Eigentlich möchte Carol nur in Ruhe ihren Lebensabend genießen. Doch das ist nicht so leicht – für eine Serienmörderin
Als sie ins Seniorenheim Sheldon Oaks einzieht, ist Carol endlich ihre eigenen vier Wände. Endlich Freiheit. Denn die letzten 35 Jahre hat sie im Gefängnis verbracht. Wegen siebenfachen Mordes. Carol ist Serienmörderin. Na ja, war Serienmörderin. Jetzt ist sie im Ruhestand. Und froh, in Sheldon Oaks etwas für sie gänzlich Neues zu Freundschaft. Bis genau vor Carols schönem neuen Balkon jemand ermordet wird. Dummerweise wimmelt es in ihrem neuen Freundeskreis nur so von ehemaligen Ermittlern, die sich flugs an die Arbeit machen. Denn wer wird als Erstes verdächtigt? Carol natürlich. Wenn sie ihre neu gefundene Freiheit und ihre Freunde behalten will, muss sie ihre Unschuld beweisen. Und zwar schnell.
Eine Innenministerin, ein Kriminalkommissar, eine Pathologin und eine Serienmörderin im Seniorenheim – Bühne frei für Carol und ihre Ermittlungstruppe der besonderen Art!
Carol wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen, wo sie die letzten 35 Jahre als Serienmörderin eingesessen hat. Nun hat sie einen Platz in der Seniorenresidenz Sheldon Oaks gefunden und freut sich auf den Beginn eines neues Lebens. Schnell findet sie dort in Margaret, Catherine und Geoffrey neue Freunde. Doch dann geschieht ein Mord und sofort fällt der Verdacht auf Carol – wer sollte es denn sonst gewesen sein? Wenn sie also ihre Freunde und ihren Platz in der Seniorenresidenz behalten will, muss Carol den wahren Täter finden.
„Betreutes Morden“ ist der Debütroman des Schauspielers, Komikers und Fernsehautors Fergus Craig; die deutsche Übersetzung stammt von Julian Haefs. Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive von Carol erzählt, was einen Einblick in ihre Gedankenwelt ermöglicht. Um andere Blickwinkel der Handlung zu beleuchten, wechselt der Erzähler aber auch zu Carols Freunden oder anderen Personen, die in dem Mordfall eine Rolle spielen. Die Anleihen an Richard Osmans „Donnerstagmordclub“ sind dabei deutlich; der Roman wird im Buch sogar erwähnt. Sie sind aber klar als Hommage gemeint und, abgesehen von den Grundstrukturen, unterscheiden sich beide Werke doch sehr.
In erster Linie ist „Betreutes Morden“ natürlich ein Kriminalroman mit Amateurdetektiven, auch wenn das vielleicht nur die halbe Wahrheit ist. Denn Margaret war früher einmal Innenministerin, Catherine Pathologin und Geoffrey Kriminalpolizist. Diese Berufe und die damit verbundenen Fähigkeiten spielen bei der Ermittlung natürlich eine große Rolle. Noch wichtiger ist aber das Thema der Resozialisierung. Es ist furchtbar, was Carol getan hat, aber hat nicht jeder Mensch im Leben eine zweite Chance verdient?
Eines ist der Roman jedoch auf jeden Fall: witzig! Carols Gedanken und Aussagen über ihre Zeit als Serienmörderin sind herrlich skurril. Früher, da hätte man sich noch gegenseitig ausgeholfen, wenn man sich beim Vergraben einer Leiche begegnet wäre! Und auch ihre Freunde weiß sie mit schwarzem Humor aufzuziehen. Das Ende kommt überraschend und gibt der Geschichte zwischen all dem Humor eine nachdenkliche Seite.
Carol hat sich eine Wohnung in einer Seniorenresidenz gekauft. Ein ganz neues Leben. Nachdem sie fünfunddreißig Jahre im Gefängnis saß. Sie war eine Serienmörderin. Jetzt will sie ein neues Leben und neue Freunde. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen weil kurz nach ihrer Ankunft ein Mord geschieht. Klar das sie die Verdächtige Nr. 1 ist und das in einem Seniorenheim in dem es nur so von ehemaligen Ermittlern wimmelt. Beim Lesen hat man sofort Vergleiche mit dem "Donnerstagsmordclub" gezogen. Seniorenheim, alte Ermittler usw. . Aber ab dem zweiten Drittel hört die Ähnlichkeit auf. Diese Alten sind alt im Sinne des Wortes, körperliche Gebrechen, etwas Demenz, das gute Aussehen ist auch fort. Sie wirken natürlich, wie sie gegen die Langeweile ankämpfen, Vorurteile laut jedem erzählen der sie nicht hören will. Und das alles in einem Heim das Annehmlichkeiten für eine jüngere Generation bietet. In dem die Angestellten die Bewohner nach ihren Erfahrungen aus dem ersten Weltkrieg fragen. Carol und ihre neuen Freunde sind sehr echt, diesen Menschen begegnet man täglich, in der Familie oder Nachbarschaft. Die Geschichte entwickelt sich sehr skurril, die Dialoge sind schräg und am Ende gab es ein sehr schönes Happy End wobei dieses Wort für einen Cosy Crime verkehrt ist aber in diesem Fall passt. , So das ich mich schon auf einen nächsten Band freue.
Lesefreude! Der Krimi nimmt sich nicht wichtiger als nötig, liefert aber einen sauber konstruierten Whodunit mit Tempo, cleveren Wendungen und einer Ermittlerin, die man so schnell nicht vergisst. Carol ist moralisch fragwürdig, menschlich nachvollziehbar und unfassbar unterhaltsam, eine Kombination, die erstaunlich gut trägt. Besonders gelungen fand ich den konsequenten Blick aufs Alter, der weder verklärt noch mitleidig ist, geliebt habe ich aber den schwarzen Humor! Die Parallelen zum Donnerstagsmordclub sind da, aber das Buch geht bissiger, feministischer und ein gutes Stück respektloser mit seinen Figuren um. Das britische Setting, die pointierten Dialoge und die Cozy-Crime-Atmosphäre machen das Ganze extrem lesefreundlich. Ich hatte meinen Spaß mit diesen alten Herrschaften!