Was macht ein gutes Intro aus? Sind Fortsetzungen von Klassikern eine gute Idee? Gibt es die perfekte Punchline? Jan Wehn geht den entscheidenden Fragen des Deutschraps nach – und findet in drei Jahrzehnten voller Songs, Alben und Geschichten die schönsten und spannendsten Antworten. Er huldigt den prägenden Werken und Figuren, erzählt ihre Hintergründe und Anekdoten und zeigt, warum diese Musik mehr ist als nur Soundtrack einer Generation. Eine längst überfällige Liebeserklärung und schon jetzt ein Standardwerk.
Von Die Fantastischen Vier bis Ufo361, von Sabrina Setlur bis Shirin David, von Kool Savas bis K.I.Z, von Fettes Brot bis Luciano, von Cora E. bis Cro, von Haiyti bis Haftbefehl und vielen mehr.
5/5 die große Liebeserklärung an R A P Hab beim lesen gemerkt wie sehr ich das mal geliebt habt und wie sehr ich es vielleicht immer noch liebe. Jan Wehn hat meinen vollsten Respekt dass er immer noch so deep drin ist. Er ist nicht nur ein Ultra sympathischer Typ sondern auch noch ein toller Schreiber. Hat sich angefühlt als hätte ich grade 2 Tage lang die beste Juice meines Lebens gelesen. Danke Jan Wehn dass du Hip Hop gerettet hast
Ich habe “Könnt ihr uns hören?” (Die Oral History des Deutschrap) schon verschlungen und auch den Nachfolger von Jan Wehn in drei Tagen aufgesogen. Alle im Buch aufgeführten Songs und Alben sind mit so viel Leidenschaft und Liebe zum Detail beschrieben, dass ich für das Genre Deutschrap mal wieder komplett angezündet bin.
Manche Bücher liest man nicht einfach, man hört sie fast. Deutschrap. Songs und Storys fühlt sich an wie eine lange Fahrt durch Beats, Erinnerungen, alte Jugendzimmer, Kopfhörernächte und diese eine Zeile, die plötzlich wieder mitten ins Herz trifft.
Ich mochte besonders, dass Jan Wehn nicht trocken durch Jahreszahlen marschiert, sondern Deutschrap als lebendige Kultur erzählt. Da geht es um Intros, Punchlines, Klassiker, große Namen, unterschätzte Momente und um die Frage, warum bestimmte Songs bleiben, obwohl sich Sound, Sprache und Szene ständig verändern. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, durch eine riesige Plattenkiste zu wühlen und dabei nicht nur Musik, sondern auch Zeitgeschichte in den Händen zu halten.
Natürlich ist das Buch subjektiv, aber gerade das macht es warm und nahbar. Es liest sich nicht wie ein staubiges Nachschlagewerk, sondern wie ein Gespräch mit jemandem, der brennt, der liebt, der sich erinnert und der trotzdem einordnet. Von alten Helden bis zu neuen Stimmen entsteht ein weiter Blick auf eine Kultur, die viel mehr ist als Provokation, Reimtechnik oder Chartplatzierung.
Für mich ist dieses Buch eine starke, kluge und sehr liebevolle Verbeugung vor Deutschrap. Nicht perfekt vollständig, aber voller Herz, Wissen und Atmosphäre.
An sich ein tolles Buch für Rap-Nerds und das Wissen des Autors ist vermutlich endlos. Allerdings ist das auch das Hauptproblem des Buches: Viele der vorgestellten Alben und Rapper kenne ich gar nicht und kann dann mit den kurzen Texten relativ wenig anfangen. Längere Passagen, die das Ganze einordnen fehlen demgegenüber oft. Aber die bekommt man vermutlich im ersten Buch des Autors zur Geschichte des Raps. Ich hatte mir also ein bisschen mehr erwartet oder vielleicht auch einfach nur was anderes. Für Rap Nerds aber dennoch lesens- und hörenswert. Es gibt ja Begleit-Playlists, wo man sicher viel neue Musik entdecken kann. Leider aber nur für Spotify und nicht Apple Music.