Man sagt, Liebe und Bauarbeiten passen nicht zusammen. Nach dieser Logik müssten Hass und Bauarbeiten erst recht zum Scheitern verurteilt sein.
Knapp zehn Jahre nach einem hitzigen Sommerflirt erben LaRynn und Deacon von ihren Großmüttern ein baufälliges Gebäude in Santa Cruz. Plötzlich stehen sie wieder voreinander und müssen herausfinden, wie sie die Bruchstücke stützen können. Sie hat das Geld, kann jedoch nur auf ihr Treuhandvermögen zugreifen, wenn sie verheiratet ist. Er hat das Bau-Know-how, ihm fehlt jedoch das Kapital. Die Lösung? Eine Zweckehe mit Ablaufdatum. Zwischen bröckelnden Wänden, hitzigen Wortgefechten und einem Hauch Nostalgie müssen sie nun lernen, was es wirklich heißt, als Team zusammenzuarbeiten.
In diesem kurzweiligen Standalone steht die Beziehung zwischen LaRynn und Deacon im Vordergrund. Dabei geht es nicht nur um das „Fix-Up“ des von Ihrer Großmutter geerbten Hauses, sondern auch darum, ob die frühere Beziehung zwischen den beiden ebenso gefixt werden kann. Die Geschichte wird dabei abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt und bietet so Einsicht in die Gefühls- und Gedankenwelt beider Protagonisten. Über Rückblicke an einigen Stellen erfährt man zudem, was früher zwischen den beiden vorgefallen ist und wie beide darüber denken. Sehr gefallen haben mir die verbalen Schlagabtausche zwischen beiden. Das hat die Stimmung stets aufgelockert und mir als Leserin so manches Schmunzeln entlockt. Neben den ernsten Gesprächen kam so die Leichtigkeit zurück. Die Geschichte sich dadurch nicht gezogen; für mich sind die Seiten manchmal nur so dahingeflogen. Manchmal finde ich es etwas anstrengend, wie stark der Fokus ausschließlich auf der Beziehung zwischen beiden liegt und wie wenig darüber hinaus erzählt wird. Mir haben daher besonders auch die Szenen gefallen, wo nicht nur LaRynn und Deacon allein waren, sondern wo es auch um ihr Leben außerhalb der Beziehung geht. Sehr spannend und auch inspirierend ist für mich LaRynn, denn sie wird während der Geschichte stets als frei und unabhängig dargestellt, sodass sie nach außen mutig und abweisend wirkt, obwohl sie innerlich mit den gleichen Unsicherheiten kämpft wie wir alle. Deacon ist dabei in mancher Hinsicht Ihr Gegenstück, denn erst steht loyal zu seiner Familie und hat seinen Platz schon gefunden, während LaRynn noch auf der Suche nach ihrem ist. Er ist bodenständig und für andere da. So bietet er LaRynn halt und zeigt Ihr, dass man nicht immer als Einzelkämpfer durchs Leben gehen muss. Ich finde, es ist eine sehr schöne Geschichte über zweite Chancen, die auch ein etwas Enemies-to-Lovers Charme versprüht. Das Buch liest sich toll zwischendurch.