Auf der Straße rufen sie ihm "versoffenes Schwein" hinterher, der Betrieb will ihm kündigen, nun steht er am Grab seines Leidensgefährten und einzigen er hat sich das Leben genommen. Und was bleibt ihm? Michael Naumann ist Alkoholiker. Erst Mitte Dreißig, ist er in der Gefahr, sein Leben unwiderruflich zu ruinieren. Immer wieder kam es zum ersten Glas - zum immer erneuten Absturz in die Scheinwelt der Betäubung. Der Tod des Freundes erzwingt den Höhepunkt seiner Krise. In nur wenigen Tagen durchlebt er, der schon so vieles halbherzig versucht hat, einen verzweifelten Kampf um seine Existenz. Die Alternativen sind brutal. An der Grenze seiner Kräfte schließlich erfährt er Hilfe, Unterstützung auf dem mühsamen Weg, sich vom Alkohol zu lösen. Mit minutiöser Genauigkeit schildert der Erzähler Zustände und Zwänge im Verlauf seiner Krankheit. Aber auch die "Szene" kommt ins Bild und was für ihn die andere, heilere Seite der Welt bedeutet. Entstanden ist ein Buch von großer Offenheit, das um Verständnis wirbt und schließlich denen Mut vermitteln will, die vom Alkoholismus betroffen sind.
Ein Buch aus den 80er Jahren, in der DDR aus Sicht eines alkoholabhängigen Mannes geschrieben. (Der Autor ist selber Betroffener) Anfänglich war es wirklich schwer zu lesen, so wirr, so anstrengend formuliert und gleichzeitig beschreibt gerade das die Wirren des Denkens im Rausch. Alle Phasen des Trinkens wurden deutlich und realistisch und nachvollziehbar beschrieben; Rausch, Entzugs, Suche nach mehr, Verharmlosung, Abwertung etc. Im verlauf hat mir besonders die Betonung der Eigenverantwortung gefallen. Rundum ein realistischer Einblick, der helfen kann, Betroffene besser zu verstehen. Und ein Nachwort, was rund 40 Jahre später leider aktueller den je ist!