Ich bin wirklich total verblüfft, dass dies ein Buch von Marco Sonnleitner ist. Alles was mich normalerweise an seinen Fällen stört - Das Abstruse, die selten Gespräche zwischen den Dreien, die unlogischen und völlig überdrehten Auflösungen des Falls, der starke Qualitätsabfall innerhalb des Buches - das alles fehlt hier völlig. Anstelle dessen haben wir es hier mit einem durchweg spannenden, gut geschriebenen und logischen Fall zu tun, in dem die Jungs sich genauso verhalten, wie ich es von ihnen erwarten würde. Und dazu ist das ganze auch noch leicht beklemmend und hat eine etwas düstere Stimmung (sehr toll!). Klar, ist es voraussehbar, dass Cotta nicht wirklich in kriminelle Machenschaften verstrickt ist, aber dennoch fiebert man mit. Die paar falsch gelegten Fährten (Geld im Schrank, usw) fand ich auch sehr gut.
Die einzige Stelle die mich etwas gewundert hat, war die, als sie das Bild der rothaarigen Frau des einen Polizisten erblicken, und dann darauf schließen, dass es ihr Haar sein muss, dass sie in ihrer Zentrale gefunden haben. So weit so logisch, aber wieso sie dann sofort davon ausgehen, dass es der Polizist war, der bei ihnen eingebrochen ist? Mein erster Gedanke wäre gewesen, dass es die Frau war, die nicht mehr will, dass er bei diesen Einbruchserien mitmacht und sich deshalb an die drei ??? gewandt hat.
Dass die beiden Polizisten am Ende so die Obergangster herauslassen und etwas sehr unprofessionell sind, fand ich etwas schade. Da würde ich von geschulten Polizisten doch mehr erwarten, als sich von ein bisschen Bauchrednern so aus dem Konzept bringen zu lassen. Da war dann doch der Funken des Übertriebenen zu spüren (ebenso Mortons perfekter Schlag gegen die Schusswaffe... naja..).
Dennoch ein wirklich empfehlenswertes Buch.