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Manchmal würde ich gern schreien: Mein Ringen um eine Haltung im Nahostkonflikt

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Wenn Verstehen nicht reicht und Schweigen keine Option ist. 


Als junge Journalistin reist Steffi Hentschke 2012 das erste Mal nach Israel und Palästina. Ihre ersten Reportagen schreibt sie über den Besatzungstourismus, zwischendurch liegt sie am Strand von Tel Aviv und fragt sich, warum sie sich hier so wohlfühlt – trotz Krieg und Gewalt. Was als Urlaub beginnt, entwickelt sich zu einer mehrjährigen Sie reist ins Westjordanland, in den Iran, in den Libanon. Und entscheidet sich, Nahostkorrespondentin zu werden. In diesem Buch verbindet sie persönliche Erfahrung mit politischer Analyse. Sie beschreibt die Entwicklungen vor und nach dem 7. Oktober 2023 – und ringt um eine Haltung, die Widersprüche aushält. 


Ein Buch für alle, die wirklich verstehen wollen, was in Israel und Palästina passiert – jenseits von Schlagzeilen und Lagern. Für alle, die den Nahen Osten lieben oder lieben lernen wollen. Und für jene, die glauben, dass Komplexität kein Hindernis ist, sondern der einzige ehrliche Weg, über diesen Konflikt zu sprechen. 


»Ich schätze Steffi Hentschke für ihre klugen, differenzierten Analysen – für Berichte, in denen sie genau hinsieht, versucht zu verstehen und Komplexitäten nicht künstlich vereinfacht. Sie ist eine der Journalistinnen, die ich immer lese, wenn ich wissen will, was in Israel los ist.« Ronya Othmann

289 pages, Kindle Edition

Published March 11, 2026

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Steffi Hentschke

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Profile Image for Wandaviolett.
496 reviews71 followers
March 23, 2026
NIEDERSCHWELLIGER EINSTIEG IN DIE PROBLEMATIK
Kurzmeinung: Persönliche Reflexionen hätte ich noch mehr geschätzt als Zitate anderer Experten, trotzdem eine super Einführung in das Thema.

Warum sich viele Menschen scheuen, tiefer in die Materie des Nahostkonflikts einzusteigen, sich die Hintergründe dazu anzuschauen und herauszufinden, warum Israels Stellung gegenüber seinen arabischen Nachbarn kompliziert ist und warum man aufeinander einprügelt, bzw. sich gegenseitig ermordet, liegt daran, dass die meisten historischen Sachbücher auf einer Ebene geschrieben sind, die nicht leicht zugänglich ist.

Steffi Hentschke, eine noch junge Nahostkorrespondentin (geboren 1988), geht einen anderen Weg. Sie nennt ihr Werk ein „erzählerisches Sachbuch, das journalistische Analysen und Reportagen mit persönlichen Erfahrungen mischt“. Von daher bietet das Buch einen niedrigschwelligen Einstieg insbesondere zu den jüngsten Ereignissen in Israel, Gaza, Iran, etc. und ist zu empfehlen!

Der Kommentar und das Leseerlebnis:

Gelobt habe ich schon, dabei bleibe ich, niedrigschwellige Ansätze sind unbedingt notwendig. In einer Zeit, in der die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen gering geworden ist, man aber trotzdem mitreden können will, ist die Autorin informativ ohne zu langweilen.
Die Kritik hängt sich an dem Untertitel des Buches auf: „Mein Ringen um eine Haltung zum Nahostkonflikt“. Davon habe ich nichts gespürt in dem Werk. Ich hätte mir gewünscht, dieses Ringen wäre tiefer thematisiert worden. Doch persönliche Ansichten über die Lage lässt Steffi Hentschke weitgehend weg.

Im weiteren Verlauf des Textes, nachdem der erste Teil sich anhand der Autorenvita tatsächlich erzählerisch betätigt, kommen aber zunehmend Analysen und Zitate anderer auf den Tisch; durchaus interessante und schlüssige Betrachtungen. Nur eben nicht die von Steffi Hentschke! Die Autorin positioniert sich im Grunde genommen kaum. Das ist in meinen Augen ein großes Manko.
Bei der Frage, ob Israel einen Genozid vornimmt an der palästinensischen Bevölkerung sagt sie, das sei eine Frage, die juristisch geklärt werden muss. Stimmt. Aber wo ist das Ringen der Steffi Hentschke hier? Ich sehe es nicht.

Was sie zum Glück nicht verschweigt und sogar richtig gewichtet, wenngleich ebenfalls nicht persönlich kommentiert, sind die unzähligen Angriffe auf Israel durch die berüchtigten Terrororganisationen Hamas, Hisbollah, AlQuida, Taliban, IS und ihre umfassende Unterstützung durch den Iran. Hat ein Staat, der in seiner Verfassung verankert, er wolle den Nachbarstaat Israel auslöschen, überhaupt Gnade verdient? Auf die Unterdrückung der Frauen in Nahost geht die Autorin mit keinem Wort ein. Einige Sätze noch dazu hätten dem Sachbuch gut getan.

Fazit: Es ist unabdingbar, Hintergrundkenntnisse zu haben, wenn man den Nahostkonflikt beurteilen möchte. Steffi Hentschke nimmt an die Hand und gibt Informationen auf einem Level, das man leicht verstehen kann, trotzdem nicht oberflächlich ist - und durch persönlichen Content ist das Buch nicht so trocken wie viele andere Sachbücher. Mit leichten Abstrichen: empfehlenswert.

Kategorie: Sachbuch
Verlag: Aufbau 2026
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