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Meeresdunkel

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Zwei Familien. Ein Ferienhaus. Ein Sommer, der tödlich endet.

Es sollte ein schöner Sommerurlaub werden, ein Familientrip, wie früher. Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge. Eine Woche Erholung, die letzten Sommertage genießen. Vielleicht die Chance auf einen Neubeginn – in der beeindruckenden Finca mit Blick über die Bucht. 

Doch als sie ankommen, sind sie nicht  Eine weitere Familie ist angereist. Auch sie haben eine Woche Urlaub vor sich, auch sie haben die Finca gebucht. Und weil die ganze Insel voll ist, ziehen beide Familien ins Ferienhaus ein. Die Stimmung ist gut, niemand möchte die Urlaubslaune verderben. Platz ist ja genug da. 

Ganz leise bröckelt die schöne Fassade. Das Haus ist in die Jahre gekommen, der Pool längst trockengelaufen. Eine Bedrohung scheint in der Luft zu liegen.Während draußen ein Gewitter aufzieht, bricht sich drinnen die Wahrheit bahn. Keiner von ihnen ist zufällig hier. Jemand wollte, dass sie an diesem Ort zusammenkommen. Und nicht alle sind sich so fremd, wie sie vorgeben ...

417 pages, Kindle Edition

Published April 1, 2026

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About the author

Till Raether

30 books22 followers
Till Raether is a German journalist, columnist, and author.

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Community Reviews

5 stars
10 (15%)
4 stars
16 (25%)
3 stars
21 (33%)
2 stars
15 (23%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 25 of 25 reviews
Profile Image for Laura Theisen.
489 reviews88 followers
April 17, 2026
Die Ferienzeit steht an und uns verschlägt es ganz klassisch nach Mallorca. Zwei Familien reisen unabhängig voneinander in ein etwas heruntergekommenes Ferienhaus, nur um vor Ort festzustellen, dass eine Doppelbuchung vorliegt. Zähneknirschend arrangieren sie sich und teilen sich das Haus, auch wenn niemand so recht glücklich mit der Situation ist. Während sie versuchen, das Beste daraus zu machen, wird die Stimmung immer Haus immer dunkler und passend dazu zieht ein Sturm auf, der die Finca von der Außenwelt abschneidet. Die ohnehin fragile Stimmung kippt endgültig, als ein Familienmitglied tot aufgefunden wird…

Auf der einen Seite stehen Henrike und Hans, deren Ehe von Spannungen und unausgesprochenen Vorwürfen geprägt ist. Der Urlaub soll eine kleine Wiedergutmachung sein, die sich vor allem Henrike gönnen will, nachdem Hans sich scheinbar einen Fehltritt erlaubt hat. Als kleiner Puffer zwischen den Eheleuten ist außerdem auch Henrikes Bruder Freddy mitgekommen. Auf der anderen Seite haben wir Samuel und Marie, deren eigene Dynamiken und Rollenbilder ebenfalls nicht so stabil sind. Vor allem zwischen den Erwachsenen entstehen unterschwellige Reibungen, während die Kinder, allen voran Juri, eine ganz eigene Perspektive auf das Geschehen einbringen. Ein schönes Zusammenspiel aus familiären Erwartungen, unausgesprochenen Konflikten und gegenseitigen Projektionen sorgt dafür, dass irgendwie gar keiner zur Ruhe kommt und der Urlaub maximal unangenehm wird.

„Meeresdunkel“ wird uns durch drei wechselnde Perspektiven erzählt, hinzu kommt außerdem ein recht umfassender Rückblick in die 90er Jahre. Diese Rückblenden bleiben lange in ihrer Verbindung zur Gegenwart unklar, was zwar Spannung aufbauen soll, für mich aber eher zusätzliche Distanz geschaffen hat. Auch insgesamt arbeitet der Roman mit einer Erzählweise, die immer wieder zwischen Nähe und Distanz schwankt. Mal ist man sehr nah an den Gedanken und Gefühlen der Figuren, dann wieder wirkt das Geschehen beinahe beobachtend und kommentierend. Für mich hat genau dieses Wechselspiel den Einstieg und auch das weitere Lesen deutlich erschwert, weil sich kein stabiler Zugang zu den Figuren eingestellt hat. Besonders die Perspektive des jungen Juri hat für mich nicht funktioniert, seine Stimme wirkte auffallend erwachsen und hat mich dadurch eher aus der Geschichte herausgeholt. Insgesamt blieben mir die Figuren dadurch emotional sehr fern. Sympathie oder Mitgefühl wollten sich nicht einstellen, obwohl die Themen des Buches das eigentlich hergeben würden.

Was die Handlung betrifft, fand ich die Grundidee und die Ausgangssituation sehr reizvoll. Der Thriller beginnt vielversprechend und baut eine interessante Atmosphäre auf, verliert für mein Empfinden im Verlauf jedoch etwas an Klarheit. Einige Entwicklungen wirkten auf mich eher konstruiert. Zusammen mit der insgesamt als sperrig empfundenen Erzählweise hat das dazu geführt, dass sich das Buch für mich nicht wirklich „flüssig“ lesen ließ.

Umso bedauerlicher ist es, dass mich „Meeresdunkel“ trotz seiner starken Prämisse nicht erreichen konnte, denn die Ausgangsidee, das Setting und auch die thematische Anlage hätten großes Potenzial gehabt. Ich wollte dieses Buch wirklich mögen, habe aber keinen Zugang gefunden. Gleichzeitig kann ich mir gut vorstellen, dass der Roman Leserinnen findet, die gerade diese besondere Erzählweise und die distanziertere Figurenzeichnung zu schätzen wissen. Für mich persönlich hat es jedoch nicht funktioniert.
Profile Image for Marc-Bernhard Gleißner.
8 reviews
May 10, 2026
„Meeresdunkel“ von Till Raether beginnt überraschend nicht als Thriller, sondern als intensives Familiendrama – und gerade darin liegt die große Stärke des Romans. Während man sich als Leser auf Spannung und Mord einstellt, zieht einen zunächst die Präzision der zwischenmenschlichen Konflikte in ihren Bann. Die Spannungen des Alltags, kleine Verletzungen, unausgesprochene Vorwürfe und alte Wunden werden so eindringlich erzählt, dass die erste Hälfte des Buches beinahe hypnotisch wirkt. Gleichzeitig werden immer wieder mystische, beinahe losgelöste Rückblenden eingeflochten, die früh eine düstere Vorahnung schaffen.

Zwei Familien reisen nach Mallorca, beziehen dieselbe Villa und stellen fest, dass beide Buchungen gültig sind. Aus einer improvisierten gemeinsamen Nacht wird schließlich die Entscheidung, das Haus vorerst zu teilen, während draußen ein Unwetter aufzieht. Genau an diesem Punkt kippt der Roman endgültig in den Thriller: Im Haus wird eine Leiche gefunden.

Und gerade dieser Moment war für mich emotional der stärkste – und beinahe der Punkt, an dem mich das Buch verloren hätte. Eine Figur, die mir im Laufe der Geschichte unglaublich ans Herz gewachsen war und die einen wichtigen Gegenpol in der Dynamik der Familien bildete, verschwindet plötzlich aus der Erzählung. Der Roman wirkt danach zunächst ruhelos, fast orientierungslos, als würde er selbst um Halt ringen. Doch genau daraus entwickelt er seine eigentliche Stärke.

Danach verdichtet sich die Geschichte immer mehr zu einem komplexen Netz aus Schuld, Intrigen, Manipulation und Vergeltung. Die scheinbar zufällige Doppelbuchung der Villa entpuppt sich als Teil einer viel größeren Verstrickung. Während ein Erzählstrang die Hintergründe dieser geplanten Begegnung offenlegt, verfolgt der andere in Echtzeit die Eskalation im Haus. Immer wieder verschiebt sich die Frage, wer hier Opfer ist, wer Täter, wer manipuliert – und wer vielleicht nur glaubt, die Kontrolle zu besitzen.

Der große Schluss wirkt zunächst wie eine Befreiung: Schuld scheint geklärt, die Katastrophe vorbei (durch eine weitere schuldhafte Handlung beglichen und ausgelöscht), der Urlaub könnte enden und der Alltag zurückkehren. Doch genau das verweigert der Roman. Die Schuld bleibt bestehen – tief und dunkel wie das Meer selbst. Meeresdunkel erzählt letztlich von den Abgründen der menschlichen Seele, von Macht, Vergeltung und dem verzweifelten Wunsch, Verantwortung auf andere abzuwälzen.

Ein ungewöhnlicher, vielschichtiger Thriller, der bewusst mit Leseerwartungen spielt und weit mehr sein will als bloße Spannungsliteratur. Düster, komplex und psychologisch eindringlich.
This entire review has been hidden because of spoilers.
226 reviews
May 4, 2026
Sobald ich dieses Buch in der Programmvorschau des Rowohlt Verlags ntdeckte, musste ich es unbedingt lesen. Die Rede ist von „Meeresdunkel“ von Till Raether.

Das Setting der von einem Jahrhundert Unwettern gebeutelten Insel Mallorca setzte der Autor gekonnt in Szene, ebenso wie die langsam verfallende Luxusimmobilie, in der sich zeitgleich zwei Familien zusammenfinden. Auch den Plot der angeblichen Doppelbelegung dieses Ferienhaus-Schnäppchens erklärte er mir im Laufe der Geschichte schlüssig.

Die Storyline wird aus drei verschiedenen Erzählperspektiven erzählt. Allerdings liegt hier schon einer meiner größten Kritikpunkte: Die Erzählstimme von Juri, einem etwa 9-jährigen Jungen, passte so gar nicht und war für mich daher auch zu keinem Zeitpunkt glaubhaft. Dieser Junge, der mit einer Babypuppe anreist, redet wie ein gesetzter älterer Herr, und das störte meinen Lesefluss doch sehr.

Der Aufbau des Spannungsbogens ist wild, auch wenn der Autor es schafft, diesen Wust an Fäden am Ende logisch miteinander zu verknüpfen. Bis zur Mitte des Buches kommen wir dem eigentlichen Plot nicht wirklich nahe; hier ist das Buch mehr ein Spannungsroman als ein Thriller. Ab da nimmt jedoch das Storytelling an Fahrt auf, nur leider konnte es mich dann nicht ganz erreichen. Für mich war es zu weit hergeholt, zu gewollt und zu unlogisch. Leider! Hinzu kam, dass mir alle Charaktere unsympathisch waren und ich ihr Tun und Handeln zu keinem Zeitpunkt verstand.

Trotz des genialen Settings und der guten Grundidee muss ich leider gestehen, dass mir dieser Thriller persönlich viel zu wenig war. Am Ende baute der Autor dann noch einen Twist ein, der mich etwas milder stimmte, da ich ihn nicht habe kommen sehen. Aber auch dieser war äußerst unglaubwürdig und sehr weit hergeholt. Von mir gibt es 2,5 von 5 Sternen für diese Thriller-Schönheit, denn der Farbschnitt ist wirklich eine 10 von 10. Nur leider bewerte ich hier den Inhalt und nicht die Aufmachung.
Profile Image for Gunnar.
415 reviews14 followers
April 30, 2026
Zwei Hamburger Familien machen sich in den Herbstferien auf einen günstigen Mallorcatrip. Dummerweise fällt an der Unterkunft in Santanyi auf, dass sie offenbar die gleiche, etwas in die Jahre gekommene Finca an der Steilküste gemietet haben. Glücklicherweise hat das Anwesen genug Zimmer und man arrangiert sich. Doch der Urlaub steht unter keinem guten Stern: Die Eheleute unter sich haben erhebliche Spannungen, auf dem Gelände triebt sich offenbar eine verwirrte alte Frau herum und schließlich zieht ein Herbststurm auf, an dessen Ende eine Leiche in der Küche liegt.

Autor Till Raether hat nach seiner erfolgreichen Serie um Kommissar Danowski nun einen Thriller geschrieben, der so ein paar Topoi der Thrillerszene aus der letzten Zeit in sich vereint (Destination / Domestic Thriller). Allerdings finde ich, dass der Thrill eher mäßig ist und zwischen Familiendrama, Spannungsroman und Thriller schwankt. Der Autor nutzt souverän und zeitgemäß drei Erzählperspektiven, um die Geschichte vorzutragen, jeweils ein Elternteil aus beiden Familien sowie den achtjährigen Juri, wobei dieser schon arg altklug daherkommt. Daneben gibt es noch einen separaten Erzählstrang, der ins Jahr 1995 zurückführt.

Irgendwie muss ich gestehen, dass ich mit dieser Art von Thriller nicht mehr warm werde. Menschen handeln vielfach nicht rational, das ist mir schon klar, aber hier wird das wieder arg ausgereizt und macht die (auch letztlich seltsamerweise etwas biedere) Story nicht glaubhafter. Insgesamt zwar handwerklich in Ordnung, aber inhaltlich ein Roman, der bei mir schnell verpufft und keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Profile Image for Martina Meyen.
170 reviews4 followers
April 26, 2026
Mehr Familiendrama als Thriller

Till Raethers Meeresdunkel setzt auf ein vielversprechendes erzählerisches Konzept: kurze, wechselnde Kapitel aus der Perspektive von Henrike, Samuel und dem achtjährigen Juri. Gerade dieser Perspektivwechsel sorgt zunächst für Dynamik und weckt Neugier. Doch was auf dem Papier spannend klingt, funktioniert nicht durchgehend. Besonders Juris Stimme wirkt oft nicht altersgerecht – seine Gedanken und Beobachtungen erscheinen zu reflektiert und konstruiert, was die Glaubwürdigkeit der Figur schwächt.

Der Roman entwickelt sich insgesamt zu einem Wechselbad der Gefühle: Einige Passagen sind durchaus packend und erzeugen eine dichte Atmosphäre, doch immer wieder wird mein Lesefluss durch langatmige Abschnitte gebremst. Die Spannung, die ein Thriller eigentlich tragen sollte, baut sich nur phasenweise auf und verpufft dann wieder.

Zwar werden im Verlauf einige Fragen aufgelöst, doch vieles bleibt im Unklaren. Dieses Offenlassen wirkt weniger wie ein bewusst eingesetztes Stilmittel, sondern eher wie eine verpasste Chance, die Handlung stringent zu Ende zu führen. Hinzu kommen mehrere unglaubwürdige und sehr konstruiert wirkende Entwicklungen, die es mir schwer machen, mich vollständig auf die Geschichte einzulassen.

Letztlich fühlt sich Meeresdunkel weniger wie ein Thriller an, sondern eher wie eine Familiengeschichte, die gerne dramatisch und spannungsgeladen gewesen wäre, dieses Ziel für mich jedoch nicht erreicht. Die Grundidee ist interessant, die Umsetzung bleibt jedoch hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Profile Image for Sarah Sophie.
297 reviews259 followers
April 27, 2026
Leider hat mich dieser Thriller nicht überzeugt. Die vielen verschiedenen Charaktere der beiden Familien waren zu viele, um sich alles zu merken - man kam schon kaum rein in die Geschichte.
Die Auflösung war mir viel zu konstruiert und auch nicht überraschend. Das Setting auf Mallorca allerdings fand ich super schön beschrieben und auch die alte Finca hatte Charme. Ich würde den Thriller nur empfehlen wenn man explizit etwas mit Schauplatz Mallorca lesen möchte und man wirklich sehr konzentriert und aufmerksam bei der Sache ist bei den vielen Personen!
Profile Image for Hanna.
665 reviews90 followers
April 21, 2026
Seit Monaten habe ich mich auf dieses Buch gefreut und ich wurde nicht enttäuscht! Das Thriller-Genre ist eines, das ich, wenn richtig gemacht, sehr liebe, bei dem aber auch viel schief gehen kann. Deshalb hat sich mein Konsum von Büchern aus diesem Genre in den letzten Jahren immer mehr verringert. Nun, Till Raether macht mehr als alles richtig. Er setzt spannende Figuren, die einem sofort vertraut vorkommen, weil er einen so viel an ihrem Innenleben teilhaben lässt, in ein tolles Setting. Ich konnte das Ferienhaus in dem die zwei einander unbekannten Familien aufeinander treffen nicht nur vor meinem inneren Auge sehen, sondern auch riechen und spüren. So gut wie der Autor die klammen Matratzen (es hat mich so geekelt) und den muffigen Geruch beschreibt, war es als würde ich selbst in diesen Räumen stehen.
Von Anfang an herrscht eine beklemmende Stimmung in diesem Buch, was auch daran liegt, dass die beiden Ehepaare Samuel und Marie sowie Henrike und Hans, die mit ihren Kindern auf Mallorca Urlaub machen, alles andere als glücklich in ihren Beziehungen sind. Da gibt es also neben der externen Spannung, die Raether ganz meisterhaft subtil einbaut, auch ganz viel innere (An)spannung, die sich auf eine gute Art und Weise auf die Leser:in überträgt.
Besonders gut gefiel mir, dass die Kapitel primär von Samuel, Henrike und Juri, dem 8jährigen Sohn von Marie und Samuel, erzählt wurden. Vor allem Juris Kapitel mochte ich sehr. Der achtjährige ist so herrlich altklug. Aber auch die beiden Teenager-Zwillinge, Esmé und Finn, die zu Henrike und Hans gehören, wurden so wunderbar portraitiert. Mit ganz viel Liebe und Sympathie, was ich besonders schön fand, weil Teenager in so vielen Medien oft als mühsam und schwierig, nahezu unsympathisch gezeigt werden. Wie die drei Kinder, trotz des Altersunterschieds ganz schnell eine Beziehung zueinander aufbauen hat mich sehr gerührt. Ihre Dynamikwar toll, ihr Blick auf die Erwachsenen in den ganzen dramatischen Situationen war so erfrischend ehrlich. Da wurde - zu Recht - ganz viel an deren Kompetenz gezweifelt. Und irgendwie interessant auch, dass der Autor sich entschieden hat allen Erwachsenen (bis auf Samuel) eine durchaus traumatische Kindheit bzw. Jugend zu verpassen in der sie sehr früh in die Rolle von Erwachsenen gedrängt wurden, aber umso schwerer fällt es ihnen dann sich als Erwachsene tatsächlich als solche zu verhalten. Da wird viel innerlich spekuliert, viel passiv- oder gar aktiv-aggressives Verhalten an den Tag gelegt, sehr wenig ehrlich und offen kommuniziert. Kennen wir ja alle irgendwie, das hat’s es gleichzeitig so gut und so unangenehm zu lesen gemacht. Ich hab mich in allen ein bisschen wiedererkannt und für alle auch etwas fremd geschämt.
Irgendwie das Bindeglied zwischen den Erwachsenen und den Kindern ist der, ebenfalls mitgereiste, frisch geschiedene Bruder von Henrike. Nach außen immer humorvoll und fröhlich, stets versuchend die Stimmungen der anderen zu kitten, innerlich aber ebenfalls geplagt. Ihn mochte ich neben den Kindern besonders.
Jedenfalls passieren, wie es sich für einen guten Thriller gehört, allerhand Dinge, die meinen Puls in die Höhe schnellen haben lassen, nicht alle davon hatten mit Gefahr auf Leib und Leben zu tun. Ich will aber von der Handlung nicht zuviel verraten, das schmälert das Lesevergnügen. Kauft euch einfach ein Exemplar. Am besten bald, die erste Auflage gibt’s mit einem hübschen Farbschnitt!

Ich lass euch aber noch zwei Zitate aus dem Buch da um euch noch mehr Lust zu machen. Sätze aus purem Gold:

S. 154: “Die Männer fahren ein bisschen zu sehr auf die Lederarmbänder ab, die sie verkaufen, und die Frauen haben Biografien hinter sich, in denen Sonnenschutz nie eine große Rolle gespielt hat.”

S.226: “Der Gesichtausdruck von Hans ist langsam abgeglitten von Wird-alles-gut über Scheiße-aber-wir-kriegen-das-hin zu Ich-weiß-nicht-was-ich-machen-soll-wir-müssen-alle-sterben, und Juri hat sich gefragt und fragt sich jetzt, ob das die drei Kapitel des Erwachsenenlebens sind, sowieso, für alle.”
Profile Image for Azyria Sun.
664 reviews4 followers
April 29, 2026
Zu viel Ruhe vor dem Sturm

Worum geht’s?
Ein letzter Urlaub in einer alten Villa auf den Klippen, bevor das Haus grundsaniert wird. Günstig, in bester Lage. Das ist das Angebot, das Henrike als Überraschungsurlaub für sich und ihre Familie annimmt. Doch nicht nur ihre Familie möchte in der Woche Urlaub machen – es gab eine Doppelbuchung. Zufall?

Meine Meinung:
Von Till Raether habe ich schon so viel gehört und mit seinem Thriller „Meeresdunkel“ nun auch endlich das erste Buch von ihm gelesen. Und ja, der Schreibstil und die Atmosphäre, die der Autor zwischen den Zeilen aufleben lässt, sprechen absolut für ihn. Man merkt schnell: Hier geht es nicht um laute Schockmomente, sondern um dieses leise, unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Auch wenn das Buch für einen Thriller doch eher ruhig ist.

Wir begleiten zwei Familien und lesen aus unterschiedlichen Perspektiven. Henrike, die ihre Ehe retten möchte. Marie, die eine Auszeit von der Arbeit braucht. Und dann ist da Juri – erst acht Jahre alt, aber mit einer Wahrnehmung, die viel älter wirkt. Seine Puppe Hedwig hatte für mich dabei etwas durchgehend Unheimliches. Nichts Offensichtliches, aber genau dieses leise Gruseln, das sich immer wieder einschleicht.

Aber zur Story an sich: Hier muss ich leider sagen, dass sich alles sehr langsam aufgebaut hat. Sehr langsam. Bis dann überhaupt der erste Tote auftaucht, vergeht gefühlt eine Ewigkeit. Fast könnte man sagen, ¾ des Buches lesen sich eher wie ein Roman über Familien, Beziehungen und ihre Risse – weniger wie ein Thriller.

Verwirrt hat mich der Rückblick in die Vergangenheit, der plötzlich etwa zur Hälfte auftaucht. Der kam für mich wirklich aus dem Nichts und hat mich eher rausgebracht, als dass er Spannung aufgebaut hätte. Spannend wurde es dann tatsächlich erst auf den letzten Seiten. Da zieht das Tempo endlich an und man merkt, welches Potenzial in der Geschichte steckt. Die Auflösung selbst konnte ich nicht vorhersehen – sie ist komplex, durchdacht und definitiv gut gemacht. Genau da zeigt sich, was das Buch eigentlich hätte sein können. Und genau deshalb ist es ein bisschen schade: Die alten Männer, Lore und die entscheidenden Einblicke vom Ende hätten für mich viel früher ins Buch gehört. Hätte man diese Fäden früher aufgenommen, hätte sich die Spannung ganz anders entwickeln können. So bleibt vieles lange im Hintergrund, obwohl genau dort der eigentliche Nervenkitzel liegt.

Dennoch: Der atmosphärische Schreibstil hat mich wirklich überzeugt. Diese dichte, leicht düstere Stimmung trägt einen durch die ruhigeren Passagen – auch wenn ich mir insgesamt deutlich mehr Tempo und früher einsetzende Spannung gewünscht hätte. Und ja… ich möchte trotzdem unbedingt mehr von ihm lesen.

Fazit:
„Meeresdunkel“ von Till Raether ist ein atmosphärisch starker, aber sehr ruhiger Thriller, der sich viel Zeit lässt – vielleicht zu viel. Die Geschichte überzeugt vor allem durch ihre dichte Stimmung und eine überraschend komplexe Auflösung, verliert aber durch den späten Spannungsaufbau an Wirkung. Mit etwas mehr Tempo und früher gesetzten Wendepunkten wäre hier deutlich mehr drin gewesen.

Gute 3 Sterne für viel Atmosphäre und ein leider nicht ganz ausgeschöpftes Potenzial.
1,517 reviews8 followers
April 19, 2026
Thriller mit ungeahnten Wendungen

Klappentext:
Es sollte der perfekte Urlaub werden, ein echter Familientrip, wie früher: Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge. Eine Woche ausspannen, die letzten Sommertage genießen. Vielleicht die Chance auf einen Neubeginn, weit weg vom Alltag, in der beeindruckenden Finca mit Blick über die Bucht.
Doch als sie ankommen, sind sie nicht allein: Es gab eine Doppelbuchung, noch eine weitere Familie ist angereist. Auch sie haben eine Woche Urlaub vor sich. Und weil die ganze Insel voll ist, ziehen beide Familien ins Ferienhaus ein. Die Stimmung ist gut, niemand möchte die Urlaubslaune verderben. Platz ist ja genug da.
Ganz leise bröckelt die schöne Fassade. Das Haus ist in die Jahre gekommen, der Pool längst trockengelaufen. Irgendwie scheint eine Bedrohung in der Luft zu liegen. Und ein Gewitter braut sich zusammen. Dann finden die Familien in der Finca eine Leiche. Es ist einer von ihnen.
Während draußen der Sturm wütet, bricht sich drinnen die Wahrheit Bahn. Keiner von ihnen ist zufällig hier. Jemand wollte, dass sie an genau diesem Ort zusammenkommen. Und nicht alle sind sich so fremd, wie sie vorgeben.

„Meeresdunkel“ von Till Raether ist ein Thriller mit ungeahnten Wendungen.

Im Mittelpunkt stehen zwei Familien, die eine Woche Urlaub auf Mallorca verbringen. Was sie bei der Abreise nicht wissen, sie haben die gleiche Unterkunft gebucht. Eine einst stolze Villa auf einer Klippe, die mittlerweile aber in die Jahre gekommen ist. Einige Zimmer sind nicht mehr nutzbar, da feucht. Der Pool ist ausgetrocknet und die Einfahrt nicht befahrbar.

Die eine Familie, das sind Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge Esmé und Finn.
Die andere Familie sind Samuel, Maria und der Sohn Juri mit seiner Puppe Hedwig.
Durch einen dummen Zufall wurde die Unterkunft der Familie doppelt vergeben. Da genug Platz ist, beschließen die Urlauber, die Unterkunft zu teilen.
Noch wissen sie nicht, dass das alles beabsichtigt war.

Till Raether erzählt die Geschichte anfangs in einem ruhigen Ton. Die Leser*innen lernen die Charaktere kennen. Schnell merkt man, dass es in beiden Ehen kriselt. Von Thriller ist nicht viel zu spüren.
Erst in der zweiten Hälfte, in der ein Unwetter aufzieht, nimmt die Geschichte eine Wendung und die Spannung setzt ein. Man spürt plötzlich, dass hier etwas nicht stimmt.
Dafür, dass die erste Hälfte so ruhig erzählt wurde, geht es jetzt Schlag auf Schlag und die Vergangenheit scheint die Protagonisten einzuholen.

Till Raether erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Henrike, Samuel und Juri. Durch die drei Charaktere lernt man die Familien gut kennen.
Die Charaktere sind recht unterschiedlich und auch wenn die Ehepaare sich schon lange kennen, wissen sie doch nicht alles voneinander.

Durch das Unwetter erzeugt Till Raether eine bedrohliche Atmosphäre, die die Spannung in der zweiten Hälfte unterstreicht.

Der Schreibstil von Till Raether ist flüssig und gut verständlich.

„Meeresdunkel“ ist ein Thriller, der Wendungen annimmt, die man so nicht erwartet hätte. Ich habe das Buch an zwei Abenden gelesen.
212 reviews
April 27, 2026
Ein Thriller mit Potenzial, der nicht ganz überzeugt

„Das Meer gibt nichts zurück“ – schon der Klappentext von Meeresdunkel verspricht einen düsteren, psychologischen Thriller. Zwei Familien reisen unabhängig voneinander in ein abgelegenes Ferienhaus auf Mallorca, das eigentlich Erholung und Versöhnung bringen soll. Doch durch eine vermeintliche Doppelbuchung treffen sie aufeinander, und aus der zunächst unangenehmen Situation entwickelt sich nach und nach ein Geflecht aus Geheimnissen, Spannungen und einer unterschwelligen Bedrohung. Was zunächst wie ein Zufall wirkt, scheint dabei zunehmend mehr Kalkül zu haben.

Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, vor allem aus der von Henrike, Samuel und dessen Sohn Juri. Der Fokus liegt dabei weniger auf actionreichen Wendungen, sondern auf zwischenmenschlichen Konflikten, Wahrnehmungen und der Frage, was hinter den Figuren steckt. Immer wieder werden kleine Hinweise gestreut, die neugierig machen und eine gewisse Unruhe erzeugen sollen.

Für mich blieb diese Spannung jedoch über weite Strecken zu verhalten. Besonders zu Beginn fiel es mir schwer, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Zwar werden immer wieder interessante Ansätze und Fragen aufgeworfen, doch ein echter Sog wollte sich nicht einstellen. Erst im späteren Verlauf nimmt die Handlung etwas an Tempo zu, ohne dabei jedoch das Niveau eines wirklich packenden Thrillers zu erreichen.

Ein zentraler Punkt war für mich die Figurenzeichnung. Trotz der Einblicke in ihre Gedanken und Beziehungen blieben mir die Charaktere emotional eher fremd. Viele wirkten unsympathisch oder distanziert, und ihre Handlungen waren nicht immer nachvollziehbar. Dadurch entstand bei mir eher das Gefühl, das Geschehen von außen zu beobachten, anstatt wirklich mitzufiebern. Besonders auffällig war auch, dass manche Reaktionen auf einschneidende Ereignisse überraschend nüchtern ausfallen, was die Glaubwürdigkeit für mich etwas geschwächt hat.

Hinzu kommt, dass die Handlung stellenweise recht konstruiert wirkt. Die Verbindungen zwischen den Figuren und die Entwicklungen im Verlauf der Geschichte erscheinen teilweise sehr gezielt aufgebaut, was den Eindruck von Natürlichkeit etwas mindert. Auch einzelne Figuren – wie etwa der junge Juri – wirkten in ihrer Darstellung nicht immer ganz überzeugend.

Positiv hervorzuheben ist jedoch der flüssige Schreibstil, der sich angenehm lesen lässt und durchaus atmosphärische Momente schafft. Die Idee, einen Thriller stärker über psychologische Spannung und zwischenmenschliche Dynamiken aufzubauen, ist grundsätzlich interessant und wird auch in Ansätzen gut umgesetzt. Zudem gibt es gegen Ende einige Auflösungen, die überraschen können.

Insgesamt bleibt Meeresdunkel für mich jedoch ein eher durchschnittlicher Thriller: mit guten Ansätzen und einer stimmungsvollen Grundidee, der aber weder emotional noch spannungstechnisch wirklich zünden konnte. Wer ruhigere, psychologisch geprägte Geschichten mag, könnte hier eher auf seine Kosten kommen – mir persönlich fehlte es jedoch an echter Spannung und greifbaren Figuren.
Profile Image for Fruggielicious.
753 reviews6 followers
April 16, 2026
Meeresdunkel von Till Raether / Rezension

Das war mein erstes Buch des Autors und ich bin begeistert. Wir haben hier einen psychologischen Thriller, der mir Unbehagen bereitet hat und genau das möchte man doch in diesem Genre 😅.

✨Zitate

„Die Dunkelheit ist zu einer weiteren Person geworden im Haus. Sie ist eine körperliche Anwesenheit, sie hat eine dunkelgraue Stofflichkeit, als könnte Samuel sie zu fassen bekommen, wenn er sich bemühen würde.“

„Sie hatten alle Zeit der Welt, sich alles zu erzählen. Letzte Nacht, da war es richtig gewesen, nicht zu reden, nicht zu fragen. Es lief ihnen nicht weg.“

✨Inhalt

2 Familien rütteln an den Toren einer verfallenen Villa auf Mallorca. Eine seltsame Doppelbuchung und mangels Alternativen beschließen sie dort erst mal zusammen unterzukommen. Aber es bleibt nicht harmonisch…

✨Meinung

Am liebsten würde ich Euch alles erzählen, ich habe so Redebedarf zu diesem Buch. Es war sehr kreativ und enthält einfach viele Aspekte, die mich noch weiterhin beschäftigen werden. Ich mag Thriller, die eher Psycho sind, anstatt blutig und mit vielen grausamen Morden.

Genau das habe ich hier zum Glück bekommen, die Geschichte entfaltet sich langsam, aber stetig und zunehmend schneller. Etwa 20% des Buchs besteht aus einem Rückblick in die Vergangenheit, ich glaube dieser hat für mich den Ausschlag gegeben in Richtung, dass das Buch mich komplett überzeugt. Irgendwie ist mir das, was dort geschildert wird, extrem unter die Haut gegangen und aus psychologischer Sicht habe ich viel Verständnis für die Person, die sich evtl. unverständlich extrem verhält.

In der Gegenwart muss man natürlich die Prämisse akzeptieren, dass die Leute sich bereit erklären, eine Ruine mit Fremden zu teilen 😅. Ich wäre direkt wieder zum Flughafen gefahren, sage ich Euch ehrlich. Aber unsere Familien hier zum Glück nicht, sonst hätte ich nicht so einen Pageturner lesen können.

Mehr kann ich Euch nicht verraten, es ist besser, sich überraschen zu lassen, wenn der Klappentext und die Leseprobe Euch gefallen. Ich nutze zur Zeit beides für meine Bücherauswahl und habe neuerdings echt oft richtig Glück mit meinen Geschichten.

✨Fazit

Jedes Genre ist schwierig, aber mit Plot, Kreativität und Spannung zu überzeugen ist irgendwie doch immer noch extra schwer. Ich hatte eine tolle Lesezeit und hoffe, Ihr macht Euch bei Gelegenheit ein eigenes Bild!

5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️



190 reviews
April 18, 2026
Viele Fragen

Ein Ferienhaus auf Mallorca. Zwei mehr oder weniger zerrüttete Hamburger Familien, die wegen einer Doppelbuchung aufeinander treffen. Und düstere Geheimnisse rund um das Haus. Das ist die Ausgangslage in Meeresdunkel.

Zwei Hamburger Familien starten in den Urlaub. Einerseits ist da Samuel mit Marie und Sohn Jury , auf der anderen Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge Esmé und Finn. Aufgrund einer Doppelbuchung arrangiert man sich miteinander- doch das Haus hat düstere Geheimnisse…

Till Raether möchte mit seinen Buch einen packenden Thriller abliefern. Der Start ähnelt meiner Meinung nach allerdings mehr einen Roman: ruhig und ein wenig geheimnisvoll werden Situation und Charaktere eingeführt. Jeder birgt seine eigene Geschichte (was macht Samuels Firma? Was hat der Vater von Freddy und Henrike getan?) doch man muss zwischen den Zeilen lesen, um mögliche Gefahren zu erkennen.

Nach und nach gewinnt der Krimi an Spannung. Die düstere Szenerie auf Mallorca, Stromausfall, mysteriöse Vorfälle und ein Todesfall sorgen für Nervenkitzel und Neugierde.

Durch die Rückblicke kommen bei mir zusätzliche Fragen auf. Wer ist Hank? Und wofür steht Effi? Der Spannungsbogen mag zwar durch die zusätzlichen Fragen erhöht werden, aber zugleich ziehen sich die Rückblicke wie ein Kaugummi, was den Lesefluss stört.

Schließlich sind da die Charaktere. Um es kurz zu machen: bei mir entsteht der Eindruck, als würden zu viele Menschen versuchen, ihre Version zu erzählen. Dabei bleiben mir die Charaktere fremd und ich kann sie nicht einordnen. Das passt zu den vielen Ungereimtheiten und offenen Fragen. So wirkt der Roman auf mich weniger wie ein Thriller, sondern mehr als Familiendrama in verschiedenen Akten. Das ist für mich zwar lesenswert , aber nun mal kein Thriller. Ich gebe, vor allem wegen der Sprache und der Spannung, 4 Sterne.
Profile Image for NalasBuchBlog.
404 reviews2 followers
April 27, 2026
Was mich bei diesem Buch am meisten angesprochen hatte, war der Klappentext. Denn hier kommen verschiedene Faktoren zusammen, die einfach Bock machen: Urlaub, ein Family-Time, eine beeindruckende Finca mit Blick über die Bucht und dann noch eine Doppelbuchung.
Klingt zwar nicht ganz so nach Spaß, wie sich die Familie es wünschen würde, für mich als Leser aber nach einer Menge Konflikte, Spannungen und viel Potential. Gerade, wenn das Buch als Thriller-Highlight des Jahres betitelt wird.

Schon mit Beginn des Buches wird aber bewusst, dass es sich bei dem Ferienhaus nicht um einen Traum handelt, sondern viel eher um eine Bruchbude, wo ich mich niemals mit meinen Kindern hin getraut hätte. Gerade bei Löchern im Dach und feuchten Wänden schreit alles in mir nach einer von Schimmelversuchten Hütte, wo ich die Gesundheit meiner Liebsten niemals hätte aus Spiel gesetzt. Und dann dafür noch zahlen…. Nee Nee
Dennoch versprach es ein interessanter Urlaub zu werden. Doch leider wurde ich hier zunehmend enttäuscht. Denn mehr und mehr hatte ich das Gefühl, dass sich das Buch von einem Thriller in ein Buch voller Tragödien und Dramen entwickelt, was mir irgendwann einfach zu viel wurde. Gerade der letzte Teil hat es mir unglaublich schwer gemacht, hier noch Logiken und einen gewissen Wahrheitsgehalt zu erkennen. Da wirkte vieles einfach zu durcheinandergeworfen, unklar und nicht greifbar.
Eventuell lag es aber auch daran, dass einige der Hauptfiguren bis zum Schluss nur sehr blass blieben und ich daher nicht verstehen konnte, was diese zu der Handlung getrieben veranlasst hat oder woher plötzlich die Gefühlsregungen kommen. Wenn man mich fragt, hätten allein die Einführung von Juri und Hedwig genug Stoff geboten, um hier eine richtig gute und krasse Geschichte aufzubauen, aber irgendwie….
Profile Image for Janine.
1,508 reviews21 followers
April 27, 2026
Ein abgelegenes Ferienhaus, zwei Familien, die plötzlich denselben Urlaubsort beanspruchen – und ein Aufenthalt, der ganz anders verläuft als geplant: Was nach einem sommerlichen Neuanfang klingt, entwickelt sich schnell zu einem intensiven Kammerspiel voller unausgesprochener Wahrheiten und verborgener Verbindungen.

Ich bin wirklich gut in die Geschichte gestartet. Besonders gefallen hat mir, dass aus mehreren Perspektiven erzählt wird – vor allem Henrike, Samuel und Juri geben der Handlung unterschiedliche Blickwinkel, was ich immer sehr schätze. Der Schreibstil ist eher ruhig und zurückhaltend, was anfangs gut zur Atmosphäre passt. Allerdings habe ich relativ schnell gemerkt, dass die Geschichte für mich weniger ein Thriller ist als vielmehr ein Familiendrama, das von zwischenmenschlichen Spannungen und Geheimnissen lebt.

Die Stimmung im Haus, das langsam seine Fassade verliert, und die unterschwellige Bedrohung haben definitiv ihren Reiz. Auch die Figuren sind gut ausgearbeitet, ihre Dynamiken und Konflikte wirken nachvollziehbar und tragen die Geschichte. Trotzdem gab es für mich immer wieder Längen, in denen die Spannung gefehlt hat – gerade weil so viele Geheimnisse im Raum stehen, hätte ich mir hier mehr Zug und Intensität gewünscht.

Die Auflösung fand ich gelungen und rund, und die Grundidee hat definitiv Potenzial. Umso mehr schade, dass mich die Umsetzung nicht komplett packen konnte. Insgesamt eine solide Geschichte mit interessanten Ansätzen und starken Figuren, die mich aber spannungstechnisch nicht ganz erreicht hat

3,5 vo 5 Ottis
Profile Image for kerstinsbooks.
216 reviews1 follower
April 28, 2026
Ferien am Abgrund

Zwei Familien fliegen nach Mallorca, um die Herbstferien dort zu verbringen. Mit einer Menge Gepäck, Sorgen und Spannungen untereinander erhoffen sich alle Beteiligten Ablenkung vom Alltag und Erholung.

Ziel der Reise ist eine große Finca direkt am Meer, abgelegen und mit großartigen Ausblick. Bei der Ankunft stellt sich heraus, dass dank einer rätselhaften Doppelbuchung beide Familien genau dort landen. Kurz entschlossen verbringen fünf Erwachsene, zwei Teenager und ein kleiner Junge mit Babypuppe notgedrungen ihren Urlaub gemeinsam.

Atmosphärisch dicht und flüssig geschrieben zog die Geschichte mich zuerst in ihren Bann: Sowie die abgelegenen Finca die Familien vom Touristentrubel fernhält, so täuschen oberflächliche Freundlichkeiten über Spannungen und lang gehütete Geheimnisse hinweg  - aber es brodelt wie das aufziehende Unwetter.

Mit dem Gewitter lädt sich auch die Stimmung immer weiter auf, bis schließlich eine Leiche entdeckt wird und die Situation eskaliert.

Was vielversprechend begann, verzettelt sich in meinen Augen leider sehr. Es werden viele Nebenstränge eröffnet, die sich immer mehr verwirren und zu großen Teilen im Sande verlaufen. Im letzten Teil, insbesondere bei der Auflösung, wirkt vieles in die Länge gezogen und wiederholt sich. Handlungen und Entscheidungen, gerade von Seiten der Erwachsenen, wirken immer abstruser, damit wenig nachvollziehbar und hölzern inszeniert.

Schade, es begann so vielversprechend: Atmosphärisch und geheimnisvoll, aber zurück bleiben ein schaler Nachgeschmack und einige Fragezeichen.
134 reviews1 follower
April 13, 2026
Zwei Familien, die eigentlich nur einen schönen Urlaub am Meer genießen wollen. Stattdessen müssen sie feststellen, dass ihre Unterkunft doppelt bebucht wurde. Da keine anderen Unterkünfte frei sind und auch noch ein Sturm aufziehen soll, versuchen sie das Beste daraus zu machen - Platz ist in dem Ferienhäuschen ja genug. Doch sie ahnen nicht, dass sie nicht zufällig hier gelandet sind…

Der Plot an sich weiß zu überzeugen und das Setting passt hervorragend dazu. Was Anfangs noch als heitere Stimmung in beiden Familien mit ein paar kleinen Wölkchen am Himmel beginnt, wird bald zu einer Zerreißprobe für alle. Die Kapitel werden dabei aus drei unterschiedlichen Sichten erzählt und es gibt auch eingeschobene Rückblenden, die aber noch mehr Fragen aufwerfen. Durch den Sturm wird der Spannungsbogen nochmal erhöht und als einer von ihnen auch noch tot aufgefunden wird, eskaliert die Lage zusehends. Leider waren mir die Hauptakteure allesamt nicht wirklich sympathisch (mal abgesehen vom kleinen Juri) und ich konnte nicht wirklich eine Verbindung zu ihnen aufbauen, wodurch mich die Geschichte im Gesamten auch nicht soo wirklich berühren konnte. Alles in allem ein solider Thriller. 3,5* von mir dafür.
5 reviews
April 19, 2026
Spannung mit Meerblick

Sowohl das Cover als auch der Titel "Meeresdunkel" sind sehr ansprechend und die Idee, zwei, sich nicht kennende Familien, haben unabhängig voneinander einen Urlaub in einem Ferienhaus gebucht. Das Ferienhaus wurde ihnen angeboten als letzte Chance vor der Renovierung, denn danach würde der Preis sehr stark steigen.
Beide Familien wünschen sich eine Auszeit, Entspannung und ruhige letzte Sommertage.
Da es zu einer "versehentlichen" Doppelbuchung kam und es bereits Abend wird, entscheiden beide Familien, den ersten Tag bzw. die erste Nacht gemeinsam im Haus zu verbringen.
Schon bald beginnen die ersten Probleme. Ein Sturm zieht auf, ein Toter liegt im Haus, die Puppe "Hedwig" von Juri wird von einer alten verwirrten Frau gefunden, die sie nicht mehr hergeben will und zu guter Letzt fällt auch noch der Strom aus.
Till Raether präsentiert mit "Meeresdunkel" ein spannendes Buch, welches man am liebsten nicht mehr aus der Hand legen mag. Es gibt einige Wendungen und das Ende ist mehr als überraschend.
Das war mein erstes Buch von Till Raether, aber bestimmt nicht mein letztes.
84 reviews
April 20, 2026
Zwei Familien freuen sich auf ihren Urlaub auf Mallorca, doch als sie nach einem anstrengenden Flug vor dem selben Ferienhaus stehen, müssen sie feststellen, dass das Haus doppelt vergeben wurde. Zunächst beziehen sie es gemeinsam, doch woher kommt dieser moderige Geruch?
Die ersten Seiten bis zur Ankunft am Ferienhaus haben sich für mich in die Länge gezogen, da der Autor einen sehr ruhigen Erzählstil hat und noch nichts passierte. Sobald man aber einmal im Setting ist, wird es direkt spannender, zwischenzeitlich gab es mir Horrorfilm-Vibes.
Abwechselnd wird aus den drei Sichten verschiedener Familienmitglieder in kurzen Kapiteln erzählt, wobei man feststellen muss, dass nicht alles ist wie es scheint. Geheimnisse drohen ans Licht zu kommen. Ich habe es grundsätzlich als interessant empfunden, doch leider blieb es mir in dem Thriller in großen Teilen zu ruhig, ein Sog des Lesens stellte sich nicht ein. Auch am Ende blieb für mich die ein oder andere Frage ungeklärt.
Insgesamt ist die Idee interessant, jedoch mir persönlich zu ruhig.

118 reviews
May 4, 2026
„Meeresdunkel“ von Till Raether spielt an einem sehr idyllischen Setting, aber hat eine etwas düstere Atmosphäre. Das Haus auf den Klippen auf Mallorca scheint wie der perfekte Urlaubsort, doch hinter den Figuren in der Geschichte verbergen sich Abgründe.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Man bekommt dadurch einen guten Einblick in die unterschiedlichen Sichtweisen und ich persönlich fand es auch überhaupt nicht verwirrend.

Der Schreibstil ist ansonsten eher schlicht, manchmal etwas nüchtern, was aber sehr gut zur unterschwelligen Spannung passt, und ich bin dadurch sehr gut durch die Geschichte gekommen.

Am Anfang der Geschichte passiert noch nicht unglaublich viel und die Handlung braucht ein bisschen, um richtig in Fahrt zu kommen. Ab der Hälfte zieht das Tempo dann deutlich an und auch die Spannung steigt. Richtung Ende überschlagen sich die Ereignisse dann schon fast und das ein oder andere wurde mir etwas zu schnell und knapp abgehandelt.

Insgesamt hat mir der Thriller auf jeden Fall gut gefallen und ich würde ihn auch weiterempfehlen.
30 reviews
April 26, 2026
Sehr spannend

Das Cover und der dazu passende Farbschnitt haben mir sehr gut gefallen, es ist irgendwie düster.

Der Klappentext hat mich sofort angesprochen, da ich grundsätzlich gerne Thriller mag. Ich bin durch die Seiten geflogen. Die Geschichte lässt sich super lesen, die Kapitel sind nicht zu lang. Zuerst hatte ich etwas Bedenken wegen den vielen wechselnden Perspektiven, ich glaube 4 oder 5. Das war für mich dann tatsächlich unproblematisch, ich konnte gut folgen. Der Schreibstil ist einfach gehalten, es ist immer wieder so eine unterschwellige Spannung zu spüren. Das gefällt mir sehr gut.


Leider ist dieses Buch auch den letzten ca 70-80 Seiten wirklich eigenartig und verwirrend gewesen. Auf einmal wurde so vieles in wahnsinnig kurzer Zeit „abgearbeitet“.


Grundsätzlich hat mir das Buch schon gut gefallen, bis auf die zu schnelle teilweise verwirrende Auflösung.
Profile Image for Julie.
11 reviews
May 2, 2026
Es geht um 2 Familien, die Urlaub auf Mallorca machen. Dort wollen Sie sich eine Auszeit nehmen und ihre Ehe Probleme aus dem Weg schaffen. Vor Ort dann der Schock - die Unterkunft wurde doppelt belegt. Und dann ein Unwetter, ein Toter und eine Wendung, die nicht jeder im Buch kommen sehen hat.

Die Handlung hat großes Potenzial, wurde aber nicht genutzt. Es wurde sehr in die Länge gezogen und noch mehrere unwichtige Nebengeschichten erzählt. Viele Fragen wurden offen gelassen und nicht beantwortet.

Ich hätte mir gewünscht, dass mehr meiner Fragezeigen aufgeklärt worden wären. So muss man sich als Leser versuchen selber eine Schlussfolgerung zu bilden.

Leider musste ich mich sehr dazu “zwingen” das Buch komplett zu lesen, da es sich wie schon gesagt sehrrr in die Länge gezogen hat und unnötige Ausschweifungen gemacht wurden. Zudem hätte ich mir mehr Spannung und Nervenkitzel gewünscht, da es ja ein Thriller sein soll.
Profile Image for Paul Niklaus.
48 reviews
April 25, 2026
Sehr unterhaltsam und spannend, aber auch ein Buch, das durch Raethers Stil ein Gefühl von Geborgenheit mit sich bringt. Leider hat der Autor recht, wenn er sagt, die Geschichte hätte auf zwei unterschiedliche Bücher aufgeteilt werden sollen. Naja, die Vorfreude auf den Südtirol-Thriller für 2027 steigt.
15 reviews
May 16, 2026
Der Schreibstil ist für mich neu. Die Kapitel sind extrem kurz und viele und mit jedem Kapitel ändert auch die erzählende Figur (3 erzählende Figuren). Ich fand den Stil cool zum Lesen!

Das Buch startet recht untypisch für einen Thriller und man muss recht lange auf den ersten Mord warten.

Ab dem Mittelteil nimmt die Spannung zu und gegen Ende wird das Buch immer besser und besser!

Profile Image for Re.
140 reviews19 followers
April 19, 2026
4.5 Fortsetzung wann??
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