2026 – 250 Jahre amerikanische Demokratie. Und Donald Trumps zweites Jahr zurück an der Ein historisches Jubiläum trifft auf eine historische Zäsur. Während die Vereinigten Staaten ein Vierteljahrtausend Verfassungsstaat feiern, setzt Präsident Trump seinen autoritären Umbau fort – mit einer Agenda, die tiefgreifender, strategischer und entschlossener ist als je zuvor. Die gefragte transatlantische Politikexpertin Cathryn Clüver Ashbrook zeigt in ihrem ersten Buch, wie die amerikanische Demokratie gezielt ausgehöhlt durch systematische Schwächung der Gewaltenteilung, ideologische Kontrolle von Bildung und Medien, juristische Umdeutung von Machtbefugnissen und gezielte Einschüchterung politischer Gegner. Was viele als Chaos oder Einzelfälle abtaten, war in Wahrheit Teil einer langfristigen Strategie – und genau das haben wir übersehen. Doch Clüver Ashbrook geht Sie zeigt, wie dieselben Muster in Europa Einzug halten – auch in Deutschland. Die Illusion, dass liberale Demokratien automatisch stabil seien, hat uns blind gemacht für die Angriffspunkte von innen. Gerade dort, wo Institutionen schwach, Bildungssysteme ungeschützt und Öffentlichkeit fragmentiert sind, greifen autoritäre Strategien besonders leicht. Dieses Buch ist ein politisches Frühwarnsystem. Und ein Handbuch der demokratischen Selbstverteidigung. Es benennt die Schwächen, die Populisten systematisch ausnutzen. Es zeigt, welche Lehren wir aus dem amerikanischen Fall ziehen müssen. Und es macht deutlich, was jetzt zu tun ist – auf politischer, juristischer und gesellschaftlicher Ebene. Damit wir nicht in wenigen Jahren zurückblicken und gerade auch wegen der eigenen historischen Verantwortung sagen mü Auch wir hätten es wissen können.
In ihrem Werk „Der amerikanische Weckruf“ (2026) serviert uns Cathryn Clüver Ashbrook den politischen Espresso, den wir brauchen, um aus dem europäischen Dornröschenschlaf der „stabilen Institutionen“ aufzuwachen. Während die USA eigentlich mit Konfetti und 250 Kerzen ihr demokratisches Jubiläum feiern wollten, bläst Donald Trump in seinem zweiten Jahr der Rückkehr die Kerzen nicht nur aus, sondern baut den ganzen Kuchenstand kurzerhand in eine autoritäre Festung um. Clüver Ashbrook räumt mit dem charmanten Vorurteil auf, Trump sei lediglich ein chaotischer Einzelfall mit Vorliebe für Großbuchstaben und soziale Medien. Stattdessen entlarvt sie ein strategisch kohärentes Projekt der Demontage: von der gezielten Schwächung der Gewaltenteilung über die Aushöhlung unabhängiger Institutionen bis hin zur ideologischen Umgestaltung des Bildungssystems. Das wirklich Unbequeme an diesem Buch ist jedoch der Spiegel, den es uns vorhält. Die Autorin zeigt, dass die Blaupause dieses Umbaus längst den Atlantik überquert hat und auch in europäischen Demokratien – nicht zuletzt in deutschen Vorgärten – erste Pflänzchen der politischen Fragmentierung treibt. „Der amerikanische Weckruf“ ist weniger eine Analyse der USA als ein Handbuch demokratischer Selbstverteidigung. Es erinnert uns daran, dass Freiheit kein Selbstläufer ist – und dass wir später kaum glaubwürdig behaupten können, wir hätten von nichts gewusst, während wir die Warnsignale als bloße „Störungen im Betriebsablauf“ abtaten. Während Vilaine und Afonso in ihrem Werk „Le retour de la puissance en géopolitique: Bienvenue dans le vrai monde“ uns mit kühler analytischer Präzision klarmachen, dass im „wahren Leben“ der Geopolitik meist das Recht des Stärkeren regiert, liefert Cathryn Clüver Ashbrook gleichsam unfreiwillig das Fallbeispiel dafür, wie schmerzhaft der Aufprall ist, wenn eine wertebasierte Vision – etwa ihre unter Baerbock beratene „feministische Außenpolitik“ – auf die unerbittliche Realität autoritärer Machtansprüche trifft. Es ist die eigentliche Krönung der transatlantischen Ironie: Da schreibt eine ausgewiesene Expertin ein flammendes Handbuch zur Rettung der Demokratie, während man in Berlin noch darüber rätselt, was von ihrer eigenen praktischen Bilanz geblieben ist. Es hat fast etwas Tragikomisches, wenn Ashbrook mit messerscharfer Präzision die Erosion von Institutionen analysiert, nachdem die von ihr mitkonzipierte „feministische Außenpolitik“ im Auswärtigen Amt eher als gut gemeinte Fußnote denn als geopolitisches Schwergewicht geendet ist. Der Bruch zwischen Theorie und Praxis ließe sich kaum deutlicher illustrieren. Man könnte fast spöttisch sagen: Während sie Baerbock dabei beriet, wie man die Welt mit wertebasierter Soft Power umarmt, haben die harten Realitäten der Macht – von Moskau bis Teheran – diese Vision geräuschlos, aber konsequent ins Leere laufen lassen. Es ist eben ein gewaltiger Unterschied, ob man die „Vierte Stufe des Zynismus“ theoretisch bei Sloterdijk nachliest oder ob man versucht, ihr mit einem moralischen Kompass zu begegnen, der in der „echten Welt“ der Panzer und Pipelines kaum noch Norden findet. So bleibt Ashbrooks Buch ein brillantes Frühwarnsystem für die Zukunft, während die Trümmer ihrer diplomatischen Beratertätigkeit eher als Mahnmal dafür dienen, dass gute Absichten allein gegen strategische Walzen wenig ausrichten. Zwischen Analyse und Anwendung klafft hier jene Lücke, die Vilaine und Afonso mit brutaler Ehrlichkeit als Grundzustand der Gegenwart beschreiben.
Kannte die Dame schon vorher durch ihr seriöses und kompetentes Auftreten im öffentlichen Rundfunk (phoenix – Presseclub). Als ich dann vor ein paar Tagen von ihr einen Kommentar zur Erschießung Goodwills hörte und dort der ersten guten Kontextualisierung der aktuellen strukturellen Zuspitzung in Form der Erstarkung und Befugnisse der Behörde ICE in den USA („ausgestattet inzwischen wie das italienische/ niederländische Militär“) und auch der ERSTEN unverblümten Einschätzung einer Journalist*in dieses Wahnsinns teil werden konnte, habe ich mir ihre wissenschaftlichen Publikationen durchgelesen und herausgefunden, dass just dieses Buch erschien.
Dieses Buch ist wirklich die ALLERERSTE Analyse, die ich lese, die hinaus über die sonstigen Berichte kommt. Gefühlt berichten die Journalisten aus den Vereinigten Staaten der Ära Trump (denke bspw. an Elma Tevelsen und den einen Glatzkopf vom ZDF) zwar schockiert und berührt, aber nichtsdestotrotz klingt dann stets dort eine Distanz an, die den Anschein birgt, als sei dieses Land und der Wahnsinn alles weit weg. In mir persönlich evoziert das immer ein Gefühl, wie es alte Berichterstattung aus dem Irak-Krieg und anderen Ländern, die vorher in rassistischer bürgerlicher Manier als „Dritte Welt“ bezeichnet wurden – eine Bezeichnung IMMENSER „westlicher“ Überheblichkeit, die Rückständigkeit, Unzivilisiertheit, Unmenschlichkeit etc. ausgedrückt hat. Diese mutmaßliche tonale und sprachliche Distanz ist aber komplett psychotisch. Der „westliche“ Bürger, der durch das Los der „geographisch günstigen“ Geburt in einer Region mehrere Generationen auf Grundlage dieses Zufalls und der sich ergebenden Machtasymmetrien ein Leben in Milch und Honig genießen konnte – diese Generationen an globaler Entfremdung scheinen nun mit dem hier Geschilderten weiterhin in der Berichterstattung durch: Die USA, dessen gesellschaftlicher und ökonomischer Horizont (selbst in der Wissenschaft) als europäischer Erwartungshorizont präsentiert wurde, fällt in Faschismus und Bürgerkrieg und hiesige kulturelle Eliten im Westen können nur darüber berichten, als hielte es sich um ein fremdes Problem, obwohl hier in Europa die Faschisten bereits die Messer wetzen.
Diese vermutete tiefenpsychologische Verdrängung ist für mich auch der Grund, weshalb bisher KEINE so einen brillanten und illuminierenden, kontextualisierenden Bericht der aktuellen Entwicklungen entworfen hat, der die wesentlichen Punkte der Faschismuswalze der US-Regierung und deren Mechaniken darstellt. Ein Blick auf die Sachlage offenbart, wie schlecht es in Europa um uns steht – viele der Maßnahmen, die zum Erstarken der Faschisten in den USA umgesetzt wurden, werden auch hier ergriffen. Das kommt nicht von ungefähr. Das Schema beruft sich auf viele polit-technische Überlegungen, die auf Grundlage Antonio Gramscis und Carl Schmitts ablaufen. Frau Ashbrook liefert hier genau diese Kontextualisierung der verschiedenen Elemente der Faschismus-Walze und bietet ohne elitäre Voraussetzungen an den Leser genau diesem eben diese Systematik der Maßnahmen und die Wirkungsweise der einzelnen Elemente an. Sie zeigt, was noch auf uns zukommen könnte, und was wir noch tun können.
Absolute Empfehlung.
Gramsci: Wir brauchen Pessimismus des Geistes und Optimismus des Willens
Fakten basiert und in einem sehr eingängigen und flüssigen Schreibstil geht Clüver Ashbrook in ihrer Abhandlung auf die veränderten Rahmenbedingungen, insbesondere in der amerikanischen Politik und Gesellschaftsstruktur ein. Sie zeigt auf, wie Rechte und christliche Fanatiker unter Trump die Demokratie nicht nur unterwandern, sondern sie schlichtweg aushebeln. Sie zieht parallelen, aber auch Abgrenzung zu anderen Regierungen, sowohl vormalige amerikanische Regierungen, als auch autokratischen System weltweit. In ihrer Ableitung zeigt sie auf, welche Auswirkungen die Veränderungen nicht nur auf die amerikanische Gesellschaft haben, sondern insbesondere auf Weltwirtschaft und die Stabilität des globalen Friedens. Zuletzt bildet sie durchaus Ableitungen für Deutschland, auch vor dem Hintergrund der AfD Bedrohung. Ein für mich sehr wichtiges Buch, dass mich jedoch in meiner Sorge vor den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, die wir derzeit erleben, leider bestärkt und wenig beruhigt.
Die deutsch-amerikanische Politikwissenschaftlern Cathryn Clüver Ashbrook ist mir mit ihren klugen Aussagen schon oft aufgefallen, in Gesprächen im Radio oder bei Politiktalkschows im Fernsehen. Sie ist fähig, Aussagen über den gesellschaftlichen Zustand der USA zu geben. Sie hat profunde Kenntnisse und kann gezielt zusammenfassen und Schlüsse ziehen. Sie schreibt auch über die erschreckenden Konsequenzen.
Und im letzten Kapitel schreibt sie, wie wichtig es für Deutschland ist, den amerikanischen Weckruf nicht ungehört zu lassen, damit nicht auch hier ein gesellschaftlicher Zusammenbruch folgt. Das Buch ist nicht umsonst in der Debattenreihe Auf den Punkt. Es kommt genau auf den Punkt!
Es ist erschreckend, was alles möglich ist, wenn man keine Skrupel hat. Ashbrook zeigt mit welcher umfassenden Brutalität Trump und Konsorten ihren Interessen folgen – und dabei gruselig erfolgreich sind. Dass Faschismus und die antidemokratische Bewegung keineswegs nur ein USA-Phänomen sind, macht das Problem nicht leichter zu lösen.
Europa muss sich auf diese Entwicklung vorbereiten und ihr in unseren eigenen Ländern entschieden entgegentreten. An dieser Stelle hätte ich mir allerdings konkretere Handlungsstrategien gewünscht.