Wenn ein Geheimnis tödlicher ist als jede Versuchung …
Vier Frauen und eine paradiesische Urlaubsinsel, die zur todbringenden Falle wird – für Fans von Very Bad Widows und Bad Summer People
Die vier Freundinnen Tanja, Domenica, Phoebe und Mary Lou reisen gemeinsam mit ihren Ehemännern auf die malerische Insel Korfu. Zwischen Infinity-Pool und Massagen nehmen sie heimlich an dem exklusiven Seminar »Wie werde ich meinen Mann in fünf Tagen los – ohne auf sein Vermögen zu verzichten?« teil. Geleitet wird der Kurs von der mysteriösen Miss CC, deren Mann auf rätselhafte Weise verschwunden ist. Was als absurdes Gedankenspiel begann, wird bald zu einem gefährlichen Wettlauf um Wahrheit und Verrat – und je näher der letzte Tag rückt, desto unausweichlicher drängt sich die Frage Wer wird die Insel lebend verlassen – und wer wird für immer im Paradies begraben?
„Beyond Paradise Resort“ von André Gebel hat mich sofort mit seiner Mischung aus Urlaubsfeeling, schwarzem Humor und unterschwelliger Spannung gepackt, auch wenn ich anfangs nicht ganz sicher war, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde.
Die Grundidee fand ich richtig stark: Vier Freundinnen reisen mit ihren Männern in ein luxuriöses Resort auf Korfu und nehmen heimlich an einem ziemlich makabren Seminar teil, bei dem es darum geht, den eigenen Ehemann „loszuwerden“. Was zunächst fast schon absurd und ein wenig satirisch wirkt, kippt nach und nach in etwas deutlich Düsteres. Genau dieser Übergang hat mir besonders gefallen, weil ich nie genau wusste, wie ernst ich das Ganze nehmen soll.
Ich mochte vor allem die Dynamik zwischen den Frauen. Jede bringt ihre eigenen Motive und Geheimnisse mit, und ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, dass sich unter der Oberfläche noch viel mehr verbirgt, als zunächst sichtbar ist. Dieses unterschwellige Misstrauen hat für mich gut funktioniert und die Spannung getragen. Gleichzeitig sorgt der Humor immer wieder dafür, dass die Geschichte nicht zu schwer wirkt, auch wenn es inhaltlich teilweise ziemlich düster wird.
Das Setting auf der Insel war für mich ein echtes Highlight. Diese Mischung aus Luxus, Sonne und unterschwelliger Bedrohung hat eine richtig dichte Atmosphäre erzeugt. Ich konnte mir die Szenen sehr gut vorstellen und hatte stellenweise fast dieses „Urlaub, der kippt“-Gefühl, das ich aus ähnlichen Geschichten kenne.
Was für mich nicht ganz perfekt war: Ich hätte mir an manchen Stellen noch etwas mehr Tiefe bei den Figuren gewünscht. Einige Entwicklungen gingen mir ein kleines bisschen zu schnell, gerade wenn es um die Beweggründe der Charaktere ging. Dadurch hatte ich gelegentlich das Gefühl, emotional nicht ganz so stark eingebunden zu sein, wie es möglich gewesen wäre.
Trotzdem hat mich die Geschichte insgesamt gut unterhalten. Besonders die Mischung aus schwarzem Humor, Spannung und diesem leicht überzeichneten Konzept macht das Buch zu etwas Eigenständigem. Es ist kein klassischer Thriller, sondern eher ein unterhaltsamer, leicht bissiger Krimi mit ungewöhnlicher Idee.
Vier Frauen besuchen während ihres Urlaubs ein ungewöhnliches Seminar. Es geht darum, sich der Ehemänner zu entledigen. Doch das skurrile Spiel nimmt eine dunkle Wendung als die Frauen in ein Netz aus Intrigen, Verrat und Geheimnissen geraten.
Ich mag Urlaubsthriller mittlerweile richtig gern. Sobald der Frühling vor der Tür steht, greife ich bevorzugt zu spannender Unterhaltung, die in luxuriösen Resorts, auf Inseln oder an sonnigen Urlaubsorten spielt. Irgendwie scheint sich bei mir mittlerweile ein regelrechtes saisonales Leseverhalten entwickelt zu haben. Während ich, nach einem langen Winter, nach Frühling lechze, darf es gerne etwas sein, das nach Sonne, Meer und Eskalation unter Palmen klingt.
Vorneweg muss ich anmerken, dass die Inhaltsbeschreibung des Verlags an einer Stelle etwas irreführend ist. Tanja, Domenica, Phoebe und Mary sind keineswegs Freundinnen. Tatsächlich begegnen sich die vier Frauen erst auf dem Weg zum Resort und beäugen einander bereits während der Bootsfahrt kritisch. Schnell wird klar, dass sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Dennoch verbindet sie mehr, als es zuerst den Anschein macht.
Die Frauen sind sehr verschieden. Jede bringt ihre eigenen Unsicherheiten und ihren individuellen Lebensentwurf mit. Während Tanja eher bodenständig und in ihrem Alltag festgefahren wirkt, versucht Phoebe mit aller Kraft, Jugend und Perfektion festzuhalten. Domenica träumt vom großen Luxusleben und davon, sich einen Namen zu machen. Dafür ist Mary der deutlich eigenwilligste der Gruppe. Sie stellt von Beginn an ihre ganz eigenen Vermutungen über das Resort und dessen Leitung an. Diese Konstellation sorgt immer wieder für Dynamik und macht die zwischenmenschlichen Entwicklungen interessant.
Im Mittelpunkt steht schließlich ein rätselhaftes Frauenseminar unter der Leitung der geheimnisvollen CC, das ebenso skurril wie undurchsichtig wirkt. Mit kryptischen Aussagen und merkwürdigen Aufgaben bringt sie die Frauen dazu, über ihr bisheriges Leben, ihre Entscheidungen und vor allem ihre Beziehungen nachzudenken. Auch wenn vieles davon eher absurd erscheint, steckt darin durchaus ein spannender Kern. Denn nach und nach brechen Themen auf, die lange verdrängt, ignoriert oder bewusst weggeschoben wurden. Das hat der Geschichte meiner Meinung nach durchaus Tiefe gegeben.
Meinem Empfinden nach wurde die Atmosphäre auf Korfu wunderbar eingefangen und versprüht echtes Urlaubsfeeling. Zwischen Meer, Sonne, kleinen Ausflügen über die Insel und entspannten Stunden am Wasser entsteht eine Kulisse, die exzellent zu dieser Art von Geschichte passt und bei der man die Wärme und das Salz beinah selbst auf der Haut spürt.
Mit der eigentlichen Thrillerebene hatte ich jedoch ein paar Probleme. Relativ früh lässt sich erahnen, worauf die Handlung hinauswill. Die Auflösung beziehungsweise der große Abschluss zeichnen sich schnell ab. Wirklich überraschend war das Gesamtbild daher nicht. Die Geschichte setzt auf skurrile, teils fast slapstickhafte Szenen, die immer wieder für Unterhaltung sorgen und dem Ganzen einen lockeren Ton verleihen.
Zum Ende hin schlägt die Handlung allerdings ordentlich Kapriolen. Anfangs war es noch unterhaltsam und wirkte überspitzt auf mich. Doch dann entwickelt sich das Geschehen stellenweise in eine Richtung, die auf mich wie ein überdrehter deutscher Fernsehfilm wirkte. Es wird turbulent, dramatisch und reichlich absurd. Vieles erschien mir nicht mehr ganz nachvollziehbar oder logisch, wodurch mich die Geschichte am Ende leider etwas verloren hat.
Trotzdem hatte „Beyond Paradise Resort“ durchaus seinen Unterhaltungswert. Es ist ein leichtgängiger, stellenweise amüsanter Urlaubsthriller, der sich schnell lesen lässt und mit dem sommerlichen Hintergrund definitiv punktet. Für mich landet das Buch insgesamt im soliden Mittelfeld. Es ist keine tiefgründige oder raffinierte Spannungsliteratur, dafür kurzweilige Unterhaltung für entspannte Lesestunden in der Sonne. Wahrscheinlich ist es am besten, wenn man es mit den Füßen im Sand und Blick aufs Meer auf sich wirken lässt.
Paradiesische Versprechen & heiße Geheimnisse -Rezensionsexemplar- . Genre: Ein packender Psychothriller mit 4 starken Frauen & deren POVs. Paradiesisches Setting & Spannung vom feinsten. . Setting: 4 Frauen mit ihren Partnern landen im viel zu gut klingenden Urlaubsresort. Ein Workshop zur Selbstfindung lässt die Frauen tief zweifeln & blicken. Wie werden sie sich entscheiden, wenn sie die Wahl haben?! . Schnapp dir einen Kaffee & lass dich entführen in den hochspannenden Urlaub. . Rezensionsexemplar by @netgalleyde