Zunächst muss ich sagen, dass ich den kompletten Inhalt nicht verstehen konnte. Dafür war das Manifest m. E. teilweise zu wissenschaftlich verfasst. Aber die Punkte, die ich verstanden habe, haben mich sehr zum Nachdenken angeregt und ich habe mich häufig dabei erwischt, wie ich vielen Erläuterungen sehr oft kopfnickend zugestimmt habe. Für mich persönlich hat sich Salomon- Schmidt jedoch zu sehr an den Religionen „ abgearbeitet“ . Er hatte super Punkte. Gerade im Bezug auf Traditionsblindheit und wie überholt die meisten Religionen eigentlich sind. Meiner Meinung nach, hätte dies kürzer zusammengefasst werden können. Etwas mehr Differenziertheit hätte ich mir aber zudem auch noch gewünscht. Toll fand ich am Ende des Buches die „ 10 ANgebote des Humanismus“ . Vorangestellt hatte er die 10 Gebote . Im Vergleich merkt man total die Diskrepanz im Inhalt. Darauf kommt es eben an. Für mich wäre es besser gewesen, hätte er das Manifest noch zugänglicher für eine breitere Masse verfasst. Denn es ist - gerade zu Krisenzeiten, Flüchtlingswellen, Kriegszeiten- so immens wichtig , dass wir einen humaneren Umgang miteinander pflegen. Auch fände ich es schön, wenn es Ausgaben für Kinder gäbe, damit so wichtige , essenzielle Umgangsformen und Gedanken zum friedlichen Leben miteinander schon früh an Kinder herangetragen werden. Das wäre ein guter Anfang, wenn man den Religionsunterricht in der Schule durch die Theorie des Humanismus ersetzen oder zumindest ergänzen könnte. Tatsächlich fände ich es noch positiver, wenn der Religionsunterricht in Religionskritik umbenannt werden würde und man Schüler:innen lehrt, Sachverhalte nicht als gegeben hinzunehmen, sondern sehr kritisch zu hinterfragen. Dies sollte man dann konsequenter Weise mit allen Weltreligionen machen.
A very interesting and highly recommended reading. Do not expect a finely argument philosophical argument - it's a manifest about evolutionary humanism's and the "Leitkultur" to put in place to defend our values (humanism values, not western!). Some of the examples are a bit dated (too much focussed on Sep11, Bush, ...), although if only those were our problems now ...
For religious liberals: be prepared to be vigorously attacked in this book. Don't attack the form, try to argument with the author.
Meines Erachtens zeichnet sich das Buch zu sehr durch Abgrenzung zur Religion aus. Es hätte durchaus genügt klar zu machen welche Grundlagen der evolutionäre Humanismus hat, wie er sich verändert und verändert hat. So aber wirkt das Buch von Zeit zu Zeit überheblich, gläubige Menschen ins Lächerliche ziehend und außer acht lassend, dass in Zeiten von Fake-News (von denen auch die Wissenschaft nicht verschont ist) sich auch Fehler einschleichen können. Des weiteren bleibt außen vor, dass auch innerhalb der selben Weltanschauung - eben auch des evolutionären Humanismus -verschiedene Schlüsse gezogen werden können.
Der Autor hat hier ein paar interessante Ideen zusammengestellt, die er leider mit überflüssig provokantem Stil präsentiert. Das Ideal der Aufklärung sollte tatsächlich wieder stärker ins Zentrum einer modernen Staatsphilosophie und Gesellschaftspolitik gerückt werden. Mit dieser Schrift ist es aber nicht gelungen.
Vor allem bei der Vielzahl an aktuellen Krisen ein spannendes, wichtiges und relevantes Buch. Bereits vor fast 20 Jahren veröffentlich ist es dennoch so auf den Punkt. Eine überarbeitete Version mit Hinblick auf unsere Mediennutzung und aktuelle Debatten fänd ich dennoch extrem spannend.