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36 Boys: Wie eine Kreuzberger Gang zur Legende wurde

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Vom Kotti in die Welt – Die wahre Geschichte der 36 Boys. 


Kreuzberg, in den späten 80ern, zwischen Mauer und Abrisshäusern. Das ist die Heimat der 36 Boys. Zwischen türkischen Teestuben und Hausbesetzerkneipen entsteht die legendäre Straßengang, viele von ihnen »Gastarbeiter«-Kinder. Ihre Geschichte handelt von Armut und Ausgrenzung, aber auch von Freundschaft und Zusammenhalt. Während Deutschland die Einheit feiert, werden große Teile der Gesellschaft an den Rand gedrängt. Die Jungs aus Kreuzberg wollen sich behaupten – mit allen Mitteln.
Paul Christoph Gäbler erzählt ihre Geschichte, basierend auf Gesprächen mit ehemaligen Mitgliedern der Gang, aus der unter anderem Kickbox-Weltmeister Muzaffer »Muci« Tosun, Rapper Killa Hakan und Sternekoch Tim Raue hervorgingen. Was braucht es, um vom Rand der Gesellschaft in ihre Mitte zu gelangen? 


»Die 36 Boys haben junge Migranten in ganz Deutschland geprägt, dieses Buch erzählt ihre Geschichte ohne Verklärung, ohne Romantik, sondern schonungslos und klar. Es ist die widersprüchliche Geschichte einer Gruppe junger Männer, die dafür gekämpft haben, gesehen zu werden.« – Tim Raue

196 pages, Kindle Edition

Published April 15, 2026

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Profile Image for WildesKopfkino .
1,206 reviews10 followers
June 7, 2026
Kreuzberg riecht in diesem Buch nach Beton, kaltem Rauch, Angst, Wut und diesem ganz eigenen Trotz, der entsteht, wenn junge Menschen spüren, dass für sie kein Platz vorgesehen ist.

Ich habe 36 Boys nicht einfach als Geschichte über eine Gang gelesen, sondern als Blick in eine Zeit, in der Armut, Rassismus und Ausgrenzung jungen Männern viel zu früh beigebracht haben, hart zu wirken. Paul Christoph Gäbler erzählt das mit einer Nähe, die mich berührt hat, ohne dabei alles schönzureden.

Besonders stark fand ich, dass das Buch nicht nur von Gewalt und Straße spricht, sondern von Freundschaft, Schutz, Identität und dem Wunsch, gesehen zu werden. Zwischen Mauer, Kotti und Abrisshäusern entsteht ein Bild von Kreuzberg, das rau ist, aber voller Leben. Man versteht, warum die 36 Boys für manche mehr waren als nur eine Gang.

Mich hat diese Mischung aus Zeitgeschichte, Biografie und Gesellschaftsanalyse richtig gepackt. Manche Stellen tun weh, weil sie zeigen, wie wenig sich in manchen Fragen verändert hat. Trotzdem bleibt nach dem Lesen nicht nur Schwere zurück, sondern auch Respekt vor Lebenswegen, die sich aus schwierigen Anfängen heraus ihren Platz erkämpft haben.

Ein starkes, wichtiges und sehr menschliches Buch, das lange nachhallt.
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