Ripper’s Daughters beginnt im London des Jahres 1904. Die Reporterin Beth und Lady Cassandra sind – ohne es zu wissen – die Töchter von Jack the Ripper. Und es gibt überraschenderweise weitere Halbschwestern. Alle besitzen übersinnliche Fähigkeiten, aber sie zahlen dafür einen hohen Preis. Gemeinsam kommen sie einer unglaublichen Verschwörung auf die Spur, und bald sind sämtliche ihrer Fertigkeiten gefragt, um zu überleben.
In der Gegenwart erfährt die junge Hamburgerin Ella von ihrer besonderen Herkunft und soll eine seltsame Ausbildung bei ihrer Tante durchlaufen. Während Ella nach und nach das Geheimnis ihres Ahnen entschlüsselt, muss sie eine Katastrophe aufhalten – eine immense Aufgabe, an der Jack the Ripper im Jahr 1888 scheiterte.
Überraschender Weise hat mir dieses Buch besser gefallen gedacht.
Ich lese normalerweise keine deutschsprachigen Bücher, aber bei einem Trip in die Buchhandlung mit einer Freundin habe ich dies Buch entdeckt und wir haben es uns geholt.
Allem in allem was es in gutes spannendes Buch, ganz anders als alles was ich bisher gelesen habe aber im positiven Sinne. Was mir besonders gut gefallen hat, ist das die Geschichte auch über mehrere Jahre in Weg erzählt wurde, also das auch stimmen aus der Vergangenheit zum sprechen kamen. Die Charaktere waren auch alle ganz spannend, die Mehrheit der Charaktere waren Frauen und ich muss sagen, obwohl sie von einem Mann geschrieben sind ist das nicht so sehr aufgefallen, finde ich. Außer, dass gefühlt 500 erwähnt wurde, dass das Corsett zu eng ist. Aber im Vergleich zu einem Romance Buch war man auch nicht so sehr im Geschehen drinnen. Also man hat nicht die Gefühle und Gedanken der Charaktere mit gefühlt, es war 3rd Person perspektive.
Und trotzdem gab es einige Dinge die mir nicht so gut gefallen haben: Zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass der Kolonialismus im Zusammenhang mit dem britisch Empire ein wenig untergegangen ist, ich fand es sehr einseitig und unrefelktiert erzählt. Das hatte sich dann irgendwann am Ende des ersten Buches bzw. Anfang des zweiten ein wenig verbessert mit der Vorstellung eines indischen Charakters. Allgemein, hat es mich genervt, dass es gerade das British Empire ist, dass gerettet werden muss oder das Commonwealth. Ich hatte jetzt keine Wissenschaftliche Arbeit dazu erwartet, aber an manchen stellen mehr Reflektion. Darüber hinaus fand ich manche Formulierungen, wenn es um nicht weiße Menschen ging ein wenig unpassend. Es war nicht unbedingt rassistisch, aber manche Aussagen hatten einen bitteren Beigeschmack. Zum Beispiel die ständige Zuschreibung, dass ein Ägyptischer Charakter "orientalisch" ist bzw. orientalische Speisen zu bereitet. Das ist insofern problematisch, da dieser Begriff nichts sagend ist, was ist mit "orientalisch" gemeint, es beschreibt einfach nur die Länder die östlich von Europa sind. Es ist ignorant so viele Länder die in Süd- und Westasien liegen und zum Teil auch sehr unterschiedlich sind so unter einen Hut zu packen. Man müsste sich wohl mehr mit diesem Thema und allgemein Begrifflichkeiten auseinandersetzen, um das schöner zu schreiben. Was mir auch nicht so gut gefallen hat, ist das ich am Ende jedes Buches und des Gesamtwerkes immer noch das Gefühl hatte, dass es offene Enden gab. Was ist aus Dagda und den Santa Muerte geworden? Die Werwölfe und Dara, die Köchin, die Hexe, die Benson das Leben gerettet hatte, was ist mit den Kräften von Henry, und ist der Vater der Urahninnen wirklich gestorben und haben sie sich jemals wieder gesehen? Lebt Ernest? Hatt er sich wirklich dem Bösen angeschlossen? Das so viele ties nicht getied wurden am Ende hat mich schon genervt. Denn ich finde, dass die Geschichte an sich schon ein gutes Ende gefunden hat, auch wenn ich das Ende irgendwie einwenig unspektulär fand. Ich hatte mehr erwartet vomEnde.
Nichts desto trotz, fand ich das Buch gut. Die Jagden auf die Dämonen war spanned und es war interessant in diese Welt einzutauchen.
Nebel über London, Kopfsteinpflaster, düstere Gassen und mittendrin ein Name, der sofort Gänsehaut verursacht. Jack the Ripper. Und dann kommt Markus Heitz um die Ecke und denkt sich einfach mal: Was wäre, wenn dieser Mann Töchter hatte? Töchter mit Fähigkeiten, die alles andere als normal sind. Genau hier beginnt der wilde Ritt.
Die Geschichte springt zwischen dem London von 1904 und der Gegenwart hin und her. Reporterin Beth und Lady Cassandra entdecken Stück für Stück, dass sie mehr verbindet als nur ein schockierendes Familiengeheimnis. Währenddessen stolpert in Hamburg die junge Ella in eine Wahrheit hinein, die ihr Leben komplett auf links dreht. Familiengeschichte kann kompliziert sein. Aber wenn dein Vorfahre Jack the Ripper ist, wird es schnell… sagen wir mal… eskalierend.
Was Markus Heitz hier auffährt, fühlt sich an wie eine Mischung aus viktorianischem Mysterykrimi, düsterer Urban Fantasy und einer Prise Verschwörungsthriller. Die Atmosphäre ist herrlich finster. London wirkt lebendig, dreckig und geheimnisvoll, genau so wie man es sich wünscht. Man merkt schnell, dass hier jemand schreibt, der Spaß daran hat, mit historischen Mythen zu spielen.
Besonders stark fand ich die Idee mit den übersinnlichen Fähigkeiten der Schwestern. Jede Fähigkeit hat ihren Preis und genau das macht die Sache spannend. Keine Superhelden, sondern Figuren, die mit ihren Kräften genauso kämpfen wie mit ihrer Herkunft.
Und dann dieser Gedanke, der einem immer wieder im Kopf herumspukt: Vielleicht hat Jack the Ripper damals gar nicht aus purem Wahnsinn gemordet. Vielleicht steckte etwas viel Größeres dahinter.
Unterm Strich ist Ripper's Daughters eine herrlich düstere, kreative und manchmal ziemlich abgefahrene Reise durch Geschichte, Geheimnisse und eine verdammt ungewöhnliche Familie. Genau die Art von Buch, bei der man nach ein paar Seiten merkt, dass der Abend wohl länger wird als geplant.
Fast zwei Wochen cosy Lesezeit hat mich das Buch jetzt in seinen Bann gezogen. Man merkt, dass es ursprünglich als Hörbuchserie angelegt war, es hatte definitiv diesen Serienvibe, als würde man bei Netflix immer wieder auf Nächste Folge klicken, weil der Sog einfach so riesig war. Ich glaube, das lag an den zahlreichen Mini-Quests, eingebettet in die Rahmenhandlung. Auf fast 1000 Seiten haben wir in dieser Ausgabe alle 3 Bände in einem, sodass man nach den Cliffhangern immer direkt weiterlesen konnte ♡ In der Zeitebene um 1904-1917 geht es um die Töchter von Jack the Ripper, die allesamt mit besonderen Gästen zur Bekämpfung eines Urdämons und dessen 40 Nachkommen ausgestattet wurden. Cassandras Linie kann Geister steuern, Elsie ist Giftmischerin, Tildas Linie kommuniziert mental mit Tieren, Beth wandelt in den Schatten und Benisha kann Krankheiten heilen oder beschleunigen. Den Halbschwestern bin ich wahnsinnig gern gefolgt, die T0de und Plottwists kamen unerwartet. Zunächst folgen wir Beth als Reporterin, die nichts von ihrer Herkunft ahnt, aber über die Ungerechtigkeit der fehlenden Gleichberechtigung von Frauen zu dieser Zeit aufklärt und spannende Zeitungsartikel über Jack the Ripper zu schreiben versucht. Eine Interpretation der M0rde wie in diesem Buch habe ich noch nie gelesen, absolut spannend gemacht! Nach und nach hat sich immer mehr herauskristallisiert, was wirklich hinter den Identitäten, dem Erbe und den Aufträgen der Dämonen steckt - aber das würde spoilern. Es hat sich wie eine Zwiebel geschält, immer tiefere Ebenen kamen dazu, unglaublich spannend gemacht! In der Gegenwart erleben wir Ella als Nachfahrin einer der Töchter, die von einer anderen, Lady Grace, ausgebildet werden soll. Diese Szenen sind durchweg actionreich - trotz der Seitendichte entstanden zu keinem Zeitpunkt Längen. Jede einzelne Haupt- und Nebenfigur war individuell und authentisch angelegt und ist mit auf ihre Art ans Herz gewachsen. Auch das moralische Dilemma der M0rde und der diverse Umgang damit war gut umgesetzt. Besonders hat mir gefallen, dass aus so vielen verschiedenen Perspektiven erzählt wurde, sodass das Worldbuilding permanent gewachsen ist. Das Ende war rund und ließ keine Fragen offen. Das Lesen hat richtig Spaß gemacht, ich habe schon lange nicht mehr so fesselnde und atmosphärische Fantasy mit Serienvibe gelesen. Es war einfach bis ins kleinste Detail perfekt durchdacht ♡
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