Ich hatte einen Fantasy-Roman erwartet (so wurde er auch angekündigt), bekommen habe ich aber einen waschechten SF-Abenteuerroman, dessen Setting einen düsteren Hintergrund hat, aber letztendlich mit einem Happy-End endet, der m.E. den Gesamteindruck etwas vermindert.
Der Roman spielt auf dem Planeten Bisola, der um einen Doppelsternsystem kreist, die Drehung des Planeten ist um seine Gelbe Sonne stark gebunden, so dass der Tag/Nacht-Zyklus über ein ganzes Menschenleben dauert (wie lange genau, wird nie erklärt). Auf dem Planeten leben 2 unterschiedliche intelligenten Spezies, in ferner Vergangenheit gab es wohl große Auseinandersetzungen, die schließlich in einem Vertrag endete, der die Menschen verpflichtete, nur in der Nacht zu leben, die amphipischen Sasseks dürfen den Tag nutzen. Die Grauwacht, eine Polizeitruppe, die über besondere Fähigkeiten verfügt, überwacht diesen Vertrag und sorgt dafür, dass die unterschiedlichen Spezies nicht auf der falschen Seite gesichtet werden. Corvus gelingt es gut, seine Charaktere zu beschreiben, da ist der Fahnenflüchtige Grauwacht-Angehörige, da die Tochter eines Astronomen, die eine unerlaubte Beziehung führen, da sind verschiedene Protagonisten der beiden Spezies, die unterschiedliche Ziele verfolgen.
Alles in Allem ein Abenteuer auf einer SF-Welt, auch die Episode, wo gezeigt wird, wie die Menschen nach Bisola gekommen sind und wie die beiden Spezies auf eine dritte intelligente Art getroffen sind, die sie beinahe ausgerottet haben, wurde sehr eindrucksvoll geschildert.
Das Setting des Romans, wie auch die Beschreibung der Grauwacht (Nachtwache) erinnert ein bischen an "Ein Lied aus Eis und Feuer", ohne dass aber der Suchfaktor spürbar wird. Ein Roman, der kurzfristig Spaß macht, aber auch nicht mehr und nicht weniger...