Ich muss schon sagen, dass mir der Roman eines meiner PR-Lieblingsautoren nicht gefallen hat, angesichts seines sonstigen Niveaus. Aber vieleicht ist das ein Jammern auf einem hohen Level. Es geht wieder in die Shinobi-Handlungsebene, in der man das Entstehen des Elysions bewerkstelligen will. Tony Bancroft und Jasper Cole sind die ersten Shinobi der Milchstraße, einer Art USO des Elysions. Sie bekommen einen Notruf eines Mitgliedvolkes des Elysions (nicht aber Mitglied der GAVÖK), die in existenzieller Not geraten. Es ist eine Gemeinschaftsintelligenz von Einzellern, die verschiedene Kolonien gebildet haben und nur ein Bewußsein pro Kolonie entwickelt haben. Sie steben ab und nach größeren Nachforschungen kommen sie der Ursache auf die Spur: es sind die Mausbiber-Mumien, über die schon in den letzten Bänden die Rede war. Den beiden Shinobi gelingt es, durch die Präsenz einer der gefundenen Mumien, das leben der Kolonien zu retten, allerdings wenden sie sich danach gegen das Elysion, außerdem ist Jasper Cole nach der Lieferung der Mumien verschwunden... Wie immer bei Wim Vandemaan liegt hier wieder ein Text vor, der von mystischen und historischen Anektoden nur so wimmelt, allerdings konnte mich das nicht so mitnehmen, wie in seinen letzten Arbeiten...
Wim Vandemaan macht es einem auch nicht immer einfach… Ich bin ein großer Vandemaan-Fan, ich liebe seinen Stil und seine Phantasie, seine Belesenheit und seine Fähigkeit, den Leser in einem Abschnitt hinauf zu kosmischen Gedanken und wieder auf den Boden zurückzuführen. Manchmal übertreibt er es aber auch und ergeht sich in zu langen Aufzählungen und seltsamen Andeutungen, letztlich in zu viel Manierismus. Mir scheint, er wird der neue H.G. Ewers, der auch manchmal seine eigene Privat-Reihe innerhalb von PR schrieb. Trotzdem erreicht bei mir auch so ein Vandemaan Roman locker drei Sterne.
— Beginn: Unqualifizierter “Shinobi-rant” — Ich verstehe das “Shinobi” Konzept immer noch nicht. Eigentlich ist das ominöse “Projekt von San” ein politisches und diplomatisches Konzept. Weil aber die Serie in der Schilderung von Politik und Diplomatie selten gut war und ist (so etwas ist halt irgendwie nicht spannend), brauchen wir jetzt die “PR-Jedi-Ritter”, die einhundertfünfzigste Spezial-Helden-Truppe-für-besonders-knifflige-Fälle, so eine Mischung zwischen den “Rittern der Tiefe” (die fand ich damals toll, aber die hatten Kosmokratentechnik und ich war Jahrzehnte jünger) und den "Kastellanen der Milchstraße” (mit denen sowohl ich als auch die Serie wenig anfangen konnten). Da wird also ein junger Transmittertechniker ein bisschen ausgebildet und schon versteht er die Wissenschaft besser als die Wissenschaftler, die Diplomatie besser als die Diplomaten und kämpfen konnte er eh schon immer, macht man ja halt so als Transmittertechniker. Da merke ich halt wieder, dass ich Heftromane lese. So eine James Bond Truppe, die den russischen Krieg gegen die Ukraine beendet, mindestens in Afghanistan und im Iran die Herrscher stürzt und der Demokratie in den USA hilft - ok, so etwas brauchen wir. Die haben dann halt viel zu tun, die paar Leute, die für ein paar Galaxien, also mehr als 1 Billion Sterne, zuständig sind… — Ende: Unqualifizierter “Shinobi-rant” —
Ein Vandemaan-Roman. Einer, der beide Seiten seines Stils enthielt und daher bei drei Sternen landet. Das erste Drittel hat mich beim Lesen genervt! Ich habe das erste Mal seit langer Zeit Lust gehabt, den Rest nur zu überfliegen. Verklausulierte Sätze, teilweise mit endlosen Aufzählungen und Begriffen, die mir zwar geläufig sind, die ich aber nicht zwingend in einem PR-Roman brauche, vor allem in der Menge.
Danach - im Prinzip nach diesem skurrilen Ausflug auf die Brücke mit dem Endkampf gegen Schneemonster-Atlan - wurde es schlagartig erheblich besser und angenehmer zu lesen. Im letzten Drittel hing der Roman dann wieder etwas durch, um mich mit einem offenen Ende sitzen zu lassen.
Ich weiß danach nicht, ob ich fasziniert oder "abgenervt" sein soll. ;)
puh ... Wim Vandemann kanns ja dem Leser schon mal schwer machen und ich kann viel Kritik am letzten WV Doppel nachvollziehen.
Aber das hat sogar mich überfordert. Nachdem die Geschichte in einer seltsamen Virtual Reality Umgebung beginnt, hat man nie mehr das Gefühl, dass man diese so richtig verlassen hat und ich hatte die komplette weitere Lektüre Romans die immer größer werdende Erwartung: Jetzt zieht gleich einer den Stecker und die beiden Protagonisten sind wieder in der Realität ... passiert aber nicht.
Hat mich echt vollkommen überfordert.
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Was für ein toller Roman! Gleich zu Beginn hat es mich gepackt, weil ich die Vandemaan-Romane auch sprachlich mag (und ich finde es gut, dass in dieser Reihe so unterschiedliche Autor:innen eingesetzt werden, die so unterschiedliche Reaktionen hervorrufen), und immer wieder blitzt mal hintergründiger, mal vordergründiger Humor hervor. Sehr nett: der errötende Servobot - oder vielleicht auch nicht. Die Mabomkolonien fand ich als neue Zivilisation spannend, auch wegen der linguistischen Herausforderungen, aber noch ausbaufähig. Ich tue mich mit Geistergeschichten (außer Hui Buh, Canterville usw.) eigentlich schwer, aber diese verschiedenen in eigenen Häusern mit ihren Menschen ins All auswandernden Geister, Sam Sou, die auf einmal zu hörenden aber nicht sicher zuordbaren Stimmen usw. fand ich erst einmal eine nette Idee und bin gespannt, wie es weitergeht, auch mit den Mabomkolonien.
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Naja. Hatte schon seine Gründe, warum ich 2 Wochen nicht weiterlesen wollte.
Eigentlich gut gestartet, aber ab Mitte des Romanes - dem Shinobi Einssatzes dann irgendwie zu konfus. Mit dem Verschwinden Jasper Coles in der Blase der Ilt-Mumie hatte mich der Roman dann endgültig verloren.
Schade, wieder ein Vandemaan Roman, der mir keine Freude bereitet hat.
2,5 Sterne wohlwollend aufgerundet.
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Eine letzte Prüfung müssen Jasper Cole und Antonya Bancroft noch bestehen, ehe sie sich Shinobi nennen dürfen. In einer vom Simulationsmeister Sam Sou alias Dr. Moonshine geschaffenen Simulation ist die Aufgabe denkbar einfach: sie müssen in einer Winterwelt eine Brücke überqueren. Diese Prüfung ist Vorbereitung und Gleichnis für einen Auftrag bzw. die Geschehnisse um diesen Auftrag, den beide anschließend zu erfüllen haben. Eins ersten Völker, die die elysische Charta unterzeichnet haben, ist in Not geraten. Die aus madenartigen Einzellern bestehenden Mabomkolonien auf dem Planeten Mahana sterben ab. Als Ursache stellt sich der Impuls des Unepal heraus. Ähnlich wie der Zugang zum Raumschifffriedhof im Tetkra-Sektor geöffnet wurde, soll nun das Unepal erneut gezielt zum Abgeben eines Impulses angeregt werden, um den Effekt rückgängig zu machen. Dafür geht Jasper Cole in den Einsatz, um das Unepal zunächst aus seinem Psi-Kokon zu befreien. Das gelingt, doch Jasper Cole geht bei seinem Einsatz verloren. Auch der Einsatz des Unepal scheint erst erfolgreich zu sein, doch dann werden die geretteten Mabomkolonien aggressiv, erklären dem Elysion den Krieg und beanspruchen das Unepal für sich.
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Ein Wim Vandemaan wie üblich - kurios, entrückt, mystisch. Immerhin diesmal aber sogar mit echter Handlung. Dass Wim Vandemaan es sich nicht nehmen lässt, mit der Brücke zu den Geistern ein in jeglicher Hinsicht schwer zu entschlüsselndes Motiv in den Roman einzubringen, dass irgendwie unklar bleibt, wo nun Simulation endet und Realität beginnt, dass die Figuren wie immer bei ihm verschroben und unemotional agieren - diesmal geschenkt, denn die Balance zwischen diesen mystischen, unklaren, nebelhaften - eben geisterhaften! - und den klaren Anteilen hat diesmal gestimmt. Und es ist ja auch okay, wenn es mal eher unklare Romane gibt - nur wenn es dann zu sehr kippt, ist es mir zu viel.
Antonya Bancroft und Jasper Cole müssen eine letzte Prüfung bestehen, um Shinobi zu werden. In dieser letzten Prüfung müssen sie über die Brücke gehen.
Was ist echt? Was nicht? Was ist simuliert? hmmm....
Der Roman lässt mich verwirrt zurück. Warten wir ab was der Roman nächste Woche bringt, würde ich jetzt sagen.