Was wäre, wenn Nettsein kein Charakterzug, sondern ein Überlebensmechanismus ist? In diesem Hörbuch verabschiedet sich Silvi Carlsson von der Rolle der immer braven, verständnisvollen Frau. Was passiert, wenn wir uns erlauben, nicht immer für andere da zu sein und unsere eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen? Radikal, persönlich und politisch schreibt Carlsson über People Pleasing, emotionale Verfügbarkeit und weibliche Sozialisation. Sie zeigt, wie tief der Good-Girl-Komplex in Beziehungen, Karrieren und Körpern wirkt – und was geschieht, wenn wir Männer nicht länger ins Zentrum unseres Denkens stellen.
Cover art features the painting Rage by Lindsey Cherek Waller
„Denn Entzug funktioniert nicht nur individuell. Er funktioniert, wenn er sich verteilt. Wenn viele ein bisschen weniger geben. Wenn viele gleichzeitig aufhören, alles aufzufangen. Wenn Verfügbarkeit nicht mehr selbstverständlich ist.“
Das war ein sehr interessantes Buch über das Ende weiblicher Verfügbarkeit. Silvi verbindet viele persönliche Anekdoten mit gesellschaftlichen Fragen und Kritik. Sie beleuchtet unglaublich viele Aspekte, teilt Erfahrungen und berichtet aber auch von historischen Ereignissen.
Teilweise hat mir der rote Faden etwas gefehlt, und alles in allem bleibt das Buch doch recht an der Oberfläche, aber es teilt viele wichtige Aspekte und stellt die richtigen Fragen.
Good Girl Exit behandelt das Thema weiblicher Verfügbarkeit und damit zusammenhängende Phänomene wie People Pleasing, den Male Gaze und Girlbossing. Im ersten Teil des Buches geht es darum zu verstehen, wie das Phänomen des „Good Girls“ gesellschaftlich entstanden ist (Stichwort „Patriarchat“) und wie es sich in verschiedenen Lebensbereichen wie Dating, Beziehungen zu anderen Frauen, im Arbeitskontext, im Bezug zum eigenen Körper und zur eigenen Gesundheit zeigt. Im zweiten Teil des Buches geht es dann um Strategien, sich als Frau dieser gelernten weiblichen Verfügbarkeit zu entziehen und darum, was das zur Folge hat und haben könnte.
Die Herangehensweise an das Thema sowie der Schreibstil der Autorin sind unterhaltsam, locker und zugänglich. In dem Buch wird sich zwar auf einige wissenschaftliche Studien und Konzepte bezogen, doch Carlsson lockert diese immer wieder auf, indem sie frei heraus von ihren eigenen Erfahrungen mit den jeweiligen Themen berichtet. Insgesamt fand ich das Buch gut geschrieben und leicht zu lesen.
Ich denke, wenn man sich etwas mehr mit diesem Thema auseinandersetzen will, ist dieses Buch ein guter Startpunkt. Man wird sich bestimmt in der ein oder anderen Verhaltensweise wiederfinden, was dabei helfen kann, die größeren Zusammenhänge hinter dem eigenen Verhalten zu verstehen und dieses kritisch zu reflektieren. Wenn man einmal anfängt, die ganzen versteckten Symptome des Patriarchats zu sehen, sieht man diese auf einmal überall im Alltag. Das kann ein hilfreicher erster Schritt sein, um tatsächlich etwas zu verändern.
Allerdings muss ich auch sagen, dass dieses Buch vermutlich kaum zu neuen Einsichten verhelfen wird, wenn man sich schon viel mit dem Thema Feminismus auseinandergesetzt hat. Es kommt also, wie immer, darauf an, was man von dem Buch erwartet. Ich bin aber überzeugt, dass es für viele einen wertvollen Einstieg in das Thema liefern kann, ohne zu überfordern oder zu trocken zu sein.
All of that being said: Das Buch tut, was es soll und was es verspricht. Für mich persönlich hatte das Buch allerdings ein bisschen zu viel Selbsthilfebuch Vibes und das gibt mir leider the ick. Aber wenn der Titel schon „Good Girl Exit“ ist, geht das definitiv auf meine Kappe. Es sind wohl die Geister, die ich rief ...
Good Girl Exit hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Dieses Buch ist so vielmehr als nur ein Ratgeber es lädt dazu ein, die eigenen Überzeugungen, Verhaltensmuster und die Erwartungen, die uns von klein auf vermittelt werden, ehrlich zu hinterfragen.
Silvi Carlsson beschreibt eindrucksvoll, wie viele Frauen unbewusst in der Rolle des "Good Girls" gefangen sind: immer lieb, angepasst, verständnisvoll und darauf bedacht, es allen recht zu machen, oft auf Kosten der eigenen Bedürfnisse. Dabei zeigt sie nicht nur auf, woher diese Muster kommen, sondern gibt auch wertvolle Impulse, wie man sich Schritt für Schritt davonlösen und mehr für sich selbst einstehen kann. Besonders gefallen hat mir, dass das Buch nicht mit erhobenem Zeigefinger schreibt. Stattdessen regt es zum Nachdenken an, macht Mut und vermittelt das Gefühl, dass Veränderung möglich ist. Viele Passagen haben mich tief berührt, weil ich mich darin wiedergefunden habe.
Für mich ist Good Girl Exit ein Buch, das man nicht nur einmal liest und dann ins Regal stellt. Ich werde immer wieder darin blättern, Kapitel erneut lesen und mich an die vielen wertvollen Gedanken erinnern. Eine absolute Herzensempfehlung und für mich ganz klar 5 Sterne.
Eine persönliche Einstiegslektüre, die das Thema aus verschiedenen, wichtigen Aspekten beleuchtet, kombiniert mit persönlichen Erfahrungen der Autorin. Ich selbst beschäftige mich seit Jahren mit feministischen Themen, weshalb die Thematik in diesem Buch für mich ein bisschen zu oberflächlich angeschnitten wurde. Als ein Einstiegslektüre definitiv eine 10/10. Dieses Buch hätte ich gerne meinem Teenager-Ich geschenkt!
4.5⭐️ War klar, dass mich Silvi nicht enttäuschen wird!
Mit Fakten und persönlichen Ereignissen wird die sogennante "Good-Girl-Prägung" erklärt und auseinandergenommen. Auch wenn einige Aspekte mir bereits bekannt vorkamen, konnte mich Silvi an einigen Stellen zum Nachdenken bringen und mir auch neue Erkenntnisse geben.
Und für mich wichtig zum hervorheben. Das war wahrscheinlich das angenehmste Sachbuch, dass ich je gelesen habe! Maybe lag es auch daran, dass ich ihre YT-Videos kenne und sie in diesen genauso redet wie sie dieses Buch geschrieben hat, aber der Schreibstil war super!
Von meiner Seite eine tolle und empfehlenswerte Lektüre! :)
Ich habe das Buch an einem Nachmittag durchgelesen, und das sagt schon einiges: Carlsson schreibt so leicht und direkt, dass man gar nicht merkt, wie viel Stoff hier eigentlich verhandelt wird. “Good Girl Exit” ist ihr Debüt, und man merkt der bekannten Content-Creatorin an, dass sie es gewohnt ist, komplizierte Gedanken in verständliche Sätze zu packen, ohne sie zu verwässern.
Worum geht’s? Carlsson seziert den “Good-Girl-Komplex” – dieses tief eingeübte Muster, ständig nett, verfügbar und für andere da zu sein, oft auf Kosten der eigenen Bedürfnisse. Sie zieht das durch verschiedene Lebensbereiche: Beziehungen, Job, Körper, Sexualität. Besonders gut gefallen hat mir, dass sie das nicht nur aus heterosexueller Frauenperspektive erzählt, sondern auch Queerness und neurodivergente Erfahrungen einbezieht. Das findet man in diesem Genre selten so selbstverständlich mitgedacht.
Man merkt, dass sie sich bemüht hat, das Ganze nicht nur als persönliches Manifest, sondern auch fundiert aufzuziehen, mit psychologischen Konzepten und gesellschaftlichen Einordnungen. Das gelingt ihr gut. Manche Thesen hätte ich mir noch etwas tiefer belegt gewünscht, statt sie eher plakativ in den Raum zu stellen. Das schmälert den Lesefluss und mein Lesevergnügen aber nicht. Für tiefere Analysen gibt es andere Bücher. Ich finde das macht das relativ komplexe Thema nahbarer und für ein breites Publikum zugänglich.
Inhaltlich trifft das Buch einen Nerv. Gerade weil “nett sein” so oft als Tugend verkauft wird, tut es gut, mal explizit gesagt zu bekommen, dass dahinter auch ein antrainierter Überlebensmechanismus stecken kann. Kein Buch, das einem sagt, was zu tun ist, eher eines, das einem beim Lesen ständig kleine “Ach, deshalb!”-Momente verschafft.
Kurz: Ein kluger, unterhaltsamer Einstieg in ein Thema, das mehr Leute beschäftigen sollte, als es aktuell tut. Ich finde das Buch für jeden und insbesondere auch für Männer interessant. Ich möchte das Buch nach dem Lesen am liebsten jeder Freundin oder Freund in die Hand drücken!
"Doch wage ich, kann ich, will ich? Ja, ich wage, ich kann und will." - ★ - Das Buch ist ein sehr nötiger Deep-Dive in das Dasein als Good Girl - als Frau, die immer Verantwortung übernimmt, aber vorallem für das Verhalten und die Emotionen der anderen. Als Frau, die sich dauerhaft schuldig fühlt. Als Frau, die immer verfügbar ist, weil ihr beigebracht wurde, dass sie nur wertvoll ist, wenn sie anderen nützlich sein kann. Ihre Konditionierung, ihre Pflichten, ihre Tabus werden eingehend beschrieben und ihre Befreiung wächst mit jedem Kapitel von einer Unmöglichkeit zu einer Notwendigkeit. Selbst als junge Erwachsene teile ich schon so viele dieser sich-selbst-kleinmachen, hinfallen-Wut-runterschlucken-Krone-richten-Momente mit der Autorin. Das Buch ist ein Appell an uns dieses Wiedererkennen nicht nur hinzunehmen, sondern das Potenzial unserer Verweigerung zu erkennen. Feminismus ist keine abgeschlossene Sache und heute mehr als jemals zuvor, dürfen wir uns das nicht einreden lassen. Unser Feminismus darf wütend, laut, radikal, unangenehm, regelbrechend sein. Er muss es. Wenn wir nicht jetzt unsere Stimme erheben, dann werden unsere Töchter es irgendwann nicht mehr dürfen. Wir dürfen es wagen, wir können es schon, wir müssen es nur wollen.
Good Girl Exit hat mich ziemlich zum Nachdenken gebracht. Ich habe mich total oft gesehen gefühlt und hätte an einigen Stellen wild markieren können. Irgendwann bin ich aufs Hörbuch gewechselt, weil ich unterwegs einfach weiterhören wollte. (Von Silvi selber gelesen, btw 💛) Das Thema arbeitet immer noch weiter in mir... Wie sehr beeinflusst dieses „Good Girl sein“ eigentlich mich und meine Beziehungen?? Was passiert, wenn ich plötzlich nicht mehr immer die brave, verständnisvolle und verfügbare Frau bin? Für mich ein richtig guter Einstieg in ein Thema, mit dem ich mich definitiv noch weiter beschäftigen möchte. 👀
In Theorie gab es hier zumindest für mich wenig Neues. Doch die persönlichen Erfahrungen von Silvi Carlsson und dass ich mich in all diesen wirklich ausnahmslos auf die ein oder andere Art wiedererkennen konnte, hat bei mir ein Gefühl tiefster Verbundenheit erzeugt. Wir sind alle nicht allein, auch wenn es manchmal vielleicht so scheint♥️
Ich habe dieses Buch in 1,5 Tagen verschlungen und bin mit sicher, dass es nicht bei dem einem Mal bleiben wird. Silvi hat mich in meiner aktuellen Gedanken- und Gefühlswelt komplett abgeholt und mir auf radikal liebevolle Weise gezeigt, wie ich in dieser patriarchalen Welt mit mir und anderen zukünftig besser umgehen kann um Stück für Stück wieder zu „mir“ zurückzukehren weil scheiße, hab ich mich vermisst.
Das Buch hat mich gefesselt und gleichzeitig unglaublich wütend gemacht. Nicht nur, weil man sich in vielen der beschriebenen Verhaltensmuster selbst wiedererkennt, sondern auch, weil einem bewusst wird, wie viel gesellschaftliche Prägung und alte Muster im Alltag noch immer nachwirken.
Besonders die Schilderungen von Silvis Schulzeit haben mich beschäftigt. Natürlich das Verhalten der Täter selbst, aber vor allem die Frage: Wo waren die Erwachsenen? Wie kann es sein, dass ein Kind über einen so langen Zeitraum gemobbt und sogar körperlich misshandelt wird, ohne dass Lehrer oder Eltern eingreifen? Wo lernen Kinder überhaupt solche Grausamkeiten?
Ein Gedanke, der sich für mich durch das ganze Buch zieht, ist die Gruppendynamik. Sie zeigt sich nicht nur beim Mobbing in der Schule, sondern auch im Erwachsenenleben. Zum Beispiel, wenn übergriffige oder misogyne Witze mit einem Lachen quittiert werden und niemand widerspricht. Oft sind es nicht nur die Menschen, die aktiv verletzen, sondern auch diejenigen, die schweigend danebenstehen oder mitmachen, die solche Verhaltensweisen möglich machen.
5 ⭐️ Silvi Carlsson trifft mit „Good Girl Exit” einen Nerv, den ich vorher gar nicht richtig benennen konnte. Schon beim Lesen der ersten Kapitel hatte ich ständig dieses Gefühl: Ah, deshalb mache ich das also. Was mich besonders überzeugt hat, ist die Mischung aus persönlichen Anekdoten und fundierten gesellschaftlichen Beobachtungen. Carlsson bleibt nie nur an der Oberfläche, sondern verknüpft eigene Erfahrungen mit größeren Mustern – warum wir uns entschuldigen, obwohl wir nichts falsch gemacht haben, warum “nein” sagen sich anfühlt wie ein kleiner Verrat, und wie tief das antrainierte Verfügbarsein tatsächlich sitzt. Ihr Schreibstil ist unglaublich zugänglich, ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Man merkt, dass sie durch ihre Arbeit auf Social Media weiß, wie man komplexe Themen greifbar macht, ohne sie zu verwässern. Gleichzeitig hat das Buch genug Substanz mit Verweisen auf feministische Literatur und historische Kontexte, um weit über ein reines Motivations-Buch hinauszugehen. Am meisten hat mich der zweite Teil bewegt, in dem es nicht nur ums Erkennen, sondern ums tatsächliche Loslassen dieser Muster geht. Kein erhobener Zeigefinger, sondern eher ein “ich seh dich, ich kenne das auch” – und genau das macht die Lektüre so wirksam.
„En þori ég, vil ég, get ég? Já, ég þori, get og vil!“ 🩵
Klare Leseempfehlung für alle, die spüren, dass sie mehr für andere funktionieren als für sich selbst
Hat mir gut gefallen. Wenn man aber im Thema drin ist, kommt da nicht so viel Neues dazu - trotzdem wichtig, dass Frauen nicht aufhören Bücher über das Patriarchat schreiben.
Ein unglaublich gut recherchiertes Buch, was mir das Thema auch nochmal näher gebracht hat, obwohl ich ja echt viele Bücher mit ähnlichen Themen lese. Dicke Empfehlung!
»Frauen sollen sich klein halten, brav bleiben, gefallen. Sie sollen gute Mädchen sein, obwohl sie längst erwachsen sind. […] Hast Du ein Good Girl in dir?« (9)
In ihrem Sachbuch »GOOD GIRL EXIT« 🔥 fragt Content-Creatorin & Autorin Silvi Carlsson, was passiert, wenn wir unser inneres Good Girl challengen – und uns erlauben, nicht immer für andere da und verfügbar zu sein, sondern unsere eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen, für uns einzustehen, Grenzen zu setzen und zu leben. In Teil I geht es darum, warum Frauen verfügbar sind, und Teil II setzt kritisch darauf auf: Was passiert, wenn sie es nicht mehr sind? Silvi Carlsson schreibt über Male Gaze, Gender-Scham, die Good-Girl-Prägung und ihre gesellschaftliche Sozialisierung, über DECENTERING MEN und darüber, warum das Good Girl auch ein Überlebensmechanismus sein kann. Und sie stellt dabei so viele wichtige feministische Fragen. 💥
»Das Good Girl ist nicht nur ein Käfig. Es ist auch eine Role, die kurzfristig belohnt wird. […] Das Good Girl ist also nicht nur Überlebensmechanismus - es ist auch ein Privileg, dass dieser Mechanismus überhaupt bei manchen kurzfristig funktioniert.« (161f)
Für mich ist dieses feministische, aktuelle und wichtige Sachbuch ein absolutes Highlight. 🔥🩷 GO AND GET IT, READ IT / HEAR IT AND DISCUSS IT. 🔥 Oder, wie Silvi sagt:
»Es ist an der Zeit, das innere Good Girl nicht weiter zu perfektionieren, sondern es zu hinterfragen. Es ist an der Zeit, uns unverfügbar zu machen. Denn das Ende weiblicher Verfügbarkeit ist nicht das Ende von Verbindung. Es ist ihr Anfang.« (245)
BTW: Schönstes Cover ❤️🔥 Cover-Art by Lindsey Chereck
In diesem Buch reflektiert Silvi Carlsson über die weibliche Verfügbarkeit bei uns in der Gesellschaft. Sie erzählt von ihren eigenen Erfahrungen, wie auch bekannten Bespielen und sortiert diese in das Thema ein. Leider muss ich sagen, dass ich nicht wirklich mit dem Buch resonieren konnte. Es klingt total spannend und interessant, aber es war doch leider nichts für mich. Carlsson’s Erzählweise fokussiert sich stark auf ihre eigenen Gedanken, während sie diese immer in den Kontext des Buches setzt, was gut ist. Leider wirkte das Buch jedoch durchgehend auf mich wie eine Sammlung von „ich denke das hier über dieses Thema“, als eine objektive Berichterstattung zum Thema (was sie sagt, dass es auch nicht sein soll). Trotzdem hat es mir hier aber nicht gereicht nur hauptsächlich zu hören, wie frustrierend dieses Thema ist, da es sich so einfach nur wie eine Gedankensammlung von ihr anfühlte. Ich hätte mir hier gerne entweder einen mehr objektiven, wissenschaftlichen Ansatz gewünscht, oder einen mehr persönlichen Ansatz, hauptsächlich basierend auf eigene Erfahrungen. Hier liegt dieses Buch eher in der wiege zwischen beiden und es fehlt jeweils potentiell ein Teil des anderen. Ansonsten habe ich leider teilweise auch mit dem Schreibstil gekämpft und musste manche Sätze ein paar Mal lesen, bis ich diese verstand. Es fehlte häufig auch der fesselnde Faktor für mich, der mich weiterlesen lies. Ich genoss von ihren eigenen Erfahrungen zu lesen, welche oftmals aber nur kurze Einblicke in das Thema waren und nicht weiter aufgegriffen wurden. Leider habe ich also nicht so stark mit diesem Buch resoniert, wie ich es eigentlich wollte.
Also bei diesem Buch gibt es für mich nicht viel zu sagen außer bitte lest es. Alle.....es ist so gut geschrieben und ich habe mich so oft auch wieder gefunden. Es ist so aktuell und voller Emotionen die mir unter die Haut gegangen sind. In diesem Buch geht es um Frauen und darum wie wir unseres inneres Good Girl begrenzen können. Wir sollen es gar nicht verlieren, es uns aber deutlich mehr bewusst machen. Es gibt hier so viele kleine wie große Wahrheiten und Momente, die mich immer wieder innehalten lassen haben. Die Autorin schreibt so eindrücklich und doch voller innerer Zweifel gegenüber sich selber, dass ich sie gerne in den Arm genommen hätte. Das Cover passt so gut und ist für mich einfach die perfekte Ergänzung zu einem so guten Buch welches ich euch wirklich nur ans Herz legen kann. Es klärt in einigen Hinsichten auch auf und das war wirklich gut. Es hat meinen Horizont weiter geöffnet und ich habe auch sehr viel für mich mitgenommen.
Titel: Das Good Girl darf gehen – und das ist gut so.
Kurzmeinung: Silvi Carlsson schreibt, als würde sie mir aus der Seele sprechen. Ein Ratgeber, der nicht belehrt, sondern umarmt. Absolut empfehlenswert!
Silvi Carlsson ist vielen durch ihre sozialen Medien ein Begriff: Auf YouTube und Instagram erreicht sie hunderttausende Follower*innen und klärt in ihrer zugänglichen, provokativ-charmanten Art unter anderem über toxische Beziehungsmuster und gesellschaftliche Dynamiken auf.
„Good Girl Exit – Vom Ende der weiblichen Verfügbarkeit“ ist mein erster Berührungspunkt mit der Autorin. Beim Cover musste ich zweimal hinsehen: Ein brennend rosa Strauß Rosen, der in eine Zeitschrift mit dem Titel „Unprecedented Times“ gewickelt wurde. Dazu große, prägnante Lettern – einfach ein lauter Eyecatcher. Was gut so ist, denn bereits die Leseprobe hat mich überzeugt. Schon auf den ersten Seiten spricht Carlsson ein wichtiges Thema an, nämlich emotionale Verfügbarkeit und weibliche Sozialisation. Und das trifft.
Beim Lesen hätte ich fast (Achtung, Wortwitz!) ein Schleudertrauma vom ständigen Nicken bekommen. Die Ahs und Ohs sind nur so hervorgesprudelt. Denn die Autorin trifft einen Nerv. Oft merken wir gar nicht, dass wir versuchen, durch angepasstes und vor allem stetig erlerntes Verhalten unsere Umwelt glücklich zu machen, um ja nicht als anstrengend oder zickig zu gelten. Das Good Girl entschuldigt sich ständig, sagt, es sei „okay“, obwohl es das nicht ist. Und es fällt ihr leichter, für andere da zu sein, als eigene Grenzen zu wahren. Denn die Angst, zu viel zu sein oder nicht gemocht zu werden, ist viel größer. Und dabei spielt es wirklich keine Rolle, für wen wir das tun – sei es die Eltern, der oder die Partner oder Partnerin oder auf beruflicher Ebene. Immer wieder kann man in die Rolle des Good Girl rutschen.
Carlsson erläutert vieles anhand eigener Erfahrungen und nimmt damit einen Teil der Scham. Ihr leichter, zugänglicher Schreibstil macht schwere Themenkomplexe gut aufnehmbar. Mit Querverweisen zu feministischer Literatur, Essays und Abhandlungen entsteht ein runder, nicht schwergängiger Ratgeber. Die Sprache ist klar, direkt und dabei stets einfühlsam. Im ersten Teil erklärt sie unter anderem die Grundzüge wie Scham, Schuld, Male Gaze, aber auch emotionale und körperliche Verfügbarkeit. Im zweiten Teil zeigt sie Wege, wie man sich aus der weiblichen Verfügbarkeit lösen kann, ohne sich selbst zu verlieren.
Man muss nicht allen Punkten zustimmen. Ich empfand die Lektüre vor allem als Anstoß, meine eigenen Handlungen zu reflektieren.
Zersprengt eure Ketten, verlasst euer eigens erschaffenes Gefängnis und werdet das Good Girl in euch los, das brave, hyperangepasste Mädchen, das allen gerecht werden will, nur sich selbst nicht.
Meine Bewertung: (5 von 5 Sternen) Ich denke, dieses Buch könnte besonders für Leser*innen ein Gewinn sein, die ihre reflexhaften, antrainierten Handlungen hinterfragen möchten. Durchbrecht eure Muster und seid gut zu euch selbst.
Frauen sollen sich anpassen, immer nett sein, eben ein echtes „Good Girl“ – doch was wäre, wenn damit Schluss ist? In ihrem ersten Buch „Good Girl Exit“ beschäftigt sich die Journalistin, Autorin und Content Creatorin Silvi Carlsson damit, wie wir uns dieser Rolle, die für uns Frauen vorgesehen zu sein scheint, ein für alle Mal entziehen.
Im ersten Teil des Buches springt sie nur so von Thema zu Thema. Von Scham und Schuldgefühlen über das Muttersein, von der Beautyindustrie zu Britney Spears, vom Male Gaze zu Beziehungen und Sisterhood. Jedes Kapitel kann demzufolge nur sehr kurz auf das Schlagwort in der Überschrift eingehen, dazwischen streut die Autorin eigene Erfahrungen ein und verweist auf Autorinnen, die der aktuellen Thematik ein ganzes Buch gewidmet haben. So fühlte ich persönlich mich einfach nur noch gehetzt, während Silvi Carlsson versucht, einfach viel zu viel in ein einziges Buch zu pressen.
Im zweiten Teil soll es dann eigentlich darum gehen, wie wir diesen „Good Girl Exit“ schaffen können, aber die Lösung bleibt wenig konkret. Im Prinzip sollen wir uns einfach weniger mit Männern beschäftigen und solidarisch sein. Dann folgen noch ein paar Beispiele aus anderen Ländern, wie Korea, Liberia oder Island, die zwar interessant sind, aber keinerlei Bogen zur Situation in Deutschland schlagen (können).
Alles in allem bleibt das Gefühl, dass Silvi Carlsson in diesem Buch einfach zu viel will: jedes Schlagwort behandeln, jedes Werk von Kolleginnen anbringen, Beispielfälle aus den Medien und dann noch ihre persönliche Geschichte einweben. Und all das ist natürlich gut und auch legitim, dennoch wünschte ich, sie hätte sich auf eine Sache beschränkt: entweder ein Sachbuch über das Thema der weiblichen Verfügbarkeit oder ein Memoir über ihren persönlichen Weg. Beides zusammen nimmt der jeweils anderen Sache, in meinen Augen, wertvollen Raum.
Fazit: Interessant für einen Einstieg ins Thema. Wer jedoch bereits die im Buch genannten Werke kennt, wird hier wenig Neues finden und Silvi Carlssons eigener Weg verschwindet zwischen Schlagworten.
„Good Girl Exit“ von Silvi Carlsson hat mich zunächst sehr angesprochen, da das Thema „Ende weiblicher Verfügbarkeit“ mich sehr interessiert. Der Klappentext verspricht eine wichtige Auseinandersetzung damit, wie Frauen von klein auf lernen, emotional, körperlich und mental für andere verfügbar zu sein.
Leider bleibt das Buch hinter diesen Erwartungen zurück.
Die klare Zweiteilung ist zunächst sehr gut gewählt. Im ersten Teil geht es um weibliche Verfügbarkeit und ihre Prägungen, zum Beispiel durch Anpassung, Datingkultur, Scham und die große „Girlboss“-Lüge. Der zweite Teil widmet sich dem Ausstieg aus diesen Mustern, etwa durch kollektive Kraft oder radikalen Entzug. Das Inhaltsverzeichnis weckte daher große Erwartungen.
Viele dieser Themen werden jedoch nur gestreift, statt wirklich vertieft. An die Stelle einer objektiven Analyse treten persönliche Erfahrungen, gesellschaftskritische und psychologische Reflexionen, die zwar interessant sind, dem Text aber stellenweise die argumentative Schärfe nehmen. Auch die Einbindung von Social-Media-Beispielen verstärkt den Eindruck einer eher assoziativen als systematischen Herangehensweise.
Positiv hervorzuheben sind einzelne Denkanstöße, etwa zur Macht von Sprache oder zu kollektivem Handeln. Besonders die Beispiele aus Island und Liberia machen sichtbar, welches Potenzial in gemeinsamer Organisierung liegen kann.
Kritischer sehe ich den teils pauschalen Blick auf Männer und heterosexuelle Beziehungen, der nicht durchgehend differenziert wirkt. Zwar ist die Kritik an patriarchalen Strukturen vollkommen berechtigt, doch hätte ich mir insgesamt eine analytischere und vielschichtigere Perspektive gewünscht, insbesondere auf die Frage, warum weibliche Verfügbarkeit so tief gesellschaftlich verankert ist.
Insgesamt ist es ein Buch mit wichtigem Thema und interessanten Impulsen, das seine Möglichkeiten jedoch nicht ausschöpft. Wer erste Denkanstöße sucht, wird hier fündig. Wer eine tiefgehende, differenzierte Analyse erwartet, wird eher ernüchtert zurückbleiben.
Im Buch "Good Girl Exit" geht es darum, wie Frauen schon von kleinauf lernen, brav, angespasst und nett zu sein. Die Autorin beleuchtet in Teil 1 des Buchs unter anderem, wie Schuld und Scham uns organisiert, wie wir in toxische Beziehungen gelangen und warum wir als Good Girls oft gestresst sind und ausbrennen. In Teil 2 lernen wir in mehreren Schritten, der Realität der Männer ins Auge zu blicken, uns auf uns selbst und unser Glück zu konzentrieren und wie erweiterte Beziehungen und Freundinnenschaften funktionieren. Es geht auch darum, was passiert, wenn Frauen sich kollektiv verweigern und nicht mehr in der für Männer gewohnten Weise zur Verfügung stehen.
Ich persönlich finde das Buch ganz toll. Der Schreibstil der Autorin ist autenthisch, ehrlich aber auch sehr empathisch. Ich habe mich in dem Buch oft wiedererkannt und total verstanden sowie gesehen gefühlt. Mir ist beim Lesen bewusst geworden, wie sehr ich mich oft zurückgenommen habe, um es allen Recht zu machen, allen außer mir selbst natürlich. Mir ist auch aufgefallen, wie anstrengend und stressig das für mich ist und wieviel glücklicher ich bin, wenn ich mein Leben so lebe, wie es mir entspricht. Immerhin sind wir Frauen nicht die Feelgood-Managerinnen des Planeten und des Patriarchats, sondern eigenständige Wesen, die ihr Leben entsprechend ihrer Bedürfnisse leben sollten!.
Das Buch hat mich viel zum Nachdenken und zur Selbstreflexion angeregt und ich werde es noch öfter zur Hand nehmen, um darin zu lesen. Ich finde das Buch ganz großartig und kann es wärmstens empfehlen, da soviel Women Empowerment darin steckt.
Dieses Buch hat mich auf eine Weise berührt, mit der ich nicht gerechnet hätte. Good Girl erklärt nicht nur gesellschaftliche Strukturen, sondern macht spürbar, wie tief sich das eigene Selbstbild, in Beziehungen und in die Vorstellung davon einschreiben, wie man sein darf.
Auch wenn ich mich schon mit vielen der behandelten Themen auseinandergesetzt habe, hatte ich beim Lesen immer wieder den Gedanken: "JAA! Genau das!" Nur hatte ich bisher nicht die richtigen Worte dafür. Dank Good Girl habe ich mich und mein Umfeld besser verstanden und endlich mehr Worte dafür finden können. Dafür bin ich der Autorin sehr dankbar.
Die persönlichen Passagen sind für mich genau der Punkt, an dem sichtbar wird, was diese Strukturen tatsächlich mit Menschen machen. Dadurch kommt das Buch einem sehr nah. Es fühlt sich stellenweise fast so an, als würde jemand Gedanken und Gefühle aussprechen, die man selbst lange mit sich herumgetragen, aber nie richtig greifen konnte.
Silvi schreibt klug und reflektiert, gleichzeitig aber ehrlich, verletzlich, wütend und immer wieder humorvoll. Deshalb liest sich dieses Buch trotz der Schwere mancher Themen nicht wie ein trockenes oder anstrengendes Sachbuch. Die Tiefe des Buchs liegt für mich darin, Zusammenhänge sichtbar zu machen, zwischen dem großen gesellschaftlichen Ganzen und den scheinbar kleinen inneren Fragen, ob man gerade zu laut, zu fordernd, zu kompliziert oder einfach "zu viel“ war.
Für mich ist Good Girl ein sehr mutiges und vor allem menschliches Buch, das noch lange nach dem Lesen weiterarbeitet und daher von mir eine absolute Herzensempfehlung.
Mit „Good Girl Exit“ präsentiert Silvi Carlsson eine verständliche, inspirierende Analyse der Frauenrolle in der Gesellschaft. Es geht um die ständige Anpassung an Ideale sowie die von klein auf internalisierten Erwartungen und wie sie sich auf das Leben jedes Mädchen und jeder Frau auswirken. Ein komplexes Thema, welches die Autorin durch ihren klaren Schreibstil gut verständlich macht. Sie hält den Leserinnen einen Spiegel vor und lädt dazu ein, eigenes Verhalten und Gesellschaftsstrukturen zu hinterfragen. Dabei geht sie sehr wissenschaftlich und mit fundierter Logik an die Sache, ohne an nötigem ‚Feuer‘ und Eindringlichkeit zu verlieren. Ich konnte mich in vielen Kapiteln wiederfinden und so wird es den meisten Frauen gehen, unabhängig davon, wie unterschiedlich das Leben einer jeden aussieht. Es geht natürlich auch ums Ausbrechen aus bestehenden Strukturen und darum, selbstbewusst den eigenen Weg zu gehen; aber auch, warum das vielleicht nicht immer so einfach ist. Mir hat sie Mut gemacht und obwohl ich bereits andere Bücher dieser Art gelesen habe, waren hier viele neue Denkansätze dabei und auch Aufbau und Schreibstil haben sehr zu dem Leseerlebnis beigetragen.
Insgesamt ist „Good Girl Exit“ für mich ein Buch, das seinen Einfluss in mein Leben gefunden hat und welches ich noch öfters aus dem Regal zum Blättern oder Lesen holen werde. Beim Lesen konnte ich schon nicht anders, als immer wieder den Textmarker zu zücken und Textstellen zu markieren. Eine absolute Leseempfehlung für jede Frau und eigentlich jeden, der besser verstehen möchte, wie gesellschaftliche Erwartungen unser Denken und Handeln prägen.
Good Girl Exit ist eines dieser Bücher, bei denen man beim Lesen immer wieder denkt, wie erschreckend vertraut einem vieles vorkommt. Silvi Carlsson beschäftigt sich damit, warum Frauen so häufig lernen, nett, verständnisvoll und für andere verfügbar zu sein. Es geht um People Pleasing, Grenzen, Beziehungen, den eigenen Körper und darum, wie sehr weibliche Sozialisation beeinflusst, wie wir uns selbst und andere sehen. Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch nicht trocken oder belehrend geschrieben ist. Silvi verbindet persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen und psychologischen Themen und erklärt vieles so verständlich, dass man sich schnell darin wiederfindet. An einigen Stellen habe ich wirklich über mein eigenes Verhalten und Dinge nachgedacht, die ich bisher einfach als normal angesehen habe. Spannend fand ich auch die Frage, was eigentlich passiert, wenn Frauen aufhören, es allen recht machen zu wollen. Eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen und Grenzen zu setzen klingt eigentlich selbstverständlich. Trotzdem wird Frauen noch immer sehr früh beigebracht, Rücksicht zu nehmen, nett zu sein und bloß nicht als schwierig zu gelten. Natürlich wird nicht jede Leserin bei jedem Punkt dieselben Erfahrungen gemacht haben. Trotzdem glaube ich, dass sehr viele Frauen zumindest Teile davon wiedererkennen werden. Das Buch gibt viele Denkanstöße und hat bei mir definitiv etwas ausgelöst. Für mich ein wichtiges und sehr aktuelles Buch, das ich besonders Frauen ans Herz legen würde. Manche Dinge muss man vielleicht erst einmal schwarz auf weiß lesen, um zu merken, wie tief sie eigentlich sitzen.
Ich kenne Silvi Carlsson schon lange von YouTube und schaue ihre Videos sehr gerne und auch da gefällt mir immer wieder, wie die Autorin Dinge in den Kontext einordnet und einfach sehr reflektiert und relatable ist. Deshalb habe ich mich sehr auf das Buch gefreut und ich finde, das Buch ist von der Art ähnlich wie ihre Videos, der Schreibstil ist stellenweise humorvoll, sachlich, wütend, empathisch und sehr facettenreich, wie wir FLINTA*s nuneinmal auch sind. Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Mischung aus persönlichen Erfahrungen, gesellschaftlichen Erfahrungen, geschichtlichen Anekdoten, wissenschaftlichen Fakten und psychologischen Einordnungen. Und ich fand auch den Aufbau sehr schlüssig, wir beginnen mit den Hintergründen des Good-Girls und dann geht es dazu über, wie wir uns dieser Rolle Stück für Stück entziehen können, wobei auch noch mal einige hilfreiche Hinweise für mich dabei waren. Persönlich mochte ich im ganzen Buch den Abschnitt über Mutterschaft und Kinderwunsch am liebsten, weil er ein Gefühl beschrieben hat, das ich so auch in mir trage, aber nicht richtig in Worte fassen konnte und das tat einfach gut zu lesen, dass es anderen genauso geht. Insgesamt eine große Empfehlung von mir!
Ich war sehr positiv überrascht, dass ein so "Pop-Feministisches" Buch doch so sehr in die Tiefe geht. Vor allem die ersten paar Kapitel, in denen man Silvis Psychologie-Hintergrund erkennt, waren sehr gut recherchiert, zusammenhängend und haben mir sehr gut gefallen. Hier konnte ich reflektieren und sogar noch etwas lernen.
Ab der Mitte circa entzerrt dich die Erzählweise jedoch und der rote Faden geht für mich etwas verloren. Hier werden die Fakten etwas oberflächlicher und ich habe mich teilweise gefragt, ob alle behandelten Themen wirklich notwendig waren, oder ob eine Reduzierung auf die wesentlichen Kernpunkte der Hauptaussage des Buches nicht noch etwas besser getan hätte.
Das Zusammenspiel aus persönlichen Erzählungen, historischen Anekdoten und wissenschaftlichen Fakten machen das Buch sehr gut lesbar und kurzweilig. Für den Einstieg in moderne, feministische Themen kann ich es empfehlen und werde es vielleicht auch der ein oder anderen Freundin schenken. Für "fortgeschrittene" Leserinnen dieses Genres wird es wohl wenig neuen Inhalt bieten. Trotzdem würde ich es tatsächlich nicht NICHT empfehlen. Ein paar reflektierende Gedankenanstöße, wie in den ersten paar Kapiteln, können sehr interessant sein.
Good Girl Exit von Silvi Carlsson ist ein feministisches Sachbuch über die emotionale Verfügbarkeit von weiblichen Personen. Er zeigt auf, wie sich Frauen im Patriachat und in den gesellschaftlichen Strukturen angeblich zu verhalten haben, um ein sogenanntes Good Girl zu sein. Besonders der erste Teil des Romans hat mich angesprochen. Mir hat gefallen, dass Silvi Carlsson ihre eigenen Erfahrungen geteilt und diese mit den gesellschaftlichen Strukturen verknüpft. Für mich ist das Sachbuch verständlich und persönlich geschrieben. Man hat sich oft ertappt gefühlt, wenn Silvi Carlsson ihre eigenen Erfahrungen geschildert hat und man sich soooo gut in die Situation hineinversetzen konnte. Es regt einen an, das eigene Verhalten zu hinterfragen und zeigt auf, warum wir so agieren. Das Buch regt definitiv zum Nachdenken an und wird im Nachhinein noch häufiger in die Hand genommen und mich weiterhin beschäftigen. Viele Themen wie People Pleasing, Mental Load, toxische Beziehungen und emotionale Verfügbarkeit werden angesprochen, Allerdings hat mir bei einigen Themen etwas die Tiefe gefehlt, was bei der Vielzahl der Themen und dem begrenzten Umfang des Buches natürlich nur schwer umzusetzen ist. Daher würde ich dem Roman als ein gelungenes Einstiegssachbuch einordnen.