Ob Prinzessin oder Königin, ob adelig oder bürgerlich – für Frauen war der Lebensweg oft vorgezeichnet. Ihre Rolle? Meist passiv. Und wenn sie aufstiegen, dann nur im Verdacht, berechnend zu sein oder Männer um den Verstand zu bringen. Bis heute prägt dieses Bild die Erzählung über mächtige Frauen in der Geschichte. Doch wenn das alles war – warum spielten Heirat und Mitgift eine so entscheidende Rolle? Wie gelang es manchen Frauen, alle Regeln zu brechen – und welchen Preis zahlten sie dafür, sowohl zu Lebzeiten als auch im Urteil der Geschichte? Samra Kljajic erzählt die wahre Geschichte von Königinnen und Mätressen, von Kurtisanen und Konkubinen. Eine neue Perspektive auf die Femme fatale jenseits von Skandal und Verführung.
Ich hätte mir etwas mehr Erklärungen auf tieferen Ebenen und weniger, dafür ausführlichere, Beispiele gewünscht. So wie es jetzt ist, ist es sehr viel Information auf einmal und man wird vieles schnell vergessen. Ich denke hier wäre weniger mehr, um wenigstens ein tieferes gefühl für ein paar der Frauen, anstatt nur ein kurzes, leicht vergessenes, Bild, zubekommen.
Dreieinhalb Sterne. Vor allem, weil es mir teilweise mit den gemachten Punkten anhand der Biographien Wiederholungen gab, die mich unruhiger haben lesen lassen. Ich persönlich hätte das Buch eher zeitlich aufbauend strukturiert, dann hätte es vielleicht weniger dieses repetitive für mich gehabt. Auf vier kam es, weil es, wenn auch nur in einem Kapitel auch um andere als westliche "femme fatales" ging und auch der Sprung in die Moderne nach Mätressen und Kurtisanen gemacht wurde.
Sehr informatives Buch über Königinnen und Herrschende in der Vergangenheit, die bis heute so missverstanden und verunglimpft wurden. Krass wie sehr Männer vor "weiblicher" Macht Angst hatten und haben. Der Fokus ist hier klar auf den Westen, es hat stark mit Adam und Eva und Lilith (Cover) angefangen, gefolgt von griechischer Mythologie, Ägypten (Cleopatra), ist aber dann hauptsächlich in Frankreich und England stecken geblieben. Ich hab mich dann auf die Kaiserin von China und auf das Osmanisches Reich gefreut, die verhältnismäßig nur sehr kurz waren. Da hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht. Dennoch kann ich das Buch empfehlen, vor allem die sich für wesltiche patriachale Systeme interessieren.
Dieses Sachbuch bietet einen spannenden und zugleich gut verständlichen Streifzug durch die Geschichte einflussreicher Frauen. Besonders gelungen finde ich den Ansatz, das oft einseitige Bild der „Femme fatale“ zu hinterfragen und den Fokus stärker auf Macht, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Strukturen zu legen.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und zugänglich, sodass sich das Buch sehr gut lesen lässt – auch für alle, die sich sonst vielleicht weniger mit historischen Sachbüchern beschäftigen. Die Autorin schafft es, komplexe Zusammenhänge verständlich darzustellen und gleichzeitig interessante neue Perspektiven zu eröffnen.
Besonders bereichernd war für mich, dass nicht nur bekannte Persönlichkeiten beleuchtet werden, sondern auch Frauen, die man bisher vielleicht noch gar nicht so auf dem Schirm hatte. Zudem werden viele neue Aspekte aufgezeigt, wie Frauen in einer von Männern dominierten Welt Einfluss gewinnen konnten – und welche Strategien, aber auch welche Opfer damit verbunden waren.
Insgesamt ein informatives und zugleich fesselnd geschriebenes Buch, das Geschichte aus einer anderen Perspektive betrachtet und zum Nachdenken anregt. Sehr empfehlenswert für alle, die sich für historische Zusammenhänge und starke Frauenfiguren interessieren.
„Was immer Frauen taten, es war niemals einfach Macht. Es war weibliche Macht und damit erklärungsbedürftig.“ (S. 342)
Mit diesen treffenden Worten bringt die Wiener Historikerin und Content Creatorin Samra Kljajic (@geschichtegram) den Kern ihres neuen Sachbuchs „Femme fatale. Die weibliche Macht im Schatten der Geschichte“, erschienen im dtv Verlag, auf den Punkt. Das rund 400-seitige Buch widmet sich der zentralen Fragestellung warum wird der historische Einfluss von Frauen – ob Königin, Mätresse oder Kurtisane – bis heute fast ausschließlich durch die Brille von Skandal, Verführung und moralischer Verderbtheit betrachten. Kljajic bricht mit diesen verkrusteten Narrativen und zeigt, dass hinter den vermeintlichen „Sündenregistern“ hochpolitische Strategien und knallharte Überlebenskämpfe in einer zutiefst patriarchalen Welt stecken.
Meine Meinung
Dieses Buch hat mich intensiv beschäftigt. Vom Aufbau her fand ich das Werk prinzipiell sehr gelungen. Es ist eine spannende Mischung aus persönlicher Spurensuche der Autorin, wunderbar greifbar gemacht am Beispiel von Schneewitchens böser Stiefmutter als „listige Matriarchin“ (S. 11), einer theoretischen Meta-Ebene und handfesten historischen Inputs samt vielen Kurzbiografien mächtiger Frauen. Wir reisen chronologisch und thematisch von den Herrschaftsinszenierungen des Mittelalters über das institutionalisierte Mätressentum in Frankreich bis hin zu den Konkubinen des Osmanischen Reiches und den Kurtisanen des 19. Jahrhunderts.
Was mich inhaltlich absolut überzeugt hat, ist die Dekonstruktion des Begriffs „Femme fatale“. Kljajic macht deutlich, dass diese Figur ein patriarchales Konstrukt ist, das aus der Angst vor weiblicher Autonomie geboren wurde. „In dieser Verzerrung liegt der Kern der historischen Femme fatale: nicht die Frau, die verführt, sondern die Frau, die handelt und deshalb verurteilt wird. Nicht die Femme, sondern das fatale Urteil“ (S. 15). Super stark und augenöffnend war das Buch für mich vor allem an der Stelle, an der die Struktur des höfischen Systems seziert wird. Die Rolle der maîtresse en titre in Frankreich war eben keine bloße Bettaffäre, sondern „die höchste informelle Karrierestufe, die eine Frau an absolutistischen Höfen erreichen konnte“ (S. 225). Kljajic erinnert uns daran, dass ein „Einfach gehen“ für diese Frauen den totalen sozialen und existenziellen Absturz bedeutet hätte (S. 314).
Trotz der inhaltlichen Dichte hatte ich beim Lesen allerdings ein wenig Mühe mit dem Schreibstil. Das Buch lässt sich zwar grundsätzlich gut lesen, aber der Funke wollte stilistisch nicht komplett überspringen; der Ton war für mich einfach nicht so catchy und packend, wie ich mir das bei diesem Thema gewünscht hätte. Dadurch zog sich die Lektüre stellenweise, obwohl die Fakten extrem spannend sind. Zudem bin ich über einige Formulierungen gestolpert, bei denen es mir an Diskriminierungssensibilität gefehlt hat. Begriffe wie „betriebsblind“ (S. 11) reproduzieren unbewusst ableistische Sprache, und die traditionelle Einordnung des Jahres 1492 als „Entdeckung Amerikas“ (S. 99) klammert die Gewalt der Kolonialisierung sprachlich aus. Hier hätte ich mir schon alleine angesichts des inhaltlichen Themas des Buches eine machtkritische, sensiblere Wortwahl erwartet/gewünscht.
Was bleibt am Ende bei mir hängen? Das Buch ist definitiv eine Bereicherung für echte Geschichtsnerds und ich durfte unheimlich viel Wissen mitnehmen. Mein größtes Learning: Wir müssen weibliche Macht historisch betrachtet völlig neu und losgelöst von unseren alten Mustern denken. Macht ist ein Attribut, das wir gesellschaftlich fast automatisch Männern zuschreiben und an ganz spezifische, männlich geprägte Vorstellungen von Performance knüpfen. Kljajic zeigt eindrucksvoll, dass Frauen eigene, oft unsichtbare Wege der Machtperformance nutzen mussten. Ein herzliches Dankeschön an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!
Femme fatale : die weibliche Macht im Schatten der Geschichte ; warum fast alles falsch ist, was du über Mätressen und Königinnen zu wissen glaubst von Samra Kljajic ist ein unglaublich interessantes Sachbuch. Dieses Cover in Kombination mit dem Titel weckte sofort mein Interesse. Das musste ich einfach lesen! Die Geschichte der Frauen seit Anbeginn der Zeit und deren Rolle in einer männerdominierenden Welt ist natürlich sehr komplex und kann auch ermüdend sein. Ermüdend nicht im Sinne von langweilig, vielleicht eher frustrierend in macher Hinsicht? Samra Kljajic rückt durch ihren tollen Schreibstil die unterschiedlichsten Frauen der Geschichte in das Licht, das sie verdienen und schaut auch hinter die Rollen, die ihnen von der Gesellschaft zugeschrieben wurden. Ich war von der ersten Seite an komplett gefesselt, verblüfft, fasziniert und auch schockiert. Es gab einfach so viele Frauen, die ungerecht behandelt wurden, deren Beziehung zu einflussreichen Männern ihnen mitunter aber auch Türen öffnete oder zum Verhängnis wurde. Aber auch jene Frauen, die sich zu ihrer Zeit zu behaupten wussten. Egal zu welchem Preis. Ich habe so viel Neues über all diese Frauen erfahren und kann meine Gedanken gar nicht richtig in Worte fassen. Dieses Buch macht definitiv Lust auf mehr in jeglicher Hinsicht. Irgendwie möchte ich noch mehr erfahren über die Frauen von damals und mich einsetzen für mehr Gleichberechtigung heutzutage. Passt ja gut, dass ich auch Gleichstellungsbeauftragte bin, oder?! 😀
Ich bedanke mich recht herzlich bei Samra Kljajic und dtv für das Rezensionsexemplar via NetGalley. Dies ist meine ehrliche Rezension mit meinen eigenen Worten.
Ich fand es echt spannend und auch emotional, über die verschiedenen Frauen zu lesen, die über unterschiedliche Epochen hinweg im Verborgenen Macht ausgeübt und Dinge geprägt haben, obwohl ihnen offiziell gar keine Macht zugestanden wurde. Das Buch macht sehr deutlich, dass Frauen eigentlich schon immer Einfluss hatten, dieser aber oft durch patriarchale Denkmuster von Männern aus der Geschichte herausgeschrieben wurde.
Die Vorstellung, Frauen aufgrund biologischer „Erkenntnisse“ früherer Jahrhunderte keine Macht zuzutrauen, macht mich immer wieder stutzig. Wenn es doch schon im 17. Jahrhundert Gegenpositionen gab, die patriarchale Strukturen entlarvt haben, warum sind wir dann im 21. Jahrhundert immer noch nicht viel weiter?
Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass das Ganze mehr in die Tiefe geht. Man merkt zwar, wie viel Recherche dahintersteckt, aber jede einzelne Frau bekommt einfach zu wenig Raum. Teilweise sind es nur ein oder zwei Seiten, und ich dachte mir ständig, ich will mehr wissen. Wie haben sie genau gelebt, woher kommen die Infos, was steckt noch dahinter?
So bleibt vieles leider etwas oberflächlich, was ich schade finde, weil die Grundidee eigentlich richtig gut ist. Auch mit dem Schreibstil bin ich nicht ganz warm geworden.
Aber insgesamt fand ich das Buch trotzdem gut, vor allem wegen der Thematik und der Botschaft!
In "Femme fatale" erzählt Samra Kljajic die Geschichten all jener Frauen, die von der Geschichtsschreibung als widerspenstig, manipulativ oder widerwärtig betitelt wurden. Mätressen, Königinnen und Herrscherinnen, die ihre Macht gegen den Widerstand oder im Schatten ihrer Männer ausübten um Länder und Familien zu retten. Die Autorin holt sie ans Licht.
Eine tolle und zu würdigende Idee. Doch für mich sprang der Funke nicht über. Das lag zum Einen an der Vielzahl der Frauen. Erschreckend, dass es so viele sind. Für mich war es überfordernd, dass jede Frau nur wenige Abschnitte erhielt, in denen ihre Errungenschaften heruntergerasselt wurden. Statt ihrer Leserschaft Zeit zu geben, Herrscherinnen zu würdigen, reitet Samra Klijajic förmlich durch die Jahrhunderte. Echt schade.
Zum Anderen wirkte der Schreibstil auf mich hölzern und oberflächlich. Die Autorin hat Mühe in ihre Recherchen gesteckt. Das merkte ich beim Lesen. Doch diese Erkenntnisse interessant zu formulieren funktionierte leider nicht.
So bleibt "Femme fatale" für mich zur Hälfte unvollendet.
Dieses Sachbuch ist unheimlich spannend, interessant und sorgt dafür, dass man das ein oder andere Gelernte doch noch mal überdenkt. Der Stil ist gut lesbar, trotz jeder Menge Daten und Namen (etwas, was in der Natur der Sache liegt!). Ich war am Anfang etwas irritiert, es ist nach Themen sortiert und dementsprechend nicht chronologisch. Neben bekannten Namen wie Jeanne d’Arc und Madame de Pompadour werden uns auch eher unbekannte Frauen vorgestellt. Eines haben alle diese Frauen gemeinsam: wie sie ihren Weg in einer von Männern dominierten Welt gefunden haben. Der Blick auf sie ist dementsprechend von den patriarchalen Strukturen geprägt und aufgrund der damaligen Gegebenheiten auch nicht eins zu eins auf unsere heutige Zeit und Standards zu übertragen. Das ist erhellend, interessant, sorgt für den ein oder anderen Aha-Moment und regt zum Nachdenken an.
“In einer Welt, die Herrschaft als männliches Privileg verstand, erschien weibliche Macht stets als Ausnahme, als Anomalie oder als Bedrohung.”
Auch wenn ich mich mittlerweile nicht mehr groß mit Geschichte beschäftige, klang das Buch unglaublich interessant, sodass ich es unbedingt lesen wollte. Und es hat meine Erwartungen definitiv erfüllt es hat Spaß gemacht zu lesen und es hat mich von Anfang an gefesselt. Bücher dieser Art sind oft recht schwer zu lesen, da der Schreibstil sehr komplex ist, aber das war hier tatsächlich nicht der Fall. Ich empfand es als angenehm und leicht verständlich.
Geschichtliche Abhandlung zur Macht von Frauen. Ich wusste vieles schon, aber in dieser Zusammenstellung war es eine interessante Leseerfahrung. Und lenkt den Fokus auf das Thema, wie unterschiedlich Frauen in Machtpositionen gekommen sind, sich dort gehalten haben oder aber auch an dieser Macht gescheitert sind. Dass es keine weibliche Macht in diesem Sinne ist, sondern dass es ein Kompromiss im Patriarchat ist. Auch schön zu sehen, dass der Fokus nicht nur auf Europa lag, sondern dass wir zumindest ein Kapitel zu Konkubinen und Harem bekommen haben.
Was für ein interessantes Buch, ich habe so viel über die verschiedensten Frauen aus den verschiedensten Zeiten gelernt. Dadurch, dass es so viele waren, war das Buch auch echt ziemlich viel, ich musste immer wieder pausieren und alles auf mich wirken lassen, um die vielen Menschen auch nicht durcheinanderzuwerfen. Und man sollte auch wirklich Interesse an Geschichte und historischen Persönlichkeiten haben.
It was a great read. I didn't like the initial hint about the TikTok account of the author as TikTok is a dangerous platform and a form of short form content I despise, but other than that it was a great and informative read.