Zwei Männer, eine Sehnsucht. Feidman, jüdischer Musiker, lebt in Israel. Montazer, Muslim und gebürtiger Iraner, lebt in Deutschland. Über vierzig Jahre Altersunterschied, zwei Kulturen, zwei Religionen – und Was sie verbindet, ist größer als alles, was sie Die Liebe zur Menschheit. Die Sehnsucht nach Frieden. Die Überzeugung, dass Musik Brücken baut, wo Worte nicht mehr reichen. Hand in Hand richten sie ihren Blick auf eine Welt, die mehr sein kann als Konflikt und Krieg.
Zum 90. Geburtstag von Giora Feidman erscheint "For a Better World" mit einer klaren Wir haben die Verantwortung, unsere Welt in einen harmonischeren Ort zu verwandeln – mit Tönen, die verbinden, statt zu trennen.
Das Buch zum Album erzählt die Geschichten hinter den Liedern, beleuchtet den kreativen Entstehungsprozess der Kompositionen, und enthält Erinnerungen und persönliche Einblicke in das gemeinsame Schaffen zweier außergewöhnlicher Künstler. Feidman und Montazer teilen ihre Vision, ihre Zweifel und ihren Glauben an eine bessere Welt. Ein Vermächtnis.
Insgesamt ein schönes Ding, ich mag Erklärungen zu musikalischen Werken und die Gedankengänge des Komponisten und des Spielenden nachvollziehen zu können. Auch die Grundhaltung vor allem vom Komponisten, dass Musik immer etwas mit Gefühlen und vor allem „politischen Gefühlen“ zu Gesellschaft, Krieg, zwischenmenschlichen Begegnungen etc. zu tun hat schätze& vertrete ich sehr. Allerdings frage ich mich, ob das Buch hier das richtige Format ist, oder ob es eine 30 minütige Doku getan hätte. Der Autor beschreibt in diesem Buch ein Gespräch mit Feidman& Montazer, in dem sie erzählen, was die Gedanken zu den Stücken sind. Sprachlich hat es mich manchmal aus dem lesen gerissen, finde ich einfach oft nicht gelungen, zum Teil zu pathetisch und mir fehlt ein roter Faden über den Konzertablauf/ die Reihenfolge der Stücke auf dem Album hinaus. Vielleicht hätte man dieses Gespräch auch einfach filmen können und es wäre nahbarer und weniger abgehoben gewesen, denn vor allem Feidman möchte ja explizit als Mensch wie jede*r andere wahrgenommen werden und nicht nicht nur als Musiker und Maestro (so wird er auf jeder zweiten Seite betitelt). Die Grundaussage der beiden bleibt aber das wichtigste: Musik kann Menschen zusammenbringen, Gefühle ausdrücken, erzeugen und tragen und so einen Beitrag dazu leisten, dass es mehr Verständigung unter Menschen gibt.
(Systemkritik zu den im Buch angesprochenen Themen Krieg, Shoa, Erinnerungskultur, Nahostkonflikt, Antisemitismus gibt es auch nicht. Das läuft alles unter der israelische, jüdische Klarinettenspieler und der iranische, muslimische Komponist sind beste Freunde, deswegen ist Musik so toll. Allerdings ist das der Zielgruppe von konzertbesuchender „Mittelschicht“ wohl ausreichend.)