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Die Stockholm-Protokolle: Gefährliche Beziehungen | Der neue Thriller des Bestsellerautors aus Schweden

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Ein Pageturner über die Abgründe der Macht, die Rücksichtslosigkeit der Politik – und über eine Liebe, die auf eine harte Probe gestellt wird 

Die Stockholmer Investigativjournalistin Julia verfolgt eine heiße Alles deutet darauf hin, dass der charismatische, beliebte Ministerpräsident Schwedens auch dunkle Seiten hat. Der nach außen liebende Familienvater scheint einen Hang zu exzessiven Partys zu haben, die auf Missbrauch schließen lassen. Und er pflegt politische Netzwerke, die einen Rechtsruck bedeuten könnten. Als Julia von ihrem Chefredakteur kaltgestellt wird, ahnt sie, wie hochbrisant die Sache ist. Erst recht als ihr politisch unerfahrener Ehemann, Windkraft-Experte Alfred, plötzlich zum Pressesprecher des Ministerpräsidenten ernannt wird. Julia kann Alfred nicht sagen, was sie sofort Dieser Job wurde ihm nur angeboten, um sie endgültig zum Schweigen zu bringen. Trotzdem beschließt sie, weiter zu ermitteln. 
Währenddessen schlägt sich Alfred erstaunlich gut im Polit-Dschungel. Doch in den Korridoren der Macht stößt er auf Betrug und Geheimnisse. Er beginnt nachzuforschen und stellt fest, dass die schmutzigen Geschäfte weit über die Mauern des schwedischen Regierungssitzes Rosenbad hinausreichen ...

Der Auftakt einer neuen Reihe von einem Duo mit geballtem Joakim Zander ist EU-Experte und Bestsellerautor, Moa Berglöf war jahrelang Redenschreiberin des schwedischen Ministerpräsidenten.

486 pages, Kindle Edition

Published March 1, 2026

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Moa Berglöf

4 books3 followers

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157 reviews10 followers
April 12, 2026
Gegen jedes Protokoll

„Die Stockholm-Protokolle“, der erste Teil einer Thrillerserie, geschrieben von Moa Berglöf und Joakim Zander, erschienen 2026 bei Rowohlt Polaris, ist ein sehr gut recherchierter politischer Roman, der, obschon Auftakt einer Serie, für mich durchaus auch als Stand-Alone lesbar ist. Allein der Thrill, den die Gattungseinordnung einfordert, kommt so erst auf den letzten Seiten auf – bis dahin lesen wir einen spannenden Roman, der sich mit den Abgründen von Spitzenpolitik beschäftigt. Dieser spielt in Schweden – man muss aber keine Kennerin der schwedischen Politikarchitektur sein, um gut folgen zu können.

In diesem Roman folgen wir Julia und Alfred, schon lange ein Paar mit Kindern, in deren Beziehung sich gerade die Verhältnisse verschieben. Julia, als Investigativjournalistin, hatte lange die beruflichen Hosen an und die Freiräume für sich beansprucht, während ihr Mann Alfred es in einem sicheren Job ruhiger angehen ließ und Julia familiär den Rücken freihielt. Doch jetzt wird Alfred plötzlich die Stelle des Pressesprechers des Ministerpräsidenten angeboten – während Julia nach einer gescheiterten Recherche aus dem politischen Bereich abgezogen wird und Schreibtischdienst schieben soll. Während Alfred schnell lernen muss, dass Politik ein Haifischbecken ist, ermittelt Julia heimlich weiter. Und so geraten beide unabhängig voneinander auf die Spur eines Politskandals, der sie zwingt, das Protokoll zu missachten, und der bis zum Ende des Romans immer wieder für Überraschungen sorgt und beide zunehmend in Gefahr bringt.

Die Handlung ist sowohl auf der privaten Beziehungsebene als auch auf der politischen Ebene sehr spannend, die Anzahl der Personen ist machbar, das Buch arbeitet gut gestaffelt, so dass ich beim Lesen langsam in den Konflikt eintauchen konnte. Alfred und Julia sind für mich ein glaubwürdiges Paar und der Kampf um die Karriere ist durchaus typisch für die Generation. Auch nicht ungewöhnlich ist die Art, wie sie beide nicht mehr wirklich begeistert vom anderen sind, aber noch aneinander festhalten, beide den anderen beruflich nicht für so kompetent halten, wie die Person sich selbst. Die Machtkämpfe in der politischen Riege und in den dazugehörenden dienstleistenden Ämtern finde ich sehr gut geschildert und auch auf eine gute Art fies.
Interessant zu sehen war, wie aus dem Lämmchen Alfred langsam ein Wolf wird, wie schnell Moral über Bord geworfen wird, wenn Macht greifbar ist. Der Interessenkonflikt, der in der Beziehung des Paares besteht, bietet viel Potenzial für Heimlichkeiten und Spannungsmomente. Den Atem hält man dabei nicht unbedingt an, aber das Autor:innenduo schreibt sehr gut und flüssig, mit klar gegriffenen Bildern und Charakteren, manchmal blitzt auch Humor auf.

Formal wird in wechselnden Sichtweisen von Julia und Alfred und sehr kurzen Kapiteln geschrieben, was das Lesen sehr abwechslungsreich und lebendig macht. machen das Lesen sehr spannend. Es gibt im Netz der politischen Intrige viele kleine Winkelzüge und die beiden Protagonisten entwickeln immer mehr Kontur. Dabei findet auch Alltag Raum, wie eine nervige Geschirrspülmaschine, das ist selten in dem Genre, gibt dem Ganzen aber viel Glaubwürdigkeit. Und auch der Umgang mit Erkenntnissen über den eigenen Wirkungsgrad ist bei beiden Charakteren reflektiert - hier sind erwachsenen Menschen in der Handlung und keine Klischees.

Das Ende des Buches löst nicht alles auf und ist deshalb gleichermaßen unbefriedigend wie realistisch. Nicht jedes schmutzige Geschäft kann direkt getilgt werden – und manchmal braucht es einen sehr langen Atem bzw. hier einen zweiten Band. Auf den freue ich mich schon, ich werde ihn auf jeden Fall lesen, denn hier trifft profunde Sachkenntnis auf sehr gelungene Schreibe – ein Muss für Fans des politischen Thrills, von dem es im zweiten Band dann gern noch ein bisschen mehr sein darf.

Ein großes Dankeschön an lovelybooks.de und Rowohlt Polaris für das Rezensionsexemplar!
164 reviews
April 21, 2026
Julia wurde als Politikjournalistin abgesetzt, nachdem sie durch eine Aufdeckung eine Ministerin zum Rücktritt zwang. Dass sie dem Politikzirkus näher bleibt, als ihr lieb ist, verdankt sie ihrem Partner Alfred, der unerwartet zum Pressesprecher des Ministerpräsidenten berufen wird. Doch Julia kann es nicht lassen und jagt nach einem brisanten Hinweis der Aufdeckung eines Politikskandals hinterher, der die gesamte Regierung zum Platzen bringen könnte. Und auch Alfred erkennt, dass die Politikwelt nicht nur mit lauteren Mitteln arbeitet. Es beginnt eine rasante Spurensuchen nach Wahrheiten, die das Leben ihrer gesamten Familie bedrohen.

Die Stockholm-Protokolle der beiden Autoren Moa Berglöf und Joakim Zander zeichnen ein erschreckend realistisches Bild der Politikwelt, welche gezeichnet ist von aufstrebenden und egozentrierten Persönlichkeiten, die durch ihr scheinbares Charisma von ihren eigentlichen Zielen ablenken: dem absoluten Machtstreben. Nicht überraschend sind diese männlich. Im ersten Drittel des Romans erfolgt eine Einführung der verschiedenen Figuren, die in Anbetracht der aktuellen Weltlage und ob der erschreckenden Nachvollziehbarkeit für mich nicht immer leicht verkraftbar waren. Außerdem habe ich diesen Teil stellenweise auch als langatmig empfunden. Im zweiten Drittel nimmt die Geschichte dann Fahrt auf und mir fiel es zunehmend schwerer, das Buch wegzulegen. Immer mehr schmutzige Details und Vermutungen kommen zutage. Im dritten Drittel wird es dann echt rasant und spannend, die Ereignisse überschlagen sich, ich war gefesselt und habe mich zunehmend gefragt, wie diese Geschichte in den immer weniger werdenden Seiten noch aufgelöst werden kann. Die Ernüchterung erfolgte am Ende: es gibt sie nicht, die Auflösung. Alles endet mit einem Cliffhanger, der uns die Fortsetzung des Buches ankündigt. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, trotzdem war ich enttäuscht, als die immer steiler werdende Spannungskurve wirklich senkrecht abfiel. Ein rundes Ende, das durchaus mit einem offenen und fortsetzungsverdächtigen Schlussakkord daherkommt - dagegen ist nichts einzuwenden. Trotzdem ist das für mich bei den "Stockholm-Protokollen" alles andere als rund. Es liest sich, als wäre die Geschichte komplett abrupt mitten unter der Erzählung abgebrochen worden sein. Und ohne Recherche war es für mich nicht klar und verständlich, dass es eine Fortsetzung geben wird. Das Ende hinterlässt mich frustriert ob der jähen Unterbrechung und diese Frustration überwiegt beinahe den Willen und die Lust, die Fortsetzung lesen zu wollen.

Was positiv hervorgehoben werden kann, ist, dass die Geschichte und die meisten Charaktere tatsächlich sehr realistisch anmuten. Politik ist kein Kinderspiel, es geht um Macht, Einfluss und die Hervorhebung der einzelnen Interessen. Auch die beiden Protagonist*innen Julia und Alfred sind glaubwürdig gezeichnet und die Dynamik zwischen der erfahrenen Politikjournalistin und dem naiven Newbie in der Politik ist authentisch und nachvollziehbar herausgearbeitet. Ab dem zweiten Drittel jedoch habe ich über einige sehr naive und unerfahren Wirkende Aktionen der Handelnden gestaunt, die dadurch etwas an ihrer Glaubwürdigkeit einbüßen. Teilweise sind sie so hanebüchen, dass ich mich gewundert habe, weshalb dies dem Lektorat nicht aufgefallen ist.

Trotz aller Kritikpunkte: ich habe das Buch, je weiter es fortgeschritten ist, wirklich gern gelesen. Die Art wie Skandinavier*innen Krimis und Thriller schreiben, beeindruckt mich ob der Realitätsnähe immer wieder. Und ich muss definitiv wissen, wie es mit Julia, Alfred und der aufgedeckten, dreckigen aber vertuschten Skandale weitergeht.
711 reviews13 followers
May 4, 2026
Investigativjournalistin Julia ist gleich doppelt gefrustet: Ihre Karriere stockt, seit sie ein wenig sehr aggressiv eine Pressesprecherin um Informationen anging. Und Ehemann Alfred, der ihr bisher mit Hausarbeit und Kindererziehung den Rücken freihielt, hat plötzlich selbst einen fordernden Job als Pressesprecher des Ministerpräsidenten. Schon vor Amtsantritt besteht er seine erste Feuerprobe. Julia ist zwar durchaus stolz auf ihn, aber dass sie sich plötzlich verstärkt um die Kinder kümmern und an Einkaufslisten denken muss - nein, das passt ihr gar nicht, auch wenn sie eigentlich ausgemacht haben, dass nach zehn Jahren Carework jetzt mal Alfred dran ist mit dem beruflichen Durchstarten.

Soviel zur Ausgangsposition von "Die Stockholm Protokolle" von Joakim Zander und Moa Berglöf, die als tatsächliche langjährige Redenschreiberin des schwedischen Ministerpräsidenten mit dem Einblick in Macht und Intrigen recht vertraut sein dürfte. Alfred dagegen, der als Außenseiter in die Regierungskanzlei kommt und keine langjährige Parteimitgliedschaft vorweisen kann, kommt bei aller beruflicher Expertise ein wenig unter die Räder angesichts der Powerspielchen im Regierungsstab. Erst klare Worte einer langjährigen Sekretärin machen ihm klar, dass Kompetenz alleine nicht ausreicht. Er muss die ungeschriebenen Spielregeln schnell lernen.

Ein Ehepaar mit solcher Jobverteilung könnte in jedem Fall Reibungsverluste spüren. Eine echte Belastungsprobe entsteht, als Julia Hinweise auf dunkle Flecken auf der vermeintlich weißen Weste von Alfreds Chef erhält. Die ehrgeizige Journalistin wittert Morgenluft für ihre angeknackste Karriere. Und da kennt sie gar nichts - auch nicht, wenn es darum geht, welche Auswirkungen ihre offensiven Recherchen für Alfred haben. Oder wie ehrlich sie mit Interviewpartnern umgeht.

"Die Stockholm Protokolle" überzeugen mich vor allem dort, wo es um den Politikbetrieb zwischen Stockholm und Brüssel geht, um Strategien und Taktiken. Da merkt man, dass das Autorenduo über eine Szene schreibt, in der sie sich gut auskennen. Kleiner Wermutstropfen ist Protagonistin Julia, die die meiste Zeit einfach unsympathisch und total ichfixiert rüberkommt. Ihr Ehrgeiz hat etwas verbissenes, die Kinder werden zwar durchaus geliebt, sind aber irgendwie lästig, wenn sie sich praktisch mit ihnen beschäftigen muss (wie unverschämt von der Kita, zu erwarten, dass die Mutter an einem Regentag für Wechselkleidung sorgt oder daran denkt, dass die Kinder nass werden könnten) und Alfred ist lieb und gut, wenn er ihr die Care-Arbeit abnimmt, aber plötzlich an eigene Erfolge im Berufsleben zu denken, ist unverschämt. Sprich, sie zeigt die klassischen Verhaltensweisen eines "alten weißen Mannes", der mich ebenso nerven würde. Da sie die eigentliche Protagonistin ist, war ich beim Lesen entsprechend oft genervt. An dem spannenden Plot ändert das nichts.

Profile Image for Magnolia .
635 reviews3 followers
April 1, 2026
Ein tiefer Blick hinein den innersten Kreis der Mächtigen

„Gefährliche Beziehungen“ ist der Auftaktband der „Stockholm Protokolle“ von einem Autorenduo, das mit geballtem Insiderwissen punktet: Joakim Zander und Moa Berglöf. Zander ist EU-Experte und Moa Berglöf war jahrelang Redenschreiberin des schwedischen Ministerpräsidenten.

Julia und Alfred leben mit ihren beiden Kindern in Stockholm. Der Politikjournalismus ist Julias Metier und als solche geht sie einer heißen Spur nach, die direkt zu Christian Bratt, dem Ministerpräsidenten Schwedens, führt. Ihr Chefredakteur zieht sie von der Sache ab, zeitgleich wird ihr Lebensgefährte Alfred ins Kanzleramt gebeten, um ihn als Bratts Pressesprecher zu gewinnen. Die Zeit drängt, er sagt zu und erst danach erfährt Julia davon. Für die Personalie Alfred Swärd war vordergründig sein souveräner Auftritt im TV maßgeblich, jedoch ist er in diesem politischen Haifischbecken total unerfahren, Julia dagegen hat den absoluten Überblick. Sie ist zwar kaltgestellt, was sie jedoch nicht daran hindert, still und heimlich weiter zu recherchieren. Alfred dagegen merkt bald, dass er sich Respekt verschaffen muss. Infos werden bewusst manipuliert oder ganz „vergessen“, er wird vielfach ausgebootet.

Es geht um Macht und Machtmissbrauch und um persönliche Verstrickungen, es geht aber sehr viel tiefer. Die dunkelsten Seiten der Politelite werden aufgezeigt. Es sind gefährliche Beziehungen, ganz klar, auch ist die Kungelei mit den Rechtsaußen-Parteien Thema.

Was genau unsere beiden Protagonisten Julia und Alfred lostreten, in welch Wespennest sie stochern, wird erschreckend deutlich. Gut, eigentlich ist es Julia, die nicht locker lässt. Sie gräbt immer tiefer, ihr Weg führt sie auch in ein Internat, schon damals kannten sich die Mächtigen von heute. Mehr möchte ich dazu nicht verraten, kann aber jedem politisch Interessierten zu diesem Buch raten und auch jene, die einen spannenden Thriller suchen, werden nicht enttäuscht sein.

Trotzdem wir mittendrin im Machtgefüge der Politik sind, ist die Story auch für Nicht-Politiker verständlich geschrieben. Ein Personenverzeichnis wäre optimal gewesen, zumal es viele Personen sind, die in Rosenbad, dem Sitz der schwedischen Regierung, arbeiten und so etliche davon gleich anfangs auftreten. Hier kommt man mit den vielen schwedischen Namen und den Posten, welche die einzelnen Personen bekleiden, ganz schön ins Schleudern und so war es für mich unabdingbar, mir dieses Verzeichnis selber zu erstellen. Ansonsten gibt es über diesen sehr lesenswerten Thriller nichts zu beanstanden.

„Macht, Intrigen und Verrat“ gibt es nicht nur in der Politik, wir wissen es.
1,519 reviews8 followers
March 31, 2026
Pageturner

Klappentext:
Die Stockholmer Investigativjournalistin Julia verfolgt eine heiße Spur: Alles deutet darauf hin, dass der charismatische, beliebte Ministerpräsident Schwedens auch dunkle Seiten hat. Der nach außen liebende Familienvater scheint einen Hang zu exzessiven Partys zu haben, die auf Missbrauch schließen lassen. Und er pflegt politische Netzwerke, die einen Rechtsruck bedeuten könnten. Als Julia von ihrem Chefredakteur kaltgestellt wird, ahnt sie, wie hochbrisant die Sache ist. Erst recht als ihr politisch unerfahrener Ehemann, Windkraft-Experte Alfred, plötzlich zum Pressesprecher des Ministerpräsidenten ernannt wird. Julia kann Alfred nicht sagen, was sie sofort vermutet: Dieser Job wurde ihm nur angeboten, um sie endgültig zum Schweigen zu bringen. Trotzdem beschließt sie, weiter zu ermitteln.
Währenddessen schlägt sich Alfred erstaunlich gut im Polit-Dschungel. Doch in den Korridoren der Macht stößt er auf Betrug und Geheimnisse. Er beginnt nachzuforschen und stellt fest, dass die schmutzigen Geschäfte weit über die Mauern des schwedischen Regierungssitzes Rosenbad hinausreichen.

„Die Stockholm Protokolle“ ist ein spannender Polit-Thriller von Moa Berglöf und Joakim Zander.

Die Investigativjournalistin Julia ist einem Skandal auf der Spur, der den Ministerpräsiden in sehr schlechtes Licht stellen würde. Kurzerhand wird sie von ihrem Chefredakteur ins Abseits gestellt. Dafür bekommt Julias Ehemann Alfred den Job des Pressesprechers des Ministerpräsidenten. Jetzt ist Julia erst recht zum Schweigen verurteilt. Aber auch Alfred bleiben die Geheimnisse und der Betrug nicht verborgen.

Moa Berglöf und Joakim Zander ist hier ein wahrer Pageturner gelungen.
Es wird ein Szenario dargestellt, dass voller Betrug und Missbrauch ist. Der Ministerpräsident ist ein Wolf im Schafspelz. Nach außen hin beliebt und fürsorglicher Familienvater.
Was hinter der Fassade steckt, erfahre die Leser*innen nach und nach.

Der Plot ist intelligent konzipiert. Mit Spannung habe ich die Machtspiele verfolgt.
Die Geschichte wird in einem ruhigen Ton erzählt, aber die Spannung lässt aber nicht lange auf sich warten.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Nicht alle sind sympathisch.

Der Schreibstil des Autoren Duos ist flüssig und gut verständlich, vor allem ist es aus einem Guss, die Leser*innen spüren nicht, dass zwei Autor*innen an der Geschichte gearbeitet haben.

„Die Stockholm Protokolle“ ist ein echter Pageturner, den ich gerne gelesen habe.

226 reviews
March 12, 2026
Heute erscheint "Die Stockholm-Protokolle - Gefährliche Beziehungen" von Moa Berglof und Joakim Zander im Rowohlt Verlag. Schwedische Thriller und ich sind ja fast immer ein Perfect Match, und so freute ich mich darauf, in die Untiefen der schwedischen Politik einzutauchen.

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Das Autorenduo zog mich mit ihrem guten, flüssigen und bildhaften Schreibstil sofort in den Bann der Geschichte der Reporterin Julia, die einen Skandal rund um den charismatischen Ministerpräsidenten Christian Bratts witterte. Als Julia dann noch von ihrer Zeitung von dieser Recherche abgezogen und degradiert wird, ist sie sich sicher, dass hier etwas verschleiert werden soll. Überraschen wird allerdings ihr politisch völlig unerfahrener Lebensgefährte Alfred, der Pressebesprecher genau dieses Ministerpräsidenten.

Der Plot wurde klug durchdacht und gut von den Autoren angelegt. Sofort spüre ich die tiefgründige Spannung und auch die Ränkespiele der Politik. Das von den Autoren entworfene Szenario wirkt äußerst realistisch.

Die Protagonisten sind tief und umfassend ausgearbeitet, auch wenn es für meinen Geschmack zu viele Nebendarsteller gab. Die vielen Namen führten ab und an dazu, dass ich den Faden verlor. Der gesamte Thriller wird aus der Sicht von Alfred und Julia erzählt, die mit jeder Seite tiefer in den Sumpf der Politik gezogen werden.

Der Erzählstil ist, wie ich es von skandinavischen Thrillern gewohnt bin, eher langsam und ruhig. Auch hier hätte ich mir ab und an mehr Zug im Storytelling gewünscht. Durch diese Erzählweise kam es nämlich in der ersten Hälfte des Buches zu Längen, an denen die Geschichte auf der Stelle trat. Dies führte dazu, dass sich erst sehr spät tiefe Spannung aufbaute und man daher viel Geduld an den Tag legen musste. Das Ende war für mich etwas unbefriedigend, auch wenn es wirklichkeitsnah dargestellt wurde.

Im Großen und Ganzen schuf das Autorenduo einen realistischen Plot mit einer überzeugenden Grundidee, die mich aber aufgrund der Längen im Storytelling mit 3 von 5 Sternen nicht gänzlich überzeugen konnte.
14 reviews
April 10, 2026
Ich lese grundsätzlich eher selten Politthriller, doch bei Die Stockholm‑Protokolle hat mich der Klappentext sofort neugierig gemacht – und die Lektüre hat diese Erwartung voll erfüllt. Besonders überzeugend fand ich die interne Perspektive: Alfred, der neue Pressesprecher des schwedischen Ministerpräsidenten, ermöglicht einen unmittelbaren Blick hinter die Kulissen der Macht, auch wenn die Erzählung natürlich fiktiv ist (anders wäre vermutlich so viel Insiderwissen gar nicht möglich…).

Man merkt, dass das Autorenduo sein Handwerk versteht – und die beiden offenbar auch wissen, wovon sie sprechen. Die beschriebenen Treffen, Reisen und Machtverhältnisse innerhalb der schwedischen Regierung wirken brutal realistisch und jederzeit plausibel - zumindest aus Sicht einer Person, die keine Ahnung von schwedischer Politik hat. Die Verknüpfung zum Europaparlament nach Brüssel verleiht dem Roman noch zusätzliche Aktualität und Relevanz.

Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Alfred und der Journalistin Julia, die gewissermaßen auf entgegengesetzten Seiten derselben Geschichte stehen: innerhalb der Regierung und außerhalb. Die angenehm kurzen Kapitel sorgen für ein hohes Tempo und eine stetig wachsende Spannung. Als Leser:in erhält man punktuell Insiderinformationen, ohne je das vollständige Bild zu kennen – ein erzählerischer Kniff, der hervorragend funktioniert. Bei der Menge an vorgestellten Personen und ihren Zuständigkeiten, hätte eine Übersicht nicht geschadet - ich habe sie mir beim Lesen dann selbst zusammengestellt.

Ob man Die Stockholm‑Protokolle nun als klassischen Thriller oder eher als spannenden Politikroman einordnet, ist letztlich Geschmacksfrage. Ehrlich gesagt war mir diese Kategorisierung beim Lesen ziemlich egal: Die Geschichte ist hervorragend aufgebaut, durchgehend fesselnd und stellenweise erschreckend nah an der Realität.

Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen. Wer sich nicht von einer Vielzahl an Namen und teils verwirrenden Strukturen abschrecken lässt und Spannung ohne allzu viel Thrill schätzt, sollte “Die Stockholm‑Protokolle” unbedingt auf die Leseliste setzen. Einzig der Titel hat sich mir bis zuletzt nicht wirklich erschlossen – aber das ist nun wirklich eine Nebensächlichkeit.
10 reviews
May 6, 2026
Das Buch "Die Stockholm Protokolle - Gefährliche Beziehungen" von Moa Berglöf und Joakim Zander beschäftigt sich mit: der Investigativjournalistin Julia, welche Nachforschungen zum schwedischen Ministerpräsidenten anstellt, als ihr Mann Alfred plötzlich genau dessen Pressesprecher wird: "was bist du bereit für die Wahrheit zu tun?"

Der Schreibstil des Buches ist flüssig und gut verständlich, sodass man schnell voran kommt und keine unnötigen Verständnisfragen aufkommen. Die Charaktere wirkten auf mich realistisch, alle haben ihre eigenen Anliegen und Beweggründe. Ich fand es super spannend, dass gerade die investigative Arbeit der Protagonistin so detailliert beschrieben wurde. Das Buch erzählt keine oberflächliche Geschichte, es geht in die Tiefe, präsentiert Gefährliche Beziehungen und zeigt, wie realistisch es wirklich ist. Es ist fiktiv, aber dennoch so realitätsnah.

Die Spannung hat sich vor allem erst ab der zweiten Hälfte des Buches zunehmend aufgebaut, was ich allerdings nicht als störend empfand. Viel mehr lernt man die Charaktere dadurch besser kennen und merkt, wie komplex die ganze Thematik doch ist. In meinen Augen schaffen Berglöf und Zander eine mehr als gelungene Darstellung von komplexen Charakteren, einer durchdachten Handlung und der nötigen Spannung.

Ich bin sehr froh, dass ich das Buch gelesen habe und kann es nur weiterempfehlen. Besonders an Interessierte von Thrillern, aber auch von der Politik. Für mich eindeutig ein 5-Sterne Erlebnis. Die "Stockholm Protokolle" verdienen es definitiv gelesen zu werden!
Profile Image for Bajo.
94 reviews3 followers
May 5, 2026
Dieser schwedische Politthriller gewährt tiefe Einblicke in die Arbeit der dortigen Regierung und die Wirkmechanismen von Öffentlichkeitsarbeit, freiem Journalismus und dem Kampf um den Machterhalt der regierenden Eliten.

Der Leser gewinnt diese Einblicke durch die Geschichte der Journalistin Julia und ihres Mannes Alfred. Julia war kurz davor, durch ihre ehrgeizige Recherche im Dunstkreis der schwedischen Regierung einen Skandal aufzudecken, als sie von ihrer Zeitungsredaktion gestoppt und im Kulturressort kaltgestellt wird.

Nicht ganz zufällig wird kurz darauf ihr Mann Alfred als Pressesprecher des amtierenden Ministerpräsidenten engagiert. Nach anfänglicher Begeisterung für den lukrativen Posten merkt Alfred schnell, in welches Schlangennest von Intrigen und Machtspielen er hier geraten ist. Aber auch Julia hört nicht auf, weiter im politischen Dickicht zu bohren.

Aus dieser Ausgangssituation entwickelt sich ein spannender Plot, der ohne blutrünstige und grausame Schilderungen auskommt. Der Schrecken entsteht vielmehr aus den Einblicken in die Vorgehensweisen der in Stockholm und Brüssel agierenden Politiker und ihrer Entourage. Erschreckend, weil die dargestellten Charaktere, vom Ministerpräsidenten über deren Staatschefs und beamteten Mithelfer, deren Parteifreunde und privaten Verbindungen erstaunlich glaubwürdig dargestellt sind und die Handlung Parallelen zu aktuellen politischen Vorkommnissen aufweist.

Den Gegenpol bilden die Familien von Julia und Alfred und ihren zwei Kindern, insbesondere Julia, die mit ihrer journalistischen Spürnase einem Riesenskandal nachjagt, der die Machenschaften der Regierenden zu Fall zu bringen droht. Der Schreibstil ist flüssig und zeichnet sich durch nuancierte Dialoge aus. Die Hauptprotagonisten Alfred und Julia machen eine spannend zu verfolgende Entwicklung durch.

Die Story beginnt langsam, schildert das Leben eines berufstätigen Paares mit kleinen Kindern, die tägliche Überforderung im stressigen Alltag, der schwer mit den beruflichen Anforderungen, die an beide Elternteile gestellt werden, zu vereinbaren ist. Bis zum Schluss wird die Spannung, das Bedrohliche des im Hintergrund schwelenden Skandals, gekonnt gesteigert.

Ein lesenswerter Politthriller, der Lust auf den bereits angekündigten zweiten Teil der Story macht. Ich vergebe 5 Sterne.
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