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Im vierten Band der preisgekrönten Thriller-Reihe wird dem ehemaligen Profiler Ted Garner alles abverlangt. Ein grausamer Mord an einer -jungen Familie holt ihn ein letztes Mal zurück in den Dienst. Die Spur des Täters führt tief in die Wildnis -Kanadas und in die Reservate der First Nations. -Garner, getrieben von übersteigertem Ehrgeiz und Vorurteilen, ist schnell überzeugt, den Schuldigen in einem jungen Indigenen gefunden zu haben, der erst kürzlich aus der Haft entlassen wurde. Doch als er bei weiteren Ermittlungen auf die Unterstützung der Stammespolizei angewiesen ist, wird ihm klar, dass viel mehr hinter dem Fall steckt. In der eisigen Natur des kanadischen Nordens gerät Garner in einen erbarmungslosen Kampf auf Leben und Tod.

Ein hochaktueller Thriller über Verschwörungsmythen, Endzeitparanoia und was sie mit einer Gesellschaft machen können.

328 pages, Kindle Edition

Published February 4, 2026

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Frauke Buchholz

5 books3 followers

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for MsWatson.
151 reviews2 followers
February 4, 2026
Mit „Endzeit“ bringt Frauke Buchholz nun den vierten Band der Thriller-Reihe um den ehemaligen Profiler Ted Garner heraus in der noch mal alles zusammenkommt, wofür diese Bücher stehen: psychologische Spannung, gesellschaftliche Reibungsflächen und eine wahnsinnig starke Kulisse, die nicht nur Umgebung für die handelnden Personen ist, sondern einem wahrlich in die Glieder fährt.
Wichtig gleich vorab: Man kann den Roman auch sehr gut als eigenständige Geschichte lesen und braucht nicht unbedingt alle drei Vorgänger, um in die Story reinzukommen. Das macht die Autorin wirklich wunderbar!

Jetzt ganz grob, worum es geht. Ich konzentriere mich hier mal auf den absoluten Kern der Geschichte - der Fall selbst ist deutlich komplexer:
Die Geschichte hier geht gleich mal mit einem wirklich heftigen Verbrechen los: In einem abgelegenen Haus werden eine Mutter und ihre beiden Kinder ermordet aufgefunden, der Vater und das dritte Kind sind spurlos verschwunden. Und “ermordet” ist hier definitiv ein Euphemismus. Abgeschlachtet würde dann wohl besser passen und sofort ist man mitten im Geschehen drin. Der Psychologe und Profiler Garner – die Hauptfigur – wird überredet, noch ein letztes Mal der Polizei mit seinen Diensten zu helfen. Zu diesem Zeitpunkt sind alle überzeugt davon, den Täter schnell identifizieren zu können. Doch je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto deutlicher wird, dass dieser Fall deutlich komplexer ist und sich definitiv nicht in herkömmliche Muster fügen wird.

Die Spur führt Garner tief in die kanadische Wildnis und in die Lebensrealitäten der First Nations. Dort arbeitet er eng mit der Stammespolizei zusammen und muss sich auf andere Formen von Wissen, Erfahrung und Perspektive einlassen. Diese Zusammenarbeit ist nicht nur eine praktische Erfordernis, um den Fall zu lösen, sondern wird zum zentralen Spannungsfeld des Romans. Buchholz zeigt sehr klar, wie schnell Vorurteile greifen – auch bei jemandem, der beruflich geschult ist, menschliches Verhalten zu analysieren.

Die Wildnis spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie ist kein dekorativer Hintergrund, sondern ein zentraler Teil der Erzählung. Kälte, Abgeschiedenheit und Weite verstärken zum einen das Gefühl von Bedrohung und Orientierungslosigkeit und gleichzeitig ist Garner absolut hilflos in dieser Umgebung und muss sich auf die Menschen einlassen, denen er durchaus mit Vorurteilen begegnet(e). Die Natur wird auf eine faszinierende Art zum Prüfstein und zum verbindenden Element zugleich. Buchholz nutzt diesen Raum, um klassische Thriller-Elemente mit existenziellen Fragen zu verknüpfen und das fand ich ganz ausgezeichnet gemacht!

Thematisch geht „Endzeit“ über die reine Kriminalhandlung hinaus. Der Roman greift Fragen nach Verschwörungsdenken, Endzeitfantasien und gesellschaftlicher Spaltung auf und zeigt ganz deutlich, wie gefährlich einfache Schuldzuweisungen bzw. vermeintlich einfache Erklärungen in komplexen Situationen sind. Rassismus, Misstrauen und kollektive Projektionen, wie wir sie ja nun täglich erleben, wenn wir die Nachrichten einschalten oder die Zeitungen aufschlagen, sind hier auch zentrale Themen, die Ermittlungen verzerren und die Leben der handelnden Personen ziemlich stark beeinflussen. Was ich hier richtig beeindruckend fand, ist, dass Buchholz diese Themen nicht instrumentalisiert, sondern sie einfach als Fakt mit der Geschichte mitlaufen lässt. Es sind eben die Lebensrealitäten der handelnden Personen, sie werden nicht kommentiert oder eingeordnet. Jede:r darf sich selbst ein Bild machen und einfühlen, was das mit einem macht und wie man dann auf die verschiedenen Personen reagiert. Das macht es beim Lesen noch viel krasser. Die Bezüge zu Ereignissen unserer jüngsten Vergangenheit unterstreichen das Ganze noch einmal.

Auch Ted Garner selbst steht vor einem Wendepunkt. Als Figur ist er spürbar gezeichnet von den Erfahrungen der vorherigen Bände, und „Endzeit“ konfrontiert ihn mit den Grenzen seiner Methoden und Überzeugungen. Seine Entwicklung im Buch fand ich besonders spannend und wie er sich dann am Ende entwickelt hat, hat mich mit ihm auch sehr versöhnt. Zwischenzeitlich fand ich ihn tatsächlich unausstehlich, was manchmal das Weiterlesen echt schwer gemacht hat. Umso mehr zeigt das, wie gut Frauke Buchholz Figuren zeichnen kann.

„Endzeit“ war für mich an einigen Stellen mehr Gesellschaftsstudie als klassischer Thriller. Meines Erachtens ist das auch die wirkliche Besonderheit dieses Stückes. Der Roman verbindet nämlich eine durchaus psychologische Spannung mit gesellschaftlicher Reflexion und spitzt kontinuierlich die Fragen nach Schuld, Wahrnehmung und Verantwortung zu. Das Buch bringt daher aber eben auch eine ganze Menge Ernsthaftigkeit mit, mit der man unweigerlich beim Lesen konfrontiert wird. Wer also gern auch mal reflektiert und dennoch gut unterhalten werden möchte, ist hier absolut richtig! Wer eher auf Action setzt und gern einen spannenden “boom-&-bäng”-Thriller lesen mag, der wird hier nicht fündig werden.
Profile Image for Detlef.
340 reviews4 followers
February 14, 2026
Jetzt erschien mit »Endzeit« der dritte Kanada-Krimi von Frauke Buchholz, der sich wieder um die Thematik der indigenen Bevölkerung und zusätzlich um das gesellschaftliche Chaos der momentanen Zeit bemüht. Weitere Fälle für den Profiler Ted Garner, der offiziell nicht mehr für die kanadische Polizei arbeitet.

Ted Garner, einer der erfolgreichsten Profiler der Royal Canadian Mountain Police (RCMP) hat sich suspendieren lassen und arbeitet als Psychotherapeut. Er selbst bezweifelt, dass er gut darin ist. Seine Sitzungen mit Patienten geben ihm anscheinend recht.

Während er privat in alten, nicht zufriedenstellend gelösten Fällen steckt und er es daraufhin mit einer sehr unschönen Drohung und Machtdemonstration seitens der Mafia zu tun bekommt, wird er von seinem ehemaligen Chef bei der RCMP um Hilfe gebeten. Eine Mutter und zwei ihrer Kinder sind bestialisch mit einer Axt ermordet worden. Ihr Ehemann und der kleinste Sohn Felix sind offenbar mit dem Leben davongekommen, wurden aber entführt. Der Großvater der Kinder ist ein steinreicher Unternehmer und hängt ausschließlich an seinem Enkel Felix, den er unbedingt zurück haben möchte. Sein Sohn Peter und Onkel der KInder will ihm helfen, schaltet aber entgegen den Regeln der Entführer die Polizei ein.

Ted Garner betreut Peter als Psychologe und erläutert die Möglichkeit einer Geldübergabe, die in einem Wildpark stattfinden soll. Doch die Entführer haben vorgesorgt.

In diesem neuen Roman verzichtet Frauke Buchholz auf mehrere parallele Stränge. In „Endzeit“ geht es vor allem um die Befreiung des entführten Enkels. Selbst Morde hängen scheinbar irgendwie mit dieser Entführung zusammen. Der Täter ist dann schließlich doch eine Überraschung. Seine Motivation erstaunlich, obwohl auf diese in mehreren Kapiteln immer wieder hingewiesen wird.

Auch in ihrem aktuellen Roman vermittelt Frauke Buchholz den Lesern kompetent ausführliche Einblicke in die Behandlung der Ureinwohner sowie deren Traditionen und Emotionen innerhalb der gegenwärtigen kanadischen Gesellschaft. Die Natur Kanadas spielt ebenfalls eine zentrale Rolle und wird lebendig beschrieben. Diese eindrucksvollen Landschaften verstärken die emotionale Tiefe der Handlung. Letztlich führt die Suche nach dem Enkel zu unerwarteten Erkenntnissen über Identität und Zugehörigkeit.

Die Figuren in Frauke Buchholz‘ Roman sind glaubwürdig und detailliert gestaltet. Ihre Beweggründe und Überlegungen sind nachvollziehbar und erhöhen die Glaubwürdigkeit der Erzählung. Die Autorin versteht es, die Spannung durchgehend zu steigern und den Leser bis zum Ende zu fesseln. Das Thema der indigenen Völker Kanadas wird einfühlsam behandelt und regt zum Nachdenken über Fragestellungen zur heutigen Gesellschaft in Zeiten eines Donald Trump an.

Die sehr langen Absätze, die sich teilweise über mehrere Seiten ziehen, haben mir jedoch nicht gefallen. Den Lesern wird keine Gelegenheit zur Pause gegeben. Dadurch werden viele Abschnitte schwer lesbar und es besteht die Gefahr, dass diese Stellen überblättert werden, was bedauerlich wäre.

Ich kann den Krimi nur empfehlen, denn er ist nicht nur aufregend, sondern behandelt auch ein Thema, das mir persönlich sehr am Herzen liegt und sehr interessiert. Und er zeigt, wie aus Wahnsinn Wirklichkeit werden kann. Also, nicht zögern, zugreifen und lesen!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026
Profile Image for Buchdoktor.
2,389 reviews193 followers
Review of advance copy received from Netgalley
February 3, 2026
Ted Garner hat seinen Posten als Profiler der Royal Canadian Police notgedrungen aufgegeben und arbeitet inzwischen als Psychotherapeut. Warum er seinen Beruf an den Nagel hängte, erschließt sich aus Prolog und Epilog. Da sich die Krisen seiner mittelalten Klienten endlos zu wiederholen scheinen, nimmt Garner das Angebot gern an, ein letztes Mal für seinen Ex-Chef Walker ein Täterprofil zu erstellen. Der Mord an einer jungen Mutter und zwei ihrer Kinder in Moose Jaw/Saskatchewan ähnelt fatal der Tötungsweise eines jugendlichen Indigenen, der erst vor kurzem aus der Haft entlassen wurde. Da der Ehemann und das jüngste Kind seit der Tat verschwunden sind, schließen die Ermittler Entführung/Erpressung nicht aus und wünschen einen Psychologen im Team. Garners Recherche führt ihn u. a. zum einzigen forensischen Strafvollzug der Provinz nach North Battlefort, wo eine Ex-Kommilitonin aus dem Psychologie-Studium inzwischen arbeitet. Ein strategisch günstig gelegener Wildpark als weiterer Schauplatz stößt Garner zwar direkt auf die Talente seiner Zielperson(en), doch seine eigene stereotype Denkweise steht ihm lange im Weg. Der Profiler beißt sich lange an der reinen Etikettierung der möglichen Täterperson fest, anstatt zu lesen, wie sie sich in einem dünn besiedelten Ökosystem fortbewegt. Alles, was du perfekt beherrschst, kann dich verraten, gilt hier offenbar. Erst durch Zusammenarbeit mit der Stammespolizei im nahenden Schneesturm realisiert Garner seine eigene stereotype Denkweise als Schwäche.

Fazit
Über Ted Garners Traumatisierung und seine weitere Karriere ist offenbar noch nicht das letzte Wort gesprochen. Seine Jagd nach einem Täter mit ungewöhnlicher Begabung führt den Ex-Profiler in eine Region mit mehreren Reservaten Indigener. Garner sieht sich dabei mit rassistischen Strukturen und stereotyper Denkweise innerhalb der Polizei konfrontiert. Obwohl der Klappentext m. A. zu viel verrät, habe ich mich in „Endzeit“ gern von der Tätersuche im winterlichen kanadischen Norden fesseln lassen.
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