Eigentlich wollten sie nur die seltenen Pflanzen im Wüstengarten bewundern, doch prompt stolpern die Gartenfreundinnen über einen leblosen Mann im Dornbusch. Uwe Rohbeuschl, bekannt für seinen unstillbaren Durst und seine blühende Fantasie, ist ü Die sagenumwobenen Weinberghexen stecken dahinter. Dass man mit fünf Promille zu übersinnlichen Eingebungen neigt, ist im Südburgenland freilich keine Seltenheit. Während der Klub Nachforschungen anstellt, zettelt Oma Hilda eine Protestaktion zur Rettung des örtlichen Supermarkts an und rammt Demogegner Ludwig das Einkaufswagerl in die Hüfte. Aus Zorn wird Zuneigung, doch die Harmonie ist trü Ludwigs Schwester verschwindet spurlos und eine mysteriöse Stalkerin sorgt für Unruhe unter den Gärtnerinnen. Zwischen Kakteen, Osterstriezel und alten Geheimnissen führt die Spur zurück in die Kommunenzeit der 1970er Jahre. Gelingt es dem Klub der Grünen Daumen ein weiteres Mal, alle Geheimnisse zu lüften?
Auch dieser Band vom Klub der Grünen Daumen hat mir sehr gut gefallen. Sowohl vom Fall her, den ich sehr spannend fand, mit den vielen Rückblenden/dem Tagebuch/dem Kult, als auch von der Entwicklung der Charaktere - besonders Vera, Hilda und Letta, die neue Wege gehen und dabei aber immer authentisch bleiben. Vera geht mir zwar manchmal ein bisschen auf die Nerven, weil sie zum Teil so naiv/reaktiv ist in ihrem Beziehungsleben, aber Hilda und Letta gleichen das ganz gut aus ;) Wie immer wurde jedes Kapitel mit einer kurzen Info zu einer Pflanze oder einem Tier eingeleitet und auch sonst folgt der Roman dem gewohnten Erfolgsrezept (Humor & Regionalität). Ich kann gar nicht anders als wieder fünf Sterne hier zu lassen.
#Popsugar Reading Challenge: A book where gardening or a garden is central to the plot
Dies ist der 6. Teil einer cozy-crime-Krimiserie, bei der der „Klub der Grünen Daumen“ ermittelt. Ich habe die Serie eher zufällig neu entdeckt, und zwar habe ich ein Instagram-Interview mir der Autorin gesehen, und fand die Dame unglaublich sympathisch und wurde neugierig. Ja, also, normalerweise steige ich ungern bei Krimiserien irgendwo in der Mitte neu ein, hier habe ich mich auf das Experiment mal eingelassen, und es hat sich gelohnt :- Ich muss sagen, man kommt auch als Quereinsteiger gut mit der Cast klar, da wohl in jedem Band der Fokus A) auf dem jeweiligem Fall liegt und B) immer eine andere Grüne-Daumen-Dame im Mittelpunkt stehen darf.
Wir sind auf jeden Fall immer im ländlichen österreichischem Burgenland, und die Vorgabe „Gartenkrimi“ ist Programm: wir sind öfters bei Klubtreffen der Grünen Daumen dabei und erfahren – unabhängig vom Krimi – immer einiges an Gärtnerwissen, was ich ganz interessant fand. Gleich zu Beginn gibt es übrigens ein Personenverzeichnis alle Klubladies und sonstigen Protagonisten, und auch sowas finde ich immer hilfreich und charmant.
Noch ein Punkt vorab; die Autorin liebt ihr Land und verwendet relativ viele österreichische Begriffe, und eine der Klubdamen ist eine alte Bäuerin, die sehr stark Dialekt spricht – und der ist auch genau im Dialekt so geschrieben. Allzu viel sagt die Dame in diesem Band nicht, aber was sie sagt, ist glücklicherweise immer als Fußnote „übersetzt“. Ich fand es trotzdem anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig beim Lesen, aber auch dass war nach kurzer Zeit für mich okay und durchaus, ja, ebenfalls charmant.
So, um was geht es hier? Der Krimi beginnt, wie der Klappentext schon sagt, mit dem Fund eines verletzten leblosen Mannes im Weinberg. Besagter Mann wird als tot erklärt – ja, mit 5 Promille und starker Unterkühlung kam die örtliche Bestatterin angefahren, und musste dann feststellen, dass der aktuelle Klient doch noch die Augen öffnen kann :-) - was ich einen sehr witzigen Einstieg in das Geschehen fand. Die Autorin hat genau meinen Sinn für Humor getroffen. Allerdings ist dies nur ein Nebenstrang im Geschehen; wir haben hier durchaus mehrere Dinge / Erzählstränge parallel am Laufen. Zum einen die Ermittlungen um den Scheintoten, um die sich aber vorrangig Marlies, die lokale Polizistin, kümmert (ja, wir haben auch eine diensthabende Expertin unter den Klubdamen), zum anderen befassen sich die Ladies aber auch mit der Suche nach einer Vermissten, und hier wird offiziell Vera, ihres Zeichens Journalistin, mit beauftragt. Beide Ermittlungen ziehen tiefere Kreise als gedacht, und deuten vor allem immer mehr in die Vergangenheit; in die 70er Jahre hinein, als es vor Ort eine Kommune gab, die sich irgendwann nach einem spektakulärem Brand auflöste und zersetzte…..
Ohne jetzt zu viel zu verraten: es wird wirklich spannend. Die Kommunardenzeit ist ein weiterer Erzählstrang, und der hat mich persönlich echt komplett eingefangen. Hier kommt eine Ich-Erzählerin zu Wort, die ihr Leben als Aussteigerin in einer solchen Kommune tagebuchartig beschreibt, und dieser Part war sehr faszinierend. Die Autorin hat im Anhang auch noch ein kleines Verzeichnis weiterführender Literatur zu diesem Thema zusammengestellt; dieser Part ist also ziemlich gut recherchiert und kommt für mich auch extrem authentisch rüber. Und na klar – wir haben hier direkte Verbindungen zu den Klub Damen im hier und heute; die Fäden laufen am Ende des Krimis schon ziemlich cool geplottet zusammen; ich muss sagen: richtig gut gemacht, richtig gut erzählt. Ich habe das Ende so nicht vorhergesehen, also ja: Spannung bis zum Schluß!
Ja, was sage ich jetzt final dazu? Hat mir sehr gut gefallen, hat mich sehr gut unterhalten; ich habe mein Gartenwissen nebenbei erweitert, und das war auch mal eine etwas andere Art von Krimi. Ich mochte den Humor; ich fand zwar einige Figuren etwas arg überzeichnet (Hilda! Die war echt einen Ticken „drüber“ in vielem……), aber okay, es hat für die Geschichte genau so gut funktioniert. Ich gebe 4,5 von 5 Sternen :-) Ich lese hier weiter mit; das hat mich hier wunderbar unterhalten!
Dieser sechste Gartenkrimi von Martina Parker ist meiner Meinung nach nur mehr bedingt als Krimi einzustufen. Es wird sehr viel über die Beziehungen, sowohl von Vera zu Tom, als auch über die neue Liebe von Hilda zu Ludwig, geschrieben. Sogar der Gartenklub kommt meiner Meinung nach zu kurz. Gefallen hat mir die neue Rolle von Letta, die nun gemeinsam mit ihrem Freund Carl ein Podcast betreibt. Der vorübergehende Chef von Marlies, ein Kotzbrocken, wie er im Buche steht, ist als Chefinspektor auch kaum ermittlungstechnisch relevant. Alles in Allem fehlt es dem Buch auch an Spannung.
Leichte, unterhaltsame Lektüre, aber durch das reinverpackte Gartenwissen und den historischen Background ( Kommunen, Kunst der 70er etc) keineswegs seicht. Ich mag Martina Parkers Schreibstil, und finde mit jedem Band die Figuren interessanter und stimmiger ausgearbeitet. Nur: Wie Kronos und Goldbarren am Ende dorthin gekommen sein sollen fand ich etwas unlogisch.
Dieser Band hat mir besonders gut gefallen! Das Setting rund um Ostern war super cozy, der Kriminalfall richtig spannend und die vielen Rückblicke haben die Geschichte super untermalt. Rundum gelungenn, große Empfehlung!
3,5 Sterne. Hab das Audiobuch gehört, war super gelesen. Ich liebe alles von Martina Parker, und auch der 6. Teil der Gartenkrimis hat mir gut gefallen, ab ca. 70% wurde es dann aber ein wenig langatmig.