Die beliebte Stand-Up-Comedienne Parshad Esmaeili über das universelle Gefühl einer ganzen Einsamkeit
Der tonnenschwere Scout-Schulranzen liegt in einer dunklen Ecke der Küche, auf MTV trällern die Backstreet Boys »Show me the meaning of being lonely«, Parshad singt mit und wartet. Allein. An ihrem Küchentisch werden keine Kastanienmännchen gebastelt, sondern unbezahlte Rechnungen sortiert, und niemand erinnert sich mehr daran, wann der Fernseher zum Erziehungsberechtigten wurde.
Während die Nachbarsmädchen alle 330 Pferderassen kennen, sind die Frauen in Parshads Familie Expertinnen der Einsamkeit. Sie sind es, die die Familie zusammenhalten, während die Männer ständig für Ärger sorgen. Schnell lernt Parshad, die Probleme der Erwachsenen mit guten Noten, noch besserer Laune und viel Dugh herunterzuspülen. Die Lyrics der Single Charts kennt sie auswendig, doch über Gefühle reden kann sie mit niemandem.
Heute sieht die Entertainerin es als ihren Lebenssinn, Menschen zum Lachen zu bringen und damit die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Durch ihre Fähigkeit, aus jeder Tragödie eine Komödie zu machen, schafft sie es im einsamen, knallharten Show-Business bis ganz nach oben. Ihr lauter und feministischer Humor – das Pflaster gegen die Einsamkeit.
Als Papa-Kind ohne Papa nimmt uns Parshad in ihrem ersten Hörbuch Papa weg, Mama müde, ich laut mit durch ihr rasantes Leben und erzählt, was ihre Sehnsucht nach männlicher Validierung mit Safranreis und Frankfurt am Main zu tun hat.
Ich muss leider sagen, dass mich dieses Buch ein wenig enttäuscht hat. Der Titel "Papa weg, Mama müde, ich laut - Monolog einer Alleinerzogenen" lässt einiges erwarten. Der Fokus soll hier wohl klar auf die Beziehung zu den Eltern, insbesondere zum Vater gelegt werden. Das kann Esmaeilis Buch letztendlich aber meiner Meinung nach nicht "leisten". Vielleicht vorweg zu dieser Rezension: Es ist immer schwierig, Memoiren/Biografien zu bewerten, da es sich dabei oftmals um persönliche Geschichten handelt, denen ich als außenstehende Dritte keine Bewertung geben kann beziehungsweise möchte. Schlussendlich liegt es an der/dem Autor:in, zu entscheiden, wie viel von ihrem Leben sie preisgeben möchten und es ist auch immer eine persönliche Sache, was man wie ausführlich erzählen möchte. Nichtsdestotrotz hat mir in diesem Buch ein wenig der rote Faden gefehlt. Während ich mir das Hörbuch angehört habe, kam bei mir an jeder Stelle, an der der Vater kurz angerissen wurde (insbesondere vor dem Hintergrund des Buchtitels) immer wieder die Frage auf "warum ist die Autorin eigentlich ein Papakind?". Bei vielen Kapiteln habe ich mich gefragt, was das denn nun mit dem Vater und der alleinerziehenden Mutter zu tun hat. Beide Fragen wurden meiner Ansicht nach nicht beantwortet. Das bedeutet nicht, dass die Erfahrungen der Autorin nicht "gut genug" oder ähnliches sind, sondern deutet für mich eher darauf hin, dass dieses Buch vielleicht noch nicht bereit war, veröffentlicht zu werden.
Einige meiner Eindrücke zu den einzelnen Kapiteln: Ganz am Anfang geht es darum, wie die junge Parshad nach der Schule immer zu ihrer Tante musste, weil die Eltern geschieden waren und die Mutter so lange arbeiten musste. Hier wird sehr knapp das Thema der "Einsamkeit" angeschnitten, das in einem späteren Kapitel noch relevant wird. Direkt zu Beginn sagt die Autorin aber auch, dass sie aus rechtlichen Gründen und weil sie ihre Mutter nicht belasten will, nicht viel von der Trennung ihrer Eltern erzählen kann. Aber worum geht es dann bitte, beim "Monolog einer Alleinerzogenen"? Die Antwort auf diese Frage sind mehrere Kapitel, bei denen Esmaeili unter anderem aus ihren Teenager-Zeiten berichtet, die sie selber "Sitcom-Momente" ihres Lebens tauft. Ich empfand diese eher als Geschichten, die man seinen Freunden beim Abendessen erzählt, die aber in meinen Augen nicht wirklich Buch-Material darstellen. Jedenfalls nicht, wenn es in dem Buch um die alleinerziehende Mutter und den abwesenden Vater gehen soll und wie das für die Autorin war.
Zum einen haben wir die Tampon-Geschichte, bei der die Autorin zum ersten Mal versucht, einen Tampon zu benutzen und dann ins Krankenhaus fahren muss, um diesen wieder herauszubekommen. Hier wird immer wieder versucht, lustig zu sein, was nicht wirklich gelingen mag (beispielsweise der Moment, in der die Autorin im Behandlungsraum sieht, dass die Ärztin ein Tablett holt und denkt, ihr würde jetzt lecker Essen serviert, nur um dann vollkommen entsetzt zu sein, als sie stattdessen die Instrumente zur Behandlung erblickt. Mal ganz ehrlich, wer denkt so etwas in einem Behandlungszimmer? Wirkte auf mich sehr konstruiert lustig). Als nächstes gibt es ein ganzes Kapitel darüber, wie sie mit Jungs nachmittags im Skatepark abgehangen hat und die Jungs im Moment, als ihre Mutter sie früher als geplant abholen kam, ins Gebüsch gesprungen sind, um sich zu verstecken (wieder ein "Sitcom-Moment"). Hier klingt ganz kurz der Gedanke über "westliche" Werte und Verhaltensweisen im Vergleich zu den Werten der Mutter an, wird aber nicht tiefergehend behandelt. Später dann ein Kapitel über Frankfurt a.M. und wie sehr sie die Stadt lieb, worin wirklich unglaublich lang und breit beschrieben wird, wie sie in ihrem Mercedes an der Skyline entlangfährt. Sie vergleicht die Stadt mit einem Typen und sagt, wenn dieser Typ existieren würde, dann wäre es ihr "absoluter über Crush". Daran anknüpfend wird erzählt, wie sie damals im Einlass bei einem Club gearbeitet hat, bei dem es zu einer Polizeidurchsuchung kam. Hier werden Clubbesucher und Kollegen aus der Security in aller Ausführlichkeit beschrieben, es fällt mal wieder der Satz "mein Leben eine Sitcom" und ich habe mich mal wieder gefragt, was das ganze denn nun mit ihrem Vater und ihrer alleinerziehenden Mutter zu tun hat. Um ganz ehrlich zu sein wirkten diese Geschichten auf mich eher wie Füllmaterial, damit das Buch nicht zu kurz wird.
Es gibt einen sehr schönen Teil über Iran und ihren Onkel, der dort als Freiheitskämpfer verhaftet und getötet wurde und die Tatsache, dass die Familie aus diesem Grund unter anderem nicht mehr in ihr Heimatland zurückkehren kann. Diesen Teil fand ich sehr gut gelungen und beeindruckend, er wird im Nachhinein dann aber etwas abgeschwächt, als die Autorin eine Geschichte über eine Stierstatue in Iran und später ihrer Kleinstadt erzählt, wo für mich ein wenig die Überzeugung durchklang, dass sie die Reinkarnation einer alten iranischen Königin sein könnte (???). Hier habe ich mal wieder keine Verbindung zu den getrennten Eltern erkennen können und war generell verwirrt, welchen Punkt diese Geschichte machen sollte.
Es folgen sehr dunkle Kapitel über Einsamkeit, Alkoholismus, Burnout und Schlafparalyse, was wirklich alles sehr schlimm klingt und sicher keine einfache Zeit für die Autorin war. Richtig auseinandergesetzt wird sich damit aber schlussendlich nicht. Es geht hier viel um die Einsamkeit, die die Autorin schon zu Beginn des Buches angerissen hat, aber gerade weil es dort nur angerissen wurde und in der Zwischenzeit über "Sitcom-Momente" geredet wurde, anstatt sich wirklich damit auseinanderzusetzen, kommt es auch hier weiterhin zu keiner tiefergehenden Auseinandersetzung. Stattdessen fällt das Buch schon fast ein wenig in (sorry to say) religiöses Geschwurbel ab, als ihr ein Freund mitteilt, die Schlafparalyse, die Esmaeili als "Monster" vor sich sieht, nur wieder verschwindet, wenn sie ein bestimmtes Gebet aufsagt und dazu auch nicht mehr nackt zu Hause herumlaufe. Das passt zusammen mit weiteren "spirituellen" Erfahrungen, bei denen die Autorin unter anderem einen Reiki Meister in Japan besucht und sich mit einer Fernsehproduktion zu einem indigenen Volk in den Amazonas begibt, um sich spirituell zu reinigen. Ich möchte der Autorin gar nicht absprechen, mit welchen Mitteln sie ihre Probleme verarbeiten will, persönlich fand ich es aber ein wenig irritierend, insbesondere, weil die schweren Kapitel über Einsamkeit und Alkoholmissbrauch dadurch keinerlei Auflösung erfahren, sondern schlussendlich einfach so stehen gelassen werden.
Die Amazonas-Geschichte beendet das Buch. Es geht um eine Reise (ich glaube damals für "Duell um die Welt" oder so), auf der die Autorin ihr Innerstes verarbeiten soll (ob das der Vater, die Mutter, die Einsamkeit, der Alkoholismus, oder alles auf einmal sein soll, bleibt offen). Und auch hier wird sich bedauerlicherweise schon wieder nicht damit auseinandergesetzt, sondern ein weiterer "Sitcom-Moment" durch die Autorin beschrieben. Nach einem sehr langen Kapitel über Kotzen und andere Ausscheidungen (was glaube ich lustig sein sollte), kommt Esmaeili dann endlich zu der Erkenntnis, dass es nicht ihr Vater ist, der ihr in ihrem Leben fehlt (passend zu meiner Frage während der gesamten Länge des Buches, warum genau sie eigentlich Papakind sein soll), sondern dass ihre Mutter ihr seit Jahren Unterstützung leistet, Liebe gibt und für sie da ist. Das ist dann auch ganz schön und bindet immerhin eine nette Schleife um das Ende dieses Buches.
Der Schreibstil ist etwas mehr umgangssprachlich, vor allem das Hörbuch ist so gelesen, wie die Autorin auch im Alltag spricht. Aussagen wie "ich tippe mit vercrackten Fingern auf meinem Handydisplay" (gemeint war hier hoffentlich, dass die Autorin einen Kater vom Feiern hatte und nicht ❄️), "irgendwann bin ich maximal crashout gegangen" und "bei Gott, ..." sind in diesem Buch also keine Seltenheit. Das Hörbuch ist von der Autorin selbst gelesen, was sie ziemlich gut macht. Es macht generell Spaß, ihr zuzuhören. An manchen Stellen ist jedoch der Versuch, über die Betonung einzelner Worte den "Witz" der (Sitcom-)Szene via Text zu transportieren meiner Meinung nach aber leider nicht so gelungen. Aufgefallen sind mir die Menge an Personifizierungen: Die Einsamkeit, die Schlafparalyse, der Joker, der Stier, die alle von der Autorin als echte Erscheinungen beschrieben werden, die mit ihr in den Dialog treten. Ich kann es nicht einschätzen, vielleicht ist das die Art, wie die Autorin die Welt sieht. Wenn es als Stilmittel gedacht war, empfand ich es spätestens beim dritten Mal allerdings als zu repetitiv. Ärgerlich waren auch mehrere grammatikalische Fehler. Beispielsweise werden Hauptsätze mit "weil" anstatt richtigerweise mit "denn" verbunden (ich weiß dass das sehr kleinlich ist und dass "weil" mittlerweile im alltäglichen Sprachgebrauch geläufiger ist, als das förmlichere "denn", dennoch finde ich, dass so etwas in einem Buch grammatikalisch richtig sein sollte, auch wenn es nicht so förmlich geschrieben ist). Oder auch Sätze wie "während eines meiner endlos langen Fernsehnachmittage", wobei es hier auch einfach nur falsch gelesen sein könnte. Das kann ich nicht überprüfen, da ich keine physische Ausgabe des Buches besitze, aber entweder das Lektorat oder aber das Tonstudio muss solche Fehler doch auffangen??
Zusammenfassend hat das Buch hat einige gute Momente, aber leider auch mehrere schwache, die schlussendlich in meinem Gesamteindruck überwiegen. Es wirkte für mich fast ein wenig wie ein Buch, bei dem ein Verlag auf eine Person des öffentlichen Lebens zukommt und das Thema erst im Nachhinein gesucht wird, und nicht umgekehrt, dass die Autorin eine Geschichte hatte, die sie unbedingt erzählen wollte. Das muss nicht heißen, dass die Geschichte am Ende eine schlechte ist, die nicht hätte erzählt werden müssen. Am Ende des Tages hat es mir aber - wie schon gesagt - am roten Faden in der Erzählung insgesamt gefehlt. 3 Sterne ✨
Auch wenn das Buch mit einem „Intro“ beginnt, wird man sofort mitten in Parshads Gedanken- und Gefühlswelt katapultiert. Es fühlt sich an, als würde man das Leben dieser deutsch-iranischen Familie hautnah miterleben – geprägt von Verletzungen, Enttäuschungen und gleichzeitig von einer tiefen, spürbaren Liebe.
Die Entertainerin beschreibt schonungslos, wie sie täglich gegen Einsamkeit, Traumata und Schuld ankämpft – und wie sehr sie diese immer wieder einholen. Ihre Ehrlichkeit ist beeindruckend, ihre Verletzlichkeit so greifbar, dass es stellenweise wirkt, als hätte sie ihrem inneren Kind das Wort überlassen.
Ich war ehrlich überrascht von Parshads erzählerischem Talent und hoffe sehr, dass dieses Buch nicht das letzte ist, das ich von ihr lesen werde.
4,5✨ 🎧 Ich liebe die Repräsentation und die Themen die hier bearbeitet sind. Es ist SO ein wichtiges Buch, was die Autorin selbst eingesprochen hat. Manchmal gab es etwas lange Zeitsprünge, und das Ende würde ich der Allgemeinheit jetzt nicht empfehlen. 😁🤭 aber es ist eben eine Biografie. Danke an Parshad für das Sichtbarmachen zu Teilen auch meiner eigenen Lebensrealität.
Ich bin ehrlich gesagt gerade etwas sprachlos. Parshads Buch hat mich auf eine Weise mitgenommen, die ich so nicht habe kommen sehen. Ich wusste, dass es um das Aufwachsen ohne Vater und den Struggle ihrer Mutter geht, aber das Buch bietet so viel mehr Tiefe und Schmerz, als ich erwartet hätte.
Parshad öffnet sich hier vollkommen und macht sich extrem verletzlich. Themen wie Einsamkeit, Alkoholismus und die ständige Angst werden nicht nur oberflächlich gestreift, sondern ziehen sich wie ein roter Faden durch die Erzählung. Besonders beeindruckend fand ich, wie sie die Dynamik der Frauen in ihrer Familie beschreibt. Jene, die alles zusammenhalten, während die Männer oft fehlen oder Probleme verursachen. Was mir echt gut gefallen hat, ist ihre metaphorische Sprache. Sie personifiziert Emotionen so bildhaft, dass man ihre inneren Kämpfe fast physisch spüren kann. Die fragmentarische Struktur und die Zeitsprünge wirken gegen Ende wie ein literarischer Fiebertraum und ich glaube damit genau so, wie sie es vermutlich erzeugen wollte, um das Chaos der Erinnerungen greifbar zu machen. Wer Parshad nur als die lustige Entertainerin kennt, wird hier eine ganz neue, rohe und poetische Seite von ihr entdecken. Und ich habs dolle geliebt!
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und die letzten 20 Minuten eigentlich nur noch geweint. Es ist ein mutiges, intensives Porträt einer Frau, die gelernt hat, ihre Vergangenheit nicht nur zu überleben, sondern daraus eine eigene, starke Stimme zu entwickeln. Ein riesiges Dankeschön an Parshad für dieses Geschenk an Offenheit. Für mich ein absolutes Highlight, das mich dolle berührt hat.
Obwohl ich nicht wusste, was mich erwartet hat das Buch mich sehr zufrieden zurückgelassen, wenn auch mit etwas gebrochenem Herzen, aber das war wohl klar. Parshad erzählt nicht nur emotional und tiefgehend ihre Geschichte, sondern macht einem auch nochmal bewusst, wie schlimm Einsamkeit sein kann und welche Auslöser dieses Gefühl wecken können. Manche Episoden der Erzählungen waren für mich spannender als andere, aber alles in allem ein interessanter und lesenswerter Buchsnack.
Eine unglaublich beeindruckende Biografie und nochmal besonderer als Hörbuch. Sie spricht dieses Buch so gut, man hat wirklich das Gefühl, als würde sie einem persönlich diese Geschichten erzählen. Ich fand ihre Perspektive als Immigrantentochter super spannend. Einige Male wurde es mir persönlich etwas zu metaphorisch, aber sowas ist natürlich Geschmackssache. Ich kann dieses Buch aber auf jeden Fall empfehlen!
3.5 ⭐️ Ich habe Parshad auf eine ganz neue Art kennenlernen dürfen, als sie auf Social Media sonst rüberkommt. Eine bewegende Geschichte mit Blick hinter die Kulissen einer sehr vielschichtigen Frau.
„Leider gibt es keine zweite Chance auf eine Kindheit. Es gibt nur diese eine, und meine bestand aus: einer rund um die Uhr arbeitenden Mama, einem abwesenden Papa und einem gewaltigen Gefühlschaos.“ Das Buch hat zwischendrin auf alle Fälle Herz zerrissen.
Ich habe das Hörbuch zu „Papa weg, Mama müde, ich laut. Monolog einer Alleinerzogenen” von Parshad Esmaeili als Rezensionsexemplar über NetGalley gehört und es hat mich emotional sehr berührt.
Insgesamt vergebe ich 4 von 5 Sternen. Das Hörbuch trägt eine spürbare Schwere in sich, die lange nachhallt, gleichzeitig gab es für mich aber auch Momente der Verwirrung. Durch die vielen Zeitsprünge und fehlenden klaren akustischen Abtrennungen zwischen den Abschnitten musste ich mich immer mal wieder erst orientieren – ein Punkt, der vermutlich im Audioformat stärker ins Gewicht fällt als im gedruckten Buch.
Inhaltlich bleibt vor allem die Botschaft hängen, dass man es schaffen kann, die eigenen Dämonen zu überwinden. Besonders eindrücklich fand ich die Gespräche mit personifizierten Emotionen und inneren Stimmen, etwa Einsamkeit als Figur. Diese Bilder machen die inneren Kämpfe greifbar, wirkten für mich aber stellenweise auch etwas plakativ.
Ein großer Pluspunkt ist die Umsetzung als Hörbuch: Parshad Esmaeili liest selbst. Normalerweise bevorzuge ich professionelle Sprecher*innen, doch hier passt es perfekt. Sie bringt nicht nur viel Sprecherfahrung durch ihre Radio-Jobs mit, sondern erzählt ihre eigene Geschichte – und genau deshalb verleiht ihre Stimme dem Text eine zusätzliche Ebene. Man hört die Emotionen direkt, was die Wirkung deutlich verstärkt und den Text spürbar anhebt.
Das Hörbuch richtet sich meiner Meinung nach in erster Linie an Menschen, die Parshad bereits kennen oder ihrer Arbeit folgen. Wer mit ihr und ihrer öffentlichen Persona vertraut ist, wird viele Bezüge besser einordnen können. Gleichzeitig zeigt das Buch sehr eindrücklich, woher sie kommt und warum sie heute so ist, wie sie ist – offen, verletzlich und dadurch unglaublich sympathisch.
Besonders empfehlen würde ich das Hörbuch Fans ihrer Comedy, aber auch Menschen, die sich in Themen wie Aufwachsen in einer Ein-Eltern-Familie, Migrationserfahrungen, psychische Erkrankungen in der Familie oder dem Gefühl von Heimatlosigkeit wiederfinden.
Ein persönliches, ehrliches und emotionales Hörbuch, das nicht perfekt ist, aber genau durch seine Offenheit wirkt.
Boah also das Buch hat mich anders mitgenommen, trotz das es wenige Seiten hat brauchte ich ab und zu mal Verarbeitungspausen, weil ich mich immer in die Gefühle der Personen reindenke.
Erstmal ein Riesen Danke an parshad💗 das Sie Ihre Story und Gefühlslage mit uns teilt, das zeigt so viel Stärke und Mut. Sie bringt jeden von uns zum Lachen mit Ihrer Art und trägt dennoch so viel Last in sich. Manchmal musste ich echt ein paar Tränen verdrücken, weil ich echt emotional wurde.
Ich umarme hiermit die kleine parshi und bin stolz auf die Person die Sie geworden ist.
Die Gefühle unserer Kindheit sind nicht irgendwelche die wir einfach loslassen können nein sie sind unser ganzes Sein. Denn die Dinge die man damals erlebt hat prägen sein zukünftiges ich etwas zu viel ohne das du das willst oder merkst woher diese Gefühle wirklich kommen. Deswegen sollte man sich immer an das kleine Kind in sich selber dran erinnern, wer das kleine unschuldige Kind war und was es sein will.
Ich dachte erst das wird bestimmt ein bisschen hihi haha medienbranche blabla aber es hat komplett anders gehittet und ich habs in einem und nem halben rutsch durchgelesen und es war sehr, wirklich SEHR gut und ehrlich und toll einfach?! 😭
Diese Biografie hat mich zum einen aufgrund des Titels und zum anderen aufgrund der Person, um die es geht, vorab bereits sehr neugierig gemacht. Ich persönlich habe Parshad immer mal wieder auf TikTok gesehen. In ihren Videos hat sie einen sympathischen und humorvollen Eindruck auf mich vermittelt, aber trotzdem habe ich mich bis dato nicht weiter mit ihr als Mensch auseinandergesetzt. Ich habe den Eindruck, durch das Hörbuch einiges über Parshad als Person, ihre familiären und freundschaftlichen Verbindungen und ihren Hintergrund erfahren zu haben. Besonders schön und eindrucksvoll fand ich, wie die Höhen und Tiefen zur Verbindung ihrer Mutter dargestellt wurden und dass thematisiert wurde, wie ihre positiven Erfahrungen in Freundschaften mit Männern sind. Generell fand ich die Themen, die verarbeitet wurden, durchaus spannend, wobei mir dann doch an einigen Stellen der rote Faden fehlte. Jedoch muss ich sagen, dass es mich trotz der Vielzahl an wichtigen Themen, nicht gänzlich berühren konnte. Dies könnte mitunter daran liegen, dass immer mal wieder Passagen bzw. Kapitel folgten, die aus meiner Perspektive wenig zum übergeordneten Thema beitragen konnten, sondern die Bedeutsamkeit des Buches eher ins Lächerliche zogen. Andererseits dienten diese wahrscheinlich dem Bewusstmachen der Menschlichkeit der Autorin. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich das Hören nicht genossen habe. Allerdings habe ich den Eindruck, dass ich aus dieser Biografie nachhaltig nicht so viel mitnehmen werde, wie ich zunächst erhofft hatte. Würde ich das Hörbuch weiterempfehlen? Wenn man die Autorin kennt bzw. kennenlernen möchte, erachte ich dieses Werk durchaus als sinnvoll, besonders da diese das Werk selbst vorliest. Wenn man allerdings bloß aufgrund des Titels zum Buch greifen will, könnte man eventuell ein wenig enttäuscht werden. (Ich bedanke mich bei NetGalley für das Bereitstellen des Hörbuchs!)
Ich fand Parshad bisher immer super sympathisch und lustig und hatte deswegen wahrscheinlich einfach viel zu hohe Erwartungen an dieses Buch. Es ist immer schwer autobiografische Werke zu rezensieren, aber ich sage so viel: Ich habe schon irgendwo gecheckt, was sie mit dem Buch sagen wollte, ich konnte ihren Charakter auf jeden Fall raushören und ich musste mich nicht sonderlich konzentrieren. Aber: literarisch hat es mich nicht abgeholt, ich habe nicht sonderlich viel mitgenommen und weiterempfehlen würde ich es auch nicht. Ich finde Parshad weiterhin toll, aber das Buch war nichts für mich.
Das Buch ist so gut geschrieben und als Hörbuch einfach super!
Ich habe mich in so vielen Erzählungen selbst gesehen und habe so mitgefühlt. Ich bin so dankbar für Parshads Mut, diese schmerzhaften Erinnerungen mit uns zu teilen. Vor allem auch dafür, dass ich dadurch einiges über mich selbst gelernt habe und manche Dinge aus der Vergangenheit besser verstehen kann.
Ein persönlicher Blick auf Einsamkeit Mit Papa weg. Mama müde. Ich laut. legt die Entertainerin und Stand-up-Comedienne Parshad Esmaeili ein sehr persönliches und emotionales Buch vor. In Form eines Monologs erzählt sie von ihrer Kindheit, von Einsamkeit, familiären Konflikten und der Suche nach Zugehörigkeit – aber auch von der Kraft des Humors und davon, wie man trotz schwieriger Voraussetzungen seinen eigenen Weg finden kann. Schon früh wird deutlich, dass es sich hierbei nicht um eine klassische, linear erzählte Lebensgeschichte handelt. Vielmehr gleicht das Buch einem Strom aus Erinnerungen, Gedanken und inneren Dialogen, der die Leser*innen direkt in die Gefühlswelt der Autorin hineinzieht.
Handlung und Inhalt Im Mittelpunkt steht Parshads Kindheit als Scheidungskind. Während viele Gleichaltrige eine scheinbar unbeschwerte Kindheit erleben, wächst sie in einem Umfeld auf, das von Überforderung, Abwesenheit und emotionaler Einsamkeit geprägt ist. Ein prägendes Bild aus dem Buch zeigt die junge Parshad mit ihrem schweren Scout-Schulranzen in einer dunklen Küchenecke, während im Fernsehen Musikvideos laufen und sie alleine am Tisch sitzt. In ihrem Zuhause wird weniger gebastelt oder gespielt – stattdessen werden Rechnungen sortiert, und der Fernseher übernimmt eine Rolle, die eigentlich Erwachsenen zukommen sollte. Die Mutter ist erschöpft und mit der Situation überfordert, während der Vater zwar eine starke Präsenz hat, aber gleichzeitig eine Quelle von Konflikten und psychischem Druck darstellt. Besonders eindrücklich beschreibt Esmaeili die Dynamik innerhalb ihrer Familie: Während die Männer häufig Probleme verursachen oder sich entziehen, sind es die Frauen, die versuchen, den Alltag zusammenzuhalten. Diese Frauen entwickeln eine besondere Stärke, aber auch eine gewisse Resignation – eine Art stille Expertise im Umgang mit Einsamkeit. Die junge Parshad reagiert darauf mit Anpassung. Sie lernt früh, Probleme zu überspielen und Erwartungen zu erfüllen: gute Noten schreiben, fröhlich wirken, nicht zur Last fallen. Gleichzeitig bleibt ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung und emotionaler Nähe, insbesondere nach männlicher Bestätigung. Im weiteren Verlauf des Buches schlägt die Geschichte den Bogen in die Gegenwart. Parshad beschreibt ihren Weg ins Showgeschäft, ihre Entwicklung als Comedienne und Entertainerin sowie den Moment, in dem sie erkennt, dass Humor für sie mehr ist als Unterhaltung. Er wird zu einem Mittel, um Schmerz zu verarbeiten und anderen Menschen Mut zu machen.
Zentrale Themen Das dominierende Thema des Buches ist ohne Zweifel Einsamkeit. Allerdings zeigt Esmaeili diese nicht nur als individuelles Gefühl, sondern auch als gesellschaftliches Phänomen. Besonders Kinder, die in schwierigen Familienverhältnissen aufwachsen, müssen oft früh Verantwortung übernehmen und ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Ein weiteres wichtiges Thema ist Identität. Als Tochter einer Familie mit iranischen Wurzeln bewegt sich die Autorin zwischen unterschiedlichen kulturellen Einflüssen. Elemente wie Safranreis, Familienstrukturen oder politische Entwicklungen im Iran tauchen immer wieder auf und geben dem Buch eine zusätzliche gesellschaftliche und kulturelle Ebene. Auch psychische Belastungen innerhalb der Familie spielen eine große Rolle. Die Autorin spricht offen über Panikattacken, innere Konflikte und über die langfristigen Auswirkungen einer schwierigen Kindheit. Dabei beschreibt sie ihre inneren Kämpfe teilweise sehr bildhaft, etwa indem sie Emotionen wie Einsamkeit oder Angst personifiziert. Diese treten beinahe als eigene Figuren auf und machen die inneren Prozesse der Autorin greifbar. Ein weiteres wichtiges Thema ist Humor als Überlebensstrategie. Parshad zeigt sehr deutlich, dass ihr Humor nicht nur ein Stilmittel auf der Bühne ist, sondern auch ein Schutzmechanismus, der ihr geholfen hat, schwierige Erfahrungen zu bewältigen.
Schreibstil und Erzählweise Der Stil des Buches ist sehr direkt, laut und emotional – genau so, wie man Parshad Esmaeili auch aus ihren Comedy-Auftritten oder auf Social Media kennt. Die Sprache ist roh, unverblümt und manchmal bewusst derb. Gleichzeitig ist sie aber auch sehr poetisch, wenn es darum geht, Gefühle und Erinnerungen zu beschreiben. Besonders auffällig ist die fragmentarische Struktur. Das Buch springt häufig zwischen verschiedenen Zeiten und Gedanken hin und her. Diese assoziative Erzählweise spiegelt die Funktionsweise von Erinnerungen wider, kann jedoch auch dazu führen, dass man als Leser*in gelegentlich den Überblick verliert.
Fazit Papa weg. Mama müde. Ich laut. ist ein mutiges, persönliches und emotional sehr intensives Buch. Parshad Esmaeili schafft es, schwierige Themen wie Einsamkeit, familiäre Konflikte und psychische Belastungen offen anzusprechen, ohne dabei die Hoffnung zu verlieren. Nicht alles wirkt erzählerisch perfekt. Die vielen Zeitsprünge können stellenweise verwirrend sein, und manche metaphorischen Bilder – etwa die personifizierten Emotionen – erscheinen gelegentlich etwas plakativ. Trotzdem bleibt das Buch lange im Gedächtnis, gerade weil es so ehrlich und unverstellt ist. Insgesamt ist Papa weg. Mama müde. Ich laut. ein eindrückliches Porträt einer Frau, die gelernt hat, ihre Vergangenheit nicht nur zu überleben, sondern daraus eine Stimme zu entwickeln, die andere Menschen erreicht und berührt.
Ein Buch über das schwer verdauliche Thema Einsamkeit. Sehr persönliche Einblicke, leicht lesbar geschrieben und mir deshalb teilweise leider zu schnell und oberflächlich - es steht mir aber nicht zu, das zu kritisieren, weil ich finde, es gehört einiges dazu, sich so verletzlich zu zeigen, wie Parshad Esmaeili es in ihrem Buch tut.
das hat einfach nicht gevibed zwischen uns.... ich konnte mich in keine der anekdoten und erfahrungsberichte reinfühlen, der humor prallte komplett an mir ab. die geschichten aus iran haben einiges herausgeholt, grundsätzlich fehlte aber verbindung zwischen titel und inhalt.
3/5⭐️: das Amazonas Schamanen Kapitel war irgendwie über weird + hätte mir bei einem so ernsten Thema wie Schlafparalysen mehr Aufklärung/ Inhalt gewünscht. Da es im Endeffekt eine Biografie ist, entscheidet natürlich nur Parshad wie viel sie preisgeben möchte. Aber das kam mir irgendwie zu kurz. Hatte trotzdem Spaß beim Hören und konnte ihre Sehnsucht nach einer kompletten Familie und der Heimat nachempfinden. Es war gegen Mitte echt richtig gut, aber es wurde mir dann auch irgendwie zu wirr und gewürfelt.
Autobiographien zu bewerten finde ich schon bissi schwierig aber mir hat's gefallen. Klassisch literarisch wertvoll ist das Buch jetzt nicht aber sprachlich gesehen einfach ein Zeugnis unserer Zeit und ich feier es. Auch die inneren Konflikte die Parshad beschreibt sind einfach aktuell und beschreiben die Gedanken unserer Generation. Der rote Faden hat mir ein bisschen gefehlt aber habe die Kapitel dann eher wie kleine Kurzgeschichten als einen chronologischen Lebenslauf gelesen.
Es fällt mir ein bisschen schwer meine Gedanken zu dem Buch zusammenzufassen. Parshad erzählt aus ihrem Leben, ihren Erfahrungen und ihrer innersten Welt. Und trotzdem denke ich mir, dass es dem Buch etwas an Ausführung und Struktur fehlt.
Biografien zu bewerten ist schwierig. Autor*innen geben nicht nur ausgewählte Ausschnitte ihres Lebens preis, sie lassen uns auch Teil ihres Innersten werden. Das schafft Parshad hier auch und die Einblicke, die sie einem gibt, muss man ihr hoch anrechnen. Es ist nicht einfach sich mit so emotionalen und traumatischen Erlebnissen Leser*innen gegenüber zu öffnen. Ich habe oft mitgefühlt, und not gonna lie, ich hatte sogar Angst, dass dieses Buch meine Daddy Issues hochtreiben wird.
Dennoch wollte ich oft mehr wissen: Warum wird genau diese Erinnerung niedergeschrieben? Wie passt das zu der gesamten Einordnung in die Geschichte, die erzählt wird? Keine Frage, man versteht absolut, um was es der Autorin hier geht, aber ich denke, dass es dem Buch geholfen hätte, diese Fragen in den einzelnen Kapiteln zu beantworten und sie etwas mehr auszuschreiben. Die Kapitel und auch die verschiedenen Geschichten, die in den Kapiteln wiedergegeben werden, haben sich sehr aneinandergereiht angefühlt. Während dem Lesen kann man die Zusammenhänge verstehen, aber auch hier wäre es für die Ausführung des Buchs vielleicht besser gewesen, einen deutlicheren roten Faden erkennbar zu machen.
Aber ehrlich, die letzten drei Kapitel waren so emotional und das Buch mit dieser großen Erkenntnis enden zu lassen, die Parshad hatte, hat den Kreis zum Anfang des Buches gut geschlossen.
Rezension: Papa weg, Mama müde, ich laut von Parshad Esmaeili 🤍
Ich wollte dieses Buch lesen, weil es für mich persönlich ist.
Ich bin selbst ein Scheidungskind. Mit 10 habe ich entschieden, meinen Vater aus meinem Leben zu streichen. Manchmal habe ich mich gefragt, ob das falsch war. Aber ich sehe meine Mama noch genau vor mir, wie sie geweint hat. Dieses Bild hat sich so eingebrannt, dass ich bis heute weiß: Es war die richtige Entscheidung und ich habe sie nie bereut.
In dem Buch erzählt Parshad von ihrer Kindheit, von Einsamkeit und davon, wie ihre Mama alles alleine tragen musste. Und trotzdem schreibt sie mit so viel Humor und Stärke, dass es einen wirklich berührt.
Ich habe mich in vielem wiedergefunden. Der Unterschied ist, dass ich zum Glück nie allein war. Ich hatte meine Familie, meine Brüder, meine Großeltern und Freunde. Und ich bin unendlich stolz auf meine Mama.
Das Buch zeigt, wie wichtig es ist, sich aus toxischen Beziehungen zu lösen. Es ist nicht immer einfach, aber es wird klar, dass man trotzdem eine schöne Kindheit haben kann und viele Momente erlebt, über die man später lachen kann.
Mir hat das Buch im Großen und Ganzen gut gefallen. Man erhält Einblicke in die Kindheit und Jugend als auch in aktuelle Geschehnisse aus Parshads Leben. Es hat mich an manchen Stellen emotional gemacht zu lesen wie das Gefühl der Einsamkeit schon ganz früh in ihrem Leben präsent ist und sie bis heute begleitet. Auch die schwerwiegenden Auswirkungen, die Flucht und Armut auf die gesamte Familie hatten und diese stark geprägt haben. Der Schreibstil war mir persönlich etwas zu unstrukturiert und die Kapitel zu sprunghaft. Mir hat der rote Fade gefehlt. Ich hatte trotzdem Freude beim Lesen. Für mich 3,5 ⭐️
Ich beende dieses Hörbuch mit deutlich gemischten Gefühlen, möchte aber dennoch--wenn auch etwas zaghafter als erwartet--eine Empfehlung für diesen Titel aussprechen.
Parshad Esmaeili's Humor gefällt mir. Ihr Schreibstil ist nahbar, nicht zuletzt weil sie das Hörbuch selbst eingesprochen hat und mit ihrer einzigartigen Energie füllt. Dass sie iranische Wurzeln hat, und auch über ihre Verwandtschaft spricht, gibt dem Ganzen in der aktuellen, politischen Lage natürlich nochmal eine andere Dimension. Die Mischung aus lustigen Anekdoten und herzzerreißender Familiengeschichte (insbesondere, wie der Titel schon verrät, im Hinblick auf ihre geschiedenen Eltern) hat mich durchweg in den Bahn gezogen, aber leider zunehmend weniger abgeholt als in der ersten Hälfte des Buches. So wichtig und intensiv mir die Auseinandersetzung mit psychischer Gesundheit, Alkoholmissbrauch und Burnout doch scheint, hinterließ der finale Teil dieser Biografie einen bitterer Nachgeschmack. Mal ganz platt gesagt: Vieles wirkt, als wolle sie auf Teufel komm raus alles probieren, außer Therapie. Lieber in den Dschungel, lieber an einem Format, dass indigene Völker zur Schau stellt und "othered," teilnehmen, als sich wirklich ernsthaft Hilfe zu suchen. Das finde ich echt fatal und die falsche Message am Ende des Buches.
Danke an NetGalley und argon hörbuch für das kostenlose Rezensionsexemplar!
4,5 ⭐️ Scheiß auf grüne Sauce! Parashad ist das Beste an Hessen!!!
Unnormal lustig geschrieben. Ich habe beim lesen so laut Parshads Stimme im Kopf gehabt als würde sie mir jeden Satz AKTIV vorlesen.
Ein wundervoll sensibler und schonungslos ehrlicher Einblick in das Leben einer inspirierenden Frau die die Welt zu einem besseren Ort macht mit all der Freude die sie verbreitet.