Jump to ratings and reviews
Rate this book

Geschwister

Rate this book
Nach dem Tod des Vaters treffen sich die drei erwachsenen Geschwister Ulrika, Andrea und Rasmus im Elternhaus, um den Geburtstag ihrer Mutter zu feiern. Alle versuchen, sich in der neuen Situation zurechtzufinden, doch im Spannungsfeld zwischen alten Mustern und der veränderten Familienkonstellation bringen Verletzungen aus der Kindheit die Geschwister an ihre Grenzen. Andrea fühlt sich von der engen Beziehung zwischen ihrer älteren Schwester und ihrer Mutter ausgeschlossen, Ulrika sieht in Andrea nur Papas Liebling, die immer alles bekommen hat, was sie wollte, und Rasmus, der Jüngste, steht schon seit jeher im Schatten seiner Schwestern. Als auffällt, dass einige Gegenstände aus dem Haus verschwunden sind, kommt es zum Eklat, und drei verschiedene Versionen einer gemeinsamen Kindheit prallen aufeinander. 


Mit messerscharfen Beobachtungen und emotionaler Tiefe erzählt Moa Herngren von der Zerbrechlichkeit familiärer Bindungen und stellt die wichtige Wem gehört die Wahrheit über die gemeinsame Vergangenheit? 

489 pages, Kindle Edition

Published June 8, 2026

Loading...
Loading...

About the author

Moa Herngren

17 books93 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
1 (33%)
4 stars
2 (66%)
3 stars
0 (0%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Anne Dietrich.
223 reviews
June 8, 2026
Unterschiedliche Sichtweisen einer gemeinsamen Vergangenheit

Bereits der Prolog macht deutlich, dass das Verhältnis der drei erwachsenen Geschwister Ulrika, Andrea und Rasmus zerbrochen ist.
Im Anschluss geht es weiter zurück in die Vergangenheit und man erfährt wie es so weit kommen konnte.

Nach dem Tod des Vaters steht erstmalig der Geburtstag der Mutter an und die Geschwister treffen im Elternhaus aufeinander, um gemeinsam zu feiern.
Bei diesem Treffen kommt einiges an die Oberfläche, was über Jahre hinweg versteckt gebrodelt hat.
Andrea fühlt sich ausgeschlossen, da zwischen ihrer Schwester Ulrika und der Mutter eine enge Bindung besteht, an der sie nicht teilhat. Für Ulrika war sie stets das Lieblingskind des Vaters. Rasmus ist es nie gelungen aus dem Schatten seiner Schwestern herauszutreten.

Durch das Treffen kommen alte Erinnerungen hoch. Jeder hat eine andere Sicht auf die Vergangenheit. Als Leser erfährt man diese aus der Sicht der einzelnen Geschwister und unglaublicherweise fand ich jede Sichtweise glaubhaft. Die Autorin versteht es darzulegen, dass es nicht die eine Wahrheit gibt, sondern dass die Wahrheit durch das eigene Erleben, unterschiedliche Empfinden ein wenig anders aussieht. Alles ist so realistisch und lebensnah geschrieben, dass die Situationen auf die ein oder andere Weise in das Leben eines jeden passen.
Erinnerungen verändern sich, so wie die Wahrnehmung je nach Perspektive vollkommen unterschiedlich ist.

Das Buch ist erschütternd, die familiären Konflikte sind schwierig und ohne Hilfe von außen kaum zu lösen. Ob es immer so enden muss wie hier? Nein, ich denke nicht. Dennoch fand ich diese eindrückliche Schilderung interessant zu lesen.
7 reviews
June 9, 2026
Alte Rollen, neue Wunden

Moa Herngren beweist mit „Geschwister“ erneut ihr Talent für die präzise Sezierung von Familienkonflikten. Schon das leicht unscharf gezeichnete minimalistische, skandinavische Cover deutet an, dass es unter der harmonischen Oberfläche gewaltig bröckelt. Im Zentrum stehen drei erwachsene Geschwister, die beim Thema Erbe intensiv aufeinanderprallen. Herngren verzichtet auf reißerische Effekte und zieht die Spannung stattdessen aus leisen, psychologischen Zwischentönen. Ihr Schreibstil ist dabei flüssig, nahbar und unbarmherzig ehrlich. Die größte Stärke des Buches sind die Figuren: Sie sind nicht immer sympathisch, aber absolut authentisch. Durch wechselnde Perspektiven gerät das eigene Urteil ständig ins Wanken, da das Verhalten der drei tief in alten Kindheitsrollen verwurzelt ist. Mich fesselt dieser Realismus sehr, weil er zeigt, wie leicht man sich von der eigenen Familie triggern lässt. Dass es nicht für die volle Punktzahl reicht, liegt nur an den inneren Monologen, die sich gelegentlich im Kreis drehen und die Handlung minimal in die Länge ziehen. Insgesamt ist „Geschwister“ jedoch ein messerscharfes, kluges Familiendrama ohne Kitsch. Wer tiefgründige skandinavische Gegenwartsliteratur sucht, bekommt hier eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Displaying 1 - 2 of 2 reviews