Wenn das Ziel der Autorin war, die Protagonistin so unsympathisch, naiv und unreflektiert zu gestalten, dass ich mehrmals während der Lektüre laut "bitte halt doch einfach die Fresse!" rufen musste, dann hat sie das definitiv geschafft. Ich hatte Eva spätestens ab dem Moment gefressen, wo sie meinte, ihrer besten Freundin würde es so viel besser gehen als ihr, obwohl sie fucking nochmal ihren Bruder verloren hat. Ich mein, wie egozentrisch kann man sein? Und dann das ständige Rumgejammer, wie schlecht es ihr geht, obwohl sie gerade einen voll ausgestatteten Bus geschenkt bekommen hat, mit dem sie in ihrem bezahlten Urlaub nach Italien fährt, um ihre Familie zu besuchen?! Ja, buhu, wie schrecklich! -.- Alle lieben sie (warum auch immer) und sie heult trotzdem konstant rum, dass sie so alleine ist. Bisschen Dankbarkeit wär echt angebracht Himmel Arsch und Zwirn. Die Affirmationen waren ganz nett, aber wenn Eva sie tatsächlich so schnell und leicht annehmen kann, wie sie es im Buch tut, dann verstärkt das nur meinen Eindruck, dass sie nicht wirklich ein ernstzunehmendes Problem hat, sondern einfach nur eine selbstzentrierte Kuh ist, die nicht damit umgehen kann, nicht ständig für alle der Mittelpunkt ihrer Welt zu sein. Ach ja, und die typisch deutsche, problematische Überhöhung von Alkohol darf natürlich auch nicht fehlen. Jeden Tag mindestens ein Aperol? Völlig normal. Wobei ich auch das Bedürfnis hatte, mich während der Buchs konstant zu betrinken, also vielleicht würde es das wirklich besser machen. Guess we'll never know.