Die Gerichts- und Kriminalreporterin Sabine Rückert stellt Egon Erwin Kisch, Wegbereiter der True-Crime-Reportage, als schillernder Ermittler in der Prager Unterwelt.
Was sagen uns Verbrechen über Menschen und Gesellschaften? Was waren die Umstände, die sie ermöglicht haben, was ist das Alltägliche am außergewöhnlichen Geschehen? Vor der Kulisse Prags erzählt Egon Erwin Kisch in literarisch brillanten Reportagen von kaltblütigen Verbrechen und menschlichen Abgründen. Mal tritt er als investigativer Ermittler in Erscheinung, mal lässt er seine Heldinnen und Schurken zu Wort kommen, dann wieder mischt er sich direkt in das Geschehen ein. In ganz eigener Weise verband er journalistische Genauigkeit mit literarischem Stil, noch bevor Truman Capote das Prinzip für sich entdeckte. Sabine Rückert beleuchtet, was uns bis heute daran fasziniert – und was sie anders machen würde als der »rasende Reporter«.
»Das sind ganz tolle Texte. Interessanterweise war Egon Erwin Kisch auch ein Kriminalreporter. Er ermittelte regelrecht. Und manchmal wandte er dabei Methoden an, die uns heute stark verwundern.« Sabine Rückert
Wenn in der Zeitung von heute schon der Mord von morgen steht, kann da nur der »rasende Reporter« am Werk gewesen sein ...
Egon Erwin/Ervín Kisch (29 April 1885, Prague – 31 March 1948, Prague), a Prague Jew, was an Austro-Hungarian and Czechoslovak, left-wing writer and journalist, who wrote in German. He styled himself Der Rasende Reporter (The raging reporter) for his countless travels to the far corners of the globe, Kisch was noted for his development of literary reportage and his opposition to Adolf Hitler's Nazi regime.
*Bela Illesz writes: “Egon Erwin Kisch was born in Prague. For the rest of his life, wherever he was, wherever he worked, he remained a Prague citizen. It seems to me that even when asked about his nationality, he always answered in one word: a Prague citizen. Few people in the world knew Prague and its history as well as he did, few people knew all its sights as well as he did, literally every house, every stone, every tree, even every bush. But, remaining a Prague resident in spirit, in character, he felt at home, equally at home in Vienna and Berlin, Paris and Moscow, and in many other capitals of the world.”