»Hassliebe, hat Trice mal gesagt. Ich hassliebe dich mehr als mein Leben.«
Lena und Trice sind alles füreinander – beste Freundinnen, schlimmste Feindinnen, Geliebte. Ihre Schulzeit in der tristen mitteldeutschen Vorstadt vertreiben sie sich mit ihrem eigenen Fight Club und Partys im Keller, später wohnen sie gemeinsam in der Großstadt. Doch es gab noch eine Dritte im Bunde, die geheimnisvolle Sascha, das Zentrum ihrer toxischen Dreiecksbeziehung. Sascha kommt am Ende der Schulzeit ums Leben. Was haben Lena und Trice mit ihrem Tod zu tun? Während eines unerbittlich heißen Sommers drängt die Vergangenheit ans Licht. Laura Dürrschmidt schreibt Sätze, die vor Wahrheit funkeln und schonungslos treffen wie ein Schlag in die Magengrube.
»Dürrschmidts Buch legt den Kern des Menschlichen frei, wo Gewalt, Hingabe und Sehnsucht keine Widersprüche sind. Dieser Text strotz vor Courage.« Julia Jost
»Atmosphärisch, intensiv, bewegend & Laura Dürrschmidt schreibt über Liebe, Gewalt und Abhängigkeit und erschafft Figuren, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen.« Mascha Unterlehberg
»Dark girlhood – flirrend, intensiv, voller zerstörerischer Wut und abgründiger Liebe.« Lisa Krusche
Flirrende Hitze liegt über jeder Seite, als würde der Asphalt unter den Füßen weich werden und jede Emotion ungefiltert nach oben treiben. Lena, Trice und Sascha wirken wie ein explosives Geflecht aus Sehnsucht, Wut und Abhängigkeit, das sich immer enger zusammenzieht, bis die Luft zum Atmen fehlt. Freundschaft fühlt sich hier nicht warm an, sondern scharfkantig, hungrig und gefährlich.
Zwischen Vorstadttristesse, Kellerpartys und stiller Eskalation wächst eine Beziehung, die sich gleichzeitig nach Nähe sehnt und sich selbst zerstört. Die Sprache trifft dabei roh und direkt, ohne Schutzpolster, ohne Beschönigung. Jede Szene pulsiert vor unterschwelliger Gewalt und verletzlicher Zärtlichkeit. Diese Mischung erzeugt ein intensives Kopfkino, das schwer abzuschütteln ist.
Besonders stark wirkt die düstere Sommerstimmung, in der Vergangenheit und Gegenwart ineinander fließen. Erinnerungen fühlen sich klebrig an wie Hitze auf der Haut, während Schuld und unausgesprochene Wahrheiten langsam an die Oberfläche drängen. Figuren, die nicht gefallen wollen, sondern wirken, verletzen und gleichzeitig berühren.
Zurück bleibt ein Gefühl von Unruhe, aber auch Bewunderung für den Mut, weibliche Wut, Abhängigkeit und toxische Liebe so kompromisslos zu erzählen. Kein Wohlfühlroman, sondern ein intensiver Blick in Beziehungen, die zu eng werden und trotzdem nicht loslassen. Genau diese Radikalität macht das Buch so eindringlich.
"Ich glaube, einsame Kinder erkennen einander. Leute, die einsame Kinder gewesen sind, tragen diese einsamen Kinder für immer in sich, man kann sie quasi in ihren Pupillen stehen sehen, da sind sie dann und können gar nicht fassen, dass sie jetzt Freunde haben." (Seite 103)
Laika heißt eigentlich Lena und ist ziemlich allein auf dieser Welt. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt, ihre Mutter hat sie verlassen als sie noch klein war und ihre Großmutter, bei der sie aufgewachsen ist, verstarb als sie noch zur Schule ging. Der Einzige, der blieb, ist Josef, ein Freund ihrer Mutter, doch auch zu ihm hat sie inzwischen keinen Kontakt mehr - aus Gründen. Die Einzige, die seit ihrer Schulzeit immer da ist: Trice. Die beiden Frauen verbindet ein Band, das scheinbar undurchtrennbar ist, das sich zwischen inniger Feundschaft und sexueller Anziehung bis hin zu Liebe bewegt. Das aufgeladen ist mit Gewalt - psychisch wie physisch. Und das ein furchtbares Geheimnis trägt, das nur die beiden kennen.
In diesem einen, einem besonders heißen Sommer, während einen Kuraufenthalts, soll sich für immer klären, ob dieses Band weiter bestehen kann. Doch vorher erinnert sich Laika: An die gemeinsame Schulzeit, die innige Freundschaft, an Sascha, die Dritte im Bunde, dieses Mädchen, das irgendwie immer am Rand des Abgrunds lief und vielleicht die Einsamste von allen war. Und genau deswegen vielleicht auch die Gefährlichste.
Und ist nicht Laika selbst auch gefährlich? Hat sie nicht den Hund ihrer Großmutter erschlagen und überhaupt, ist da nicht immer diese wahnsinnige Wut in ihr, die sie kaum zu bändigen weiß? Wegen der sie als Kind Medikamente nehmen musste und vor der selbst Josef sich fürchtet? Und ist das, was mit Sascha passiert ist, nicht auch ihre Schuld?
Laura Dürrschmidt hat "Sommer der schlafenden Hunde" einen unglaublich dichten, düsteren, wütenden und sehr traurigen Roman über zwei junge Frauen geschrieben, die sich in ihrer Einsamkeit zwar gefunden haben, sich gegenseitig irgendwie halten und sich trotzdem nicht gut tun. Die so gefangen sind in ihrer jeweils eigenen Geschichte, verwickelt in ihre eigenen Päckchen, dass sie nicht wirklich aufnahmefähig sind, für das, was um sie herum geschieht. Und gleichzeitig nehmen sie jede Erschütterung wahr, die ihre vermeintliche Sicherheit ins Wanken bringen könnte.
"Wir träumten von Küsen und Schlägen und Umarmungen und Tritten, und alles fühlte sich gleich für uns an. Wir hatten einander erfolgreich verschlungen." (Seite 430)
Dürrschmidt schreibt über zwei, die in ihrer Zweisamkeit immer noch einsam sind, zwei, die ihre Hilflosigkeit hinter Wut verstecken, die dringend Therapie bräuchten, aber zu wenig an sich selbst glauben, um sich wirklich helfen zu lassen. Bis eine von beiden die Reißleine zieht.
"Ich bin ahnungs- und hilflos in dieser gewaltvollen Welt. Alle Menschen sind das irgendwie. Das Mindeste, was man tun kann, ist, so wenig Schaden anzurichten wie möglich." (Seite 379)
All das schreibt sie in einer grandiosen Sprache die zwischen Rotzigkeit und tieftrauriger Poetik schwankt, die gleichzeit sachlich und tief traurig und wütend ist und die sich eingeschrieben hat in mein Gehirn. Mit Sätzen, die ich mir gerne in meine Synapsen tätowieren würde und die noch lange in mir nachhallen werden. Unbedingte Empfehlung!
Thanks to @aufbau_verlage for a press copy via @netgalley. Laura Dürrschmidt‘s skillfully written and constructed sophomore novel takes the familiar concept of a traumatic event that happenend a few summers ago and is buried somewhere in the mind of our protagonist, forcing her to come to terms with her past and herself. What separates SOMMER DER SCHLAFENDEN HUNDE from it‘s kin is Dürrschmidt‘s ability to actually engage with complex and troubled characters. Like your face in the mirror after taking a hot shower, the plot and it‘s characters slowly begin to take shape in what was before a dense fog. Contradictory, a bit edgy, surprisingly tender. One of the first big surprises of 2026.
»Jeder hat seine eigene saudarke Scheiße« – besonders die Figuren in diesem düsteren, queeren Sommerroman. Es geht um das toxische Beziehungsgeflecht, die Machtverhältnisse und Abhängigkeiten in einer Gruppe junger Menschen, die alle ziemlich kaputt sind. Dark Girlhood mit Sogwirkung!
unfassbar krass gut, so fesselnd und spannend von der ersten bis zur letzten seite! die charaktere haben sich so real angefühlt. fand es etwas repetitiv, wie oft übers trinken und rauchen geschrieben wurde, checke aber auch, dass das eben zeigen sollte, dass der konsum immer gegenwärtig war. am ende fand ich die auflösung etwas zu kurz und vllt bin ich auch das problem, aber ein klein bisschen war es underwhelming? also die ganze zeit ging es um furchtbare menschen und wie schrecklich lena und trice sind und dann stellt sich heraus, dass es fr einfach notwehr war. mochte sehr, dass die grenzen zwischen freundschaft und romantischer beziehung bei lena und trice so verschwommen waren und dass es trotzdem so eine kleine rolle spielte und auch generell stand freundschaft so im zentrum des ganzen, fand ich erfrischend. hat sich nicht angefühlt wie eine liebesgeschichte
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Konnte mich mit keiner der Figuren identifizieren, war eigentlich die meiste Zeit genervt von der langsamen Story - nichts passiert, obwohl die ganze Zeit irgendwas ist. Hat mich leider nicht gut unterhalten.
Vorweg Triggerwarnung für dieses Werk: Sui**d, Vergewal***gung, Drogenm***brauch, Tier*eiche —— Auch wenn ich nie im Leben mit nur einer der Protagonistinnen befreundet gewesen wäre, geschweige denn sie sympathisch finde, ist dieses Werk unglaublich wichtig für die Sichtbarkeit von Armut, mental health, female Rage und queeren Erfahrungen. (Ich werfe alle Themen in einen Topf und mir ist dabei bewusst, dass sie unterschiedlich konnotiert- positiv und negativ- in diesem Werk vorkommen. Und genau das ist so wichtig!)
Die Geschichten von Laika/Lena und Trice haben mich mitgenommen, wenn nicht sogar entsetzt, aber ich bin froh es gelesen zu haben, denn es brachte mich dazu, wieder vom Schwarz-Weiß-Denken hin zu einem differenzierten zu gelangen. Was macht einen wirklich bösen Menschen aus? Was bedeutet Vergebung? Kann man sein Leben von grundauf ändern? Wie sehr beeinflussen uns toxische Beziehungen?
Wen all das interessiert, sollte sich das Buch definitiv aus dem Schrank holen- wen die Triggerwarnungen hellhörig machen, lieber nicht.
Liebe Grüße und besonders an Jurek- eine Figur in diesem Werk, die wirklich zum verlieben ist… jeder sollte so einen Menschen in seinem Leben haben<3
Vielen Dank an @aufbau_verlage und @netgalleyde für die Zurverfügungstellung des ebooks Inhalt Lena und Trice sind alles füreinander – beste Freundinnen, schlimmste Feindinnen, Geliebte. Ihre Schulzeit in der tristen mitteldeutschen Vorstadt vertreiben sie sich mit ihrem eigenen Fight Club und Partys im Keller, später wohnen sie gemeinsam in der Großstadt. Doch es gab noch eine Dritte im Bunde, die geheimnisvolle Sascha, das Zentrum ihrer toxischen Dreiecksbeziehung. Sascha kommt am Ende der Schulzeit ums Leben. Was haben Lena und Trice mit ihrem Tod zu tun? Während eines unerbittlich heißen Sommers drängt die Vergangenheit ans Licht ... Meinung Ich kam nicht so richtig mit dem Erzählstil der Autorin zurecht. Weitestgehend blieb die Handlung für mich nicht richtig greifbar, ich konnte nicht wirklich einen Zugang zur Geschichte oder den Protagonisten bekommen. Einzig an einer Stelle im Buch hatte ich wirkliche Emotionen, sonst war die Handlung für mich als säße ich hinter einer Milchglasscheibe. Empfehlung spreche ich trotzdem aus
#SommerderschlafendenHunde #NetGalleyDE „Sommer der schlafenden Hunde“ handelt von der Beziehung zwischen Lena, Trice und Sascha. Sie waren in der Oberstufe befreundet und folgt ihnen ins junge Erwachsenenalter. Sie sind kompliziert und geheimnisvoll. Lena und Trice stecken in der Vergangenheit und aneinander fest. „Mal ehrlich, ich hätte gar nichts werden können. Meine Welt ist keine Auster, eher eine faulige Miesmuschel, die man nicht aufkriegt, und wie bei Pistazien ist es auch da so, dass das, was zu ist, auch besser zu bleiben sollte.“ Der Roman ist sehr atmosphärisch mit einem fantastischen Ortsgefühl, lustig und emotional. Die Beziehungen sind einzigartig und stark ineinander verwickelt. Freundschaften und Liebesbeziehungen, die toxisch, fesselnd und allumfassend sind. Die Entwicklung der Charaktere und des Plots war langsam, aber stetig und befriedigend. Die Hauptcharaktere sind nicht sympathisch und haben viele Fehler, aber dadurch sind sie glaubhaft und real. Der Roman ist definitiv empfehlenswert, z.B. für Fans von Sally Rooney.
Ich habe schon lange keinen Roman in der deutschen Literatur gelesen, der mir solch eine Sogwirkung bereitet hat. Laura Dürrschmidts erster Roman war bereits ein großes Vergnügen, aber hiermit hat sie sich nochmals selbst übertroffen. Ganz gespannt habe ich diese intensive Freundschaft mit fatalen Folgen gelesen und um Seite um Seite mich von der Energie von Laika und Trice einnehmen lassen. Besonders stark fand ich die Dialoge, sie wirkten so dynamisch und echt. Es ist kein leichtes Buch, eher ein rasanter Trip, schonungslos und roh.
Vielen Dank an den Aufbau Verlag und netgalley.de für das Rezensionsexemplar.
Der Roman, der schlafenden Hunde, von Laura Dürrschmidt ist nicht schlecht geschrieben. Aber ich bin dafür wohl doch zu alt. Mir wird da viel zu viel Alkohol getrunken und mit ordinären Wörtern um sich geworfen. Am Ende Schulzeit von Lena, Trice und Sascha ergibt es eine Dreiecksbeziehung mit Eifersüchteleien. Wie die drei miteinander umgehen, konnte ich nicht nachvollziehen. Dadurch kommt es dann zu einem Esklat. Mich konnte der Roman nicht fesseln, aber ich denke das gibt genug positive Leser.
kurzer stream of consciousness: gutes buch, das aber auch sehr gut hätte sein können. leider einen tick zu lang und außerdem leidet es darunter, dass der wichtigste teil der geschichte schon im klappentext vorweggenommen wird, weshalb man als leser praktisch nur darauf wartet, wie es nun zu diesem ereignis kam. was zum ende hin dann auch immer frustrierender wird.
gutes buch. für mich einen ticken zu lang, ich habe gefühlt zu sehr darauf „hingelesen“, zu erfahren wie *es* passiert ist. vielleicht wäre das buch für mich besser gewesen, hätte man nicht von beginn an gewusst was passiert?
der schreibstil, bei dem vergangenheit und gegenwart verschwimmt, hat mich schon sehr abgeholt. war glaube ich aber nicht ganz im richtigen mindset für das buch.
"Menschen sind nur so mächtig, wie wir sie machen."
"Und ich habe eine komische Erkenntnis: (...) Auch, wenn sich jetzt alles verändert hat, wird sich alles nur weiter verändern. (...) Dinge passieren, einfach so."
Im Großen und Ganzen habe ich es als eher langatmig empfunden.
Am liebsten hätte ich die ganze Story aus der Sicht von Jurek gelesen und miterlebt! Lena hat mich als Hauptfigur leider persönlich nicht abholen können.
Wie im Sog gelesen, sehr spannend und eine tolle Thematisierung von Freundinnenschaften und dem Erwachsen-Werden. Zwischen Liebe und Hass. Ende hat mich ein bisschen enttäuscht.
Gebrochene Menschen in gestörten Beziehungen in einer völlig absurden Welt. Weiß nicht was es über mich aussagt das ich diese Buch liebe… Hat großes Potenzial fürs an die Decke starren