Nach dem Erfolg von »Angstspiel« ein neuer brillant erzählter Psychothriller von Birgit Schlieper
Zoe braucht die Gemeinheiten. Wenn ihr Kopf dröhnt vor Schuldgefühlen, dann teilt sie aus: Bringt Kinder in gefährliche Situationen und weidet sich an blutenden Nasen. Zerstört Ehen mit anonymen Anrufen. Doch dann lernt sie jemanden kennen, der noch viel tougher ist als sie: Carl. Dieser neue Mitschüler hält die wahren Herausforderungen parat. Und Zoe macht mit. Sie will ihm gefallen – ihm ebenbürtig sein. Aber erst als Zoes Leben auseinanderfällt – ihre Eltern, ihre Freundinnen sowie ihr bester Kumpel sich von ihr abwenden – merkt Zoe, dass Carl nie daran gedacht hat, ihr Freund zu sein. Carl will sie benutzen. Und er geht über Leichen ...
If I have to read another damn chapter about Ms no personality and mr entitled jerk talking about how everyone is a mindless sheep I'm going to die. Next up they'll discuss how no one except them "gets" Banksy.
Die Protagonistin Zoe war zeitweise natürlich ziemlich grausam, doch irgendwie mochte ich sie auch und fühlte mit ihr mit. Das Thema des Buches fand ich sehr originell und gewagt, vor allem psychologisch sehr interessant. Spannung kam nicht wirklich auf, doch das Buch ließ sich dennoch flüssig lesen, was unter anderem an der mysteriösen Figur des Carl lag. Der Klappentext verrät für meinen Geschmack etwas zu viel, denn dass Carl Zoe nur für seine Zwecke nutzt, kristallisiert sich erst ziemlich am Ende des Buches heraus. Dadurch, dass es schon vorher bekannt war, fragt man sich nie, ob Carl vielleicht wirklich nur gute Absichten hat. Außerdem hätte ich mir auch gewünscht, dass nicht schon verraten wird, dass Zoes Leben zerbricht, denn das passiert auch erst nach ungefähr der Hälfte. (SPOILER) Wie Zoe sich auf Carls Befehl hin bei ihrer Lehrerin einschleimte und anschließend die Fotos von Carl und der Lehrerin schoss, gefiel mir besonders, doch die Situation wurde für mich nicht besonders gut aufgelöst. Zoe hatte sich im Vorfeld die wildesten Dinge vorgestellt, zum Beispiel, dass Carl die Lehrerin geschlagen hatte, weil sie auf die Erpressung nicht eingehen wollte, doch am Ende war sie nur bei ihrer Freundin gewesen, weswegen ihre Wohnung so verlassen gewesen war. Und der Showdown sollte dann sein, dass Carl Zoe zu Boden stieß, weil sie die Bilder zerstören wollte. An der Stelle hätte ich mir einfach etwas Spannenderes gewünscht. (SPOILER ENDE) Das Ende war dann allerdings sehr schön.
Ein packender Einstieg, der lange nicht loslässt. Die Spannung bleibt, auch wenn sie mbMn am Ende zu schnell abflaut. Angenehm ist der Tonfall, der Probleme und Lebenswelt eines Teenagers ernst nimmt, ohne sich anzubiedern oder von oben herab zu moralisieren. Die Protagonistin ist stark und gleichzeitig zerbrechlich, man möchte sie beschützen und gleichzeitig wachrütteln.