Eine gefährliche Verschwörung, eine mysteriöse Seuche und eine starke Heldin mit einzigartiger Gabe!
Cor muss in die Stadt Granadis aufbrechen, um seine Ausbildung als Magier fortsetzen zu können. Bei der Gesangsmagierin Maestra Ascendi und ihrem Mann, einem Kräuterkundler, werden er und seine Freundin Ro als Lehrlinge angenommen. Ro entdeckt schnell, dass sie eine besondere Gabe im Umgang mit Heilpflanzen besitzt. Und schon bald werden ihre Fähigkeiten dringend gebraucht, denn in Granadis geht eine mysteriöse Krankheit um, die immer mehr Opfer fordert! Cor und Ro haben den Verdacht, dass eine Gruppe Verschwörer hinter den sonderbaren Vorkommnissen steckt. Kann es sein, dass bei der seltsamen Krankheit Gift im Spiel ist? Nun ist es an ihnen, weitere Morde zu verhindern ...
Band 2 der mitreißenden Magier-Serie für Fantasy-Fans ab 12!
Jeder Band in sich abgeschlossen und unabhängig lesbar.
Der erste Teil von Judith Mohrs Reihe um unsere Helden Cor und Ro war letztes Jahr ein wahres Highlight für mich und so habe ich mich wahnsinnig gefreut, als nun "Stadt der Sänger und Verschwörer" erschien. Die erste Überraschung war schonmal der Wechsel des PoV von Cor auf Ro, den ich sehr gelungen fand, auch wenn ich mit Cor doch deutlich schneller warm wurde. In der Stadt Parnass erwarten die Beiden nun einige Umstellungen, nicht nur, dass Cors neue Meisterin sehr streng ist und stark auf Regeln bedacht ist, während Ro damit kämpft ihre eigenen Weg zu finden, nein auch der Herzog der Stadt macht keinen guten Eindruck und nun geht auch noch eine Seuche um. Jede Menge Herausforderungen also für unsere junge Helden.
Judith Mohrs Schreibstil bleibt dabei auf einem gewohnt hohen Niveau, angenehm zu lesen, voller Details und ohne holbrige Stellen. Ro, die hier nun deutlich Tiefe als Figur gewinnt, fand ich ebenfalls toll. Sie erlangt coole Fähigkeiten, wir erfahren mehr über ihre Vergangenheit und ihr Wachstum über die Geschichte hinweg war spannend zu verfolgen, ebenso ihre Freundschaft mit dem Maestro. Ihr Zusammenspiel mit Cor, ließ allerdings bisweilen zu wünschen übrig. Cor unternimmt viel ohne Ro und lässt damit auch uns Leser über einiges im Dunkeln, das dann aus dem Nichts kommt, da wäre es deutlich spannender gewesen, wenn Cor und Ro mehr zusammen unternommen hätten oder wir zwischendurch ein Kapitel aus seiner Sicht bekommen hätten. Die Story ist wieder spannend, was vorallem durch die Verstrickungen der Personen um Ro und Cor herum liegt. Für meinen Geschmack bekamen allerdings die Bewohner der unteren Viertel zu wenig Szenen um sie wirklich lebendig werden zu lassen, auch hier hätten mehr gemeinsame Ausflüge von Ro und Cor meiner Meinung nach Abhilfe geschafft.
Und nun, Achtung Spoiler:
Spoiler Ende. Insgesamt hat mir "Stadt der Sänger und Verschwörer" wieder sehr viel Spaß gemacht und die Reihe bleibt für mich weiterhin das Beste, was es momentan im Jugendbuch zu lesen gibt. Judith Mohr schreibt einerseits mit einer wahnsinnigen Ruhe und gleichzeit mit einer Spannung, die mich nicht vom Buch hat weg kommen lassen. Schon der Gedanke an das Leseerlebnis zaubert mir ein Lächeln aufs Gesicht und ich hoffe das Buch wird das auch bei euch erreichen.
Band zwei der Jugendfantasy-Reihe von Judith Mohr durfte als Rezensionsexemplar bei mir einziehen, nachdem ich großer Fan von Band eins war. Band zwei ist der zweite Neuanfang für die Protagonisten Cor und Ro, die schon in Stadt der Magier und Diebe den Absprung aus ihrem alten Leben geschafft haben, aber jetzt nochmal in einer völlig neuen Stadt sich weiterentwickeln dürfen. Nachdem wir in Band eins vor allem Cor kennenlernen durften, ist Band zwei Ro - oder jetzt Aurora - im Mittelpunkt der Geschichte.
Zunächst bin ich etwas in die Story gestolpert, weil ich mich an den Perspektivwechsel gewöhnen musste, gerade, wenn man dann aber mehr über ihre Vergangenheit und Fähigkeiten erfährt ist es für mich die absolut richtige Entscheidung, auch das ganze Buch aus ihrer Sicht zu erzählen. Ansonsten finde ich, zeigt sich eine ähnliche Struktur wie in Band eins. Anfangs fragt man sich beim Lesen ab und zu, wann es denn jetzt weiter geht und dann passiert plötzlich immer mehr in immer kürzerer Zeit. Mir hat dieses Tempo sehr gut gefallen, weil man so erstmal langsamer die neue Stadt und damit auch die vielen neuen Charaktere kennen lernen kann, bevor die Action kommt. Die Spannung baut sich dadurch sehr gut auf und gegen Ende möchte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Was mir leider immer wieder nicht so gut gefallen hat war die Gewalt von Erwachsenen Figuren gegen Kinder. Man kann dieses Muster durchaus mit dem eher Mittelalterlichen Setting der Geschichte zwar begründen, trotzdem finde ich es immer wieder ungerechtfertigt, wie sich die Erwachsenen den Kindern gegenüber verhalten und wie wenig Einsicht sie zeigen, wenn es dann um das erkennen der eigenen Fehler geht. Ich verstehe, dass sich die Entwicklung der Geschichte, vor allem in ihrem Tempo, darüber gut koordinieren lässt, dass Erwachsene den Kindern immer wieder nicht glauben oder sie maßregeln, wenn Cor zum Beispiel wieder unerlaubt das Haus seiner Maestra verlässt, um in der Stadt heimlich zu zaubern, trotzdem hätte ich mir hier am Ende mehr Schuldeingeständnis und auch Entschuldigung für die jungen Helden der Geschichte gewünscht.
Minor Spoiler: Die von mir schon in Band eins vorhergesehene Entwicklung zwischen Cor und Ro, von einer freundschaftlichen - geschwisterlichen Beziehung hin zu einer Liebesbeziehung hätte es für mich nicht gebraucht. Ich bin gespannt, wie diese veränderte Beziehung die Dynamik der Charaktere in einem potenziellen Band drei verändert.
Insgesamt hat mir aber auch Stadt der Sänger und Verschwörer gut gefallen, auch wenn ich mir etwas mehr Einblicke auch in die Entwicklung von Cordis magischen Fähigkeiten erhofft hatte. Ich bin gespannt, wie es weitergeht mit den beiden und ob es noch weitere Städte gibt, die sie vor Revolten und Verschwörungen beschützen dürfen.