Von „Burnham Dynasty“ von Julie Marinello habe ich mir sehr viel versprochen. Das Setting und die Story haben mich beim Lesen des Klappentextes direkt angesprochen, weshalb meine Erwartungen sehr hoch waren. Leider wurde ich etwas enttäuscht.
Grundlegend geht es um Cathy, die für mehrere Wochen zu ihrem Vater zieht, welcher als Stallmeister auf dem Anwesen der Burnham Familie arbeitet. Unsere Protagonistin geht zusätzlich auf ein Elite-College, arbeitet in einem Café und ihr größter Traum ist es, nach Oxford gehen zu können. Kommt das noch wem bekannt vor? Ich musste direkt an Ruby aus Maxton Hall denken, was an sich nicht schlimm gewesen wäre, wenn Cathy außer den aufgeführten Merkmalen noch andere Charaktereigenschaften gehabt hätte. Dem war leider nicht so. Sie wirkte auf mich sehr zweidimensional, naiv und vor allem gegensätzlich in vielen Situationen. Die Hälfte des Buches ist sie dem männlichen Protagonisten einfach hinterhergelaufen, obwohl dieser sie wie den letzten Mensch auf Erden behandelt hat. Keine Sorge, zu ihm kommen wir gleich. Zusätzlich gibt es einen kleinen Mystery-Plot, der zwar immer mal wieder aufgegriffen wurde, in meinen Augen aber viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat (hallo? Ein Familienmitglied steht unter Mordverdacht und ihr feiert Parties??). Irgendwie wirkte es, als wäre die Handlung nur in die Geschichte eingebaut worden, damit überhaupt etwas passiert und die Protagonisten einen Grund haben, Zeit miteinander zu verbringen. Es gab ansonsten nämlich tatsächlich keinen Grund, warum die beiden sich angenähert hätten und der Hauptgrund dafür war unser männlicher Protagonist.
Josh Burnham, reich, adelig, attraktiv, selbstverliebt, arrogant, egoistisch, oberflächlich, ich könnte ewig so weitermachen. Die Charaktereigenschaft, die an unserem männlichen Protagonisten am meisten hervorgestochen ist war leider, seine Unausstehlichkeit. Er hat sich Cathy gegenüber unnormal respektlos verhalten, mit ihren Gefühlen gespielt, es gab ein ständiges Hin und Her und bis zum Ende des Buches wusste er gefühlt nicht was er will. Sein Ziel ist es, dass Anwesen irgendwann übernehmen zu können und tut alles dafür, dass seine Familie nicht in ein schlechtes Licht gerückt wird. Dafür greift er auch gerne zu mehr als fragwürdigen Mitteln. Es gab wirklich keinen Moment in diesem Buch, in dem ich das Gefühl hatte, dass er für Cathy gut genug ist beziehungsweise dass er es verdient hat, mit ihr glücklich zu werden.
Auch der Schreibstil konnte mich leider nicht überzeugen. Die Sprache wirkte an vielen Stellen holprig und irgendwie kam weder die Romance Geschichte, noch der Mystery Anteil des Buches gefühlstechnisch bei mir an. Ich habe das Buch beendet, weil ich trotz allem wissen wollte wieso die Dinge passiert sind, die passiert sind und wer dafür verantwortlich war, bei allem was zwischen Cathy und Josh abgelaufen ist, habe ich jedoch komplett abgeschaltet.
Am Ende habe ich gesehen, dass noch ein zweiter Teil kommen wird, wobei ich mich aktuell frage warum. In meinen Augen wurden viele Handlungsstränge bereits abgeschlossen und die noch offenen Fragen hätten auch in 1-2 Bonusepilogen geklärt werden können.
Alles in allem bin ich sehr enttäuscht von der Geschichte und werde die Reihe nicht weiter verfolgen.