"In München möchte man nicht tot überm Zaun hängen?" - Das muss man auch Die Stadt hat 29 Friedhöfe mit etwa 200 000 "Liegeplätzen" und ähnlich vielen Geschichten. Wussten Sie zum Beispiel, wie der alte Südfriedhof vom Leichenacker für Pestopfer zum Schmetterlingsparadies wurde? Oder wieso der Nordfriedhof Thomas Mann an Venedig denken ließ? Michael Kubitza erzählt die Geschichte der Münchner Friedhöfe von den Anfängen der Stadt bis heute, lädt zum Friedhofsbesuch ein und nähert sich ganz nebenbei dem sehr speziellen Verhältnis der Münchner zum Tod.
Der Tod gehört zum Leben - sagt man und verdrängt diese Tatsche gleich auch wieder. Um so bemerkenswerter ist dieses Büchlein mit Friedhofsgeschichte und Friedhofsgeschichten aus acht Jahrhunderten von Muchael Kubitza. Höchst anschaulich beleuchtet der Autor die Münchner Stadt- und Sozialgeschichte quasi vom Ende her und ermöglicht dem Leser damit viele überraschende Einblicke. Dabei gelingt es ihm durch den sehr angenehmen und niemals überzogenen Plauderton, dem an und für sich düsteren Thema den Schrecken zu nehmen. Vielmer macht das Büchlein Lust auf Stadterkundungen der besonderen Art, nämlich von Friedhof zu Friedhof. Absolut empfehlenswert!