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Die Elefanten

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Eines Tages sind sie da. Wie aus dem Nichts leben sie plötzlich in der Stadt, stehen auf Straßen und Plätzen, leben mitten unter den Menschen und ziehen in die Häuser die Elefanten. Doch niemand nimmt Anstoß an ihnen. Die Leute gehen weiter ihrer Wege, geben vor, es hätte sich nichts geändert. Allein der Stand-up-Comedian Pawel weigert sich zu schweigen und ruft von der Bühne dazu auf, sich der Realität zu stellen. Er riskiert damit alles, sein Leben, seine Freiheit und vor allem seine Liebe zu Anna.

248 pages, Kindle Edition

Published February 25, 2026

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About the author

Sasha Filipenko

12 books119 followers
Sasha Filipenko, geboren 1984 in Minsk, ist ein belarussischer Schriftsteller, der auf Russisch schreibt. Nach einer abgebrochenen klassischen Musikausbildung studierte er Literatur in St. Petersburg und arbeitete als Journalist, Drehbuchautor, Gag-Schreiber für eine Satire-Show und Fernsehmoderator. ›Der ehemalige Sohn‹ über das Leben unter dem Lukaschenko-Regime ist im Frühjahr 2021 bei Diogenes erschienen. Sasha Filipenko ist leidenschaftlicher Fußballfan und lebt in St. Petersburg und in der Schweiz.
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Sacha Filipenko (en russe : Саша Филипенко ; né le 12 juillet 1984 à Minsk en Biélorussie) est un écrivain biélorusse, lauréat du Prix russe (Rouskaïa Premia). Il est l'auteur des romans Croix rouges, La Traque, Le Fils d'avant, Zamysly, Retour à Ostrog,. Les romans de Sacha Filipenko ont été traduits en français, en tchèque, en hongrois, en polonais, en italien, en anglais, en croate, en allemand.

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Community Reviews

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7 (41%)
3 stars
3 (17%)
2 stars
3 (17%)
1 star
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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Carmen.
238 reviews2 followers
February 24, 2026
Der Roman „Die Elefanten“ von Sasha Filipenko beginnt mit einer ebenso absurden wie verstörenden Prämisse: Eines Tages ziehen Elefanten mitten unter die Menschen. Sie stehen in Wohnungen, blockieren Straßen und gehören plötzlich ganz selbstverständlich zum Stadtbild. Anfangs sorgt dieses Phänomen noch für Neugier – Menschen fotografieren die Tiere, bestaunen sie, sprechen über sie. Doch das Interesse erlischt schnell. Die Elefanten bleiben, aber man gewöhnt sich an sie. Schließlich werden sie ignoriert, als wären sie nie etwas Außergewöhnliches gewesen.

Dieser zentrale Einfall ist eine konsequente literarische Umsetzung der Redewendung vom „Elefanten im Raum“. Die Tiere stehen sinnbildlich für ein riesiges, offensichtliches Problem – politischer oder gesellschaftlicher Natur –, das alle sehen, aber niemand anspricht. Statt sich der Realität zu stellen, entscheiden sich die Menschen für das bequemere Schweigen. So entsteht eine trügerische Normalität, die nur dadurch funktioniert, dass alle kollektiv wegsehen. Die Elefanten verkörpern damit die Absurdität und das Schweigen in autoritären Systemen: Eine allgegenwärtige Bedrohung wird hingenommen, um Konflikte und persönliche Konsequenzen zu vermeiden.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Pawel, ein Stand-up-Comedian, der sich dieser kollektiven Verdrängung verweigert. Als Künstler nimmt er eine Außenseiterrolle ein, denn er entscheidet sich, das Offensichtliche beim Namen zu nennen. Von der Bühne aus versucht er, die Wahrheit auszusprechen – und bringt sich damit in Gefahr. Seine Figur zeigt, wie riskant es sein kann, in einem repressiven Umfeld Humor als Waffe zu benutzen. Pawels Haltung macht deutlich, dass das Aussprechen der Wahrheit in solchen Systemen Mut erfordert und existenzielle Folgen haben kann.

Auch die Beziehung zwischen Pawel und seiner Partnerin Anna steht unter dem Einfluss dieser bedrückenden Atmosphäre. Ihre Liebe wird zur Bewährungsprobe in einer Gesellschaft, die von Angst und Misstrauen geprägt ist. Persönliche Nähe und Vertrauen geraten unter Druck, wenn äußere Repression in das Private hineinwirkt.

Eine weitere interessante Figur ist Alexander, Annas Vater. Als Autor bringt er immer neue literarische Ideen ein, die zugleich die experimentellen Erzählweisen des Romans widerspiegeln. Besonders originell ist sein Konzept eines Buches, das ausschließlich aus Leserkommentaren besteht – Kommentare, die er selbst verfasst. Diese Idee wird im Roman tatsächlich umgesetzt: Die von ihm erdachten Leserreaktionen erscheinen im Text und durchbrechen die klassische Erzählform. Auch Annas Leidenschaft für Kreuzworträtsel findet auf ungewöhnliche Weise Eingang in die Struktur des Buches. Im Verlauf der Handlung lösen die Leser gewissermaßen selbst ein Rätsel, da an bestimmten Stellen statt eines Wortes lediglich ein Hinweis wie „Waagerecht 32“ steht. Diese spielerische Form ist kreativ und humorvoll, kann jedoch – insbesondere im E-Book-Format – etwas umständlich wirken. Ergänzt wird die überwiegend auktoriale Erzählweise durch eingeschobene Dokumente eines „inneren“ Ministeriums, die der Geschichte zusätzliche Tiefe und eine beklemmende Authentizität verleihen.

Der Text ist deutlich satirisch angelegt und funktioniert zugleich als politische Parabel. Mit Hilfe des Absurden macht Filipenko eine Realität sichtbar, die selbst kaum noch rational erklärbar erscheint. Besonders im belarussischen beziehungsweise russischen Kontext wird deutlich, wie das Unmögliche plötzlich Teil des Alltags werden kann – und wie sich das Bedrohliche schleichend als neue Normalität etabliert.

Insgesamt war das Buch für mich solide, hat mich jedoch nicht vollständig überzeugt. Die Grundidee ist stark und die formalen Experimente sind interessant, doch über weite Strecken blieb die emotionale Intensität für mich etwas auf Distanz. Erst gegen Ende, als das Thema der Entmenschlichung stärker in den Vordergrund tritt, gewinnt der Roman an Schärfe und Provokation. In diesen Momenten wird die Geschichte spürbar eindringlicher und spannender.

Danke an den Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar/ARC (ebook). Meine ehrliche Meinung bleibt davon unberührt.
Profile Image for Annina.
463 reviews87 followers
April 15, 2026
Das war absurd. Bald schon dachte ich mir, wie kommt der Autor nun aus dieser bizarren Geschichte wieder raus? Er kommt raus, aber auf eine grausame Art und Weise, wo es um Akte der Entmenschlichung geht. Die letzten 50 Seiten konnte ich kaum lesen, so sehr drehte es mir den Magen um. Die in die Geschichte eingewobenen Kommentare fand ich amüsant, mit dem Kreuzworträtsel konnte ich nicht viel anfangen. Auch mit einem satirischen Blick drauf, war das ab dem letzten Viertel nichts mehr für mich.
Profile Image for WildesKopfkino .
1,019 reviews8 followers
March 12, 2026
Stell dir vor, du gehst morgens aus dem Haus, willst nur schnell zum Bäcker und plötzlich steht ein Elefant auf dem Marktplatz. Riesig. Grau. Unübersehbar. Und alle tun so, als wäre das völlig normal. Genau mit diesem Gefühl spielt dieses Buch und ehrlich gesagt hat mich das ziemlich schnell gepackt.

Die Elefanten tauchen einfach auf. Auf Straßen, in Wohnungen, mitten im Alltag. Aber keiner spricht darüber. Alle schauen weg, machen weiter wie bisher. Diese stille Absurdität hat mich beim Lesen gleichzeitig zum Schmunzeln und zum Kopfschütteln gebracht. Weil man irgendwann merkt, dass diese Elefanten eigentlich gar keine Tiere sind.

Mittendrin steht Pawel, ein Stand up Comedian, der das Schweigen nicht aushält. Auf der Bühne spricht er aus, was alle sehen, aber keiner sagen will. Während ich das gelesen habe, dachte ich mehrfach: Junge, halt doch einfach den Mund. Aber genau das kann er nicht. Und genau deshalb wird es gefährlich.

Sasha Filipenko schreibt klar, direkt und manchmal fast beiläufig, während einem innerlich langsam dämmert, wie bitter ernst diese Geschichte eigentlich ist. Zwischen absurden Szenen, trockenem Humor und stiller Verzweiflung steckt eine ziemlich starke Gesellschaftskritik.

Besonders hängen geblieben ist dieses Gefühl von Beklemmung. Dieses Wissen, dass alle wissen, was los ist, aber trotzdem keiner den Mund aufmacht. Und dann steht da dieser eine Typ mit Mikrofon auf der Bühne und sagt einfach: Leute, da steht ein verdammter Elefant.

Ein ruhiges, kluges und gleichzeitig ziemlich mutiges Buch. Kein lauter Roman, aber einer, der lange im Kopf herumtrampelt.
Profile Image for Mavami.
12 reviews
Review of advance copy received from Netgalley
January 30, 2026
Lol, what a ride. Das Buch hat gefühlt fünf Metaebenen, die alle irgendwie geil sind, aber für mich nicht 100% nachvollziehbar waren. Ja, man löst das Kreuzworträtsel im Laufe der Geschichte (wie cool bitte?) und ja, man liest live die Kommentare, die „Menschen“ zu dem Text hinterlassen, fun, aber welche Absicht steckt dahinter?
Der Text und das Thema der Elefanten und dem Umgang des Staates mit ihnen ist ja schon Metapher genug, ich hatte das Gefühl, ich kam irgendwann nicht mehr mit.
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