In ‘China en Rusland’ verhalen historici Sören Urbansky en Martin Wagner de vier eeuwen aan gedeelde geschiedenis van deze twee grootmachten.
Sören Urbansky en Martin Wagner reconstrueren het gelaagde verleden van de grootmachten China en Rusland, van het eerste officiële contact in 1618 tot China’s reactie op de grootschalige Russische invasie van Oekraïne in 2022. Terwijl ze elkaar op het wereldtoneel ‘goede vrienden’ noemen, blijven de geopolitieke belangen van deze twee landen met elkaar botsen. Geen twee grootmachten zijn zo nauw verbonden, en tegelijk zo verschillend. Deze complexe relatie vindt haar oorsprong in een eeuwenlange geschiedenis van afhankelijkheid en rivaliteit. ‘China en Rusland’ biedt een onmisbaar inzicht in een relatie die de internationale politiek van de komende decennia zal blijven vormgeven.
Sören Urbansky is a research fellow at the German Historical Institute in Washington, DC. He is the author of Kolonialer Wettstreit: Russland, China, Japan und die Ostchinesische Eisenbahn.
Spätestens mit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine ist die Frage nach der strategischen Tiefe der Chinesisch-Russischen Beziehungen zentral geworden. Handelt es sich tatsächlich um die von beiden Seiten proklamierte „grenzenlose Freundschaft“ oder muss diese eher als eine taktisch motivierte Kooperation ohne stabiles Fundament verstanden werden?
Die beiden Osteuropahistoriker Sören Urbansky & Martin Wagner gehen dieser Frage in „China und Russland. Kurze Geschichte einer langen Beziehung“, erschienen im Februar bei Suhrkamp, auf den Grund. Anhand von 12 historisch Ereignissen, beginnend mit den ersten diplomatischen Kontakten im frühen 17. Jahrhundert, zeichnen sie die wechselhaften Beziehungen zwischen den beiden Großmächte nach. Ihr Befund: Über weite Strecken war ihr Verhältnis nicht so innig, wie es heute den Anschein macht. Streitigkeiten über Grenzverläufe, Anti-Chinesische Pogr0men (Blagoweschtschensk 1900) oder der berühmt-berüchtigte „Zwischenfall am Ussuri“, welcher 1969 beinahe in einem Kr1eg zwischen den beiden Ländern mündete, bezeugen vielmehr, dass es um das Chinesisch-Russisch-Verhältnis phasenweise alles andere als gut bestellt war. Auch wenn manche Differenzen seitdem aus dem Weg geräumt werden konnten, so sind diese historisch allerdings nicht wirklich aufgearbeitet oder gar im Rahmen einer gemeinsamen Erinnerungspolitik (vergleichbar zu den Deutsch-Franz. Beziehungen) aufgelöst worden. Man wolle die gemeinsamen, taktischen Interessen nicht durch den schmerzhaften Blick in die Vergangenheit gefährden, so der Tenor der beiden Autoren. Hinzu kommen weiterhin strategisch unterschiedliche Sichtweise zu Fragen der zukünftigen Weltordnung sowie Interessengegensätze in Zentralasien.
„China und Russland“ war für mich ein lesenswerter read, weil es einen guten Überblick über ihre historische Beziehung bietet und weil ich die geopolitischen Einschätzungen der beiden Autoren weitgehend als zutreffend erachte. Persönlich hätte ich mir zwar auch eine noch detailliertere Darstellung gut vorstellen können aber auch mit den 270 Seiten wird man bereits gut informiert
Ein interessantes Buch, das aber dann schlussendlich nicht meine großen Erwartungen erfüllen konnte. Episodisch erzählt es von einem wenig beachteten, aber geopolitisch bedeutsamen Themenbereich, nämlich der Geschichte der Beziehungen zwischen China und Russland. Dabei vernachlässigt es nicht die Geschichte zwischen diesen episodischen Berührungspunkten, und man nimmt einiges mit über die innere Entwicklung dieser Stadten. Dabei bleibt es aber häufig oberflächlich und ich hätte vorallem die Entwicklung der Sowjetunion und der Volksrepublik bezüglich ihres Staatsaufbaus und der Veränderung ihrer Ideologie gerne genauer betrachtet. Auch leidet das Buch an einer, für mich, etwas hölzernen Sprache, die weit von historischen Meistern eines Winkler, Wehler oder auch Nipperdey entfernt ist. Ich fand also das Buch spannend nicht wegen der Ausdrucksweise, sondern trotz dieser. Auch die abschliessenden Worte am Ende jedes Kapitels wiederholten sich, wie auch andere Bemerkungen, was mich irgendwann etwas nervte. Trotzdem ein spannendes Buch, was ich gerne gelesen habe und empfehlen kann, auch wenn ich glaube, dass es sicherlich nochmal tiefergehende Werke zu den beiden Staaten an sich gibt, jedoch wenige die sich speziell der Beziehung zueinander widmen.