Endlich eine Marktlücke geschlossen! Ein Buch über 77 starke Österreicherinnen!
Eines haben alle Frauen gemeinsam: Sie haben Großes erreicht, einen unkonventionellen Lebensweg, sind Rolemodels, Anführerinnen, Aufrührerinnen, sie folgen einer Passion, haben ein Riesentalent oder schlicht ihre Träume in die Tat umgesetzt – von der Bergsteigerin bis zur Kaiserin. Jedes (überraschende) Porträt enthält eine eigene farbenprächtige Illustration.
Ob weltbekannt oder fast vergessen, sie alle haben Spuren hinterlassen: Maria Theresia, Christine Nöstlinger, Elfriede Jelinek, Emilie Flöge, Johanna Dohnal, Ingeborg Bachmann, Hedy Lamarr, Ute Bock, Stefanie Sargnagel, Vicki Baum, Stefanie Reinsperger, Ceija Stojka, Inge Morath, Cenzi Flendrovsky, Friederike Mayröcker, Gerlinde Kaltenbrunner, Ingrid Brodnig …
"We are Austria. 77 außergewöhnliche Frauen aus Österreich" von Nina Pavicsits ist am 02.10.2025 im Molden Verlag (Styria Buchverlage) erschienen. Das Buch sammelt die Lebensgeschichten von 77 (un-)bekannten Frauen, von Kaiserin Maria Theresia über Schriftstellerinnen wie Elfriede Jelinek bis hin zu Aktivistinnen wie Ute Bock oder Künstlerinnen wie Stefanie Sargnagel. Jede Frau bekommt eine Doppelseite mit einer farbenprächtigen Illustration auf der einen und einem kurzen Text in Ich-Form auf der anderen. Die Texte basieren auf öffentlicher Recherche; Interviews wurden (leider) nicht geführt.
Meine Meinung Die Grundidee des Buches hat mich sofort begeistert, weswegen ich auch ein Reziexemplar beim Verlag angefragt habe (vielen Dank für die Bereitstellung). In der Einleitung zum Buch schreibt Pavicsits, dass sie ursprünglich ein Buch über bekannte Österreicherinnen für ihre Kinder im Stil der "Good Night Stories For Rebel Girls" suchte, aber keines fand. Also hat sie es selbst gestaltet und geschrieben. Diese Motivation spürt man beim Lesen: Die Auswahl der porträtierten Frauen ist divers und deckt verschiedene gesellschaftliche Bereiche, Generationen, Klassen und Talente ab. Viele der Namen waren mir völlig neu. genaugenommen kannte ich bisher nur 23 der portraitierten Frauen. Allein deshalb ist das Buch für mich ein echter Gewinn.
Die Umsetzung als illustriertes Porträtbuch ist meiner Meinung nach auch gelungen. Jede Doppelseite ist optisch ein Hingucker; farbenprächtig und abwechslungsreich gestaltet. Die Entscheidung für die Ich-Form bei den Texten ist nachvollziehbar: Sie soll Nähe schaffen und die Frauen direkt sprechen lassen. Gleichzeitig zeigt sich hier die größte Problematik: Die Ich-Perspektive wirkt bei den nicht zum Teil unautorisierten Texten irritierend, da sie eine Stimme beansprucht, die nicht der jeweiligen Frau gehört. Dadurch können die im Buch zu findenenden Aussagen, grad auch weil sie mittels KI zusammengefasst/gekürzt wurden schnell fehlinterpretiert werden. Eine neutrale Form hätte denselben informativen Wert geliefert, ohne den Anspruch vorzutäuschen, die Frauen sprächen selbst.
Inhaltlich liefern die Portraits kurze, aber motivierende Einblicke. Man merkt, dass sich die Autorin Mühe gegeben hat, die Geschichten kompakt und zugänglich zu erzählen. Persönlich hätte ich mir weniger Frauen (kann man ja dann in Band 2-x immer noch ergänzen :D), dafür mehr Tiefe in den Portraits gewünscht. Dennoch schafft das Buch es, Motivation und Inspiration zu vermitteln und gerade für junge Leser:innen ist die verkürzte Darstellung wahrscheinlich praktikabler.
Die öffentliche Debatte um das/Kritik zum Buch ist verständlich und wichtig: Einige lebende Frauen haben die Texte nicht autorisiert oder wurden erst gar nicht kontaktiert. Hier hat der Verlag klar ein Versäumnis eingeräumt und will in einer nächsten Auflage entsprechende Korrekturen vornehmen. Das zeigt wieder einmal, dass die Recherche bei Büchern und vor allem der interne Verlagsablauf für Freigabeprozesse besondere Sorgfalt erfordern. Mein Eindruck beim Lesen: Trotz dieser Kritik bleibt der Wert des Buches hoch, aber die Umsetzung hätte sorgfältiger sein müssen, gerade was Freigaben und Transparenz betrifft. Auch das Thema KI bei der Texterstellung bzw. -verwertung hätte definitiv besser gekennzeichnet werden müssen, gerade weil ja eines der vielen Anwendungsfelder von KI in der Kürzung und Zusammenfassung von Texten liegt, wie es genau hier der Fall ist. Bei den Bildern gab es einen entsprechenden Hinweis, der bei den Texten leider fehlt.
Fazit "We are Austria" ist ein inspirierendes und wichtiges Buch, das Sichtbarkeit für österreichische Frauen schafft, die Geschichte, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft geprägt haben. Gleichzeitig zeigt es, wie wichtig Sorgfalt, Transparenz und Verantwortung sind, gerade bei Ich-Form-Texten über lebende Persönlichkeiten. Ich empfehle es:
- allen, die neue weibliche Vorbilder entdecken möchten, - allen, die Jugendliche für Diversität und Empowerment begeistern wollen, - allen, die leicht zugängliche illustrierte Biografien schätzen, aber selbst noch nachrecherchieren wollen.
Danke an der Stelle an den Molden Verlag / Styria Buchverlage für das Rezensionsexemplar.
Bekannten österreichischen Frauen werden Worte in den Mund gelegt, die sie nie gesagt haben, um rechtzeitig was Pinkes fürs Weihnachtsgeschäft zusammenzuschustern. Enttäuschend.
eine nette Idee - jedoch in der Umsetzung fragwürdig
Alphabetisch geordnet nach Vornamen werden in diesem Buch 77 Frauen aus verschiedenen Epochen Österreichs porträtiert. Von Kaiserin Sissi, über Bertha von Suttner, zu Anna Sacher und Frauen verschiedenster Profession der heutigen Zeit. All dies wird sehr farbenfroh präsentiert. Jeder Person wird eine Doppelseite gewidmet – einmal ein farbenfrohes, modernes Portrait. Die zweite Seite ist dem Text über die Person gewidmet. Nach den biographischen Daten wie Name, Beruf folgt eine kurze Zusammenfassung in ein Paar Sätzen. Den Großteil nimmt allerdings Text ein, der im Stil einer Ichbeschreibung verfasst ist. Je nach Person - ob lebendig oder nicht- wird das gesamte Leben zusammengefasst inklusiver wichtiger Wegpunkte – oder bei leibenden aktuellen Motivationen und Probleme angesprochen.
Ich habe das Buch gelesen, nachdem öffentliche Kritik laut wurde – da ich die Idee des Buches, Frauen aufzulisten, die wichtig für das Land Österreich sind, interessant fand. Vor allem in einer modernen, bunten Form, auch um Jugendliche leichter abzuholen.
Obwohl mir, so wie auch anderen wohl nicht ganz klar ist, wie entschieden wurde, wer unter die 77 Frauen kommt, finde ich, vor allem bei historischen Persönlichkeiten die Auswahl gelungen.
Ich verstehe allerdings den Einwand der lebenden Porträtierten, wenn sie sich selbst nicht einbringen, durften bei einem Kapitel über sie, dass den Eindruck vermittelt, dass sie selbst ihn geschrieben haben. Speziell wenn man dieses Stilmittel verwendet und damit eine gewisse Nähe suggeriert, ist es nötig mit den entsprechenden Personen Kontakt zu haben. Ja die Autorin hat dies im Vorwort auch erklärt, dass keine wirklichen Interviews geführt wurden und hauptsächlich auf alte Daten – biographische, alte Artikel, Interviews zurückgegriffen wurde. Mit diesem Wissen hat man den Verdacht ob vielleicht so manche „Aussage“ den Personen in den Mund gelegt wurde durch die Autorin.
Somit bleibt bei mir ein schaler Nachgeschmack einer eigentlich großartigen Idee.
Frauen vor den Vorhang Eines haben alle Frauen gemeinsam: Sie haben Großes erreicht, einen unkonventionellen Lebensweg, sind Rolemodels, Anführerinnen, Aufrührerinnen, sie folgen einer Passion, haben ein Riesentalent oder schlicht ihre Träume in die Tat umgesetzt – von der Bergsteigerin bis zur Kaiserin. Jedes (überraschende) Porträt enthält eine eigene farbenprächtige Illustration. Pink mit starken schwarzen Lettern hebt sich das Cover gut von anderen Büchern ab. Selbst im Farbschnitt sind Namen zu lesen. Auf das Inhaltsverzeichnis folgen die Porträts der einzelnen Frauen, die nach Vornamen alphabetisch geordnet sind. Die Abbildungen auf der jeweils rechten Seite sind Geschmackssache, links befindet sich eine Art Steckbrief, in dem die berühmten Frauen in der Ich-Perspektive die Besonderheiten Ihres Schaffens darlegen. Am Ende klärt die Autorin noch kurz über Frauenrechte auf und lässt Platz für weitere Vorschläge für weitere österreichische Frauen, die in diesem Werk nicht fehlen sollten. Abgerundet wird das Buch noch durch ein umfangreiches Quellenverzeichnis. Die Texte sind kurz und in einfacher Sprache gehalten, damit sie auch für jüngere Lesende verständlich bleiben. Denn die Autorin hatte erfolglos ein informatives Buch für ihre eigenen Kinder gesucht. Die Frauen in diesem Buch kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen, haben ihren Auftritt aber auf jeden Fall verdient. Viele kannte ich als Österreicherin bereits, andere nur dem Namen nach und einige durfte ich erst in diesem überaus informativen Buch kennenlernen. Das abwechslungsreiche Buch eignet sich für alle Altersklassen und Geschlechter. Wertig in der Verarbeitung ist es auch sehr gut als Geschenk geeignet.
Es gibt noch kein Buch über österreichische Frauen - also hat sie es selbst geschrieben! Eine tolle Sammlung vieler österreichischer Power-Frauen der Vergangenheit und Gegenwart aus allen möglichen Bereichen des Lebens. In kurzen Porträts gibt die Autorin einen Überblick über die Personen. Es ist kein simpler Lebenslauf, sondern ein Einblick in ihre Gefühle, Ansichten und auch Herausforderungen. Das Buch ist toll illustriert, die Inhalte sind kurz und daher leicht und gerne zu lesen. Manchmal hätte ich mir etwas mehr Information gewünscht, andererseits wäre dann wahrscheinlich der Inhalt zu viel geworden und man würde es erst recht nicht lesen. Was mich etwas gestört hat (und daher nur 4 Sterne), ist, dass die Autorin von jeder Person in der Ich-Perspektive schreibt. In ihrem Vorwort erklärt sie aber, dass sie mit den noch lebenden Frauen keine tatsächlichen Interviews geführt hat. Ich habe mich beim Lesen daher immer gefragt, ob diese Frau es wirklich so sieht und so empfindet. Dennoch bekommt das Buch eine klare Leseempfehlung von mir! Für alle, die schon immer mehr über tolle österreichische Frauen wissen wollten!