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Meine Berge bist du

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Guido Contin lebt in den Dolomiten, wohnt alleine mit seiner Katze Moglie und besitzt fast nichts – außer einer Mappe mit handgeschriebenen Briefen, adressiert an die Berggipfel und verfasst von einem Mann namens Onesto. Die Briefe erzählen von Onestos Kindheit, von seinem Zwillingsbruder Santo und davon, wie unzertrennlich die beiden sind. Doch dann taucht Celeste auf, beide verlieben sich in sie, und Santo handelt schneller. Um die Beziehung zu seinem Bruder nicht zu gefährden, entscheidet Onesto, seine Gefühle für sich zu behalten – und verzichtet auf seine große Liebe.


Bildstark und atmosphärisch sehr dicht erzählt Francesco Vidotto vor dem Hintergrund der Jahrhundertwende und des Zweiten Weltkriegs über Liebe und Verzicht und darüber, wie weit man seinen Gefühlen folgen sollte.

222 pages, Kindle Edition

Published April 13, 2026

5 people are currently reading
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About the author

Francesco Vidotto

12 books43 followers
Dopo una laurea in Economia e una lunga attività come manager d'azienda, ha scelto di dedicarsi esclusivamente alla scrittura ed è tornato a vivere a Tai di Cadore, tra le Dolomiti. Ha pubblicato: Il selvaggio (Carabba 2005), Signore delle cime (Carabba 2007), Siro (Minerva 2011, premio Cortina d'Ampezzo per la letteratura di montagna e premio eLEGGERE LIBeRI di Tione di Trento), Zoe (Minerva 2012), Oceano (Minerva 2014, premio Torre Petrosa e premio Latisana per la letteratura del Nord Est).

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Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Wal.li.
2,632 reviews72 followers
April 13, 2026
Ein anderer

In einem Regen sieht der Erzähler einen alten Mann draußen herumlaufen. Er lädt den alten Herrn in sein Haus ein, damit dieser sich aufwärmen kann. Der alte Mann heißt Guido Conti und er bittet den Erzähler in sein bescheidenes Heim, dass er mit seiner Katze Moglie bewohnt. Sein Wunsch ist es, die Briefe vorgelesen zu bekommen, die er schon immer aufbewahrt. In den Briefen entspinnt sich eine tragisch schöne Geschichte über die Berge und die Menschen, die dort leben. Es beginnt mit dem Jungen Onesto, der zu seiner Mutter zurück gebracht wird und den Bruder kennenlernt, der genauso aussieht wie er.

In diesem berührenden Werk verbindet sich die späte Freundschaft zwischen Guido Conti und dem Erzähler mit der, die in den Briefen erzählt wird. An die Berge hat Onesto geschrieben und den Briefträger damit in arge Schwierigkeiten gebracht. Irgendwie hat Guido Conti die Briefe in einer Mappe gesammelt und lässt sie sich nun vorlesen. Onestos karges und doch erfülltes Leben, seine Verbindung zu den Bergen und den Menschen, rührt etwas in dem Erzähler an, dem er sich nicht verschließen will. Zwischen dem Erzähler und dem alten Guido entwickelt sich eine besondere Freundschaft. Guido zeigt eine Zufriedenheit und Fröhlichkeit, die ansteckend wirkt.

Hier wird ein wirklich berührendes Werk vorgelegt. Es erzählt von zwei Brüdern, die sich zunächst nicht kannten und schon beim ersten Treffen eine Verbindung hatten. Sie leben in den Dolomiten und die Mutter hat es schwer, sie zu versorgen. Bald lernen sie Celeste und ihre Brüder kennen. Dass sich sowohl Onesto als auch Santo in sie verlieben, hat eine große Tragik. Die Erzählung bekommt eine Note von Verzicht, von Hoffnung und großer Liebe. Angerührt liest man Seite um Seite. Die Rahmenhandlung um die späte Freundschaft des alten Mannes zu dem jüngeren Erzähler zaubert ein Lächeln herbei. Wie schön, diese Zufriedenheit, aber auch die Offenheit auf beiden Seiten. Diese Verbindung zwischen jung und alt, diese gegenseitige Offenheit, das Interesse, es ergibt einfach eine schöne Geschichte, die in ihrer Gesamtheit wunderbar komponiert ist.

4,5 Sterne
Profile Image for Sarah Sophie.
295 reviews260 followers
May 3, 2026
Ein ruhiger, eindringlicher Roman, der in den Dolomiten spielt und sich mit Themen wie Liebe, Verzicht und unausgesprochenen Gefühlen auseinandersetzt.

Im Mittelpunkt steht Guido Contin, der zurückgezogen lebt und kaum mehr besitzt als eine Mappe mit Briefen. Diese sind an die Berggipfel adressiert und stammen von einem Mann namens Onesto. Über diese Briefe entfaltet sich nach und nach eine Geschichte, die weit in die Vergangenheit reicht: von Onestos Kindheit, seinem Zwillingsbruder Santo und der engen Verbindung zwischen den beiden. Als Celeste in ihr Leben tritt und beide sich in sie verlieben, entscheidet sich Onesto, seine Gefühle zurückzustellen, um die Beziehung zu seinem Bruder nicht zu gefährden – und verzichtet damit auf seine große Liebe.

Besonders gelungen fand ich die Erzählform über die Briefe. Sie lässt die Vergangenheit langsam entstehen und macht die inneren Konflikte und Entscheidungen sehr nachvollziehbar. Gleichzeitig entsteht eine ruhige, oft nachdenkliche Stimmung, die sehr gut zur abgeschiedenen Berglandschaft passt.

Der Roman lebt von leisen Momenten und Zwischentönen. Vieles bleibt unausgesprochen, wirkt aber gerade dadurch umso intensiver nach. Die Verbindung von Liebe und Verzicht zieht sich durch die gesamte Geschichte und verleiht ihr eine besondere Tiefe.

Auch sprachlich ist das Buch sehr klar und gleichzeitig bildstark erzählt. Die Dolomiten sind dabei mehr als nur Kulisse und tragen wesentlich zur Atmosphäre bei.

Ein sehr berührender Roman - einer von denen, die leise wirken, aber noch lange im Kopf und im Gefühl bleiben.
Profile Image for Marie.
212 reviews15 followers
April 13, 2026
“>>Alle sollten zwei Namen haben<<, sagte er. >>So kannst du, wenn du genug von dir hast, ein anderer sein.<<

Briefe, an die Gipfel der Berge der Dolomiten adressiert, spielen in Francesco Vidottos Roman "Meine Berge bist du" eine große Rolle. Der Postbote kann sie nicht zustellen und so landen sie schließlich bei Guido Contin, genannt Cognac, der sie schließlich an der Erzähler der Geschichte weitergibt. Anlass ist ein Foto einer Frau, das der Erzähler beim Klettern im Berg gefunden hat. Die Briefe erzählen von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im ländlichen alpinen Gebiet. Im Zentrum stehen die Zwillinge Santo und Ornesto und das Nachbarsmädchen Celeste. Aufgewachsen in Armut lernen die beiden Jungen schnell, dass wahre Freundschaft, Familie und Zusammenhalt die wirklichen Werte des Lebens sind - auch wenn sich nach und nach eine tragische Liebesgeschichte entspannt.

Unaufgeregt, aber intensiv - ein Buch, dass man am Ende gleich noch einmal lesen möchte: So kann man "Meine Berge bist du" zusammenfassen. Der Kern der Geschichte wird in den Briefen erzählt, Der Erzähler trifft regelmäßig den hundertjährigen Contin, die stärkste Figur in diesem Roman. Eigensinnig und unangepasst lässt er sich vom Erzähler regelmäßig zum Essen einladen. Im Gegenzug tauchen beide immer weiter in die Geschichte ein. Der Erzähler selbst - ebenfalls ein Francesco - bleibt dabei fast farblos im Hintergrund. Das zeigt: Der Inhalte der Briefe und das Erinnern an die fast hundert Jahre alte Geschichte des Dorfes bilden den Kern der Erzählung. Oft habe ich mich beim Lesen gefragt, welche Rolle die Rahmenhandlung überhaupt spielt. Zwar hatte ich eine Vermutung, richtig aufgelöst wird all das aber erst am Ende (auf sehr überzeugende Weise).

Vidotto fordert seine Leser. Wer keine Verbindungen zwischen Briefen und Rahmenhandlung beim Lesen zieht, erhält eine tragische Liebesgeschichte. Wer genaue liest, erkennt, wie die Welten der Briefe und der Romanhandlung miteinander verbunden sind. Nicht alles wird explizit benannt - und das ist auch gut so. So bleibt es am Leser zu überlegen, wie genau das die Handlung initiierende Foto in den Fels gelangt. Aber der Autor geht noch weiter: In seinem Roman verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Das beginnt mit der Namensgleichheit von Autor und Erzähler, erstreckt sich über das (wahrscheinlich fiktive) Vor- und Nachwort und endet in der Frage, warum jemand eigentlich schreibt. Für mich liegt die Antwort im Bewahren und Erinnern. Vidotto, der selbst in der Region aufwuchs und bereits vor etwa zwanzig Jahren einen Roman mit ähnlichem Setting veröffentlicht hat (nur auf italienisch, die Hauptfigur taucht auch in "Meine Berge bist du" wieder auf), möchte die Erinnerung an die Dorfbewohner bewahren. Vermutlich mischen sich auch hier Realität und Fiktion.

Philosophisch hallt bei mir die Frage, warum jemand Briefe an Berggipfel schreibt, nach. Wenn man Brief schreibt, die ohnehin nicht zustellbar sind - warum schreibt man sie dann? Soll sie niemand lesen? Geht es eher um das Verfassen, das Aufzeichnen der Erinnerungen oder um etwas anderes? Ich habe für mich eine Erklärung gefunden, die aber zu viel von der Romanhandlung verrät, als dass ich sie hier ausführen möchte. Die Frage zeigt aber, wie viel Tiefgang Vidottos Roman hat und welche Themen sich erst nach dem Lesen wirklich entfalten.

Die Übersetzung durch Mirjam Bitter und Walter Kögler ist gelungen. Erklärungen werden sehr behutsam für die deutschsprachigen Leser eingefügt und stören den Erzählfluss nicht. Lediglich die Veränderung des Titels kann ich nicht nachvollziehen. Im Original heißt das Buch "Ornesto", nach einer der Hauptfiguren. Meiner Meinung nach passt dieser Name besser zum Inhalt des Romans.
724 reviews2 followers
April 13, 2026
Onestos Geschichte
Zwischen Bergen, Einsamkeit und alten Erinnerungen zeigt sich ein Leben, das von Liebe, Verzicht und stiller Sehnsucht geprägt ist.
Im Mittelpunkt steht ein Mann, der zurückgezogen in den Bergen lebt und kaum mehr besitzt als einige Briefe. In ihnen wird Stück für Stück eine Geschichte sichtbar, die weit in die Vergangenheit reicht und von zwei Brüdern erzählt, die eng miteinander verbunden sind.
Nach und nach merkt man, wie ein Mensch alles verändert. Zwischen den Brüdern steht etwas im Raum, das nicht ausgesprochen wird.
Die Briefe geben der Geschichte eine besondere Form. Sie lassen die Vergangenheit langsam entstehen und machen die Gedanken und Entscheidungen nachvollziehbar. Dabei entsteht eine ruhige, oft nachdenkliche Stimmung, die zu den Bergen und der Einsamkeit passt.
Man spürt beim Lesen immer wieder, wie viel unausgesprochen bleibt. Es geht nicht um große Szenen, sondern um leise Entscheidungen, die ein ganzes Leben prägen können.
Die Geschichte bleibt ruhig, aber sie wirkt lange nach. Vor allem die Verbindung von Liebe und Verzicht zieht sich durch alles hindurch und gibt dem Ganzen eine besondere Tiefe.
Alles in allem ist es ein Buch, das sehr berührt. Die Figuren bleiben lange im Kopf, und die Berge werden fast zu einem eigenen Teil der Geschichte. Eine klare Leseempfehlung für alle, die Geschichten über Liebe, Familie und stille Gefühle mögen.
5 Sterne.
3 reviews
April 13, 2026
Erst mit fünf Jahren lernt Ornesto seinen Zwillingsbruder Santo kennen. Die beiden Brüder und ihre Mutter leben in ärmlichen Verhältnissen in einem abgelegenen Dorf in den italienischen Alpen.

Meinung:

Ein historischer Roman beginnt zeitlich kurz vor dem Zweiten Weltkrieg.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Ornesto durch dessen Briefe erzählt. Diese Briefe befinden sich im Besitz von Guido Contin, der von einem Freund Francesco besucht wird, der dann auch die Briefe vorliest.

Das Leben von Ornesto war alles andere als einfach und hinzukommen dann auch noch spezielle Herausforderungen, auf die er auf seine eigene Art reagiert. So verlieben sich Santo und Ornesto gleichzeitig in die Nachbarin Celeste, doch Ornesto schweigt und lässt Santo den Vortritt.

Die Briefe sind an die Berggipfel adressiert und erzählen Episoden aus dem Leben von Ornesto. Als Leser bin ich gleich in die Geschichte eingetaucht und habe mit Ornesto mitgelitten, denn auf Celeste zu Gunsten seines Zwillingsbruders zu verzichten, ist nicht das einzige Opfer, das er bringt.

Das durch die Briefe in Abschnitte unterteilte Leben, etwa ein Brief je Kapitel, zeigt ein sehr aufregendes und ereignisreiches Leben eines Menschen, der Zeit seines Lebens in jeder Hinsicht sehr bescheiden und hilfsbereit, bis zur Selbstaufgabe war. Das sind sehr emotionale Kapitel.

Fazit:

Rückblick auf ein selbstloses und bescheidenes Leben mit einem überraschenden Finale: fünf Sterne.
Profile Image for Filipines Buchclub.
89 reviews1 follower
April 24, 2026
Guido lebt allein und verarmt in den Bergen. Sein größter Schatz ist eine Mappe voller Briefe, die an die Berge der Umgebung adressiert sind.
Als er bei einem Spaziergang in einen Sturm gerät, gewährt ihm der namenlose Erzähler Unterschlupf und darf als Dank dafür die Briefe lesen.
Diese erzählen uns das Leben von Onesto und Santo, die mitten in den Bergen unter ärmlichsten Verhältnissen aufwachsen und sich beide in dieselbe Frau verlieben.

Sehr bildhaft und unglaublich gefühlvoll beschreibt uns Francesco Vidotto die Welt in den italienischen Alpen zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Das Buch besticht durch seine poetische Sprache, die einen sofort in den Bann zieht. Sehr liebevoll werden die Protagonisten mit all ihren Sorgen und Ängsten beschrieben.

Gerne empfehle ich dieses ruhige Buch weiter, das sich sehr gut lesen lässt.
163 reviews
April 16, 2026
Wenn die Berge sprechen könnten

Sie würden über eine große Liebe von Celeste erzählen, über Verlust, Schreckliches, Trauer und Glück.

Francesco findet dies alles in unzähligen Briefen.

Meine Meinung

Ich bin mit diesem Buch bis zum Schluss nicht richtig warm geworden.

Der distanzierte Schreibstil und die oberflächlichen Erzählungen der Handlungen konnten mich nicht abholen. Da wäre so viel mehr möglich gewesen.

Die Geschichte ist schön aber auch extrem brutal.

So viel wurde in dieses kurze Buch gepackt. Wer mit dem Schreibstil klar kommt, entdeckt mal eine andere Geschichte über ein hartes und einfaches Leben.

3 Sterne und eine Kaufempfehlung kann ich nicht aussprechen.
Profile Image for Kirsten.
3,369 reviews11 followers
Review of advance copy received from Netgalley
April 14, 2026
Der Roman erzählt die Geschichte von Guido Contin, der wiederum die Geschichte von den Zwillingen Santo und Onesto erzählt. Der Erzähler berichtet, wie Guido eher zufällig zu ihm gekommen ist und wie die Freundschaft zwischen ihm und dem alten Mann langsam, aber stetig gewachsen ist.

Ein weiterer Zufall bringt Guido dazu, ihm die Briefe zu zeigen: beim Wandern findet er hinter einem Stein ein altes Bild von einer jungen Frau. Guido kennt ihren Namen und zeigt dem Erzähler eine Mappe mit Briefen, die an die Berggipfel geschrieben wurden und die die Geschichte von den Zwillingsbrüdern und eben dieser jungen Frau, Celeste, erzählt.

Auch wenn sie Zwillinge waren, waren die Brüder in den ersten Jahren getrennt. Onesto lebte in der Stadt bei einem Paar, das er als seine Eltern kannte und Santo bei seiner Mutter in dem kleinen Dorf in den Dolomiten. Irgendwann bringt der Vater Onesto zu Bruder und Mutter, aber das Kind, das er damals war, versteht die Zusammenhänge nicht. Als Leserin hatte ich eine Ahnung, aber die Wahrheit hinter der frühen Trennung der Zwillinge habe ich erst spät erfahren.

Francesco Vidotto erzählt die Geschichte nie direkt. Nicht nur, dass sie in den Briefen steht, die schon so lange in Guidos Besitz sind. Sondern auch, weil Onesto in den Briefen zwar beschreibt, was er sieht und erlebt, aber oft weder Zusammenhänge noch Folgen nicht erkennen kann. Das ist mir als Außenstehende leichter gefallen.

Das hat die Lektüre nicht langweilig, gemacht, im Gegenteil. Gerade weil ich ahnte, was passieren würde, ist es mir schwergefallen, ohne Eingreifen zuzusehen, wie die drei jungen Leute ihrem Schicksal entgegeneilten. Die Geschichte von Santo, Onesto und Celeste ist nicht neu, aber der Autor hat sie auf eine besondere Weise erzählt.
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