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Vor den Vätern sterben die Söhne (Rotbuch)

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"Vor den Vätern sterben die Söhne", ist Thomas Braschs bekanntestes Buch, das mit seinem Erscheinen 1977 sofort auf den Bestsellerlisten landete. Es zeigt in Prosa-Miniaturen den Alltag der DDR aus der Perspektive verzweifelter Loyalität. Ein Buch der existentiellen und politischen Revolte, der gefühlskalten Realität, dessen Wirkung durch einen trockenen, nüchternen Ton unterstrichen wird. Ein Buch von auswegloser Unbedingtheit eines jungen Mannes.

144 pages, Kindle Edition

First published January 1, 1977

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About the author

Thomas Brasch

40 books6 followers
Thomas Brasch (1945 - 2001) was a German author, dramatist, screenwriter, director, and poet.

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11 (7%)
1 star
3 (1%)
Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Thorge.
41 reviews1 follower
February 28, 2022
Über uns schließt sich ein Himmel aus Stahl und Nichts passiert >>>>>>
Profile Image for Felix Anton.
9 reviews
November 28, 2025
Ein tolles Buch! Aus einem vergangenen Land und aus einer anderen Zeit. Aber das Thema des Menschen in der modernen Industriegesellschaft ist und bleibt aktuell.
Profile Image for martin.
551 reviews16 followers
April 6, 2020
First, the title intrigued me as it is ambiguous - possibly meaning either The Sons Die in Front of the Fathers, or The Sons Die before the Fathers.
Then Brasch’s own personal history was interesting too - growing up and writing in the GDR before becoming one of the artists and intellectuals who left rather uncomfortably for the West after the expulsion of dissident singer Wolf Biermann.

The book is short but was not a simple read, even if it was certainly fascinating. In fact I may return to it and re-read it as I do feel I have missed so much on this first reading.
The kindle edition has no foreword or Nachwort and there are few reviews on the web, so I started off under the impression I was reading a short unitary novel. After getting more and more confused I realised that it is better pigeon-holed for my understanding as a collection of three loosely connected short stories, within which are further allegorical stories or perhaps dreams which contrast markedly from the almost brutalist DDR-Alltag of the main text.
In fact it’s probably easier to read the 3 parts as if there are no links between them at all. I somehow doubt that that’s what Brasch intended though.

The book was published just after Brasch arrived in the West. It’s therefore likely to have been strongly influenced by his own personal disenchantment (shared by many of his contemporaries) that the real day to day life of the GDR had failed to live up to the great ideals and hopes of their parents’ generation. This is a book about dealing with petty bureaucracy, empty slogans and restrictive rules instead of visionary ideals and positive change. Brasch exemplifies this well in the conversation between the now-lonely and unloved elderly hero of the Spanish civil war and the disillusioned young man waiting a few hours before meeting a friend and attempting to cross the border illegally.

This is not in any way a book praising western liberal democracy or capitalism, it’s more a lament, regretting the failure of the GDR to be meaningful, to live up to its great ideals. As such it’s a fascinating piece of modern German literature
Profile Image for Frank.
594 reviews124 followers
October 4, 2024
In der DDR habe ich von Brasch keine Kenntnis genommen, danach war mir Literatur dieser Art wie auch "Wendeliteratur" unwillkommen. Es gab andere Probleme und anderes zu entdecken und zu lesen. Vielleicht hieß es auch ein bisschen Abstand gewinnen. Als ich allerdings das schmale Bändchen auf dem Müll liegen sah, konnte ich nicht anders, als es an mich zu nehmen und nun auch zu lesen. Es hat sich auf jeden Fall (bis auf das Nachwort) gelohnt.

Interessant ist der stilistische Reichtum der hier versammelten Erzählungen, die ich zunächst gar nicht als Einzeltexte wahrgenommen hatte. Wenigstens die ersten Texte lesen sich wie einander erhellende Kommentare zum Thema Republikflucht und auch ein bisschen als eine Befindlichkeits- Beschreibung unangepasster Jugend in der DDR. Dabei kommen die Beschreibungen selbst des Verhörs durch die Stasi ohne den sonst üblichen Schaum vorm Mund daher, womit sich Brasch als ein Autor erweist, der - hierin Plenzdorf verwandt - nach Allgemeingültigem strebt. Die DDR ist nur der Erfahrungshintergrund, aber nicht das eigentliche Thema der Texte. Die Eskapaden der eine Dreierbeziehung eingehenden Jugendlichen am Ostsee- Strand könnte auch "on the road" in den USA spielen. Allerdings etwas zeitversetzt- das schon. ;-)

War das noch konventionell erzählt, wandelt sich der Ton mit "Wer redet schon gern von einem Untergang". Man fühlt sich an Brecht oder H. Müller erinnert: Knappe und präzise Sprache, die benennt und nicht beschreibt und von daher auslassen kann, worauf sich die Anspielungen genau beziehen. Für mich der Höhepunkt des schmalen Bändchens. Gegen Ende kommen dann doch Dinge zur Sprache, die so nur im Sozialismus stattfinden konnten. Stilistisch passt das, insofern das Absurde hier bereits im Gegenstand angelegt ist (der für Neurerwesen zuständige Mitarbeiter bezahlt "Neurer" dafür, dass sie seine Ideen als die ihren ausgeben). Aber auch hier löst sich der Knoten durch einen Fehltritt und mithin eine Frauengeschichte, die sonst wo auf der Welt spielen könnte. Das ist gelungen. Weniger überzeugt hat mich "Mit sozialistischem Gruß".

Braschs Figuren wissen, wogegen sie sind. Ablehnung der Knechtung durch Arbeit ist eine besondere Spielart von Freiheitsstreben, die nicht auf den verblichenen Sozialismus beschränkt ist. Freiheit ist Freizeit! Aber eben nicht nur. Hier bleibt eine Leerstelle, die nicht gefüllt werden kann. Insofern schreibt dann doch ein Dissident, der wohl den Dissens benennen, aber keinen Ausblick geben kann. Diese Hoffnungslosigkeit mag damals, als der Autor in den Westen ging, Größe, weil stimmige Ahnung gewesen sein; heute ist sie mir ein bisschen zu wenig. Aber davon ab liefern die Texte ein kleines Glanzstück Literatur. Gut, dass ich mich des Fundstücks angenommen habe.
Profile Image for Oliver Heldt.
88 reviews
October 29, 2025
Ich bin zufällig über ein Gedicht auf Thomas Brasch gestoßen – und habe dann Vor den Vätern sterben die Söhne gelesen. Eigentlich ein Buch, das man, wenn man wie ich 1971 geboren ist und die beiden deutschen Staaten noch bewusst erlebt hat, längst kennen sollte. Keine leichte Lektüre, aber ein echtes Zeitdokument, das seinen Platz im Regal verdient. Was mich besonders getroffen hat, war dieser Satz: „Ich bin aus dem Land, das mich nicht wollte, in ein Land gekommen, das ich nicht wollte.“ Brasch selbst war ein zerrissener Mensch: Sohn jüdischer Kommunisten, die nach dem Krieg in die DDR zurückkehrten, wuchs er zwischen Hoffnung und Kontrolle auf. Er rebellierte gegen den Staat seines Vaters, landete im Gefängnis, durfte nicht mehr schreiben – und ging schließlich in den Westen, wo er mit Gedichten und Filmen berühmt wurde. Doch richtig angekommen ist er nie. Seine Texte sind voller Widersprüche, Härte, Poesie und Sehnsucht nach Freiheit. Vor den Vätern sterben die Söhne ist nicht einfach zu lesen, aber man spürt jede Zeile – und versteht, wie sehr dieser Mann zwischen zwei Systemen und zwei Generationen gefangen war.
Profile Image for Patrick.
Author 1 book5 followers
January 29, 2025
Ich glaub man muß sagen daß es objektiv kein schlechtes Buch ist, aber bei der Lektüre mußte ich die ganze Zeit Rebell to Oberstudienrat pipeline denken
Displaying 1 - 11 of 11 reviews

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