knüpfen. Kljajic zeigt eindrucksvoll, dass Frauen eigene, oft unsichtbare Wege der Machtperformance nutzen mussten. Ein herzliches Dankeschön an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!
42 reviews
August 20, 2026
Femme Fatale“ ist für mich ein Sachbuch, das längst überfällig ist. Samra Kljacic nimmt sich Frauen aus der Geschichte vor, deren Bild bis heute stark von männlichen Blickwinkeln und patriarchalen Strukturen geprägt ist.

Während Männer, die nach Macht streben, oft als strategisch oder politisch geschickt gelten, werden Frauen mit Macht viel schneller als berechnend, manipulativ, intrigant oder verführerisch dargestellt. Bei Königinnen, Herrscherinnen, Mätressen, Kurtisanen und Konkubinen scheint sich die Geschichtsschreibung besonders gern an ihrem Aussehen und ihren Skandalen festzuhalten.

Genau diese Perspektive hinterfragt Kljajic.

Besonders interessant fand ich Kleopatra, die bis heute vor allem als geheimnisvolle Verführerin und Projektionsfläche bekannt ist. Dabei war sie eine gebildete und politisch kluge Herrscherin, die mehrere Sprachen beherrschte, Verhandlungen führte und ihre Macht ganz bewusst einsetzte, um ihr Reich zu sichern.

Überrascht hat mich aber vor allem Lilith. Ich kannte sie tatsächlich nicht und genau deshalb fand ich ihre Geschichte so spannend. Lilith gilt in späteren Überlieferungen als erste Frau Adams. Anders als Eva soll sie sich jedoch geweigert haben, sich Adam unterzuordnen. Sie wollte nicht akzeptieren, dass sie ihm unterlegen sein sollte und verließ ihn schließlich. Aus dieser Figur entwickelte sich über die Jahrhunderte das Bild der widerspenstigen, gefährlichen und dämonisierten Frau.

Und gerade hier wird für mich besonders deutlich, wie stark patriarchale Vorstellungen beeinflussen, welche Geschichten über Frauen erzählt werden. Eine Frau, die sich nicht unterordnet und auf Gleichberechtigung besteht, wird nicht als selbstbestimmt beschrieben, sondern als bedrohlich. Lilith ist damit fast schon ein Sinnbild für die Angst vor einer Frau, die sich nicht in die ihr zugedachte Rolle fügt.

Genau solche Perspektivwechsel machen dieses Buch für mich so interessant. Es geht nicht nur darum, vergessene Frauen sichtbar zu machen, sondern auch darum, unsere eigenen Vorstellungen von ihnen zu hinterfragen.

Kljajic schreibt verständlich und zugänglich und schafft es, bekannte und weniger bekannte Frauen noch einmal mit anderen Augen zu betrachten.

Ein wichtiges Buch über Frauen, Macht und die Frage, wer eigentlich entscheidet, wie Geschichte erzählt wird. Absolute Leseempfehlung!
Profile Image for Maria.
222 reviews
September 25, 2026
Das Buch ist sehr informativ und vielseitig, vor allem für historisch interessierte Menschen. Ein paar Biographien kannte ich bereits, viele andere habe ich neu kennengelernt. Femme Fatale bietet einen umfassenden Überblick über weibliche Herrscherinnen, Königinnen, Mätressen und viele mehr, legt dabei den Fokus allerdings deutlich auf die westliche Geschichtsschreibung.

Leider wirkte das Buch beim Lesen etwas überladen und unstrukturiert. Es ist zeitlich nicht chronologisch aufgebaut, sodass auch innerhalb der Kapitel oft zwischen mehreren Jahrhunderten hin und her gesprungen wird, was es mir etwas schwerer gemacht hat zu folgen. Aus diesem Grun, wiederholen sich manche Biographien auch in mehreren Abschnitten des Buches.

Dazu kommt, dass es sehr, sehr viele Biographien gibt, was einerseits natürlich echt spannend ist, diese aber andererseits teilweise nur oberflächlich (gerade mal ein bis zwei Seiten) behandelt werden. Ich hätte mir etwas mehr Tiefgang und Struktur gewünscht, um am Ende nachhaltig mehr mitnehmen zu können. Man hätte zum Beispiel auf einen zweiten Teil aufteilen können.

Total gut fand ich, dass häufig ein Bild der jeweiligen Person im Kapitel eingefügt wurde, sodass man direkt ein Gesicht vor Augen hat. Dadurch, dass früher viele Namen wiederverwendet wurden, kam es so nicht zu Verwirrungen.

Das Buch wirkt auf mich trotzdem eher wie eine Aneinanderreihung von Fakten, Namen und Jahreszahlen. Die Einordnung, bzw. der neue Blickwinkel, die im Klappentext versprochen werden, fehlen leider an einigen Stellen, sodass das Buch sich eher wie ein Geschichtsbuch oder eine Art Rohfassung liest.
Nicht falsch verstehen - man merkt total, wie viel Herzblut in die Recherche gesteckt wurde, nur leider kommt dadurch der Lesefluss nicht richtig in Gang und das Gelesene bleibt eher bei einer historischen Zusammenfassung, als bei einer Einordnung in einen feministischen Blickwinkel.
Profile Image for Alice.
643 reviews12 followers
July 18, 2026
Femme fatale : die weibliche Macht im Schatten der Geschichte ; warum fast alles falsch ist, was du über Mätressen und Königinnen zu wissen glaubst von Samra Kljajic ist ein unglaublich interessantes Sachbuch.
Dieses Cover in Kombination mit dem Titel weckte sofort mein Interesse. Das musste ich einfach lesen!
Die Geschichte der Frauen seit Anbeginn der Zeit und deren Rolle in einer männerdominierenden Welt ist natürlich sehr komplex und kann auch ermüdend sein. Ermüdend nicht im Sinne von langweilig, vielleicht eher frustrierend in macher Hinsicht?
Samra Kljajic rückt durch ihren tollen Schreibstil die unterschiedlichsten Frauen der Geschichte in das Licht, das sie verdienen und schaut auch hinter die Rollen, die ihnen von der Gesellschaft zugeschrieben wurden.
Ich war von der ersten Seite an komplett gefesselt, verblüfft, fasziniert und auch schockiert.
Es gab einfach so viele Frauen, die ungerecht behandelt wurden, deren Beziehung zu einflussreichen Männern ihnen mitunter aber auch Türen öffnete oder zum Verhängnis wurde.
Aber auch jene Frauen, die sich zu ihrer Zeit zu behaupten wussten. Egal zu welchem Preis.
Ich habe so viel Neues über all diese Frauen erfahren und kann meine Gedanken gar nicht richtig in Worte fassen.
Dieses Buch macht definitiv Lust auf mehr in jeglicher Hinsicht.
Irgendwie möchte ich noch mehr erfahren über die Frauen von damals und mich einsetzen für mehr Gleichberechtigung heutzutage. Passt ja gut, dass ich auch Gleichstellungsbeauftragte bin, oder?! 😀

Ich bedanke mich recht herzlich bei Samra Kljajic und dtv für das Rezensionsexemplar via NetGalley.
Dies ist meine ehrliche Rezension mit meinen eigenen Worten.
Profile Image for Hanni .
201 reviews1 follower
July 20, 2026
3,75 ✨

Ich fand es echt spannend und auch emotional, über die verschiedenen Frauen zu lesen, die über unterschiedliche Epochen hinweg im Verborgenen Macht ausgeübt und Dinge geprägt haben, obwohl ihnen offiziell gar keine Macht zugestanden wurde.
Das Buch macht sehr deutlich, dass Frauen eigentlich schon immer Einfluss hatten, dieser aber oft durch patriarchale Denkmuster von Männern aus der Geschichte herausgeschrieben wurde.

Die Vorstellung, Frauen aufgrund biologischer „Erkenntnisse“ früherer Jahrhunderte keine Macht zuzutrauen, macht mich immer wieder stutzig. Wenn es doch schon im 17. Jahrhundert Gegenpositionen gab, die patriarchale Strukturen entlarvt haben, warum sind wir dann im 21. Jahrhundert immer noch nicht viel weiter?

Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass das Ganze mehr in die Tiefe geht. Man merkt zwar, wie viel Recherche dahintersteckt, aber jede einzelne Frau bekommt einfach zu wenig Raum. Teilweise sind es nur ein oder zwei Seiten, und ich dachte mir ständig, ich will mehr wissen. Wie haben sie genau gelebt, woher kommen die Infos, was steckt noch dahinter?

So bleibt vieles leider etwas oberflächlich, was ich schade finde, weil die Grundidee eigentlich richtig gut ist. Auch mit dem Schreibstil bin ich nicht ganz warm geworden.

Aber insgesamt fand ich das Buch trotzdem gut, vor allem wegen der Thematik und der Botschaft!

Jin, Jiyan, Azadî.
Profile Image for Denise.
721 reviews10 followers
June 27, 2026
In "Femme fatale" erzählt Samra Kljajic die Geschichten all jener Frauen, die von der Geschichtsschreibung als widerspenstig, manipulativ oder widerwärtig betitelt wurden. Mätressen, Königinnen und Herrscherinnen, die ihre Macht gegen den Widerstand oder im Schatten ihrer Männer ausübten um Länder und Familien zu retten. Die Autorin holt sie ans Licht.

Eine tolle und zu würdigende Idee. Doch für mich sprang der Funke nicht über. Das lag zum Einen an der Vielzahl der Frauen. Erschreckend, dass es so viele sind. Für mich war es überfordernd, dass jede Frau nur wenige Abschnitte erhielt, in denen ihre Errungenschaften heruntergerasselt wurden. Statt ihrer Leserschaft Zeit zu geben, Herrscherinnen zu würdigen, reitet Samra Klijajic förmlich durch die Jahrhunderte. Echt schade.

Zum Anderen wirkte der Schreibstil auf mich hölzern und oberflächlich. Die Autorin hat Mühe in ihre Recherchen gesteckt. Das merkte ich beim Lesen. Doch diese Erkenntnisse interessant zu formulieren funktionierte leider nicht.

So bleibt "Femme fatale" für mich zur Hälfte unvollendet.
Profile Image for Liane.
57 reviews
September 28, 2026
Leider völlig an meinen Erwartungen vorbei, oder vielleicht wurde hier ein buzzword als clickbait verwendet.

Eine femme fatale ist per Definition eine literarische Figur, die jemanden (meist einen Mann bzw eine männliche fiktionale Figur) verführt und in den Absturz treibt — entweder in den Tod oder z.B. auch in den sozialen Ruin. Ich hab mich schon gewundert, wie echte Herrscherinnen diese Rolle inne gehabt haben sollen. Spoiler: Gar nicht. Hier wird ausdiskutiert, wie Regentinnen damals wahrgenommen wurden, wie sie heute mit viel Abstand wahrgenommen werden, welche Machtverhältnisse bestanden und teils heute noch im Gedächtnis verankert sind. Nicht uninteressant, aber schlicht falsch betitelt.

Enttauschend, wie Männer-zentriert diese Diskussion ist, wo sie doch darauf besteht, Frauen in den Mittelpunkt stellen zu wollen. Klar war es nunmal so, dass eine Königin einen König hat, oder eine Mätresse einen "Liebhaber." Ich habe hier mehr über die Söhne und Männer und Väter gelernt als über die Herrscherinnen.
32 reviews
August 5, 2026
Dieses Sachbuch ist unheimlich spannend, interessant und sorgt dafür, dass man das ein oder andere Gelernte doch noch mal überdenkt. Der Stil ist gut lesbar, trotz jeder Menge Daten und Namen (etwas, was in der Natur der Sache liegt!). Ich war am Anfang etwas irritiert, es ist nach Themen sortiert und dementsprechend nicht chronologisch. Neben bekannten Namen wie Jeanne d’Arc und Madame de Pompadour werden uns auch eher unbekannte Frauen vorgestellt. Eines haben alle diese Frauen gemeinsam: wie sie ihren Weg in einer von Männern dominierten Welt gefunden haben. Der Blick auf sie ist dementsprechend von den patriarchalen Strukturen geprägt und aufgrund der damaligen Gegebenheiten auch nicht eins zu eins auf unsere heutige Zeit und Standards zu übertragen. Das ist erhellend, interessant, sorgt für den ein oder anderen Aha-Moment und regt zum Nachdenken an.
9 reviews
September 30, 2026
„Femme Fatale“ hat mich vor allem deshalb überzeugt, weil das Buch Geschichte aus einer Perspektive erzählt, die für mich unglaublich interessant ist: Was bleibt von mächtigen Frauen in unserer Erinnerung und warum?

Samra Kljajic nimmt bekannte und unbekanntere historische Frauenfiguren unter die Lupe und zeigt, wie schnell sich Fakten, Gerüchte und Legenden miteinander vermischen können. Besonders spannend fand ich dabei, wie oft weibliche Macht im Nachhinein über Schönheit, Sexualität oder angebliche Manipulation erklärt wurde, während politische Fähigkeiten und tatsächlicher Einfluss weniger Beachtung fanden.

Dazu kommen jede Menge überraschende Details und Geschichten, die Geschichte sehr lebendig machen. Ein kluges, unterhaltsames und wirklich anregendes Buch über Frauen, Macht und vor allem darüber, wer eigentlich bestimmt, wie Geschichte erzählt wird.
Profile Image for ㅤmelli ꧔.
1,052 reviews5 followers
June 20, 2026
𓏲࣪◜4 sterne ♡ᵎ

“In einer Welt, die Herrschaft als männliches Privileg verstand, erschien weibliche Macht stets als Ausnahme, als Anomalie oder als Bedrohung.”

Auch wenn ich mich mittlerweile nicht mehr groß mit Geschichte beschäftige, klang das Buch unglaublich interessant, sodass ich es unbedingt lesen wollte. Und es hat meine Erwartungen definitiv erfüllt es hat Spaß gemacht zu lesen und es hat mich von Anfang an gefesselt. Bücher dieser Art sind oft recht schwer zu lesen, da der Schreibstil sehr komplex ist, aber das war hier tatsächlich nicht der Fall. Ich empfand es als angenehm und leicht verständlich.
Profile Image for Laura.
220 reviews2 followers
August 14, 2026
Geschichtliche Abhandlung zur Macht von Frauen. Ich wusste vieles schon, aber in dieser Zusammenstellung war es eine interessante Leseerfahrung. Und lenkt den Fokus auf das Thema, wie unterschiedlich Frauen in Machtpositionen gekommen sind, sich dort gehalten haben oder aber auch an dieser Macht gescheitert sind. Dass es keine weibliche Macht in diesem Sinne ist, sondern dass es ein Kompromiss im Patriarchat ist.
Auch schön zu sehen, dass der Fokus nicht nur auf Europa lag, sondern dass wir zumindest ein Kapitel zu Konkubinen und Harem bekommen haben.
559 reviews2 followers
August 3, 2026
Was für ein interessantes Buch, ich habe so viel über die verschiedensten Frauen aus den verschiedensten Zeiten gelernt. Dadurch, dass es so viele waren, war das Buch auch echt ziemlich viel, ich musste immer wieder pausieren und alles auf mich wirken lassen, um die vielen Menschen auch nicht durcheinanderzuwerfen. Und man sollte auch wirklich Interesse an Geschichte und historischen Persönlichkeiten haben.
Profile Image for Sven-O.
3 reviews
July 5, 2026
It was a great read. I didn't like the initial hint about the TikTok account of the author as TikTok is a dangerous platform and a form of short form content I despise, but other than that it was a great and informative read.
Profile Image for Jen.
113 reviews2 followers
September 17, 2026
Dieses Buch hält, was der Titel verspricht — und dann noch etwas mehr.

Geschichte aus der Perspektive von Frauen zu lesen, die in klassischen Geschichtsbüchern viel zu oft einfach übergangen werden, hat mich schon lange fasziniert, und Samra Kljajic liefert genau das mit einer Erzählweise, die von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Ob Anne Boleyn oder Wu Zetian — man begegnet Namen, die einem irgendwie bekannt vorkommen, und noch mehr, die einem völlig neu sind, und lernt bei beiden eine ganze Menge dazu.

Nach der letzten Seite blieb vor allem eins zurück: eine noch größere Bewunderung für die Frauen der Vergangenheit, deren Geschichten viel zu lange im Schatten standen. Ich bin danach direkt in einen Geschichtsdokumentation-Marathon abgerutscht und komme davon aktuell gar nicht mehr los.

Mehr davon, bitte!

5/5 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
32 reviews
August 5, 2026
Dieses Sachbuch ist unheimlich spannend, interessant und sorgt dafür, dass man das ein oder andere Gelernte doch noch mal überdenkt. Es ist wunderbar vorgelesen, trotz jeder Menge Daten und Namen (etwas, was in der Natur der Sache liegt!) kann man dem gut folgen. Ich war am Anfang etwas irritiert, es ist nach Themen sortiert und dementsprechend nicht chronologisch. Neben bekannten Namen wie Jeanne d’Arc und Madame de Pompadour werden uns auch eher unbekannte Frauen vorgestellt. Eines haben alle diese Frauen gemeinsam: wie sie ihren Weg in einer von Männern dominierten Welt gefunden haben. Der Blick auf sie ist dementsprechend von den patriarchalen Strukturen geprägt und aufgrund der damaligen Gegebenheiten auch nicht eins zu eins auf unsere heutige Zeit und Standards zu übertragen. Das ist erhellend, interessant, sorgt für den ein oder anderen Aha-Moment und regt zum Nachdenken an.
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