Mutter, Ehefrau, MTA. Erfüllt alle Rollen, doch daneben gibt es eine, von der niemand etwas weiß.
Oberarzt, Ehemann, Vater. Tut alles für seine Familie, opfert sich auf als Arzt – und wer dankt es ihm?
Gymnasiastin. Zum ersten Mal richtig verliebt. Sucht ihren eigenen Weg, geht aber den des Freundes.
Student. Es geht ihm gut. Es geht ihm wirklich gut. Verdammt noch mal, es geht ihm gut!
Nina, Alexander, Emilia und Ben. Eine liebevolle Mutter, ein beruflich erfolgreicher Vater, zwei wohlgeratende Kinder. Doch wenn der Druck steigt, reißt die Fassade auf.
Kira Mohn schreibt sehr authentisch und lebensnah. Ich bin unglaublich schnell durch die Seiten geflogen und konnte das Buch zeitweise kaum aus der Hand legen.
Alle glücklich hat mich auf eine ganz besondere Art berührt, weil es so nah an der Realität ist. Die Geschichte einer scheinbar perfekten Familie, hinter deren Fassade es ordentlich bröckelt. Das klingt erst mal nicht spektakulär, aber genau darin liegt die Stärke dieses Romans.
Erzählt wird abwechselnd aus den vier Perspektiven der Familienmitglieder: Nina, Alexander, Emilia und Ben. Jeder hat seine eigenen Probleme, Ängste und Sehnsüchte, aber niemand redet wirklich miteinander. Dieses Nebeneinander-her-Leben hat mich stellenweise richtig beklommen gemacht, weil ich mich in manchen Situationen selbst wiedererkannt habe. Die Autorin hält einem hier ganz schön den Spiegel vor!
Ans Herz gewachsen sind mir vor allem Nina und Ben. Nina, die sich komplett aufopfert und dabei ihre eigenen Träume vergessen hat. In ihr habe ich mich so oft wiedererkannt, dass es weh tat. Und Ben, der von außen wie ein fauler Zocker wirkt, aber in Wahrheit einfach nur wahnsinnig einsam ist. Die beiden Charaktere sind so feinfühlig gezeichnet, dass ich mehrfach schlucken musste. Bei Alexander hatte ich hingegen mehr Schwierigkeiten. Sein Verhalten hat mich häufig ziemlich aufgeregt, auch wenn ich seine Beweggründe durch die Perspektivwechsel nachvollziehen konnte.
Was mir besonders gut gefallen hat: Die Autorin behandelt wichtige, aktuelle Themen wie die mangelnde Wertschätzung von Care-Arbeit, beruflichen Ehrgeiz auf Kosten der Familie und die Einsamkeit junger Menschen. Das alles wird nie plakativ, sondern fügt sich organisch in die Geschichte ein. Auch dass Liebe nicht im Vordergrund steht, sondern die Familiendynamik im Mittelpunkt bleibt, fand ich erfrischend.
Allerdings muss ich sagen, dass ich mir gewünscht hätte, dass noch ein bisschen mehr auserzählt wird. So wirkt der Schluss ziemlich abrupt. Ich bin mit gemischten Gefühlen zurückgeblieben, auch wenn ich verstehe, dass genau diese Offenheit gewollt ist.
Ein wichtiger Hinweis: Das Buch behandelt schwere Themen, die triggern können. Es ist definitiv keine leichte Lektüre, sondern geht richtig unter die Haut.
Ich mochte die Erzählweise mit Perspektiven aller vier Familienmitglieder und auch die Art und Weise, wie das Buch und die Handlung sich langsam, aber stetig zugespitzt hat. Ich habe auch nicht wirklich ein Problem mit dem Ende, ich hatte das Gefühl, die notwendigen Antworten bekommen zu haben. Ich hätte mir glaub ich bei manchen Handlungen oder Konflikten etwas mehr Tiefe gewünscht, vielleicht ist das aber auch schwierig bei ständig wechselnden Perspektiven.
Hat mir gut gefallen, leider kam das Ende abrupt und war damit ein bisschen unbefriedigend. Trotzdem gute Familien -Geschichte. Gut erzählt. Mag ihren Stil und hab mir das ein oder andere Buch von ihr auf meine Liste gepackt.
2,5 bis 3 Sterne und ich bin damit irgendwo zwischen Anerkennung für die Idee und Enttäuschung über die Umsetzung gelandet.
Das Konzept, die Geschichte aus vier Perspektiven innerhalb einer Familie zu erzählen, fand ich zunächst durchaus gelungen. Der ständige Wechsel sorgt grundsätzlich für Dynamik und gibt Einblicke in unterschiedliche Wahrnehmungen und Konflikte. Gerade im Hörbuch hätte ich dadurch ein deutlich kurzweiligeres Erlebnis erwartet. Stattdessen zog es sich für mich stellenweise überraschend in die Länge. Manche Passagen wirkten zäh, obwohl gerade hier viel Potenzial für mehr Tiefe und emotionale Wucht gelegen hätte.
Was mich besonders zwiegespalten zurücklässt: Es werden viele wichtige Themen angerissen (familiäre Spannungen, persönliche Krisen, unausgesprochene Konflikte) aber nur wenige davon werden wirklich konsequent ausgearbeitet. Wirkt für mich, als fehlte der Mut, tiefer zu gehen. Dadurch fühlt sich einiges unfertig an, obwohl genug Raum da gewesen wäre.
Das Tempo des Romans empfand ich insgesamt als unausgewogen. Manche Entwicklungen passieren sehr schnell, andere ziehen sich unnötig, was den Lese-/Hörfluss immer wieder ausbremst.
Das häufig kritisierte Ende fand ich dagegen weniger problematisch. Für mich wirkte es nicht außergewöhnlich offen oder unfertig – zumindest dann nicht, wenn man genau hinhört beziehungsweise mitliest. Vieles liegt zwischen den Zeilen und ergibt durchaus ein stimmiges Gesamtbild, auch wenn es kein klassisch „rundes“ Ende ist.
Unter dem Strich bleibt ein Roman mit interessanter Grundidee und relevanten Themen, der mich emotional aber nicht ganz erreicht hat, weil er zu oft an der Oberfläche bleibt.
Oha, ich weiß nicht ganz, was ich erwartet habe, aber das irgendwie nicht. Im absolut positiven Sinne! Die Familie Holtstein, bestehend aus Mama Nina (Anfang 40 und Arzthelferin), Papa Alex (ebenfalls Anfang 40, Oberarzt), Sohn Ben (18, Student) und Tochter Emilia (16, Schülerin), führt ein ganz normales Leben. Alle sind glücklich. Oder so... Psychologisch dicht erzählt Kira Mohn in ihrem neuen Roman abwechselnd aus vier Perspektiven und wie jede der Personen mit ihren eigenen Gedanken und Situationen zu kämpfen hat. Der Autorin gelingt es super, eine unterschwellige Spannung aufzubauen, sodass man immer das Gefühl hat, dass etwas eskaliert. Bei wem der vier, lässt sich lange nicht sagen, denn jeder hat seine eigenen Probleme und Sorgen. Mehr kann und mag ich gar nicht erzählen, ohne zu spoilern. Super spannend und total alltagsnah erzählt. Hat mir richtig gut gefallen!
Spannend zu beobachten, wie mehrere Personen die gleichen Situationen unterschiedlich wahrnehmen. Wenn man sich diesen Umstand im Alltag häufiger bewusst macht, kann man Missverständnisse vermeiden.
Traurig, wild, nicht auserzählt - die verwirrende Geschichte eines Familiendramas.
Relativ spontan habe ich das Hörbuch angeklickt und fand den nüchternen und doch sehr emotionalen Schreibstil fesselnd. Man wird anfangs gut in die Welt der Familie reingeworfen, sieht jedoch zu keinem Zeitpunkt eine glückliche Familie. Bereits ab der ersten Minute, in der Familienmitglieder aufeinander treffen, ist die Distanz und Entfremdung förmlich greifbar.
Im Laufe der Geschichte eskaliert das alles ganz schön. Dabei wechselt die Erzählperspektive mit jedem Kapitel. Jedes der vier Familienmitglieder wird dadurch greifbar, aber es werden so viele große Themen angeführt, die die Charaktere jeweils nur mit sich ausmachen. Dadurch wird die Geschichte überladen mit schweren Themen, die dann nicht tiefgreifend genug erzählt werden. Dadurch bleibt die Geschichte am Schluss unglücklich stehen und ich frage mich, was mir das Hören dieser Geschichte jetzt genau gebracht hat. Irgendwie fühlt sich das am Ende wie Zeitverschwendung an.
Nina: Die Mutter kämpft am stärksten mit dem Alleinsein und der Entfremdung zu ihrem Mann. Ein bisschen klischeehaft hat sie alles aufgegeben für einen Mann und für Kinder und ist jetzt an einem Punkt, wo sie sich selbst und ihre Wünsche wiederfindet. So weit, so gut. Allerdings wird dann auf den letzten Metern eine Liebesgeschichte mit einer Freundin, die irgendwie dann auch die einzige ist, eingebaut. Woher kommt diese sexuelle Orientierung auf einmal? Für mich war das irgendwie unangenehm, dass die einzige Freundschaft direkt zur Affäre wurde und sendet irgendwie das falsche Signal: sobald dir jemand zuhört, verliebst du dich in ihn/sie.
Alexander: Der Vater war einfach nur ein lüsterner alter Sack, der super offensichtlich allen hinterherschaut, unangenehme Kommentare und Witze macht, letzten Endes auch noch grapscht und bei dem Ganzen noch denkt, er wäre der König der Welt und mache alles richtig. Von seinem patriarchalen Denken hinsichtlich Karriere und Geld verdienen mal ganz zu schweigen. Er ist nie da, zeigt Desinteresse an der Kindererziehung und wenn er merkt, dass etwas nicht „normal“ ist, wacht er auf und spielt sich als Entscheider auf. Richtig ekelhaft. Woher dann zum Schluss diese Liebesbeteuerungen für Nina kamen, weiß ich nicht, es wirkte aber sehr narzisstisch und dass er nicht mit Zurückweisung und dem zerbrochenen Familienbild in der Öffentlichkeit wahrscheinlich zurecht kommt.
Emilia: Ihre Sichtweise war noch mit die normalste. Ja, sie wirkte naiv, aber das ist sie auch mit ihrem ersten Freund. Ihre Gefühle waren sehr realistisch und nachvollziehbar. Aber auch hier: wie das zum Schluss eskaliert ist, hätte ich mir mehr Aufarbeitung gewünscht. Wenn man so will, ist das eine Vergew*ltigung mit anschließendem Mobbing, was ihr wiederfahren ist und ich finde es ganz schlimm, dass sie mehr oder weniger alleine damit geblieben ist und erst, als eine fremde Person zu ihr durchrief, dass dann etwas ins Rollen kommt, was wir als Leser nicht mitbekommen. Schade!
Ben: Der maskuline Mann-Arc. Als sympathischer, normaler Junge gestartet gerät er an ziemlich fragwürdige Webinare, die sich sehr nach einem toxischen Alpha-Männchen-Kult anhören. Auch hier fehlt mir die klare Einordnung, dass es sich hierbei um Gehirnwäsche und Manipulation Jugendlicher handelt! Das Ende seiner Geschichte ist dann etwas sehr dramatisch und unverständlich, wie es dazu kommen konnte… auch hier: Schade!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Über die Hälfte des Buches erlebt man ein ziemlich standardmäßiges, wenn auch dysfunktionales Familienleben und es passiert nicht viel. Das mag zwar authentisch sein, für ein Buch aber eben auch sehr monoton. Dann plötzlich nimmt die Geschichte Fahrt auf und am Ende geht alles viel zu schnell. Irgendwie unbefriedigend, aber irgendwie eben auch ganz gut.
Es war ein gutes Buch für mich. Das erste von Kira Mohn, aber nicht das Letzte. Die Geschichte hat einen guten Aufbau, nur leider kam mir der Schluß zu abrupt.
Oberflächlich erzählte Charaktere, die zudem noch recht stereotyp sind und sich in ihrem Innenleben leider zu wenig unterscheiden. Die Geschichte plätschert zunächst vor sich hin, bevor sich die Ereignisse überschlagen und dann auf einmal abrupt endet. Für mich ein eher liebloser Roman.
Kira Mohn kannte ich bisher nur von ihren New Adult-Romanen, wobei ich noch keinen davon gelesen habe. Hier erzählt sie die Geschichte einer augenscheinlich ganz normalen Familie - Mutter, Vater, Tochter und Sohn.
Aus allen vier Perspektiven wird abwechselnd ein Familienkonstrukt geschildert, das beim Blick hinter die Fassade langsam aber sicher bröckelt. Jeder der vier Charaktere hat dabei sein eigenes Päckchen zu tragen. Ich glaube, mich hat dabei der Handlungsstrang des Sohnes Ben am meisten fasziniert. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, aber die "male loneliness epidemic" spielt dabei eine große Rolle.
Insgesamt finde ich alle vier Hauptcharaktere total authentisch und aus dem Leben gegriffen, wahrscheinlich kennt jeder von uns eine solche Familie. Mich hat das Buch auch nach dem Lesen eine Weile beschäftigt.
Ich hoffe, dass Kira Mohn mehr solcher Bücher schreiben wird!
Ein gelungener, zeitgenössischer Roman, der aktuelle Themen aufgreift und wieder nahbar sowie soghaft erzählt ist. Für mich waren es jedoch etwas zu viele Themen für eine Familie – das wirkte auf mich etwas zu konstruiert.
In Alle glücklich geht es um die Familie von Nina und Alexander. Nina hat zwei Jobs und kümmert sich um die Familie. Alexander ist Oberarzt und Hauptverdiener. Dazu gibt es die jugendlichen Kinder Ben und Emilia.
Vier Perspektiven sind eine ganze Menge, aber jede einzelne ist der absolute Hammer. Jede Stimme ist einzigartig und fügt sich im Familienkonstrukt wie ein Puzzle zusammen.
Diese feinsinnige Auseinandersetzung mit dieser, auf den ersten Blick, normalen Familie, zeigt, wie Erwartungen, Unausgesprochenes und Rollenbilder eine Welt vollkommen eskalieren lassen.
Das Buch geht richtig tief und ist sehr authentisch. Ich hab vieles wiedergefunden aus verschiedenen Stadien meines Lebens. Als Jugendliche, als gerade Erwachsene und jetzt als Frau mit Verantwortung.
Das Buch ist flüssig geschrieben und sehr zugänglich für jeden Lesenden. Dadurch wird eine Einfachheit geschaffen, die die inneren Konflikte oder Personen greifbar macht. Wir sehen bei anderen Menschen, dass es nach außen alles super funktioniert, aber könnte das vielleicht eine Illusion sein?
Die Gesellschaft zeigt nach außen immer diese Idealbilder und Konflikte sind kein Versagen und auch die Schuldfrage für Unzufriedenheit ist im Buch spannend gelöst.
Das Ende werden so viele Lesende gar nicht mögen, ich weiß es jetzt schon. Aber es beantwortet letztlich auch ganz einfach die allerletzte Frage im Raum, die Frage ob Alle glücklich sind. Manchmal bedeutet Glück schlicht, nicht länger so zu tun, als wäre alles gut.
Ich fands wirklich toll. Einfacher, aber doch tiefgründiger Schreibstil, der einen dabei hält.
Die Story spitzt sich zum Ende hin extrem zu, aber es wirkt nicht unnatürlich, eher als stauten sich die Emotionen der Figuren so sehr auf, dass am Ende alles explodiert. Auch den Schluss fand ich nicht zu abrupt, weil es meiner Meinung nach keine Auserzählung der restlichen Story braucht. Hab geweint gegen Ende.
Die Familie ist sehr nahbar und zeigt systemische Unverstandenheit auf, die sich in vielen vielen Familien nachempfinden lässt und nicht zwingend aus einer „kaputten Familie“ resultiert, sondern eher aus äußeren Umständen, die diese Dynamik hervorholen. Nina, die Mutter, hat sich und ihre Karriere für ihre Familie aufgegeben und kämpft mit fehlender Anerkennung für Care-Arbeit und für sie als Person außerhalb ihrer Beziehungen. Alexander, der Vater, bezahlt den Lebensunterhalt, blickt ein bisschen auf Ninas Arbeit herab, wünscht sich mehr Intimität und ebenfalls Anerkennung für seine Arbeit (bei ihm sehe ich den einzigen Nachteil der Geschichte, weil ich ihn wirklich einfach verachte und mich nicht reinfühlen kann). Ben, der Sohn handelt aus, wie er er selbst sein soll und gleichzeitig „männlich“ und fühlt sich minderwertig, weil er nicht die weibliche Aufmerksamkeit bekommt, die Arschlöcher bekommen und Emilia, die Tochter, macht sich verantwortlich dafür, dass sie sexuell misshandelt wird von einem der Macker, die Ben anhimmelt. Am Ende wollen alle nur gesehen werden und schaffen es aber gleichzeitig nicht, andere zu sehen, weil sie so sehr in ihren eigenen Problemen verwickelt sind. Es ist so nachvollziehbar und schlüsselt auf, warum sich so viele Familienmitglieder schlecht fühlen, obwohl sie die „perfekte Familie“ haben.
„Sehr viele ungesagte Worte schwebten für den Rest des Abendessens in der Luft, und Emilia hatte es kurz darauf so eilig wie sonst nur Ben, aufstehen und in ihr Zimmer gehen zu dürfen.“
„Alles, was sie wollte, war Ruhe, Frieden und ein bisschen Aufmerksamkeit von Seiten ihres Mannes. Aufmerksamkeit, die nicht ausschließlich auf Sex hinauslief. Was wollte sie eigentlich?“
„Sie streiten sich ständig. Nur nicht mit Worten“
„Ich bin es leid, ihnen allen hinterherzurennen und dabei so zu tun, als würden sie mich brauchen. Und als wäre ich glücklich“
„Ich bin es so leid. Alles, weißt du? Ich bin es leid, alles irgendwie zusammenzuhalten, obwohl das doch sowieso niemand will.“
3,5/5 puh also das konzept hat mir super gut gefallen, und ich mochte auch nina, emilia und ben als charaktere sehr gerne (alexander hat mich einfach nur maximal genervt, er ist halt das klischee-patriarchen-mann) kira mohn schreibt super angenehm und sehr lebensnah. ich habe es hörbuch gehört, und war trotzdem zu keiner stelle gelangweilt. leider haben mir aber gerade zum ende viele punkte gefehlt. die konflikte waren sehr wenig ausgearbeitet und das ende kommt so plötzlich, dass ich erst verwirrt war, ob mein spotify irgendwohin geskippt hat. die beziehung von nina und anastasia fand ich auch erst schade, weil ich mich sehr gefreut habe, dass nina nach dieser zeit, wo sie immer nur auf die beziehung mit alexander fixiert war, endlich mal eine ehrliche freundschaft hat. dass sich das dann ebenfalls zu etwas romantischem entwickelt, hätte mM nicht sein müssen, aber hat am ende ja auch viel zur handlung beigetragen, und ist ja ein teil von ninas selbstfindung, also am ende trotzdem sehr relevant natürlich. nina mochte ich als charakter super gerne, und ich habe so mit ihr mitgefühlt, wenn es um die selbstverständlichkeit ihrer care-arbeit geht, und wie sehr sie sich selbst darin verliert. bei emilia geht es viel um erste liebe, manipulation und schlussendlich um übergriffe und sa; ben hat viel mit selbstliebe und zukunftsängsten zu kämpfen. (und alexander hat auch seine struggles, aber ihn fand ich als charakter so nervig, dass ich ihn eigentlich gar nicht erwähnen will. "hä warum habe ich eine beschwerde wegen sexueller belästigung, ich habe doch nur paar kommentare gemacht und die einmal an der brust angefasst" ?!?!) all in all waren es mir aber einfach bisschen viele themen. klar, jede person hat struggles, aber es waren einfach zu viele große themen, und diese dann leider nur oberflächlich behandelt.
mir hätte zb. eine kritische einordnung zum betrügen von nina, zu den gefahren von diesen "online-coaches" wie bei ben, eine längere einordnung zum sa bei emilia gefehlt. und vor allem hätte alexander sich gerne mal in irgendeiner form reflektieren können, aber naja, ig dass er das nicht tut, ist recht akkurat zu vielen älteren männern in machtpositionen haha
ich werde von der autorin sicherlich noch weitere bücher lesen, denn der schreibstil war wirklich angenehm!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Alle glücklich war für mich kein Buch, das man „einfach liest“. Es war eher eines, das man gefühlt zwischendurch weglegen muss, weil sich plötzlich Dinge zu vertraut anfühlen.
Ich hatte ständig dieses leise Unbehagen im Bauch – nicht, weil etwas Schockierendes passiert, sondern weil alles so nah am echten Leben bleibt. Dieses ständige Funktionieren, das Schweigen, das aneinander Vorbeileben. Genau das hat mich getroffen. Es gibt so viele Momente, in denen man merkt: Eigentlich müsste jetzt jemand reden. Aber niemand tut es.
Ich habe mich dabei ertappt, wie ich innerlich Partei ergriffen habe, genervt war, Mitleid hatte, mich wiedererkannt habe... Manchmal alles gleichzeitig. Nina und Ben haben mich besonders beschäftigt. Nina - eine Mutter, die sich viel zu oft hinten angestellt hat und wirklich alles für die Familie opfert und Ben - ein Junger Mann, der viel Einsamkeit in sich trägt und einfach missverstanden wird.
Was ich mochte: Das Buch erklärt nichts, bewertet kaum und drängt einem keine Lösungen auf. Es zeigt einfach, was passiert, wenn Nähe und Kommunikation verloren geht und jeder mit sich selbst beschäftigt ist. Das fühlt sich ehrlich an aber manchmal auch unangenehm.
Der Schluss? Der hat mich ein bisschen ratlos zurückgelassen. Aber vielleicht musste es genau so enden. Nicht rund, nicht tröstend, sondern offen. Wie vieles im echten Leben eben auch.
Das war mein 3. Buch der Autorin und jetzt ist für mich wirklich alles dabei. Ein Highlight („Die Nacht der Bärin“), ein Flop („Note to myself“) und mit „Alle glücklich“ auch ein solider Roman, der mir gut gefallen, aber mich nicht vollständig überzeugt hat.
✨Inhalt
Mutter Nina, Vater Alexander, Sohn Ben und Tochter Emilia sind eine glückliche Familie oder doch nicht? Hinter der Fassade brodelt es…
✨Meinung
Kira Mohn hat von Anfang an eine Atmosphäre kreiert, die nichts Gutes verhieß. Man spürt in den alltäglichen Situationen und den kleinsten Interaktionen der Familienmitglieder, dass Vieles im Verborgenen nicht (mehr) stimmt.
Das fand ich richtig toll und muss auch sagen, dass das Buch ein pageturner war. Es war spannend und toll geschrieben mit vielen für sich genommen wichtigen und schweren Themen.
Evtl. zu viele wichtige und schwere Themen?
Während sich „Die Nacht der Bärin“ auf ein einziges Gebiet fokussiert hat (häusliche Gewalt), werden wir in „Alle glücklich“ mit wirklich allem konfrontiert. Alles, was man sich nur ausdenken kann, passiert und geht schief. Dadurch fehlt teilweise Tiefe in der Diskussion der einzelnen Ereignisse.
Dadurch war es aber auch ein leicht und schnell zu lesendes Buch, einfach weil permanent etwas Neues los war.
Es gab viele „aha, das jetzt auch noch, oh je, die arme Familie / Frau / der arme Junge“ Momente. Nachhallen tut hingegen nicht allzu viel. Leider bricht es am Ende auch komplett abrupt ab, so dass gefühlt mindestens ein Drittel der Geschichte fehlt. Manchmal mag ich offene Enden und manchmal nicht so sehr.
Vieles ist sicherlich wie immer Geschmacks- und Auslegungssache.
✨Fazit
Ein unerwartet schnelles Buch mit pageturner Qualität und durchaus schockierenden Ereignissen, das mich persönlich nicht so berührt hat wie evtl. erwartet. Eine Familie fällt auseinander und verliert den Blick für‘s Wesentliche, aber wie werden die Scherben aufgesammelt?
Let me be very clear: Die Geschichte ist auf jeden Fall lesenswert und ich hoffe, dass viele sich ein eigenes Bild machen werden, früher oder später. Es lohnt sich.
Ich kann ein Buch gut finden und es trotzdem kritisch hinterfragen, diese beiden Gesichtspunkte schließen sich nicht aus!
Ein brandaktueller Ronan, der von einem scheinbar perfekten Familienleben erzählt. Doch der Schein trügt. Es lässt einen durchaus überlegen, das eigene Familienleben genauer zu betrachten. Manchmal fand ich es etwas langatmig und nicht so einnehmend. Deswegen 3 von 5 Sternen.
Meinung: Manchmal greife ich ganz bewusst zu Büchern, die eigentlich nicht meinem üblichen Beuteschema entsprechen. Familienromane gehören normalerweise nicht dazu, doch diesmal hatte ich Lust auf etwas anderes. Der Roman erzählt von einer Familie, die nach außen hin scheinbar alles hat: Erfolg, Harmonie und ein funktionierendes Leben. Je tiefer man jedoch in die Geschichte eintaucht, desto deutlicher wird, dass dieses Glück vor allem eine Fassade ist. Wirklich neu ist diese Erkenntnis nicht schließlich wissen wir alle, dass jede Familie ihre Geheimnisse, Risse und unausgesprochenen Konflikte hat. Dennoch fand ich es spannend, hinter diese vermeintlich heile Welt blicken zu dürfen. Der Schreibstil ist angenehm leicht und flüssig, wodurch sich das Buch sehr schnell lesen lässt. Besonders gefallen hat mir die wechselnde Erzählperspektive aus Sicht der einzelnen Familienmitglieder. Dadurch wird spürbar, wie unterschiedlich dieselben Situationen wahrgenommen werden und wie sehr jeder für sich allein kämpft. Das Thema Kommunikation oder vielmehr das Fehlen davon wird dabei sehr gut herausgearbeitet. Jede Figur trägt ihre eigenen Sorgen, Ängste und Wünsche mit sich, doch niemand spricht offen darüber. Es ist traurig zu beobachten, wie sehr diese Familie nebeneinander statt miteinander lebt und wie Nähe, Offenheit und gegenseitige Unterstützung im Alltag verloren gegangen sind. Trotzdem blieb bei mir eine gewisse emotionale Distanz. Die Figuren sind zwar liebevoll gezeichnet, doch ich konnte mich nicht vollständig in sie hineinversetzen. Viele Entwicklungen waren für mich vorhersehbar und konnten mich kaum überraschen. Gegen Ende wurde mir die Geschichte zudem zu viel: Die Ereignisse wirkten zunehmend überzogen und verloren für mich an Glaubwürdigkeit. Das Finale empfand ich daher eher als absurd denn als berührend. Insgesamt ist es ein gut lesbarer Familienroman mit einer interessanten Grundidee, der mich thematisch angesprochen, emotional jedoch nicht ganz abgeholt hat
Ein berührender Blick in das Seelenleben einer Familie
Alle Familienmitglieder glücklich zu sehen – das ist wohl das, was sich jede Mutter für ihre Familie wünscht. Dass die Realität jedoch oft ganz anders aussieht, beschreibt Kira Mohn in ihrem Roman "Alle glücklich" überaus eindrücklich. Mit behutsamen Worten und gleichzeitig einem scharfen Blick auf die Geschehnisse und alltäglichen Ungerechtigkeiten widmet sie sich einer vierköpfigen Familie. Aus der Perspektive aller vier Protagonisten schildert sie feinfühlig, wie sehr jeder Einzelne mit seinem Leben hadert.
Zitat: „Doch in Wahrheit waren nicht nur die Kinder, sodern auch Alex in erster Linie mit sich selbst beschäftigt, und wenn sich die Aufmerksamkeit tatsächlich mal auf ein anderes Familienmitglied richtete, dann oft nur um zu sticheln oder sich gegenseitig Vorwürfe zu machen.“ (Kira Mohn: Alle glücklich. Seite 50)
Die Autorin:
Kira Mohn hat vielseitige Talente. Sie gründete eine Musikfachzeitschrift, veröffentlichte unter dem Namen Kira Minttu vier Bücher im Verlag ink rebels (Rezension zu Me Without Words), deren Mitbegründerin sie ist. Sowie bei Kyss ihre Leuchtturm-Trilogie (Rezension zu Show me the Stars) und ihre Kanada-Reihe Wild like a River und Free like the Wind. Außerdem die Island-Reihe The Sky in your Eyes und The Sea in Your Heart. Du irgendwo ist ein weiterer Reihenauftakt, welcher mit der kürzeren Vorgeschichte Ein einziges Versprechen geteasert wurde. Wir irgendwann ist der zweite Teil.2024 erschien Die Nacht der Bärin, eine Geschichte, die sich von ihren bisherigen Büchern unterschied und eine sehr ernste Thematik einfühlsam behandelt. Mit Alle glücklich (2026) legt sie wieder einen Roman vor, der in die Tiefen der menschlichen Seele blickt. Inzwischen lebt die Autorin mit ihrer Familie in München.
Inhalt:
Die Geschichte beleuchtet das Leben einer nach außen hin perfekten vierköpfigen Familie, hinter deren Fassade sich allerdings Überforderung, Sehnsüchte und Krisen verbergen. Obwohl Nina, Alexander und ihre beiden Kinder eigentlich alles für ein erfülltes Leben haben, fühlen sie dieses Glück nicht, da jeder für sich alleine agiert, was dazu führt, dass die heile Welt der Familie Stück für Stück bröckelt.
Gedanken zum Roman:
Auf dem Cover sehen wir eine Frau von hinten dargestellt, die in einem Café zu sitzen scheint und aus dem Fenster schaut. Die Farben sind recht dunkel gehalten und haben etwas bedrückendes, während der Titel in leuchtend gelben Lettern das Gegenteil suggeriert und damit bereist hier verdeutlicht, dass eben nicht alle glücklich sind.
Jedes einzelne Kapitel wird durch eine Frage an das eigene Ich eingeleitet – Fragen direkt aus dem Leben gegriffen, voller Selbstzweifel und Ehrlichkeit. Alle vier Charaktere sind zunächst auf ihre Art liebenswert, doch ihre Tragödie liegt im Schweigen: Sie kommunizieren nicht wirklich miteinander, bewahren Geheimnisse voreinander und wagen es nicht, ihre eigenen Bedürfnisse auszusprechen. Statt gemeinsam zu leben, existieren sie nebeneinander her und driften im Hamsterrad des Alltags immer weiter auseinander. Besonders greifbar wird diese Entfremdung in den einzelnen Schicksalen.
Zitat: „Sie hatte keine Extrawünsche. Alles, was sie wollte, war Ruhe, Frieden und ein bisschen Aufmerksamkeit von Seiten ihres Mannes.“ (Kira Mohn: Alle glücklich. Seite 93-94)
Nina, die Mutter, steckt tief in ihrem Leben fest. Ihre Kinder sind selbstständig und brauchen sie scheinbar nicht mehr, nehmen ihre Mühen aber genauso selbstverständlich hin wie ihr Ehemann, der ihre Ressourcen nutzt und nur für den Job lebt. Doch Nina wird aktiv: Inspiriert durch eine neue Kollegin und Freundin beginnt sie, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Ihre Abwesenheit zwingt Alexander zwar zu einer gewissen Reflexion, doch von seinem hohen Ross steigt er leider nicht herunter.
Zitat: „Und wenn es ihm vielleicht gar nicht gefallen hat?“ (Kira Mohn: Alle glücklich. Seite 62)
Emilia, die Tochter, ist mit einem älteren Jungen zusammen und leidet unter der ständigen Sorge, zu jung, unerfahren oder uncool zu sein. Aus Angst vor Ablehnung fehlt ihr der Mut, Dinge zu hinterfragen, sodass sie sich zu Entscheidungen überreden lässt, die eigentlich nicht ihre sind.
Zitat: „Bin ich eigentlich … richtig?“ (Kira Mohn: Alles glücklich. Seite 26)
Ben, der Sohn, ist einsam und schüchtern. Auf der Suche nach Verbindung hört er einem Online-Coach zu – jemandem, der sehr von sich überzeugt ist. Die Inhalte geben Ben den Anstoß zur Veränderung und und den Antrieb seine Angebetete anzusprechen. Doch ob sein Mut belohnt wird, sei hier nicht verraten.
Zitat: „Er hatte immer das Richtige getan, über zwanzig Jahre lang. Natürlich hatte er hin und wieder einmal mit dem Gedanken an eine andere gespielt, aber das war eben der Punkt: Er hatte diesen Gedanken nie umgesetzt. Nie.“ (Kira Mohn: Alle glücklich. Seite 229)
Alexander, der Vater, macht sich zwar Gedanken über die Veränderungen, sucht aber nicht ernsthaft nach den Ursachen. Er verhält sich wie ein typischer „Halbgott in Weiß“ – und das nicht nur in der Klinik. Seine Selbstverständlichkeit ist erschreckend: Normalerweise verbringt er die Zeit nach dem Abendessen mit Arbeit, als er einen Abend allein zu Hause ist – weil Nina ausgegangen ist – genießt er die Zeit für sich, hat auf einmal keinen Drang, zu arbeiten.
Als Leser wird man zum stillen Beobachter dieses schleichenden Unglücks. Die Geschichte spitzt sich Stück für Stück zu, wartet mit Wendungen auf, die man nicht kommen sieht, und lässt Befürchtungen im Raum stehen, die glücklicherweise nicht eintreffen. Am Ende erwartet einen kein klassisches Kitsch-Happy-End, aber ein realistischer, positiver Ausblick.
Fazit:
"Alle glücklich" ist eine extrem emotionale und aufwühlende Lektüre. Kira Mohn verknüpft vier unterschiedliche Schicksale zu einer Geschichte, die authentisch, berührend und manchmal auch wütend machend ist. Ein absolut empfehlenswertes Buch über das Schweigen, das Ausbrechen und die Hoffnung auf ein echtes Miteinander.
Mir hat das Buch „Alle glücklich „im Großen und Ganzen gut gefallen. Es gibt Einblick in eine Familie mit ihren ganz normalen Sorgen und Nöten und den Veränderungen innerhalb der Beziehungen, die die Zeit mit sich bringen.
Nina und Alexander sind ein Paar das in die Jahre gekommen ist. Beide haben Medizin studiert, er arbeitet heute als Chefarzt mit den dementsprechenden Überstunden, Nina hat ihr Studium der Kinder wegen aufgegeben, ein Schicksal, das wohl nicht wenige Frauen teilen. Sie arbeitet heute deutlich unterqualifiziert in er Arztpraxis als Sprechstundenhilfe. Nebenher hat sie noch einen Job im Supermarkt, um sich ein wenig finanzielle Unabhängigkeit zu schaffen,nachdem ihr Mann ihr den zweiten Friseurbesuch innerhalb kurzer Zeit vorgeworfen hat. Alexander weiß nichts von dieser Stelle.Die beiden Kinder Emilia und Ben sind typische Teenager. Ben ,ein sensibler junger Mann, studiert und verbringt viel Zeit vor dem Computer, weil ihm soziale Kontakte aufgrund seiner Schüchternheit schwer fallen. Emilia macht ihre ersten sexuellen Erfahrungen, die nicht ganz unkompliziert sind. Nina versucht den Spagat,das Familiengefüge aufrecht zu erhalten,mit gemeinsamen Abendessen den Kontakt zu den Kindern zu behalten, ihre immer mehr zur Routine verkommene Ehe nicht scheitern zu lassen und sich dabei selbst nicht zu verlieren. Das Ganze entgleitet ihr mehr und mehr und sie stellt sich und ihr Leben und ihre Rolle darin immer mehr infrage, nachdem sie sich mit ihrer Kollegin Ansstasia angefreundet hat.Die Kinder nabeln sich immer mehr ab, ihr Mann verbringt immer mehr Zeit auf der Arbeit,entpuppt sich mehr und mehr als Macho , der weder sie noch das was sie leistet anerkennt. Eigentlich das, was in vielen Familien sicher so oder ähnlich nicht selten vorkommt, doch hier endet das Ganze mit einem Knall. Es zeigt auf , wie fragil Beziehungen sein können , wie man sich auch in der Familie verlieren kann, wenn man verlernt miteinander zu reden und auf sich acht zu geben.
Das Buch ist in einem sehr ansprechenden Schreibstil geschrieben, ich konnte sofort eintauchen, konnte die hier geschilderte Familie gut verstehen und habe vollstes Verständnis für Nina gehabt. Die Schilderungen der einzelnen Familienmitgliedern, die in den Kapiteln auch abwechselnd zu Wort kommen, haben mir als Leser die einzelnen Sichtweisen der Figuren nahe gebracht.Ich fand es auch sehr realistisch und wirklichkeitsgetreu geschildert,nur fand ich es zum Schluss etwas themenüberfrachtet. Da wäre vielleicht etwas weniger mehr gewesen 4.5 Sterne