Erste Du sprichst nur, wenn wir es dir erlauben. Niemand bekommt dich, bevor wir dich versteigert haben. Sammle Punkte, wenn du nicht sterben willst.Als brave Tochter des Bürgermeisters von Chicago hätte ich niemals geglaubt, eines Tages angekettet in einem Kerker, neben meiner besten Freundin und meinem College-Flirt Nash, aufzuwachen. Der Grund dafür sind Die Söhne der russischen Mafia-Elite von Chicago, die meinen Vater bestrafen wollen, indem sie mich versklaven. Lew, Everett und Serafim sind die Knights, die über das Sanctuary herrschen – einem Ort, an dem korrupte Milliardäre sich ihre blutigsten Fantasien erfüllen können.
Sie bestrafen mich. Sie benutzen mich. Doch als ich vor eine unmögliche Aufgabe gestellt werde, wendet sich plötzlich das Blatt und nun bin ich es, die Macht über die Knights erlangt. Und tiefer in ihre Abgründe eintaucht, als jemals gut für mich wäre …
Eine junge Frau, die Tochter des Bürgermeisters von Chicago, wird von den Söhnen der russischen Mafia entführt und im sogenannten Sanctuary gefangen gehalten – einem grausamen Ort, an dem mächtige Männer ihre dunklen Fantasien ausleben. Dort herrschen die Knights Lew, Everett und Serafim, die sie quälen und benutzen, um ihren Vater zu bestrafen. Als sie jedoch vor eine scheinbar unlösbare Aufgabe gestellt wird, kehrt sich das Machtverhältnis um: Sie gewinnt Kontrolle über ihre Peiniger und gerät dabei immer tiefer in deren gefährliche Abgründe.
Dark Romance bleibt für mich ein schwieriges Genre. Gerade vor dem Hintergrund realer frauenverachtender Systeme fällt es mir schwer, Geschichten zu lesen, in denen solche Dynamiken romantisiert werden. Dennoch bin ich sicher, dass Leser*innen des Genres reflektiert genug sind, Fiktion einzuordnen.
Umso überraschter war ich, dass ich "Fear Us" nicht abbrechen wollte – im Gegenteil: Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen. Die Autorin schafft eine starke Sogwirkung, und spätestens zum Ende hin wurde es richtig spannend, sodass ich vermutlich auch zum zweiten Teil greifen werde.
Die drei Brüder sind erwartungsgemäß toxisch, wobei Lew sich früh von Everett und Serafim abhebt, die für mich anfangs schwer zu unterscheiden waren. Erst mit mehr Hintergrund wurden ihre Charaktere greifbarer. Besonders gelungen fand ich Mina als Protagonistin: Sie kennt ihre dunkle Seite schon lange und gewinnt im Verlauf der Geschichte zunehmend Macht über die Männer – ein Aspekt, der das Lesen für mich deutlich erträglicher und interessanter gemacht hat.
Das Genre bleibt problematisch, "Fear Us" ist aber überraschend fesselnd erzählt.
„Fear Us“ startet mit einer düsteren, vielversprechenden Prämisse: Das Sanctuary – ein abgeschotteter Ort, an dem die Söhne der russischen Mafia-Elite Chicagos ihre Machtspiele treiben und Frauen wie Ware versteigern. Die Idee hinter diesem Setting ist definitiv spannend und hat enormes Dark-Romance-Potenzial. Gerade das Konzept des Sanctuary als Sexhandelsring mit einem perfiden Punktesystem bringt eine moralisch sehr graue, beklemmende Atmosphäre mit sich, die im Genre durchaus reizvoll sein kann.
Allerdings bleibt es für mich leider mehr bei der Idee als bei der überzeugenden Umsetzung.
Die Geschichte wirkte insgesamt unausgereift und nicht wirklich rund. Statt einer tiefgehenden Handlung stand vor allem der Spice im Vordergrund und davon gibt es reichlich. Wer in erster Linie explizite Szenen sucht, kommt hier vermutlich auf seine Kosten. Mir persönlich fehlte jedoch die Balance zwischen Handlung und Erotik. Die Story geriet dadurch stellenweise in den Hintergrund und fühlte sich eher wie ein loses Gerüst an, das die nächsten Szenen miteinander verbindet.
Auch die Charaktere konnten mich nicht wirklich packen. Weder die Protagonistin noch die drei „Knights“ Lew, Everett und Serafim haben für mich genug Tiefe entwickelt. Ihre Motivationen, inneren Konflikte oder Entwicklungen bleiben oberflächlich. Vieles bedient bekannte Mafia- und Dark-Romance-Klischees, ohne ihnen neue Facetten hinzuzufügen. Dadurch fehlte mir das Besondere, das die Geschichte von anderen Genrevertretern abhebt.
Der Schreibstil wirkte stellenweise roh, fast wie eine sehr frühe Fassung, die noch Feinschliff gebraucht hätte. Emotionale Szenen hätten mehr Intensität vertragen, während andere Passagen sich etwas hastig oder wenig ausgearbeitet anfühlten.
Als erste Mafiastory war „Fear Us“ für mich leider kein gelungener Einstieg ins Genre. Trotzdem finde ich die Grundidee stark genug, um Mafia-Romance noch eine Chance mit einem anderen Buch zu geben. Das moralisch Graue, die Machtspiele und die düstere Atmosphäre sind Elemente, die grundsätzlich gut funktionieren können – hier hat mich lediglich die Umsetzung nicht überzeugt.
Fazit: Eine spannende Grundidee mit viel Dark-Vibe und sehr viel Spice, aber zu wenig Storytiefe, Charakterentwicklung und Feinschliff im Schreibstil. Für mich leider kein Highlight.
Fear us ist kein Roman, den man einfach liest – er ist ein Sturz in eine Welt, in der Moral keine Rolle spielt und Macht das einzige Gesetz ist. Die Regeln sind brutal, klar und unausweichlich, und schon nach wenigen Seiten spürt man das Gewicht der Ketten, die die Protagonistin gefangen halten. Die Atmosphäre ist so dunkel, dass sie fast greifbar wird: ein Ort, an dem reiche Monster ihre Fantasien ausleben und jeder Fehltritt tödlich sein kann. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird: In dieser Welt ist niemand unschuldig. Und manchmal ist die gefährlichste Figur nicht der Mann, der die Macht hat—sondern die Frau, die gelernt hat, sie zu nehmen🖤
🔥Fazit:Düster, provokant und absolut fesselnd. Fear us ist eine Dark Romance, die an den Nerven zerrt, Grenzen testet und den Leser mit einem Herzschlag zurücklässt, der viel zu laut für die Stille danach ist. Von mir gibt es 5/5⭐️