Bernried am Starnberger See, 1944: Die Landung der Alliierten in der Normandie steht kurz bevor, doch die Familie von Falkenbach muss ihre eigenen Kämpfe ausfechten.
Paul-Friedrich von Falkenbach orchestriert eine waghalsige Rettungsaktion, um den Bruder von Viktor Sander vor dem skrupellosen Hauptsturmführer Alfred Breuer in Sicherheit zu bringen. An der italienischen Front erlebt Gustav von Falkenbach das sinnlose Sterben junger Soldaten und möchte nur eines, seine Familie wiedersehen.
Johannes Lehmann verhilft in Innsbruck gemeinsam mit Wilhelmine unter falschem Namen jüdischen Familien zur Flucht und begibt sich dabei in immer größere Gefahr, mit dem Wissen, dass eine Gefangennahme eine Haft im Konzentrationslager oder den Tod bedeutet. Können ihre geheimen Aktivitäten unbemerkt bleiben?
Wenn wir das alles überstehen sollten, dann nur gemeinsam!
„Wir haben schon manche Schlacht zusammen geschlagen und auch diese werden wir Seite an Seite bestehen. Wir werden gemeinsam kämpfen und entweder siegen, oder gemeinsam fallen. Doch allein werden wir nie sein.“
Was die Bewohner von Gut Falkenbach im Frühling des Jahres 1944 aufrecht hält ist die Gewissheit, dass sie sich bedingungslos aufeinander verlassen können. In Deutschland herrscht seit mittlerweile viereinhalb Jahren Krieg. Angesichts des sinnlosen Sterbens drohen Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Trauer über das sinnlose Sterben die Oberhand über die Menschen zu gewinnen. Eine Gruppe mutiger Widerstandskämpfer, unter ihnen der deutsche Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg, versucht, die nationalsozialistische Schreckensherrschaft durch ein Attentat zu beenden. Historische Fakten bilden den Hintergrund im vierzehnten Band dieser Buchreihe, die wohlbekannten Figuren aus den Vorgängerbänden versuchen, den Wahnsinn und das sinnlose Morden irgendwie zu überstehen. Eine latente Gefahr wird zur echten Bedrohung und ein ausgeklügelter Plan des Patriarchen Paul-Friedrich von Falkenbach sorgt für Spannung im Buch.
Der Fokus liegt vorrangig auf den Ereignissen auf dem Gut. Die Autorin macht aber auch Abstecher zu Gustav an der Front und nach Amerika, wo Irma das Kriegsgeschehen in Deutschland anhand von Zeitungsberichten verfolgt. Ein Handlungsstrang schildert eine riskante Aktion von Johannes und Wilhelmine, während „Hitlers Bluthund“ Alfred Breuer nach wie vor versucht, seinen erbitterten Feind Paul-Friedrich und dessen Familie zu Fall zu bringen.
Ellin Carsta bezieht die Familienmitglieder sowie altbekannte Nebenfiguren in die Handlung ein und der Leser verfolgt auf diese Weise die Ereignisse rund um die verschiedenen Charaktere mit. Historische Fakten wurden gekonnt eingebracht, ein ausführliches Nachwort informiert darüber, welche Charaktere und Szenen historisch belegt, und welche hingegen der schriftstellerischen Freiheit der Autorin geschuldet sind. Die Eckdaten und Ereignisse des Handlungszeitraums wie auch die Lebensumstände wurden gekonnt mit der Haupthandlung verflochten, die sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstreckt.
Die Charakterzeichnung der Haupt- und Nebenfiguren besticht durch hohe Authentizität. Ellin Carsta beschreibt die einzelnen Personen überzeugend und haucht ihnen Leben ein. Die authentischen Figuren und deren starke persönliche Entwicklung zählen für mich zu den Highlights dieser Reihe. Was mir besonders gefällt ist der wunderbar flüssige und einnehmende Schreibstil der Autorin. Die aktuelle Neuerscheinung fesselt von der ersten Seite an und lässt den Leser hautnah am Schicksal der Hauptfiguren teilhaben. Ellin Carsta gelingt es mühelos, eine Atmosphäre zu erschaffen, die einen nicht mehr loslässt.
Das ansprechenden Buchcover ist wie gewohnt ein Blickfang. Die stimmige einheitliche Gestaltung hinsichtlich Schrift und Farbwahl hat für mich mittlerweile Wiedererkennungswert und vermittelt ein tiefes Gefühl der Vertrautheit mit der Welt von Falkenbach und ihren Bewohnern.
FAZIT: „Die Stimme der Gewalt“ ist eine gelungene Fortsetzung der Reihe um Gut Falkenbach, das Buch hat mich sehr gut unterhalten. Figuren und Handlung harmonieren auf ganzer Linie, Entwicklungen wurden überzeugend dargestellt. Dank des einnehmenden und atmosphärischen Schreibstils liest sich das Buch wie von selbst, man kann es nach der letzten Seite nur schweren Herzens aus der Hand legen. Ich vergebe auch diesmal fünf Bewertungssterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung dafür. Um Geschichte und Charakterentwicklung optimal folgen zu können, empfehle ich jedoch das Lesen nach der ursprünglichen Erscheinungsreihenfolge. Die Handlung baut stark aufeinander auf, weshalb ein Quereinstieg aus meiner Sicht nicht empfehlenswert ist.
Klappentext: Bernried am Starnberger See, 1944: Die Landung der Alliierten in der Normandie steht kurz bevor, doch die Familie von Falkenbach muss ihre eigenen Kämpfe ausfechten. Paul-Friedrich von Falkenbach orchestriert eine waghalsige Rettungsaktion, um den Bruder von Viktor Sander vor dem skrupellosen Hauptsturmführer Alfred Breuer in Sicherheit zu bringen. An der italienischen Front erlebt Gustav von Falkenbach das sinnlose Sterben junger Soldaten und möchte nur eines, seine Familie wiedersehen. Johannes Lehmann verhilft in Innsbruck gemeinsam mit Wilhelmine unter falschem Namen jüdischen Familien zur Flucht. Sie begeben sich dabei in immer größere Gefahr, mit dem Wissen, dass eine Gefangennahme ihr Todesurteil sein könnte. Werden ihre geheimen Aktivitäten unbemerkt bleiben?
„Die Stimme der Gewalt“ ist der 14. Band der Falkenbach Saga von Ellin Carsta. Die Falkenbach Saga ist für viele Bände angelegt und ich freue mich immer wieder auf den nächsten Band. Jedes Kapitel ist mit einem Gedanken eines Familienmitglieds der Familien Falkenbach oder Lehmann überschrieben. Diese Person steht dann im Mittelpunkt des Kapitels. Durch die immerwährenden Perspektivwechsel ist die Geschichte so facettenreich und interessant.
Der Krieg schreitet fort und wir sind mittlerweile im Jahr 1944 angekommen. Leopold Lehmann ist das erste Kriegsopfer, das nicht mehr nach Hause zurückkommt.
Auch auf Gut Falkenbach spürt man den Krieg immer mehr. Auch wenn die Familien nicht hungern müssen, fordert der Krieg doch seine Opfer. Paul-Friedrich von Falkenbach und Wilhelm Lehmann überlegen weiterhin, wie man dem Nazi-Regime ein Ende setzen kann. Ferdinand Lehmann führt weiterhin die Fabrik, in der Waffen hergestellt werden und das Arbeitslager. Jetzt soll auch noch die Panzerfaust in der Fabrik hergestellt werden. Eine Waffe als letzte Hoffnung, den Krieg doch noch zu gewinnen?
Ferdinands Frau Elisabeth ist wieder in die Villa eingezogen, doch das Verhältnis zwischen den Eheleuten bleibt kühl.
Paul-Friedrich von Falkenbach will versuchen, Viktor Sanders Bruder in Sicherheit zu bringen, bevor der Hauptsturmführer Alfred Breuer seine Drohungen noch zur Wahrheit werden lässt. Ein riskantes Unterfangen.
Auch auf Johannes Lehmann und Wilhelmine von Falkenbach treffen die Leser*innen wieder. Die beiden verhelfen jüdischen Menschen zur Flucht und begeben sich dabei in Gefahr.
Ellin Carsta erzählt die Geschichte in einem flüssigen und spannenden Schreibstil, sie vermittelt die Atmosphäre, die zu dieser Zeit in Deutschland herrscht, sehr gut. Außer der Familie und den Freunden trauen auch die von Falkenbachs und die Lehmanns niemandem mehr. Das Land ist mitten im Krieg und man spürt deutlich die Auswirkungen, auch wenn es den Familien an nichts mangelt. Nach außen lassen die Familien von Falkenbach und Lehmann sich nicht anmerken, was sie wirklich vom Krieg und ihren Verursachern halten. Gerade Paul-Friedrich ist immer darauf aus, dass man seine Treue gegenüber Hitler nicht anzweifelt. In der Geschichte bekommt man die Denkweise der Charaktere natürlich mit. Die Geschichte ist an einem Zeitpunkt angekommen, an dem ich mir immer mehr Sorgen um die Familien mache. Paul-Friedrich scheint zwar immer bestens informiert zu sein und immer das Ziel zu verfolgen, Unheil von den Familien fernzuhalten. Aber es gibt Gegner, die den Familien schaden wollen.
Auch der 14. Band war wieder sehr spannend erzählt. Ich hoffe, Ellin Carsta lässt ihre Leser*innen die Familien noch einige Zeit begleiten. Jetzt fiebere ich schon wieder ganz aufgeregt dem 15. Band entgegen.
Der 14. Band der Falkenbach-Saga hat mich wie die vorangegangenen Bände ergriffen und an seine Seiten gefesselt! Der Zusammenhalt und Mut der Familien beeindruckt mich immer wieder ❤️