Jump to ratings and reviews
Rate this book

Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde. Gegen die Kriegstüchtigkeit

Rate this book
Ein starkes Plädoyer gegen den Kriegseinsatz – fern von naiver Friedensbewegtheit und weltfremdem Pazifismus.

Die Verteidigungsfähigkeit wird zur «Kriegstüchtigkeit» umerklärt, die Bundeswehr mit 100 Milliarden Euro aufgerüstet, die Wiedereinführung der Wehrpflicht Die Zeichen stehen auf Mobilmachung, auch mental. Die Nation wird dabei zur großen Solidargemeinschaft verklärt, der ein jeder glücklich zu dienen hat. Und das nach Jahrzehnten der Entsolidarisierung, in denen die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten von neoliberalen Politikern für alternativlos erklärt wurde.
Ole Nymoen erhebt Die Behauptung, das Sicherheitsinteresse eines Staates falle notwendig mit dem seiner Untertanen zusammen, erscheint geradezu absurd. Immerhin sind es junge Männer wie er, die im Kriegsfall gezwungen sind, im Land zu bleiben und ihr Leben zu riskieren, ob sie wollen oder nicht. Ganz zu schweigen davon, dass der «Dienst an der Waffe» auch beinhaltet, mit dieser Waffe andere zu töten. Und wer bestimmt eigentlich über den «Waffengang»? Ist es wirklich der demos, das Volk?
Nicht kämpfen zu wollen für einen Staat, das ist vor diesem Hintergrund mehr als nur eine individuelle Verweigerung – nämlich ein Akt der Humanität und des Protests für mehr kollektive Selbstbestimmung.

Hardcover

71 people are currently reading
887 people want to read

About the author

Ole Nymoen

4 books71 followers
Ole Nymoen studiert Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in Jena und arbeitet als freier Journalist. Mit Wolfgang M. Schmitt spricht er in ihrem gemeinsamen Podcast Wohlstand für alle über Geld sowie ökonomische Ideengeschichte und politische Ökonomie.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
311 (40%)
4 stars
319 (41%)
3 stars
115 (14%)
2 stars
20 (2%)
1 star
5 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 123 reviews
Profile Image for Adrian.
66 reviews1 follower
March 20, 2025
Nymoens Argumentation ist geprägt von einem Zynismus, der wahrlich seinesgleichen sucht, und einem Unverständnis für Freiheit, das nur jemand in einem reichen, befriedeten Land haben kann.

Vorweg: ich nehme es niemandem übel, den Dienst an der Waffe zu verweigern, aus welchen Gründen auch immer. Einen anderen Menschen zu töten, erfordert neben dem Willen auch immer den Verlust eines Stücks des eigenen Ichs. Doch darum geht in diesem Buch gar nicht; es geht nicht um persönliche ethische Argumente zum Morden - die Argumentation hier ist meiner Meinung nach komplett bodenlos.

Die Kernthese des Buches basiert auf zwei Annahmen.

Zum einen sei es so, dass Menschen ihre "Kleider und Ansichten" (damit sind ihre Kultur und Lebensumstände) frei wechseln können. Für Nymoen ist das höchste Gut das Leben an sich; wie dieses Leben konkret aussieht, ob dieses Leben in Freiheit oder Unfreiheit erfolgt, ob die Bevölkerung in ihren Sitten und Sprache unterdrückt wird, ob sie verfolgt wird - alles egal.
Der Autor argumentiert, dass der physische Verlust an Menschen bei jeglicher Form von Verteidigung diese sinnlos macht, da die Todesfälle geringer wären, wenn man einfach kapituliert und sich der Fremdherrschaft unterwirft.
Für Nymoen ist es egal, ob die eigene Heimat, mit der er sich doch im Gegensatz als Nationalstaat identifizieren kann, in einen Ort verwandelt, an den man nie wieder zurückkehren kann. Letztendlich werden solche Gedanken als Irrationalität abgetan, beziehungsweise als allgemein falsch. Wer sich nicht den neuen Umständen anpassen kann, ist selber schuld.

Zum anderen existiert für den Autor eine klare Trennung zwischen Staat und Bevölkerung, wobei für Nymoen der Staat konkret auch nur aus seinem Herrscher zu bestehen scheint. Werden Konflikte oder Kriege ausgetragen, so finden diese nur direkt zwischen den jeweiligen Herrschern statt; die Bevölkerung ist nur eine träge Masse, die im Frieden zum Aufbau der Wirtschaft genutzt und im Krieg willenlos verheizt wird. Die Bevölkerung besitzt keine Handlungsfähigkeit als eigenes Subjekt.
Um ein Beispiel vom Autor aufzugreifen - der richtige Einmarsch Russlands in die Ukraine ist allein Wladimir Putins Schuld. Die Millionen Hände, die die Waffen bauen, die Munition herstellen, und die Waffen dann abschießen, sind dagegen allesamt unschuldig. Dass die Bevölkerung diesen Krieg trägt, ist für Nymoen einfach ein Merkmal von Staaten, und nicht weiter interessant. Eine Unterscheidung zwischen Demokratien und Diktaturen gibt es für den Autor sowieso nicht; und in jedem Krieg ist der Agressor für den Angriff zu ächten, der angegriffene Staat gleichzeitig dafür, dass er sich nicht einfach ergibt.

Erstaunlicherweise gibt für Nymoen einen Sonderfall, in dem eine Verteidigung für ihn gerechtfertigt ist: den Vernichtungskrieg. Doch was versteht der Autor unter diesem Begriff? Das prägende Beispiel ist hier der von der Deutschland im Rahmen des 2. Weltkriegs verübte Holocaust.
Die Verbrechen, die dabei begangen wurden, sind allgemein bekannt, und doch halte ich es für sinnlos, den Holocaust im allgemeinen in eine eigene Kategorie zu stellen, um alle anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit als "nicht so schlimm" abzuweisen.
Genozid ist der Menschheit nicht neu, was auch Lemkin, dem Erfinder des Genozidbegriffs, bewusst war. Nymoen relativiert meiner Ansicht nach andere Genozide - der Völkermord in Bosnien-Herzegowina, der während der Jugoslawienkriege stattfand, die vom Autor erwähnt werden, scheint da scheinbar nicht schlimm genug gewesen sein, um sich "moralisch korrekt" verteidigen zu dürfen.
Die Deportation von Kindern, Zerstörung von Kulturgut, erzwungene Russifizierung jenseits der allgemeinen Zerstörung in der Ukraine? Schlimm, aber nicht den Widerstand wert, da die Verluste an Menschen zu hoch seien. Ich musste beim Lesen mehrmals das Buch beiseite legen, um erstmal zu verarbeiten, was der Autor hier als richtige Entscheidung darstellt.

Die Frage ist nun, wollen wir in solch einer Welt leben? Einer Welt, in der ein x-beliebiger Staat nach Lust und Laune sich mit Gewalt Gebiete einverleiben kann? Denn nach dieser Logik muss sich ein kleinerer Staat einem größeren Staat immer unterwerfen, um Schaden von seiner Bevölkerungen abzuwenden, ja manchmal sei der Gesamteffekt sogar positiv wie bei Napoleons Kriegen!
Nymoen scheint nicht so weit zu denken. Ehrlicherweise gibt er zu, dass er auch keine Lösungen hat - nach einer kurzen Bemerkung, warum er internationales Recht für nutzlos hält, wird seine Vision einer internationalen Weltmacht, unter der alle Menschen gemeinsam klar. Doch zur Realität, in der wir uns befinden, kommt von Nymoen nur eine Argumentation untersten Niveaus.

Ich möchte die Gedanken zur Wirtschaft ausdrücklich loben - es ist vieles falsch in Deutschland, insbesondere was soziale Gerechtigkeit angeht. Für mich ist dieses Buch allerdings aufgrund der durchgehend schwachen Argumentation auch nicht das Papier wert, auf dem es gedruckt ist.
Profile Image for Simon David Dressler.
78 reviews597 followers
March 15, 2025
Lieber Ole, wenn du kleiner Wicht das hier liest: Ich bin zuallererst zutiefst erbost, dass ich nicht in der Danksagung auftauche, trotz unserer unermüdlichen gemeinsamen Plackerei in diesem Thema und meiner JAHRELANGEN Vorarbeit. Dennoch ist dieses Buch so gut, wie es nur sein kann: kurz, knackig geschrieben, genau richtig provokant usw. usf. Die meisten der Gedanken in dem Buch waren mir persönlich nicht unbedingt neu, aber zu wissen, dass viele tausend unbedarfte Leute im Lande gerade diese Gedanken ebenfalls lesen und vielleicht zum ersten Mal haben, ist ein wirklich schönes Gefühl. Jeder, der nicht im Schützengraben enden will, sollte dieses Buch lesen und weiterverschenken!
Profile Image for Patrick Kittler.
13 reviews11 followers
March 14, 2025
Und hier die publizistische Antwort auf die perverse Werbung der „Tagesschau“ für die Bundeswehr: Die große Leistung, die Ole hier vollbringt, ist, dass es kein Buch geworden ist, das sich den bürgerlichen Vorwurf gefallen lassen muss, aus einer „linken Perspektive“ geschrieben zu sein. Es ist allen voran ein universalistischer Standpunkt, der zu Recht die steigende Kriegsbereitschaft in seinem ideologischen Mief offenlegt und sehr eindringlich dazu aufruft, immer noch lieber als staatenlose Nomade zu leben, als als staatstreue Leiche zu verenden.

Einziger wirklicher Negativpunkt: Ole drückt sich davor, auf den durchaus zu beantwortenden Präzedenzfalls des Vernichtungskrieges eines Hitler, und wie man darauf reagieren sollte, eine wirkliche Antwort zu finden. Das ist definitiv eine angreifbare Lücke dieses Textes.

Jedoch: So fürchterlich pädagogisch das also auch klingen mag: Es ist das genau richtige Buch, zur genau richtigen Zeit:

„Dabei gibt es so viel, für das es sich zu leben lohnt – und nichts, wofür man sterben sollte.“ – Ole Nymoen
Profile Image for Halber Kapitel.
335 reviews14 followers
May 30, 2025
Ich weiß nicht, ob Nymoen sich als Anarchist bezeichnen würde. Dass er auch auf Marx/Engels bezieht, lässt daran Zweifel aufkommen. Aber letztlich begründet er seine Argumentation zum Thema auf einer fundamentalen Kritik unseres Verständnisses von Staat und staatlicher Gewalt, wie sie historisch in der anarchistischen Denke oft zu finden ist. Manchmal klar und auf den Punkt, manchmal nölig-spitzfindig. Oft und im Grundsatz ohnehin (ich habe zwei Söhne im besten „wehrfähigen“ Alter) stimme ich ihm zu.
In der Ukraine kämpfen auch Anarchisten (s. Radical Aid Force) gegen Putins Annektion. Nicht weil sie so von Selenskij , ihrer Nation und den gängigen Heroismus-Narrativen angetörnt wären. Da geht es um Schadensbegrezung, um den „kleineren Sch8sshaufen“, die ein bisschen größere bürgerlich-liberale Freiheit.Als bessere Basis für ihre eigentlichen Kämpfe. Nymoen aber ist ein Wohlstandsbengelchen wie ich, und wir beide müssen einsehen, dass auch für uns gilt, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt. Auch mit einer klaren Haltung lässt sich nicht jeder Widerspruch auflösen.
Aber gut, mal mit einer pazifistischen Argumentation mitzudenken, die keine Schnittmenge mit den AfD-nahen Friedensbewegten hat.
Profile Image for Simon Wiebe.
247 reviews11 followers
March 31, 2026
In Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde stellt Ole Nymoen sein persönliches Manifest gegen die Verquickung von Staat und Gewalt vor. Auf Seite 21 formuliert er sein Ziel:

„In diesem Buch will ich meine Haltung zu Krieg und Staatlichkeit daher genauer ausführen – in der Hoffnung, andere davon zu überzeugen, sich nicht mit Staaten, sondern mit den von Krieg und Gewalt Betroffenen … gemeinzumachen.“

Der Autor schreibt dabei in einem ironischen und polemischen Ton. Hier nur ein Beispiel, was mich zum Schmunzeln gebracht hat:

„Publizisten, die bereits in einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn den Weg zur Knechtschaft wittern, Ökonomen, die in der kleinsten steuerlichen Mehrbelastung des reichsten Prozents stalinistische Kollektivierung erahnen – sie alle halten diese unvergleichliche Einschränkung der Freiheit [im Krieg] für eine objektive Notwendigkeit, der sie noch nicht einmal ein ‚leider‘ voranstellen" (S. 69).

Seine zentralsten Thesen in der Streitschrift sind folgende, die hier jetzt aus zeitlichen Gründen sehr runtergebrochen formuliert sind (sonst liest keiner mein Review ;-)):
1. Krieg nützt dem Volk nicht. Frauen verlieren eingezogene Männer, Soldaten kehren traumatisiert zurück, Häuser werden zerstört, Familien verarmen.
2. Krieg nützt den Regierenden. Konflikte entstehen aus Konkurrenz um Territorium und Einfluss. Ideal aber naiv und schön wäre ein persönlicher Zweikampf der Herrscher, nicht das Aufhetzen von Untergebenen.
3. Krieg nützt der Rüstungsindustrie. Der Erste Weltkrieg etwa verschob die Finanzmacht von Pfund zu Dollar – ein Triumph der US‑Wirtschaft.
4. Schutzargumente sind Scheinargumente. Jeder Krieg erhöht täglich das Rachebedürfnis der Soldaten und richtet Gewalt auch gegen Zivilisten.
5. Das Problem ist der Staat, der Gewalt‑Urheber ist. Westliche Staaten entstanden alle aus Krieg, schufen dann ihr „Volk“ und forderten Opferbereitschaft (Der bekannteste Ausspruch, der diese Sicht ausdrückt: „Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann …“ - Kennedy).

Nymoen geht noch auf viele weitere Punkte ein. Er zeigt auf, dass Heimatliebe nicht mit Patriotismus vertauscht werden darf, private Konflikte nicht als Beispiele auf Staatsebene übertragen werden dürfen, extreme Beispiele wie Hitler-Vergleiche (siehe Putin als auch Selenskyj) Debatten verfälschen, moralische Wertepredigten von westlichen Politikern eigentlich Lügenmärchen sind, und die Freiheit in einer Demokratie für Nymoen kein Grund ist, dass dafür tausende Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden.

Alles in allem ein spannender Read mit polemischem Schreibstil. Viele Argumente haben mich überzeugt, aber durchaus nicht alle. Das größte Problem sehe ich in seiner Staatstheorie, auch wenn ich gestehen muss, dass ich mich wenig auf dem Gebiet auskenne. Nymoen präsentiert den Staat als monolithisches, gewaltmonopolistisches Gebilde, das konsequent den Selbstzweck gegen das „Volk“ positioniert. Dieses Bild vernachlässigt jedoch zentrale theoretische Konzepte, wie die Rolle der Gewaltenteilung oder auch die Partizipation der Bürger (ala "Die Gewalt des Staates geht vom Volke aus"). Wer eine ehrliche, faire Auseinandersetzung sucht, ist mit dem Buch nicht gut beraten. Es ist eine Streitschrift. Wer sie hingegen als leidenschaftliches Plädoyer liest, wird vielleicht auf manch spannende Punkte treffen.
Profile Image for Frank.
621 reviews130 followers
April 14, 2025
Ich bin rezeptionsästhetisch geschult genug, um zu wissen, wie sehr das Lektüreergebnis von den Überzeugungen abhängt, mit denen man an einen Text herangeht. Und so wird das Buch alle diejenigen schwerlich überzeugen, die schon vorher wissen und immer schon gewusst zu haben meinen, dass man "sein Heimatland" verteidigen müsse. Puhhh, Nestbeschmutzer, undankbarer Nutznießer von Freiheit und Demokratie und so. Geschenkt. Andere, die - wie ich - Kriege abstoßend und eigentlich "sinnlos" finden und deswegen der Idee, in selbige zu ziehen oder ihre Kinder dorthin zu schicken, eher ablehnend gegenüber stehen, werden aber gerade deshalb noch manch interessante Idee finden, die die eigene Meinung weiter qualifizieren und modifizieren kann. Argumente gegen Kriege, gegen Wehrdienste, gegen Patriotismus und anderen Unsinn findet man sowieso. Von daher lohnt die Lektüre gerade für diejenigen, die sich als Pazifisten begreifen oder aus anderen Gründen Kriege prinzipiell ablehnen.

Das ganze Elend beginnt nach Ole Nymoen schon mit der Konstruktion vom "Heimatland". Freilich gibt es "Heimat", aber die liegt halt für einen Norddeutschen nicht im Allgäu. Als "Landsleute" begreifen sich regional verwurzelte Menschen nur insofern, als ihnen ein historisch gewordener Staat, den sie nicht gewählt haben und den sie auch nicht abwählen können, ein "Land" vorgaukelt, von dem schon traditionell meist im Kollektivsingular gesprochen wird: "Unser" oder gar "mein Land"? Nymoen stellt nun konsequent die Frage, die ich meinen ukrainischen Schüler/innen schon vor 2014 gestellt habe: Wie viel "Land" gehört euch? Was ist, wenn ihr von "unserem Land" sprecht, "euer"? Ist es nicht vielmehr so, dass z.B. den Oligarchen, die Fabriken, Bergwerke und Schürfrechte im Donbass besitzen, "Land" wirklich gehört, von dem die anderen nur träumen und das sie sich oft als Häuslebauer nicht leisten können? Und genauso ist es gekommen: Heute tragen dort arme Leute, denen im Donbass nichts gehört und die die dort lebenden oder dorthin gekommenen Kämpfer vorher nie als "Feinde" begriffen hätten, ihre Haut auch noch für "unsere Werte", "unsere Sicherheit" (alles EU!) usw. zu Markte. Meint: Der Staat ist ein Machtsubjekt, das Interessen (der Reichen) vertritt und sich dafür das Recht anmaßt, Menschen in den Tod zu schicken. Kriege sind also nicht "sinnlos"; sie folgen Interessen, die zu verschleiern all das Gerede von "Freiheit", "Werten", "Patriotismus" usw. gerade gut genug ist. Nix als Gedöns.

Dafür würde der Autor nicht in den Krieg ziehen- ich auch nicht. Dabei ist doch aber ein Leben in "Freiheit" und "Demokratie" (Stimme abgeben!) besser als das in einer Diktatur, oder? Freilich. Nur dass die Freiheit in dem Moment endet, in dem staatliche Interessen wirklich berührt werden. So hat der Autor natürlich die Freiheit, seine Meinung in Buchform unters Volk zu bringen. Aber, so fragt Nymoen zu Recht, hätte er auch die Freiheit, im Falle, dass der Staat in einen Krieg eintritt bei seiner Kriegsdienst- Verweigerung zu bleiben? Nein, dann käme in Deutschland wie in der Ukraine die Feldgendarmerie und man würde im besten Falle im Knast landen, im schlechteren würde man standrechtlich erschossen. Und ob es wirklich besser ist, seine Arbeitskraft demokratisch (wo gibt es am Arbeitsplatz Demokratie?) zu Markte zu tragen, wo man das - inklusive des Konsumismus - auch in China tun könnte, ist angesichts der Alternative "Tod oder Leben" zumindest fraglich. Was wohl stimmt, denn DDR- Bürger konnten ungestört zur Arbeit gehen und litten nicht täglich unter der Diktatur. Ob man darunter "leidet", ist eine politische und meist keine lebenspraktische Frage. Die meisten DDR- Bürger vermissten die Freiheit viel weniger als den ungehemmten Konsum, der ihnen via Westfernsehen versprochen wurde. Von daher kann man also kapitulieren, um sein Leben und das seiner Familie wie das anderer Menschen zu erhalten, denn "zur Arbeit gehen" kann man in jedem System.

Und was ist dann mit den Vergewaltigungen der Russen in Mariupol usw.? Hätte die Sowjetunion also gegenüber Hitler kapitulieren sollen? Hier unterscheidet Nymoen trennscharf zwischen einem Krieg (aus welchen Interessen auch immer) und eine Vernichtungskrieg. Will ein Regime Land, Rohstoffe, Arbeitskraft etc., wird es, um in den Genuss dieser Güter zu kommen, fremde Arbeitskraft schonen und ausbeuten (wie jeder schnöde Kapitalismus). Anders ist das, wenn man Vertreter/innen anderer Völker aus rassistischen Gründen als "lebensunwert" abqualifiziert. Dann haben die Betroffenen aus Gründen des Überlebens keine Wahl, weswegen es kaum verwundert, dass die Sowjetmenschen inklusive der Lagerhäftlinge auch unter Stalin erbittert ihr Leben gegen die Hitlersoldateska verteidigten. Einsichtig wird, wozu die Qualifizierungen Putins als "Putler" oder "neuem Hitler" dienen sollen. Suggeriert wird, die Russen hätten Vernichtung im Sinn. Warum? Weil sie Russen sind? Da wären wir dann wieder beim Original, nämlich bei Hitler und seiner bis heute tief sitzenden Rassenideologie.

So dekonstruiert der Autor der Reihe nach die der Presse wie den Geschichtslehrbüchern (letztere erfreulicherweise immer noch relativ wenig) lieb gewordenen bürgerlichen Staatsrechtsphrasen, die vor der kapitalistischen Verrechtlichung und Kodifizierung als Ausdruck von Eigentumsrechten keinen Bauern hinterm Ofen hervorgelockt hätten. Welchen Sinn hätte es auch gehabt, einen landarmen oder landlosen Bauern zum Kampf "für sein Land" aufzurufen? Im 15. Jahrhundert war das noch konkret genug, um Schulterzucken hervorzurufen; seit dem 19. Jahrhundert hat die Schizophrenie kapitalistischer Ökonomie die Individuen so weit geformt, dass sie sich mit etwas identifizieren, was ihnen nicht gehört, dass sie Ziele teilen, die nicht ihre Ziele sind, und dass sie sich so sehr um das "Staatswohl" sorgen, dass man ihnen sogar demokratische und meinungsfreie Spielweisen zugestehen kann, da das für den Staat im Angesicht der weitegehenden Identifikation der Leute mit "ihrem Staat" völlig ungefährlich ist. Würde es gefährlich, wie es die Kommunisten in den 50er Jahren waren, würde man das sofort wieder unterbinden, die Parteien verbieten usw. Das wäre zwar nicht im Sinne des Volks- wohl aber in dem des Staatswohls. Und so ist es auch im Kriegsfall. Das Volk hat nix vom Krieg, weder in der Verteidigung "ihres" Staates noch im Falle der vom eigenen Staat ausgehenden Aggression. Dass Völker so etwas dennoch nicht verhindern können, dass Mehrheiten gegen Krieg und Waffenlieferungen sein können und der Staat doch das Gegenteil tut, zeigt deutlich, was "Staat" ist: Eben ein Machtinstrument, an dessen Macht alle frommen Wünsche regelmäßig (seit Jahrhunderten!) zerschellen. Egal, ob in Demokratien (USA) oder Diktaturen (Russland).

Wozu also für fremde Interessen in den Krieg ziehen? Nymoen hat Recht: Never! Und wer's anders sieht, soll sich bitte zuerst an die Front melden, mich aber im Sinne von Meinungs- und Gesinnungsfreiheit ausreisen lassen. Irgendwo hinter den hohen Bergen in einem Tal der Karpaten blühen dann vielleicht doch noch Blumen und wenn der Russe da um die Ecke kommt, kriegt er einen Wodka angeboten. Ich hoffe, wir trinken ihn dann gemeinsam "za mir"!

P.S.: Gerade murmelt man im Radio mal wieder den Unsinn vom "völkerrechtswidrigen" Angriff der Russen auf Zivilisten in Sumi. Im gleichen Atemzug kritisiert der Sprecher Russland dafür, in "völkerrechtlich erlaubten Waffenlieferungen" eine "Eskalation" zu sehen. Völkerrecht? Nymoen weist klug darauf hin, dass niemand im privaten Leben auf die Idee käme, im Moment z.B. eines Messerangriffs auf das Recht hinzuweisen und zu rufen "das darfst du aber nicht"! So ein Ausruf wäre lächerlich oder würde zumindest als Ausdruck von Hilflosigkeit gewertet. Dem potentiellen Opfer ein Messer zuzustecken, wäre dann zynisch. Warum sollte das mit Blick auf "Völkerrecht" anders sein? Wo das "Recht" des Stärkeren gilt, muss man sich was anderes einfallen lassen. Nymoens Buch ist insofern auch ein Aufruf, über Alternativen zur "Staatenkonkurrenz", die in schöner Regelmäßigkeit zu Kriegen und Weltkriegen führt, nachzudenken, statt sich mit neuen Feindbildern verdummen und auf den Feldzug gegen China vorbereiten zu lassen. Dabei hilft es, statt auf die ohnehin nicht wirklich vorhandene "Gemeinschaft" etwa zwischen Armen und Reichen in den historisch- willkürlichen Grenzen eines Landes (warum gibt es das deutschsprachige Österreich?) zu schauen, sich daran zu erinnern, dass überall Menschen (!) wohnen. Es geht eben nicht um "Identität", sondern um den universellen Humanismus eines Immanuel Kant (auch wenn der - wie Nymoen weiß - eine kaum zu verwirklichende Utopie ist). Gott, sind wir blöd! Oder hilft das Buch doch beim Weiter- und Neudenken? Es wäre uns zu wünschen!
Profile Image for Anna.
104 reviews2 followers
March 7, 2026
Naaaaaja. Liest sich SEHR schnell (ua weil es sehr kurz ist😭) - das war einziger Vorteil.
Drei Sterne weil er halt Recht hat aber er begründet es mMn nicht besonders gut. Ich hatte mir Argumente erhofft wo man denkt „aaaah ja stimmt“ aber stattdessen war in meinem kopf die ganze Zeit der devils advocate der ihn entkräftet hat und das obwohl ich ihm ja eig zustimme und das spricht dann ggf nicht für seine argumentativen Fähigkeiten. Wie gesagt naja
Profile Image for Jordis.
61 reviews13 followers
April 28, 2025
Mh mh. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an, darüber, was Krieg für wen bedeutet, wem er nützt und wer darunter leidet. Es stellt in Frage, welche Strukturen und Freiheiten wir eigentlich im Falle eines Krieges verteidigen - und welche nicht. Ich denke, wenn man sich noch nie so richtig mit dem Thema beschäftigt hat (so wie ich) ist es ein ganz guter Einstieg, da auch erklärt wird, was genau ein Staat eigentlich ist und wozu er existiert, es lässt aber ganz viele Fragen offen. Das liegt zum einen daran, dass der Autor selbst nicht viele Antworten hat (was er auch zugibt), etwa welche Alternativen es gibt außer Kämpfen und Kapitulieren. Das Buch hat auch nicht so richtig einen Appell, es ist wirklich, was der Titel verspricht: eine Argumentation warum Nymoen persönlich nicht für sein Land kämpfen würde, er argumentiert, dass es für ihn individuell besser ist, unter feindlicher Herrschaft zu leben, als im Krieg möglicherweise zu sterben. Über dieses Individuelle geht er aber nicht wirklich hinaus.
Das bringt mich zum anderen Punkt, warum so viele Fragen offen bleiben: Das Buch ist kurz, auf 133 Seiten kann man nicht alle Formen des Kriegs analysieren, es wird sich auf den Krieg zwischen zwei Staaten beschränkt. Der Vernichtungskrieg (also z.B. der Krieg, den die Nazis geführt haben) wird explizit ausgenommen, dabei ist das doch DAS Argument/Gegenbeispiel, was von Kritiker:innen als erstes kommen würde: Hättest du dann auch nicht gegen die Nazis gekämpft? Diese Frage wird leider nicht wirklich beantwortet. Außerdem wird nicht über Bürgerkriege geredet, was ich sehr interessant gefunden hätte, da die Bürger da ja für ihr eigenes Wohl/ihre Freiheit/... kämpfen und nicht für das eines Staates. Ist es dafür dann wert, zu kämpfen und womöglich zu sterben? Wurde leider nicht beantwortet.
Ich hätte gerne auch mehr zu realen Beispielen gehabt, der Ukrainekrieg wird angeschnitten, aber so richtig schlau daraus wurde ich nicht. Auch die Kritik an der NATO und der Außenpolitik Baerbocks war spannend, aber viel zu kurz ausgeführt, Herr Nymoen geben Sie mir mehr Beispiele & Erklärungen, ich verstehe das sonst nicht!!

Fazit: Das was ich gelesen hab fand ich durchaus interessant, aber es wirft viel mehr Fragen auf, als dass es beantwortet.
Profile Image for Simon.
29 reviews2 followers
March 5, 2025
Dieses Buch erscheint genau zur rechten Zeit. Sondervermögen in Milliardenhöhe, Aufrüstung und Abschottung. Doch wofür lohnt es sich zu sterben? In dem Buch wird gut und kurzweilig argumentiert und man ist gut gerüstet für anstehende Diskurse.
Profile Image for Florin.
57 reviews2 followers
March 19, 2025
Ole "Putinknecht" Nymoen liefert mit "Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde" nicht nur eine moralische Argumentation ebenjenes nicht zu tun ("Ich möchte nicht auf Menschen schießen von denen mich nichts Substanzielles trennt"), sondern vor allem auch eine gewinnbringende Analyse staatlichen Handelns und des Verhältnisses zwischen BürgerInnen und Staat. Er argumentiert gegen ein nationalstaatliches "Wir", das in Friedenszeiten in Eigenverantwortung und mangelnder Solidarität besteht und in Kriegszeiten in das genaue Gegenteil umgeschlagen wird. Des weiteren führt er aus, dass Kriege zwischen zwei Staatsgewalten nicht "sinnlos" seien, sondern dem Machtausbau oder -erhalt der jeweiligen Herrscher und damit nicht der Bevölkerung diene (wie das ggf. heute durch die Argumentationsfigur der "Verteidigung der demokratischen Werte" suggeriert werde). Er plädiert dafür, sich auf die Seite der internationalen Bevölkerung zu stellen und nicht für eine Seite Partei zu ergreifen ("Wer sich in Kriegen mit einzelnen Staaten gemeinmacht statt mit den betroffenen Menschen auf beiden Seiten, der akzeptiert [...], dass einige wenige Herrscher ihre Untertanen nach Gutdünken instrumentalisieren dürfen.").
In einem weiteren Schritt befasst sich der Autor mit dem "Unsinn des Krieges" und kritisiert dabei Patriotismus, die Berufung auf das Völkerrecht (da diese immer nur im eigenen Interesse geschehe) , die Analogie zwischen Privatpersonen und Staaten und den beidseitig genutzten Vorwurf der Gegner sei "wie Hitler".
Ein ebenfalls bedeutender Punkt ist das Eingeständnis selbst keine realistische, konstruktive Lösung im Angebot zu haben, es sei aber durchaus verwunderlich mit welcher Selbstverständlichkeit die Bürger sich der Staatsmacht unterwerfen. Hier kommt dann sogar ein direktes Zitat aus dem GSP: Anderen den krieg und seine Gründe zu erklären bringe zwar keine Hoffnung, aber immerhin sei man dann mit seiner eigenen Urteilskraft kein Spielmaterial mehr.
Insgesamt ist das Buch sehr kurzweilig geschrieben u.a. mit einigen auflockernden und anregenden Brecht- & Remarque-Zitaten. Das ein oder andere Argument könnte etwas umfangreicher ausformuliert sein, gerade weil sie oftmals den geläufigen Narrativen widersprechen.
Trotzdem: Leseempfehlung!
Profile Image for Felix S..
9 reviews
April 13, 2025
Ich habe mir bewusst dieses Buch ausgesucht, um das Thema Krieg und Wehrpflicht ganzheitlicher zu verstehen. Dabei war ich wie in diesem Fall an Kritiken interessiert, da der gesellschaftliche Konsens ja momentan ein anderer ist.

Aufschlussreich fand ich das Buch dahingehend, dass es die auf Staaten basierende Weltordnung beleuchtet hat, und was, laut dem Autor, das Potential für Kriege überhaupt erst liefert.
Grundsätzlich ist das Buch eine enge Verknüpfung aus Nationalstaaten-Kritik in ihrer heutigen Form und der daraus einhergehenden Gewalt gegenüber der dort lebenden Bevölkerung in Form von Wehrdienst und politischen Entscheidungen entgegen dem Wohle des Volkes. Gerade die politischen Entscheidungen (konkret der Regierungen Deutschland) bringen ihn zur Überzeugung, dass die Staatsoberhäupter und die Regierungsform es nicht wert sind zu verteidigen.

Er hebt auch hervor, dass ihn persönlich wenig von Menschen in anderen Ländern trennt und das seine Solidarität den Menschen und nicht dem Staat gilt. Diesen Standpunkt kann ihn durchaus verstehen deswegen nicht zur Waffe greifen zu wollen, gegen jemanden, den ich nicht kenne.

Man mag von den aktuelle (demokratischen) Regierungen der Welt halten was man mag, dennoch würde ich seine weiteren Argumentationsketten nicht bis zum Ende mitgehen.
Mit Ausnahme des Vernichtungskriegs, spricht der Autor der Staatsführung das Recht ab, das Land zu verteidigen, aus der Argumentation, diese würde alleinig ihren eigenen Machtanspruch sichern wollen. Laut dem Autor könne es der Bevölkerung auch unter einem anderen Machthaber gut gehen. Für ihn rechtfertigt keine Freiheit oder Staatsform die Verteidigung durch den eigenen Tod.
Dem würde ich Wiedersprechen.
Es ist eine durchaus privilegierte Sicht, sich von Freiheiten lossprechen zu können, solange man dafür am Leben bleibt, wofür andere in der Geschichte der Menschheit aber hart Arbeiten oder sogar Sterben müssten. Diese Freiheiten einfach aufzugeben, finde ich falsch, da es genug Regierungen auf der Welt gibt unter denen ich sicher nicht unbeschwert leben möchte. Auch politische Verfolgung wird hier völlig unberücksichtigt gelassen.

Er gibt am Ende des Buches zu, dass es gewisse zwischenmenschliche Gemeinschaften geben könnte, für die er kämpfen würde die seinen staatlichen Idealen entsprechen würden, die zum Wohle des Volkes arbeiten.
Für mich klingt das aber so, solange wir noch keinen perfekten Staat haben, soll man dafür auch nicht kämpfen. Das empfinde ich als falsche Schlussfolgerung. Ich würde soweit gehen, das Deutschland, oder eine andere westliche Demokratie, zumindest den richtigen Weg für eine gute und schützenswerte Welt- und Wertgemeinschaft ebnet. Und ich finde der Weg dahin ist schützenswert.
Profile Image for Jan.
17 reviews2 followers
March 8, 2025
Mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen. Aufbau ist sehr nachvollziehbar und angenehm gestaltet. Die Argumente treffen das was sie kritisieren wollen und enthebeln Ideologien von Napalmfreunden jeglicher Art. Perfekt wenn man sich schonmal auf Diskussionen rund um Zeitenwende o.ä. vorbereiten möchte.
Profile Image for Irinita.
182 reviews2 followers
March 28, 2025
"Zu dieser Freiheit gehört es, dass die einen mit zweihundert Stundenkilometern über die Autobahn brettern, während die anderen in überfüllten Bahnen stehen; dass die einen ihr drittes Feriendomizil erwerben, während die anderen unter Brücken schlafen. Für diese Freiheiten kämpfen Liberale mit voller Inbrunst. Wenn es aber andererseits um den Krieg geht, dann gilt die Freiheit des Individuums ihnen nichts mehr; dann darf der Staat ganz frei über seine Bürger verfügen."

Ich fand die gesellschaftskritischen Denkimpulse, die Ole Nymoen hier anregt, insgesamt gut. An einigen Stellen fehlte es mir (auch aufgrund der Kürze des Buches) etwas an Tiefe. Trotzdem freue ich mich, dass dieses Buch gerade jetzt erschienen ist, und so einen Kontrapunkt zur gegenwärtig recht eintönigen medialen Debatte setzt. Nymoens Diskursanalyse ist in diesem Kontext besonders interessant.

Da ich mich schon länger mit Staatstheorie sowie Friedens- und Konfliktforschung befasse, war für mich inhaltlich wenig Neues dabei. Der insgesamt sehr persönlich geschriebene Text ist aber sehr angenehm zu lesen und auch ohne Vorwissen leicht zugänglich. Es sind definitiv viele interessante Gedanken dabei, daher würde ich das Buch durchaus als schnell lesbaren Einstieg in die Thematik empfehlen (vor allem, wenn man nach kritischen Argumenten sucht).

Was Krieg jenseits der politischen Rhetorik bedeutet, wird jedenfalls klar:

"Der homo sapiens, der eigentlich ein verständiger Mensch sein sollte, wird zum Ding, zum bloßen Werkzeug der Machthaber; alle Vernunft wird dem Gehorsam unterworfen."
Profile Image for Sumejja.
25 reviews3 followers
March 9, 2025
Selbst wenn man nicht alles teilt, ist es doch gut geschrieben, und wird seinem Anspruch gerecht: hier werden die Gedanken des Autors erklärt. Ich hätte mich gefreut dass an der ein oder anderen stelle länger ausgeführt oder noch ein beispiel genannt wird. für einen einblick in das mindset des autors reicht es aber vollkommen aus und gibt gute Argumente für antimilitarismus, die man auch im alltag anwenden kann.
Profile Image for Felix W..
45 reviews
April 13, 2025
Dennoch herrscht überall auf der Welt die moralische Pflicht, sich in laufenden Kriegen bedingungslos auf eine Seite zu schlagen.
Profile Image for Lilly.
37 reviews4 followers
September 26, 2025
Keine Identifikation mit dem Staat! Ich wünschte alle bürgerlichen Demokratiepredigenden Liberalos würden das lesen...und auch sonst jeder.
Profile Image for Aleks Sz..
17 reviews2 followers
January 30, 2026
Hatte mir eine tiefergehende Auseinandersetzung mit Militarismus und Kriegsdienst erhofft. Viele Argumente bleiben für mich unterkomplex beleuchtet, auch wenn ich Nymoen grundsätzlich in seiner Haltung unterstütze und froh bin, dass jemand in der Öffentlichkeit sich gegen Wehrpflicht und Wehrdienst so vehement ausspricht. Überzeugend ist die Schrift aber leider nicht, was schade ist. Zum Ende hin, wo es um das „Wir“ geht, für das Nymoen bereit wäre zu kämpfen, sah ich dann doch noch Potential - diese Auseinandersetzung mit der Gesellschaft an sich fand ich argumentativ gut nachvollziehbar und spannend. Aber an sich bleibt es eine Streitschrift, die auf seinem Zeit-Artikel aufbaut und nicht viele neue Gedanken mit sich bringt.
Profile Image for ✮.
16 reviews
July 23, 2025
Die Lektüre ist sehr wichtig für die heutige Zeit der Aufrüstung. Der Kernstandpunkt wird strukturiert elaboriert und das sehr verständlich. Ich finde manche Nebendiskussionen aber etwas widersprüchlich gemacht
Profile Image for elliet.38.
47 reviews
August 2, 2025
Das Buch erklärt sehr sehr gut, wieso Krieg nicht sinnlos ist, aber die Interessen vertritt, die nicht den Interessen von Privatpersonen entsprechen. Ich empfehle dieses Buch absolut jeder Person. Es sollte in Schulen gelesen werden.
Profile Image for Tom Beetz.
33 reviews1 follower
July 21, 2025
Ole Nymoen formuliert aus einer originär linken Position heraus einen Standpunkt, der sich in der Debatte rund um Kriegsbeteiligungen explizit gegen solche ausspricht. Hierfür leitet der Autor in drei Schritten her, was an der Formulierung, für „sein Land“ zu kämpfen eigentlich so problematisch ist und für was es sich seiner Meinung nach stattdessen zu kämpfen lohnt.

Das Hilfreiche an diesem Buch ist, dass es von einem lebendig erzählten Theorieteil in einen alltagsnahen Praxisteil übergeht, in dem gängige Argumente Pro-Kriegstüchtigkeit analysiert und entkräftet werden.

In Nymoens Staatskonzept werden Staaten zunächst als Einheiten betrachtet, deren oberste Priorität es ist, sich selbst zu erhalten oder ihre Macht zu erweitern. Staatliche Herrschaft dient für ihn in erster Linie also nicht dem allgemeinen Nutzen der Bevölkerung. Denn Bevölkerungen können im Kriegsfall dazu gezwungen werden, für ein abstraktes Konstrukt (den Staat) ihr Leben zu riskieren, nur weil sie zufällig innerhalb seiner Grenzen geboren wurden.

Meiner Einschätzung nach ist Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde ein wichtiger Baustein in der Debatte um das, was momentan Kriegstüchtigkeit genannt wird. Sachlich fundiert vertritt der Nymoen hier eine Position gegen Nationalismus jeglicher Art, was mir persönlich aus dem Herzen spricht.
Profile Image for Iz.
156 reviews
Read
May 23, 2025
mehr JOMO wagen! (das lesen hätte ich mir sparen sollen)

die auswahl der zitate hat mich gekillt tho, es hatte meme-potenzial

side note: im vergleich zu bürgi-kriegsfanatiker*innen die nymoen ja iwie gefühlt den tod oder lebenslang gulag wünschen geh ich völlig mit bei der aussage “verrecken für diesen staat? auf keinen fall”, die gründe/theoretische basis die angeführt werden sind mir teilweise nur nicht besonders nahe
Profile Image for Jonas.
224 reviews4 followers
March 29, 2025
4,25/5- Definitiv eine Empfehlung, sehr wichtiges Buch zu einer sehr schwierigen Thematik. Gerade das Kapitel zu Anfang darüber, dass die Kapitalinteressen nicht unbedingt der Hauptgrund für Kriege ist fand ich interessant, aber auch sehr nachvollziehbar. Ich war bislang auch dem „Volksmund“ nachgegangen und davon ausgegangen, dass dies einer der Hauptgründe sei.
Das Kapitel über die Verteidigung des Landes lässt mich nicht los und wird definitiv eines meiner neuen Hauptgesprächsthemen, wenn ich in einen Diskurs diesbezüglich komme. Auch wenn ich dem ganzen nicht komplett zustimmen würde. Ich denke sofern der Aggressor jemand ist, der das Leben in dem Land nicht mehr lebenswert macht, aufgrund zu starker Repressionen oder ähnlichem, würde ich es vielleicht ein wenig anders sehen, kann seinen Punkt aber auch wirklich gut nachvollziehen.
Profile Image for Viktorija.
13 reviews
March 9, 2026
4,5 🌟

„Worin bestand denn meine geäußerte Kritik? Darin, dass alle Staaten, egal, ob liberal oder despotisch verfasst, ob demokratisch oder diktatorisch, ihre Bürger notfalls zum Instrument der eigenen Interessen machen und dabei völlig frei über ihr Leben verfügen.
Diese Meinung darf ich hierzulande äußern - Konsequenzen hat das aber keine. Wenn Krieg ist, sind die mir ansonsten gewährten Freiheiten dahin, und ich werde zum Verbleib im Land (und gegebenenfalls auch zum Kampf) gezwungen. Ob ich nun in einem Land lebe, das mir meine staatskritische Meinung erlaubt, mich aber im Ernstfall trotzdem zum Kampf ver-pflichtet, oder in einem Land, in dem diese Meinung von vornherein untersagt ist - für diesen Unterschied bin ich ganz sicher nicht zu sterben bereit.“
Profile Image for Lea.
51 reviews
September 25, 2025
Ganz nett aber ich habe mehr Substanzielles erwartet
Profile Image for Rebeca kling.
14 reviews
October 23, 2025
anfangs viele wiederholungen, aber sonst fand ichs gut - vor allem wie er mit liberalen abgerechnet & die autoritär logik des liberalismus veranschaulicht hat.
Profile Image for Sketchy_tunes.
201 reviews6 followers
June 1, 2025
|4,0*|
Spannender Gegenpol zur zunehmenden Militarisierungen in Europa und der Welt. Nymoen vertritt hier einen konsistenten und schlüssig argumentierten Standpunkt und hat mir persönlich einige Denkanstöße gegeben, die mich sicherlich einige Zeit beschäftigen werden.
Profile Image for ham.
1 review
January 13, 2026
Spannend und auf den Punkt! Gut mal eine andere Perspektive zu lesen, obwohl ich nicht weiß ob für mich alle Argumente entkräftet wurden, auf viele gucke ich jetzt anders.
13 reviews
April 17, 2025
Ein wichtiges Buch und ein Plädoyer gegen den Kriegsdienst. In vielen Punkten stimme ich mit Nymoen überein, warum ich ebenfalls nie für "mein" Land kämpfen würde.

Aber persönlich gibt es Argumente, mit denen ich nicht übereinstimmen kann. Zum Beispiel glaube nicht, dass alle Soldat:innen manipuliert wurden. Dass alle Menschen im Grunde gut sind, das bezweifle ich. Dies liegt nicht nur am Kapitalismus.

Auch sind einige Gedanken zu wenig präzise ausgearbeitet bzw. zu blau gedacht: Ob es wirklich Frieden geben würde, wenn es keine Nationen, weniger Staatsgewalt und Armut geben würde? Das wage ich zu bezweifeln.

Zudem geht das Buch nur auf einen Krieg zwischen Nationen ein. Dabei gibt es viele andere Kriegsformen. Auch die Möglichkeiten der Flucht von Frauen und Kindern sind zu kurz beschrieben. Keinesfalls ist das so einfach wie vom Autor beschrieben.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Displaying 1 - 30 of 123 reviews