Nach Monaten des bittersüßen Nichtstuns auf der philippinischen Insel Surogao steht Caruso, ehemaliger deutscher Profisurfer und Privatdetektiv, tief in der Kreide. Da kommt die schöne Spanierin sehr gelegen, die ihn beauftragt, ihren verschwundenen Sohn wiederzufinden. Die Insel, ein Paradies für Wellenreiter und Touristen auf Selbstsuche, ist ein heißumkämpfter Umschlagplatz für Drogen. Schnell führen seine Ermittlungen Caruso in einen Abgrund aus Gewalt und Korruption und zu mehr als einem verlorenen Sohn.
„Sie stellt sich als Ángel vor, Ángel Guzmán Gaviria, und sie vermisst ihren Sohn Juan. Alle nennen ihn nur John John.“ Bei der Polizei war sie nicht, denn „Choco Mucho ist ein feiner Kerl, aber ein lausiger Bulle.“ Nun, ich erfahre noch so einiges mehr von ihm und von der Arbeitsweise der Polizei hier, auf der philippinischen Insel Surogao. Chocos Faulheit heißt für Caruso, dass er so dann und wann einen Auftrag erhält, wenngleich dieser nicht viel einbringt, ihn aber so einigermaßen am Leben erhält, er krebst sozusagen permanent am finanziellen Limit. Die Miete, die Drinks und noch so einiges kosten – da kommt ihm diese Suche nach dem verschollenen Sohn gerade recht, zumal Ángels Vorschuss sich sehen lassen kann.
Caruso ist ein ehemaliger Profisurfer, der hier als Privatdetektiv unterwegs ist - sofern er einen Auftrag hat. Ich würd ihn eher als verkrachte Existenz beschreiben, der dem süßen Nichtstun frönt. Dramatisch geht´s los, als er einige Surfer dabei beobachtet, wie sie diese Welle unterschätzen und er selbstlos eingreift. Es sind Russen. Und sie sehen dies komplett anders. Eine gebrochene Nase spricht Bände, Caruso muss dafür bestraft werden. Schon allein das Cover spricht für sich, die Riesenwelle macht Laune und erweckt schon Betrachten eine unbändige Lust (nach Meer) nach mehr.
In erster Linie aber heißt es, John John aufzuspüren. Dabei nimmt Caruso die Hilfe von Yahoo an, einem Filipino und begnadeten Hacker, auch andere mischen kräftig mit. Was allerdings Diego in Hannover mit dem Ganzen zu tun hat, wird später klar, momentan aber scheint seine Geschichte eine ganz eigene zu sein.
Die wendungsreiche Story gewährt neben der Detektivarbeit einen tiefen Einblick ins Surferparadies, das für die Einheimischen gar nicht so paradiesisch daherkommt. Man spürt ihr karges Dasein, ihren täglichen Existenzkampf. Über Drogen und Alkohol, Gewalt und Korruption, Polizeiwillkür bis hin zu Mord ist alles dabei. Ganz anders das Ministerium für Tourismus, das die Inselkampagne mit dem Slogan „Welcome to Paradise. Welcome to Surogao“ startet.
Um zu Caruso zurückzukommen – er ist nicht gerade ein Sympathieträger, auch ist er keiner dieser herkömmlichen Detektive, eher schon ein abgehalfteter ehemaliger Profisurfer, der dennoch einen gewissen Charme besitzt und diesen bei Bedarf auch einzusetzen weiß.
„Heaven’s Gate“ ist ein gut geschriebener, ein kurzweiliger und spannender Krimi mit einem Anti-Helden, von dem es vielleicht noch mehr zu berichten gibt. Ich wär dabei.
Caruso ist ein Ermittler auf der kleinen philippinischen Insel Surogao und versucht sich mit der Suche nach Koffern oder anderen Dingen über Wasser zu halten. Er hat ein dezentes Alkoholproblem, einige schmerzhafte Erinnerungen und verbringt seine Zeit eigentlich am liebsten mit Surfen. Dann steht eine attraktive, reiche Frau vor ihm und drängt ihn ihren vermissten Sohn zu finden und auch wenn Caruso weiß das er sich damit übernimmt, bleibt ihm nichts anderes über als sich auf die Suche zu machen. Daniel Faßbender's 'Heavens Gate' umfasst gerade mal um die 290 Seiten. Die haben es aber teilweise in sich. Caruso ist ein Protagonist wie man ihn eher selten kennenlernt. Oftmals sind in solchen Romanen die kleinen Ermittler mal Geheimagenten oder ähnliches gewesen und daher auf Ernstfälle bestens vorbereitet womit natürlich keiner rechnet. Caruso nicht. Oftmals sind die Ermittler voll im Leben der Einheimischen integriert, verstehen die Kultur, haben Verbindungen und wissen wie sie vorgehen sollen. Caruso eher weniger. Er hat schon Kontakte und ein Grundverständnis, aber das ist alles eher oberflächlich und plausibel. Er rennt in Fallen, hadert mit der Menschenkenntnis und verliert auch gern mal aufgrund eines Rausches das Ziel aus den Augen. Caruso an sich ist mir als Charakter nicht ganz verständlich geworden und oftmals wollte ich ihm kurz auf die Schulter tippen und ein höfliches 'WTF?' in den Raum stellen. Der Autor hat aber eine klare Linie bewahrt und ich denke das Caruso für mich einfach eher ungewöhnlich und daher schwerer greifbar war, was sich vllt bei weiterer Lektüre ändern würde. Die Nebencharaktere haben mir durchgehend gut gefallen und Herr Faßbender hat wirklich gekonnt damit gespielt wie er die Personen ins gewünschte Licht rückt ohne an den Fakten zu rütteln. Den Storyverlauf habe ich so absolut nicht erwartet und war daher oft überrascht. Das gefiel mir mal ganz gut, mal nicht. Insgesamt hat mir die Story aber gut gefallen. Der Schreibstil war leicht verständlich und ließ sich flüssig lesen. Lange verschachtelte Sätze sucht man hier vergebens. Dafür findet man, oftmals in den unpassendsten Momenten, humorvolle Dialoge und Verwicklungen. Das hat mir gut gefallen und passte für mich super zusammen. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich kann es guten Gewissens empfehlen. Ein Highlight war das Buch nicht, aber sollten mehr Bände der Reihe erscheinen, hat sie auf jeden Fall Potential mein Herz zu erobern.
Klappentext: Nach Monaten des bittersüßen Nichtstuns auf der philippinischen Insel Surogao steht Caruso, ehemaliger deutscher Profisurfer und Privatdetektiv, tief in der Kreide. Da kommt die schöne Spanierin sehr gelegen, die ihn beauftragt, ihren verschwundenen Sohn wiederzufinden. Die Insel, ein Paradies für Wellenreiter und Touristen auf Selbstsuche, ist ein heißumkämpfter Umschlagplatz für Drogen. Schnell führen seine Ermittlungen Caruso in einen Abgrund aus Gewalt und Korruption und zu mehr als einem verlorenen Sohn.
„Heaven’s Gate“ von Daniel Faßbender führt die Leser*innen auf die philippinische Insel Surogao. Die Philippinen sind ein Handlungsort, der nicht oft in Büchern vorkommt und hat mich daher interessiert.
Im Mittelpunkt steht Caruso. Einst war er Profi-Surfer, jetzt versucht er sich als Privatdetektiv mehr schlecht als recht über Wasser zu halten. Als Caruso dringend Geld braucht, kommt Ángel Guzmán Gaviria zu ihm. Ihr Sohn Juan ist verschwunden und Caruso soll ihn finden. Der philippinischen Polizei traut Ángel Guzmán Gaviria nicht zu, den Sohn zu finden. Die Bequemlichkeit der örtlichen Polizei, hat für Caruso seine Vorteile, es bringt ihm doch immer wieder einen Auftrag ein. So macht er sich daran Juan zu finden. Dabei stößt er auf Korruption, Drogen und Alkohol. Unterstützung bekommt er durch den Hacker Yahoo.
Daniel Faßbender verbindet in seinem Kriminalroman das Parasitische der Insel Surogao, mit den Abgründen, die er entdeckt und natürlich mit Spannung.
Die Charaktere sind gut gezeichnet. Caruso ist ein Unikum, er frönt am liebsten dem Nichtstun, Surfen ist seine Leidenschaft, er kann sich aber auch in die Ermittlungen stürzen. Denn mit dem Geld, das er damit verdient, kann er wieder dem Nichtstun frönen. Daniel Faßbender beschreibt den Handlungsort eindrucksvoll und gibt seinen Leser*innen auch tiefe Einblicke in das Surfen. Ich konnte das Meer rauschen hören und die Wellen vor meinem inneren Auge brechen sehen.
Die philippinische Polizei gibt in dieser Geschichte kein gutes Bild ab. Willkür und Faulheit zeichnen sie eher aus.
Der Autor lässt das Surfer Paradies sich mit den Ermittlungen abwechseln. So ist das Buch sehr kurzweilig, unterhaltsam und auch spannend.
„Heaven’s Gate“ habe ich gerne gelesen, ich würde mich freuen Caruso einmal wieder zutreffen.
Caruso, ein Surfer und Privatdetektiv Ach Caruso, warum hast Du den Schnösel nicht sterben lassen? Ein kleiner Diktator weniger! Im Laufe des Romans aber merken wir, der reiche Russe dient nur als Ablenkungsmanöver, um uns, die Krimifans auf falsche Fährten zu locken. Daniel Faßbender hat einen sehr spannenden Roman geliefert. Die Ich-Perspektive lässt den Leser direkt am Geschehen teilhaben und die trockenen Kommentare sind die Würze dazu. Ich war richtig beeindruckt vom Fachjargon des Surfens. Für mich, als Fernsehzuschauerin, war Surfen schön anzusehen, sonst nichts. Ob der Autor selbst surft? Die Termini klingen hinreißend sportlich und faszinierend: Bottom-Turn, Kurvenmanöver, Weißwasserwalzen, Pop up!, Wellenschulter, schräg eine Welle reiten, und so weiter. Ist das nicht schön? Beim nächsten Longdrink an der Strandbar kann ich mit solchen Begriffen um mich werfen! Der Krimi an sich ist routiniert erzählt, mit einigen 180° Wendungen, die Guten werden zu Bösen, die anderen zu Guten, der vermeintliche Sunnyboy wollte groß ins Drogengeschäft einsteigen, die unwahrscheinlichsten Charaktere im Buch tun sich zusammen. Das macht die Geschichte so spannend. Die typischen Showdowns finden auch statt, Verhaftungen, Befreiungen, nichts, was ein Hollywood Thriller nicht auch könnte, aber hier kommt noch die exotische Kulisse auf einer kleinen philippinischen Insel hinzu. Und es ist alles da: heiße Bräute, Umweltaktivisten, Polizei, mal mehr, mal weniger korrupt, Drogendealer-Rentner, ich meine, richtige Rentner, die das Drogendealen aufgegeben haben und nun sogar in Schulen auf ihre Art vor Kindern auftreten und sie vor diesem dreckigen Geschäft warnen. Pädagogisch völlig am Ziel vorbei, zur Verzweiflung der Lehrer, aber für die Kinder wirksam, Neo- und Altnazis, wirklich alles da. Das macht das Buch so interessant und fesselnd. Einige Worte noch zum Titelbild: Danke Diogenes Verlag! Für einen Krimi, der im Surfer-Milieu spielt, ist es das richtige Bild. Ich frage mich, was der Surfer dort tut? Einen Bottom-Turn, reitet er schräg die Welle? Fährt er einen Tunnel entlang? Egal, das Bild ist hinreißend. Ich frage mich auch, wo der Fotograf wohl stand? Der war ja wohl auch in dieser gleichen Welle, musste sich auf dem Brett halten und fotografieren. Wessen Leistung ist größer?
Darum geht es: Caruso, ein ehemaliger Surfprofi, der auf der philippinischen Insel Surogao, sein Leben im Alkohol ertränkt, und nur auf seinem Board, dem Surfbrett, und im Wasser zur Ruhe kommt, hat ein Geldproblem. Anschreiben ist nicht mehr und so nimmt er den Auftrag einer hübschen und reichen Spanierin an, ihren Sohn zu suchen. Schnell wird klar, dass er sich dadurch mit den falschen Leuten angelegt hat. Doch Caruso lässt sich nicht so leicht abschütteln, wenn er einmal eine Spur aufgetan hat. Auch die ein oder andere Schlägerei hält ihn nicht ab, weiterzusuchen. Damit bringt er allerdings nicht nur sich in Gefahr.
Mein Eindruck: Herrlich, schon bei der ersten Szene, die natürlich beschreibt, wie Caruso auf dem Board bei Heaven’s Gate, einem der besten Wellenspots der Welt, wartet und dann die perfekte Fahrt hinlegt, schon da bin ich in dieser Surfersprache, auf der Insel, am Strand, mir scheint die Sonne auf den Rücken. Caruso ist der Typ, der nur fürs Surfen aufsteht, ansonsten den Tag mit Trinken und noch mehr Trinken verbringt und nur aus Geldnot den nächsten Job annimmt. Eine zerbrochene Figur, deren Ursprung immer wieder durchscheint, und doch eine Figur, die sich sorgt. Nicht ohne Grund bezeichnet Daniel Faßbender Hammets und Chandlers Detektive als die »Onkel und Großväter von Caruso«. Mir fallen dazu auch die Krimis von Dick Francis ein, die ähnlich mit einem Protagonisten arbeiten, der gescheitert ist, aber dennoch für die Gerechtigkeit aufsteht und selbst über seine Grenzen geht.
Fazit: Heaven’s Gate ist ein solide, handwerklich gut aufgebauter Noir-Krimi, bei dem selbst Cliffhanger geübt und nicht aufdringlich erscheinen. Vor dem Hintergrund der Surferszene und der philippinischen Insel entwickelt sich ein rundum gut erzählter Krimi, der leicht und unterhaltsam zu lesen ist.
Das Buch hat sich sehr schnell und gut lesen lassen und ließ einen sofort bildlich in die Geschichte eintauchen.
Zwar fand ich den Protagonisten Caruso etwas anstrengend mit seinem Alkoholproblem, allerdings hat er dies mit seiner doch liebevollen Art wieder gut gemacht. Zwar waren seine Detektivischen Durchbrüche mehr dem Glück und weniger seiner Kompetenz zu verdanken, aber das hat die Geschichte nur umso spannender gemacht. Da der Protagonist selbst so wenig Ahnung von dem gesamten Ausmaß hatte ist man zusammen im Dunkeln getappt.
Die Nebenfiguren sind allerdings alle auch auf ihre eigene Art gelungen. Diego der früher eine hohe Nummer als Krimineller war und nun draußen aus dem Knast sich probiert als „normaler“ Bürger durchzuschlagen und mit in die Geschehnisse gezogen wird. Yahoo der einem mit seiner lieben Art und seiner Neugier einfach nur ans Herz wächst und die Klimaaktivistinnen, die für einige Überraschungen sorgen.
Einige Ereigniswendungen waren für den Leser vorhersehbar und andere wiederum haben einen kalt erwischt. Man konnte von Anfang bis Ende mit Fibern. Die Philippinen wurden anfangs als unheimlich schöner und idyllischer Ort beschrieben und dieser Eindruck wurde im verlauf der Geschichte durch die düsteren Ereignisse umgewandelt. Trotz der Tatsache, dass ich bisher nicht viel Erfahrung mit dem Surfen hatte, habe ich allen Szenen gut folgen können und viele interessante Einblicke in diese Sportart/ Lifestyle bekommen. Das Ende fand ich sehr gelungen, auch wenn mich der Tod meines persönlichen Lieblingscharakters sehr getroffen hat.
Das Buch ist eine gelungene Abwechslung für alle Krimi-Fans und auch für alle Krimi-Neulinge sehr zu empfehlen.
Bei Asia Noir habe ich bisher immer an koreanische oder japanische Krimis gedacht. Daniel Fassbender rückt mit "Heaven´s Gate" aber auch ein tropisches Inselparadies auf den Philippinen in düstere Stimmung. Sein Protagonist Caruso, ehemaliger Profisurfer und als Privatdetektiv bislang eher mit Kleinigkeiten wie gestohlenen Mopeds beschäftigt, rückt ebenfalls zunehmend in die Nähe der hard boiled Detektive der klassischen Noir-Serie, die von schönen Frauen betrogen werden und reichlich Prügel kassieren. Das vermeintliche Paradies entpuppt sich als ein Sumpf von Drogen und Korruption, dass auch noch ein Taifun aufzieht, scheint da nur konsequent.
Eine schöne, reiche Spanierin heuert Caruso an, der bisher zwischen Surfen und viel Alkohol ein recht entspanntes Leben hatte. Ihr Sohn ist verschwunden und hat sich mit seinem Plan, groß ins Drogengeschäft einzusteigen, offensichtlich übernommen. Caruso stößt bei seinen Ermittlungen nicht nur auf Gegenwind, sondern auch auf Gefahren. Mit dem Vermisstenfall ist er auf ein Hornissennest gestoßen und weiß bald nicht mehr, wem er eigentlich noch trauen kann. Unerwartete Hilfe gibt es von einem ehemaligen Hamburger Zuhälter und Ex-Drogenhändler, der eigentlich entschlossen war, nun ein halbwegs sauberes Leben zu führen, aber in dem Fall persönliche Motive hat.
Ich-Erzähler Caruso ist ähnlich lakonisch und mit einem unsentimentalem, ironischen Blick auf sich selbst und seine halb gescheiterte Existenz wie die Helden der "schwarzen Serie". Ein wenig erfährt man dazu noch über Wellen, Surferszene und den Rausch des Ozeans. Ein spannender Krimi nicht nur für Strandurlaub.
Caruso zwischen den Zeilen. Sympathisch und tiefgründig.
Ein außergewöhnlich literarischer, solider und entspannter Krimi mit Seltenheitswert.
Sympathischer Protagonist mit Vorgeschichte und Grips, ohne Hochglanz-Anstrich. Gefällt mir.
Die Charaktere in Heaven's Gate kommen authentisch daher und bringen Integrität mit. Mehr noch, sind sie wirklich raffiniert gezeichnet. Manchmal hintergründig intelligent, auf angenehme Weise scharfzüngig, charismatisch, loyal. Oder eben auch irgendwie dann doch gar nicht so unsympathische Unsympathlinge.
Caruso erinnert mich an Serien wie Colter Shaw, bloß mit mehr Antihelden-Flair; macht neugierig auf Daniel Faßbender, der ein Garant für eine gute Geschichte ist.
Wer zweimal hinschaut und tiefer zuhört, findet in Caruso einen antiheldisch gemalten Charakter, der genau das eben doch nicht ist. Horst Eckert zitiert: „Wer Caruso nicht in sein Herz schließt, hat keins.“; weiter: wer Caruso nicht in sein Herz schließt, hat nicht zwischen den Zeilen gelesen.
Dort schreibt Daniel Faßbender eine Persönlichkeit, die sich hinter einer zutiefst Lebens-realistischen, pseudo-performativen Resignation erzählt, die Caruso vor allem sich selbst nicht glaubhaft machen kann; mit einem Herz, das vielleicht tiefer ist, als alle anderen zusammen.
Ein Kriminalroman, der poetisch-bildhaft eine fesselnde Story mit einem großartigen Plot einrahmt und sichtbar macht, das Leben nicht schwarz oder weiß stattfindet, sondern sich in den Grautönen ereignet.
Heaven’s Gate – Daniel Faßbender Anstatt das Heaven’s Gate, wie dieses Werk nach der großen Welle auf der philippinischen Insel Suragao benannt ist, entwickelt sich die Handlung eher in Richtung eines Hell’s Gate. Der ehemalige deutsche Profisurfer und Lebemann Caruso lässt sich aus Geldmangel als Privatermittler anheuern und gerät in dunkelste Machenschaften um einen internationalen Drogensumpf. Der gute Caruso geht die Ermittlungen ein wenig blauäugig an. Zusätzlich hat er scheinbar ein Alkoholproblem (und ist noch stolz darauf, denn immerhin nimmt er ja keine Drogen). Außerdem zeigt sich zunehmend ein gewaltiges Aggressionspotential, das er nicht immer geschickt einsetzt. Generell war mir dieser Roman zu gewalttätig. Es gibt etliche Tote und viel Blutvergießen. Vor allem gegen Ende hin häufen sich Szenen wie aus einem Actionfilm. Es wird ein wenig unglaubwürdig. Positiv zu erwähnen ist natürlich das atemberaubende Setting. Die Surf-Szene auf den Philippinen wird mit viel Herzblut und Knowhow beschrieben. Das mochte ich sehr. Auch darüber hinaus wird die Insel bildreich und detailliert gezeichnet. Gerade auch die politischen, strukturellen und natürlich auch die Drogenprobleme fand ich sehr interessant. Mit Caruso als Ermittler konnte ich dann leider nicht ganz so viel anfangen… 3 Sterne.
„Heaven‘s Gate“ von Daniel Faßbender ist ein spannender Krimi um den Privatdetektiv Caruso, der sich auf der philippinischen Insel Sarugo auf die Suche nach einem jungen vermissten Surfer macht. Caruso erinnert stark an die abgerockten Privatdetektive aus den klassischen Hardboiled Krimis, wenn auch nicht mit all den kantigen Charaktereigenschaften. Er lebt von gelegentlichen Aufträgen, trinkt und surft wann immer es geht, gerät in Schlägereien und hängt melancholisch der Vergangenheit nach. Das ist auch der eine Punkt, der mich beim Lesen genervt hat: das Geheimnisgetue und Andeuten seiner Vergangenheit, ohne etwas genau zu erfahren. Mit mehr Hintergrundwissen wäre Caruso mir vielleicht früher sympathischer geworden. Der Krimi ansich ist spannend geschrieben, so dass man einfach weiterlesen will um zu erfahren, ob der verschwundene Surfer wieder auftaucht. Manche Nebenfiguren wie Yahoo sind direkt sympathisch, andere aberwitzig und gleichzeitig nervig wie der deutsche Drogendealer Diego, der sich nach 20 Jahren Gefängnis wieder im Alltag zurechtfinden muss. Fazit: ein solider Krimi mit Fortsetzungpotenzial, der neben der eigentlichen Story das Alltagsleben im vermeintlichen Urlaubsparadies Philippinen erzählt.
Daniel Faßbenders „Heaven’s Gate“ ist wie ein schneller Ritt auf einer tropischen Welle: Kurz, rasant, aber alles spielt sich an der Oberfläche ab.
Ein Surfer als Hobby-Detektiv auf den Philippinen? Ist mal was anderes und sorgt für Neugier. Caruso bedient dann leider viele Klischees. Er ist pleite, liebt den Alkohol und die Frauen und glänzt weniger durch messerscharfe Logik als durch pures Stolpern in brenzlige Situationen. Wer einen ausgewieften Ermittler sucht, sollte lieber woanders weitersurfen.
Zwischen korrupten Cops und Drogengeschäften rast die Handlung von einem Event zum nächsten. Das hält den Puls zwar oben, lässt aber die inhaltliche Tiefe am Strand zurück. Zum Finale hin wird dann der Turbo gezündet – die Plausibilität hat zu diesem Zeitpunkt das Buch allerdings schon längst verlassen. Die Nebencharaktere bleiben dabei so blass, obwohl durchaus Potenzial für mehr durchaus vorhanden ist.
Ein kurzweiliger Surftrip ist "Heaven's Gate" allemal. Wer echten Thrill und Logik erwartet, geht jedoch baden; wer einen anspruchslosen, temporeichen Snack für zwischendurch sucht, kann sich in die Wellen stürzen. Nette Strandlektüre, mehr aber auch nicht.
Caruso ist Ende 30, verweilt gerade im Surferparadies auf der philippinischen Insel Surogao, ist Profisurfer, Privatdetektiv und hoch verschuldet. Sorgen macht er sich dennoch nicht und vertraut darauf, dass wieder Aufträge hereinkommen. So ist es auch. Ángel Guzmán Gaviria vermisst ihren 21-jährigen Sohn Juan, der vor einem Monat auf die Insel gekommen ist und von dem seit zwei Wochen jedes Lebenszeichen fehlt. Caruso weiß direkt von wem die Rede ist und nimmt den Fall an. Schnell stellt er fest, dass er es nicht nur mit einem Vermisstenfall zu tun hat.
Zunächst wird die Handlung aus Carusos Sicht geschildert. Später gibt es auch kurze Perspektivwechsel.
Das Setting ist paradiesisch, das beinhaltet allerdings nur die Landschaft und die Natur. Im Hintergrund gibt es Drogenhandel und kriminelle Machenschaften. Es ist genau dieser Kontrast, der das Buch ausmacht und fesselt.
Über Carusos Privatleben und über seine Vorgeschichte gibt es einige Informationen, die für den Fall selbst nicht unbedingt relevant sind, aber ein besseres Bild des Protagonisten geben und für weitere Fälle interessant werden könnten.
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass „Heaven´s Gate“, der Auftakt zu Daniel Faßbenders Krimireihe im Diogenes-Verlag, sich allzu bereitwillig gängiger Genreklischees bedient. Doch wer genauer hinschaut, erkennt, dass er meisterhaft mit ihnen spielt: Da ist archaische Männlichkeit und auf Attraktivität reduzierte Weiblichkeit, doch da ist auch ein scharfsinniger, oft impliziter Witz, der beides in seiner Tragikomik wahrnimmt und auf die Spitze treibt. Dabei gelingt Faßbender ein bemerkenswerter Balanceakt: Er entlarvt, ohne zu denunzieren, und überspitzt, ohne seine Figuren der Lächerlichkeit preiszugeben, begegnet ihnen stattdessen stets mit Ernsthaftigkeit. Auch inhaltlich verstecken sich mehrere Schichten im Roman: Was sich gefühlt wie ein unterhaltsamer und humorvoller Krimi vor Urlaubskulisse mit Surferleben liest, steckt voller gesellschaftlicher und politischer Themen (Korruption, Drogenökonomie, Aktivismus, Auswirkungen von Tourismus für lokale Gemeinschaften), die sich entdecken lassen, aber nie aufdrängen. Faßbender ist ein unterhaltsamer und zugänglicher Krimi gelungen, aus dem jede:r so viel Tiefe mitnehmen kann, wie er/sie möchte.
Heaven's Gate – Ein Fall für Caruso ist ein Kermi von Daniel Faßbender. Das 304-seitige Buch erzählt die Geschichte von Caruso, einem ehemaligen Profi-Surfer aus Deutschland, der sein Leben auf einer kleinen philippinischen Insel verbringt. Er ist verschuldet und verbringt seine Tage mit Trinken und Surfen. Nur wenn er Geld braucht, nimmt er Aufträge als Privatdetektiv an. Diesmal hilft er einer mysteriösen Spanierin, ihren vermissten Sohn zu finden. Doch je tiefer die Ermittlungen gehen, desto mehr erkennt Caruso, dass es sich um weit mehr als nur einen einfachen Vermisstenfall handelt.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und angenehm. Die Erzählung ist ruhig, die Logik klar, und die Geschichte entfaltet sich nach und nach und fesselnd. Die Charaktere sind realistisch gezeichnet, und die Atmosphäre wird so lebendig beschrieben, dass sich der Leser in die wunderschöne und zugleich gefährliche Welt der Philippinen hineinversetzen kann. Ein sehr spannendes Buch.
Ich bin unentschieden Das Buch Heaven's Gate von Daniel Faßbender hat mich zunächst äußerlich sehr angesprochen und auch der Klappentext hat mich direkt überzeugt. Ich bin ein großer Fan von Krimis, die in Urlaubsdestinationen spielen, die mich quasi in ein anderes Land versetzen. Dementsprechend bin ich mit hohen Erwartungen an die Geschichte gegangen. Irgendwie muss ich leider sagen, dass ich mit dem Protagonisten nicht warm werde. Ich finde ihn einfach unsympathisch. Das hat nichts mit der Art des Autors zu schreiben zu tun, sondern einfach mit dem Charakter, der hier wohl sehr gut beschrieben wird. Dadurch war es für mich sehr schwer, durch das Buch zu kommen, weil ich leider so gar nicht an seinem Leben und damit auch an seinem Fall interessiert war. Das, obwohl ich den Fall tatsächlich vielversprechend finde und ich glaube, ich hätte das Buch besser bewertet, wenn es einen anderen Ermittler gegeben hätte. Das ist aber wirklich eine persönliche Präferenz, und ich glaube dennoch, dass vielen dieses Buch gefallen wird.
Leider war das Buch viel zu schnell durchgelesen. Es lies sich so gut lesen und war auch von der Idee gut umgesetzt. Die Figuren sind interessant gezeichnet, lassen aber anfangs viel Interpretationsfreiraum bis man nach und nach an Informationen über die Charaktere kommt. Man wundert sich erst ein bisschen über den Profisurfer der Detektiv in einem entlegenen Winkel der Welt wird, kann aber mit der Zeit immer besser nachvollziehen was ihn dazu bewegt. Dann kommt die schöne und bezaubernde Auftraggeberin ins Spiel. Da war es mir etwas zu absehbar was als nächstes zwischen den beiden passiert. Aber gut . Dann betritt der Knastbruder Diego die Bühne und lässt den Leser anfangs auch etwas fehlinterpretieren. Auch hier bekommt man erst mit der Zeit mit wie er richtig tickt. Alles in allem ein toller Krimi mit vielen auch unvorhersehbaren Wendungen. Am Ende hätte ich mir noch etwas mehr Handlung gewünscht, denn ein - zwei Dinge passieren einfach mal so nebenbei, die hätte man noch ausschmücken können. Ein sehr lesbares Buch!
Zum Inhalt: Caruso, der ehemalige Profisurfer und Privatdetektiv braucht dringend Geld. Da kommt der Auftrag der schönen Spanierin wie gerufen. Sie beauftragt ihn, ihren verschwundenen Sohn wiederzufinden. Die Insel, die nicht nur ein Surferparadies ist, ist auch ein heißumkämpfter Drogenumschlagplatz. Die Ermittlungen führen Caruso schnell in einen Abgrund von Gewalt und Korruption. Meine Meinung: Eigentlich ist Caruso wohl so etwas, was man eine gescheiterte Persönlichkeit nennen würde, denn er dümpelt eigentlich nur rum und macht auch nur etwas, wenn er dringend Geld benötigt. Caruso ist auch nicht eben jemand, der einem gleich sympathisch ist. Neben der spannenden Geschichte um die Suche nach dem Sohn von Angel erfährt man auch viel über die Surferszene und den wirklich nicht tollen Verhältnissen auf der nur scheinbaren Trauminsel, dass hilft einem natürlich auch bei der Vorstellung der Gegebenheiten der Insel. Das Buch ist gut geschrieben und hat mich gut unterhalten. Fazit: Gute Unterhaltung
Das Cover mit dem Surfer der auf den Wellen reitet passt super zum Roman. Die Kulisse auf den Philippinen lässt zunächst vermuten, dass das Buch im Paradies spielt. Allerdings merkt man schnell, dass es auf den Philippinen ziemlich kriminell zugeht. Insbesondere auf der Insel Surogao auf die es Caruso verschlagen hat. Eigentlich möchte er nur die perfekte Welle Heavens Gate reiten und irgendwie über die Runden kommen. Aber dann wird die Suche nach einem jungen Surfer zur Gefahr. Mir gefällt der Schreibstil sehr gut und das relativ dünne Buch habe ich super schnell durchgesuchtet. Es wird zwischendurch etwas düster und gewalttätig, aber bleibt spannend bis zum Ende. Da schon auf dem Klappentext vom 1. Fall die Rede ist, denke ich dass wir bestimmt noch mehr von Caruso lesen werden. Ich kann den Roman insbesondere aufgrund seiner Kompaktheit als Urlaubslektüre empfehlen.
Daniel Faßbenders „Heaven’s Gate“ überzeugt mit flüssigem Erzählstil und dichter Inselatmosphäre. Zwischen Surfspots und Tropenidylle entfaltet sich ein spannender Kriminalfall, der Urlaubsfeeling und düstere Abgründe verbindet. Die Beschreibungen der Insel sind besonders gelungen. Man spürt förmlich die Hitze, das Salz in der Luft und die entspannte, zugleich trügerische Atmosphäre zwischen Strandbars und Surfspots. Caruso ist dabei kein strahlender Held, sondern ein abgebrannter Ex-Surfer, der sich als Privatdetektiv über Wasser hält. Gerade diese Brüche machen ihn sympathisch. Trotz eigener Geldsorgen zeigt er Herz und sorgt sich etwa um seinen philippinischen Informanten. Die Handlung bleibt durchweg packend und bietet überraschende Wendungen bis zum Schluss. Insgesamt ein kurzweiliger Krimi, der sich flüssig liest.
Ein Surferparadies auf einer philippinischen Insel. So toll das man es Heaven´s Gate nennt. Doch so schön die Insel ist, die Bewohner sind es nicht. Direkt am Anfang merkt man es, als Caruso einen Touristen von einer gefährlichen Welle wegzieht, und es ihm mit Morddrohungen gedankt wird. Dann das nächste Unglück. Er wird damit beauftragt einen verschwundenen Touristen zu finden. Und ist der Sache nicht gewachsen? Aber wo Geld ist, ist auch ein Weg und so fängt er an Fragen zu stellen.
Caruso ist zwar die beste Möglichkeit den Sohn zu finden, aber er ist so unsympathisch. Ich tat mich schwer aus Sicht eines Alkoholikers zu lesen. Er ist damit zwar genau wie die anderen Männer auf Heaven´s Gate: Ein schmieriger Typ. Aber frustrierend ist es dennoch.
Das Konzept des Buches fand ich spannend. Man blickt hinter die Fassade. Caruso wird dazu gezwungen übers Surfen hinaus zu denken und die Korruption, Gewalt und Armut der Insel zu sehen.
Zuletzt noch Diego. Ich weiß nicht wie ich um ihn stehe. Ich fand manche Szenen unglaubwürdig. Dennoch ist es eine Empfehlung für den Sommer. Ich sehnte mich beim lesen jedenfalls nach Sonne und Meer