Eine Frau konserviert über Jahrzehnte alle ihre Lebensmittel, ohne sie jemals zu essen.
Im Ferienlager wachsen Perlen in Kindermündern.
Eine Tochter spinnt ihren Vater in einen Kokon aus Haaren ein.
Bei Ellika Lagerlöf wird das Groteske zur Normalität. Ihre Erzählungen haben alle den menschlichen Körper zum Gegenstand – seine Funktionen, Formen, Sekrete und Potenziale. Mit radikaler Fantasie sprengt sie die Logik und die Grenzen des Vorstellbaren, treibt ihre Plots an die roten Linien, die das sprachlich Ästhetische vom Ekligen trennen und einen Lesesog auslösen, dem man sich nicht entziehen kann. Ein gefeiertes Debüt aus Schweden, das verstört, fasziniert und lange nachhallt.
„Body“ von Ellika Lagerlöf ist kein Buch, das man einfach „wegliest“.
Die Sammlung wirft einen immer wieder in bizarre, verstörende und oft auch eklige Situationen, bei denen man sich regelmäßig fragt: Was zur Hölle lese ich hier eigentlich? Genau dieses Gefühl scheint aber auch Teil des Konzepts zu sein.
Die Geschichten spielen stark mit Körperlichkeit, Unbehagen und surrealen Bildern. Manche Szenen sind kreativ und atmosphärisch, andere schlagen ins Groteske oder Schockierende um. Dabei wirkt vieles weniger wie klassische Handlung, sondern eher wie ein Fiebertraum: intensiv, unangenehm und schwer greifbar.
Trotzdem würde ich das Buch nicht als schlecht bezeichnen – im Gegenteil. Lagerlöf schreibt originell und mutig, und einige Geschichten bleiben lange im Kopf hängen. Die Sammlung hat eine klare eigene Stimme und traut sich etwas: wirklich seltsam zu sein, ohne sich dafür zu entschuldigen.
Mein Problem war eher die Dosis. Der permanente Grad an Weirdness und Verstörung hat mich auf Dauer eher abgestoßen als begeistert. Oft fehlte mir ein emotionaler Anker oder ein Moment, der die Geschichten über das reine Schockgefühl hinaus trägt. Statt Spannung oder Tiefe blieb manchmal nur das Gefühl zurück, irritiert worden zu sein.
Wer surreale, körperbetonte und bewusst unangenehme Literatur mag, könnte hier viel entdecken. Für Leser:innen, die eher klassische Kurzgeschichten oder psychologisch nachvollziehbare Figuren bevorzugen, dürfte Body allerdings anstrengend werden.
Interessant und definitiv nicht langweilig – aber nicht ganz mein Geschmack. - 3 Sterne!
“Body” von Ellika Lagerlöf (ins Deutsche übersetzt von Karoline Hippe) ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die den menschlichen Körper zum Gegenstand haben - in teilweise interessanten und kreativen Gedankengängen (z.B. ein Mann, der in intakter Fruchtblase zur Welt kam und diese erst als Erwachsener entfernen ließ), teilweise aber auch in verstörenden und Magen umdrehenden Texten (z.B. ein Paar, das gegenseitig Teile des Anderen isst, um sich besonders nah zu sein). Der Schreibstil war nahezu durchgängig fesselnd und nahbar, sodass ich das Buch in knapp zwei Tagen fertig gelesen habe und nach jeder Story gespannt auf die nächste war, und ein paar der Geschichten werden wohl für immer mietfrei in meinem Kopf wohnen. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, kann ich allerdings noch nicht sagen.
*Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Was eine irre und teilweise echt eklige Sammlung an Kurzgeschichten. Ich wusste zwischendurch nicht, was ich hier eigentlich lese, aber gleichzeitig hat es mich fasziniert, denn es werden hier Szenarien gesponnen, die man sich wirklich im Normalfall nicht ausdenken kann. 😅 Haben die Stories einen tieferen Sinn? Tja, gute Frage. Man könnte bestimmt viele Interpretationen finden über Selbstaufopferung für den Partner oder über Selbsthass/Selbstaufgabe was einige Stories betrifft. Andere lassen mich ratlos zurück, da wüsste ich gar nicht was da der Gedanke hinter sein könnte. Insgesamt ist das alles aber auf jeden Fall komplett verstörend und man muss mögen, dass es auch moralisch keinerlei Grenzen gibt, denn auch Kinder haben es hier in 2, 3 Stories absolut nicht gut. 🫠 4/5⭐️
Ich weiß gar nicht, was ich hierzu sagen soll. Eigentlich lese ich auch sehr selten Kurgeschichten, weshalb ich wenig Vergleich habe, aber wie abgefahren war das bitte? Teilweise haben die Geschichten in mir so unangenehme Gefühle ausgelöst, es war so eklig und gleichzeitig so genial? Ich bin beeindruckt von der Kreativität der Autorin, jede Geschichte war sehr besonders, auch wenn ich mich immer wieder gefragt habe, was sie damit jetzt wohl aussagen wollte. Man muss sich wirklich drauf einlassen und auch bereit für unangenehme Gefühle sein, aber dann sind die Geschichten wirklich krass.