Schule. Letzte Stunde. Fast Feierabend. Dann fallen Schüsse im Flur.
Eine Lehrerin verriegelt im Reflex die Tür, schiebt den Tafelwagen davor und versucht, das zu tun, wofür sie ausgebildet ihre Klasse zusammenhalten. Doch nichts an diesem Tag steht im Lehrplan.
Draußen liegt ein Kollege im Blut. Ein ehemaliger Schüler läuft mit der Waffe durch das Gebäude. Drinnen kippt die Hysterie, Lachen, Panik, Livestreams aus anderen Stockwerken. Während die Polizei „Lockdown“ über die Lautsprecher brüllt, laufen auf den Handys der Jugendlichen die ersten Clips viral.
Die Ich-Erzählerin sitzt mit einundzwanzig Jugendlichen in einem Klassenraum, der nach und nach sein Versprechen als „sicherer Ort“ Schüsse durch Holz, Splitterregen, Blut, das durch die Ritzen unter der Tür kriecht. Ein Mädchen bekommt keine Luft mehr, ein Schüler ist angeschossen, die Verbindung zur Polizei bricht immer wieder ab. Niemand darf raus. Niemand kommt rein.
AMOK erzählt diesen Ausnahmezustand in Echtzeit – aus der Sicht einer Lehrerin, die zwischen Protokoll und Bauchgefühl entscheiden muss, wen sie ihre Karriere, ihre Schüler, sich selbst. Und die nach dem Einsatz feststellen muss, dass der eigentliche Kampf erst gegen Deutungen, Medien, Eltern, Behörden – und gegen die Frage, ob sie die Warnsignale früher hätte sehen müssen.
Nah, brutal, ein Schul-Thriller wie ein geschlossener Raum, in dem die Gewalt durch jede Ritze sickert.