Grafschaft Devon 1913: Ruby, die 18-jährige Tochter von Lord und Lady Compton, wächst sehr behütet auf dem elterlichen Herrensitz Rosefield Hall auf. Als der attraktive Cyril Brown aus London anreist, um den Sommer auf dem nahen Tamary Court zu verbringen, fühlen die beiden sich auf Anhieb zueinander hingezogen – und Ruby verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben. Doch Rubys Eltern sind strikt gegen eine Verbindung mit dem nicht adeligen jungen Mann. Außerdem scheint Cyril ein Geheimnis vor Ruby zu verbergen. Cyril stellt Rubys Leben auf den Kopf, doch plötzlich wendet er sich von ihr ab. Und dann ziehen dunkle Wolken am Horizont auf ...
England 1913: Ruby ist 18 Jahre alt und sehr privilegiert aufgewachsen auf Rosefield Hall. Nun soll sie standesgemäß heiraten, aber ihre beiden Verehrer sagen ihr gar nicht zu. Da begegnet sie bei einem Ausritt mit ihrer Stute einem jungen Mann, der sich ihr als Cyril Brown vorstellt. Die beiden freunden sich miteinander an und treffen sich heimlich. Diese Treffen sind der Beginn einer Reihe von Veränderungen, die auf Ruby zukommen und die ihr bisheriges Weltbild durcheinanderbringen. 🌸💜🌸 Mein Leseeindruck: "Sturm über Rosefield Hall" ist mir als erstes wegen des schönen Covers aufgefallen, was ich sehr ansprechend finde. Aber auch die Geschichte hat mich sehr angesprochen, und dann war ich nach den ersten Zeilen schon gefesselt von dem Buch. Ich habe es innerhalb eines Tages gelesen, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen mochte. Das Buch hat noch nicht einmal 350 Seiten, und doch sind diese Seiten so prall gefüllt mit Leben. Es passiert so unglaublich viel, und ich habe sehr mit den Figuren mitfühlen können. Es geht dabei nicht nur um Ruby, sondern auch um das Dienstmädchen Florence, um Cyril und seine Schwester Alice, um Rubys Bruder Edward und um noch einige Charaktere mehr. Dabei bleibt aber alles übersichtlich; man kann den einzelnen Handlungen und Geschehnissen problemlos folgen. Mich hat das Buch ganz wunderbar unterhalten.
Ich war überrascht, das das Buch viel über Suffragetten, Rassismus und Politik enthielt - positiv allerdings. Spannend erzählt und mit viel Liebe zu den Charakteren hat mir das Buch sehr gefallen. Schade nur, das es so kurz war; ich hätte gerne noch viel mehr über diese Zeit erfahren und wie es mit den Protagonisten weiter geht.
Der Klappentext hat mich ein wenig in die Irre geführt. Ich dachte, die Geschichte würde in der Zeit des 1. Weltkriegs spielen. Tatsächlich finden die Geschehnisse alle kurz vor dem Krieg statt. Nichtsdestotrotz hat mich die Story ganz gut unterhalten.
Hat mir sehr gut gefallen. War zwar auch anders, als erwartet, aber positiv. Es war spannend, authentisch, man konnte auch was lernen, es gab bei mehreren Personen eine gut dargestellte Charakterentwicklung.
Inhalt Die 18-jährige wohlbehütete und so wie es sich im Jahre 1913 für eine Frau gehört gehorsame Ruby, wächst auf dem elterlichen Herrensitz Rosefield Hall auf. Zum ersten Mal in ihrem Leben verliebt sich Ruby: in den attraktiven Cyril Brown, der aus London angereist ist, um den Sommer auf Tamary Court zu verbringen. Beide fühlen sich zueinander angezogen, doch Rubys Eltern, Lord und Lady Compton, sind strikt gegen eine Verbindung mit dem nicht adeligen Mann. Außerdem scheint Cyril ein gefährliches Geheimnis zu haben und zieht sich immer mehr von Ruby zurück. Und schon bald ziehen dunkle Wolken über Rosefield Hall auf und Ruby muss sich entscheiden...
Meinung Bevor ich zum Inhalt des Buches komme, muss ich sagen, ich liebe dieses Cover! Dieses Gebäude mit den dunklen Wolken darüber repräsentieren perfekt das Buch. So habe ich mir die ganze Zeit Rosefield Hall vorgestellt. Und auch die Blüten in der oberen rechten Ecke sehen schön aus. Außerdem steht der Titel hervor, so dass man darüber streichen kann, Solche Details gefallen mir ja immer gut!
Der Klappentext wird diesem Buch nicht gerecht, doch anders hätte man ihn wohl auch nicht gestalten können ohne zu viel zu verraten. Mich hat er ehrlich gesagt auch etwas fehlgeleitet. Ich habe nicht so ernsthafte Themen erwartet, war dennoch sehr positiv überrascht. Ein Schwerpunkt des Buches handelt von (ohne zu viel zu verraten) Vergewaltigungen an Frauen. Der wahre Hintergrund von diesem Schwerpunkt wird im Anhang erläutert. Auch wenn ich eigentlich kaum den Anhang von einem Buch lese, so musste ich es bei diesem tun. Mein Rat an alle die dieses Buch noch lesen wollen: lest es auch! Was da steht ist erschreckend und ernüchternd zugleich. Eine Schande eigentlich, dass ich all die Jahre nichts darüber im Geschichtsunterricht gehört habe. Umso mehr empfinde ich dieses Buch als eine Bereicherung für mich. Überrascht hat mich auch, dass sich die Hauptpersonen in den Kapiteln immer mal wieder wechseln. So viele Schicksale werden dadurch in einem Buch erzählt. Trotz der verschiedenen Charakteren war ich Ruby am nächsten und letztendlich hat ihre Geschichte den Schwerpunkt. Ruby ist von Anfang an eine starke Protagonistin, die nur erkennen musste wo ihr Platz in der Welt ist. Sie ist stur, hartnäckig und auch mitfühlend. Sie möchte unbedingt etwas verändern - Ruby ist eine Kämpferin. Cyril dagegen fand ich etwas farblos. Für mich ist er beliebig austauschbar, weil ich ihn nicht wirklich nachfühlen konnte. Ansonsten empfinde ich noch den Charakter Edward als sehr gelungen.
Fazit Ein bewegendes und berührendes Buch über die schwierige Zeit vor und auch während des ersten Weltkrieges. Von mir bekommt dieses Buch eine klare Empfehlung! Lest dieses Buch und erfährt was die Farben Weiß, Grün und Violett für eine Bedeutung haben.
Liebe über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg. Alte Konventionen die langsam bröckeln während der Krieg vor der Türe steht. * „Sturm über Rosefield Hall“ von Julie Leuze ist ein besonders für Einsteiger geeigneter historischer Roman mit wunderschönem Cover aus dem Goldmann Verlag. Die 350 Seiten machen das Buch zu einem historischen Snack. * Ruby wächst auf dem elterlichen Anwesen behütet aber auch unter alten Konventionen auf. Sie vertreibt sich ihre Zeit mit Tee und Ausritten, ganz anders ihr Dienstmädchen Florence. Sie muss hart arbeiten um ihr Leben zu bestreiten. Als der geheimnisvolle Cyril in Rubys Leben tritt ändert sich plötzlich alles, am aller meisten Ruby selbst. * Zu Beginn fand ich das Buch etwas flach. Doch dann nahm die Handlung an fahrt auf. Julie Leuze versteht es, die Protagonisten abwechselnd ihre Sichtweisen darzulegen und plötzlich hat man sie in sein Herz geschlossen, oder man hasst sie leidenschaftlich, wie Rubys widerlichen Bruder. Toll fand ich den Schreibstil der trotz seiner Einfachheit Tiefe hat und damals politisch brisante Themen anspricht. Wirklich gutes Buch für den historischen Einstieg.
Ich habe mir hier eine unterhaltsame und atmosphärische Lektüre vorgestellt. Unterhaltsam war sie, leicht zu lesen im Lesefluss. Atmosphäre wäre für meinen Geschmack noch ausbaufähig aber alles in allem war Stil und Sprache angenehm. Sehr positiv überrascht war ich über die verschiedenen sozialkritischen Themen, die verarbeitet wurden, für den ein oder anderen vielleicht ein/zwei Themen zu viel, für die Kürze des Buchs. Mich hat es nicht gestört, da es sich nicht gekünstelt angefühlt hat. Insbesondere das Nachwort der Autorin war einordnend. Die Figuren blieben stereotypisch, aber sympathisch (zumindest die meisten). Wer eine unterhaltsame Lektüre möchte, die nicht allzu schwer ist aber dennoch nicht nur Liebesgeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts möchte inkl. mit Einbau von sozialen und historischen Ereignissen, wird Freude mit diesem Buch haben.
Die 18jährige Ruby wächst sehr behütet als Tochter von Lord und Lady Compton auf Rosefield Hall auf. Doch in diesen Tagen geschehen zwei sehr unerwartete wie aufregende Dinge: zum Einen wird Edward, Rubys Lieblingsbruder, auf dem Herrensitz erwartet. Endlich kann sich Ruby wieder verstanden fühlen, denn vor ihrem Bruder, der ganze zwei Jahre auf der Erdnussplantage der Familie in Gambia verbracht hat, hatte sie noch nie Geheimnisse. Zum Anderen begegnet ihr auf einem ihrer Ausritte, die ihr stets Freiheit bedeuten, ein attraktiver Mann, der sich ihr als Cyril Brown vorstellt. Und so verliebt sich Ruby erstmals in ihrem Leben... Selbstverständlich ist Ruby klar, dass ihre konservativen Eltern niemals mit einem nicht-adeligen Mann für sie einverstanden wären. Plötzlich spitzt sich die Lage bei den Comptons zu, denn Edward kehrt mit zwei schwarzen Angestellten auf das heimatliche Rosefield Hall zurück und kann dem Rassismus zuhause nicht zustimmen. Er besteht auf ein Gästezimmer für seine Begleitung und zieht auch sonst reichlich Ungemach an sich... So werden die Essensgespräche immer unangenehmer, zumal der älteste Sohn und zukünftige Erbe, Basil, mit seinen Ansichten zur Eugenik, den Frauen und seinem Rassismus ein wirklich unfassbar unsympathischer Kerl ist - selbst für seine Zeit. Und dann kommt eine noch größere Überraschung für Ruby: Cyril kommt zu ihren Eltern zu Besuch und sie begreift, dass sie ihn für jemand anderes gehalten hat, denn Cyril stammt aus London und leitet dort sehr erfolgreich ein Kaufhaus. Dennoch ist das kein Anlass zur Hoffnung, denn auch sogenannten "Geldadel" werden ihre Eltern nicht dulden. Und dann zieht sich Cyril auch noch zurück... Immerhin findet Ruby in der Bediensteten Florence eine Freundin und findet wieder Zugang zu ihrem Bruder Edward, der anfänglich etwas zu fremdeln schien. Doch natürlich haben ihre Eltern kein Verständnis für die modernen Ansichten ihrer Tochter. Gerade deshalb ist für Ruby der Kontakt zu Cyril, seiner Schwester Alice und zu Florence so wichtig. Durch Gespräche auf Tamary Court, wo Edward mit seiner Schwester und seiner Mutter untergekommen ist, erfahren Ruby und Florence von den neuesten politischen Entwicklungen und davon, dass nun auch Frauen für ihre Rechte kämpfen. Doch Ruby weiß, dass sie zuhause niemals mit den Ideen der Suffragetten anzukommen braucht. Außer bei Edward, von dem sie nun auch einige pikante Geheimnisse erfährt. Ruby muss sich entscheiden - will sie ihr Leben in die Hand nehmen? Denn Edward wird nach Gambia zurückkehren und dann ist die auf Rosefield Hall wieder ganz auf sich gestellt...
Julie Leuze hat eine beeindruckende Leichtigkeit, mit der sie hier eine interessante Geschichte aus einer spannenden Zeit erzählt. Die Suffragetten haben viel geleistet, doch selbstverständlich war dieser Kampf zäh und langwierig und ging irgendwann - zumindest partiell - in Gewalt über. Aus heutiger Sicht bin ich diesen Frauen sehr dankbar! Besonders authentisch wirkt die Handlung durch Perspektivwechsel, denn so erfährt man sowohl von den Gedanken und Emotionen der Angestellten Florence - ebenso wie zum Beispiel im Kontrast dazu die Sicht von Ruby, von der im Grunde nicht mehr erwartet wird, als adrett zu sein und sich keinesfalls in die Männerthemen oder gar die Angelegenheiten der arbeitenden Menschen auf Rosefield Hall einzumischen. Aber auch die Figuren sind der Autorin wunderbar geglückt: allen voran natürlich die charakterstarke und mutige Ruby, aber auch ein beeindruckend klarer Edward, eine intelligente, mitfühlsame Florence, ein großartiger Cyril und eine tapfere Alice haben mich restlos überzeugt. Ich habe mit diesen Sympathieträgern mitgelitten und gehofft, dass für sie alle ein gutes Ende möglich ist. So fliegen die Seiten nur so dahin und ich war fast schon ein bisschen traurig, als ich das Buch zuklappen musste und die mir lieb gewonnenen Charaktere zurücklassen musste.
Fazit: Eine wunderbare Lektüre, die nicht nur prächtig unterhält, sondern auch noch von einer wichtigen Epoche des Kampfes für Frauenrechte erzählt! Und dann mit einem sehr interessanten Nachwort der Autorin abgerundet wird. Eine Empfehlung!
Klappentext Grafschaft Devon 1913: Ruby, die 18-jährige Tochter von Lord und Lady Compton, wächst sehr behütet auf dem elterlichen Herrensitz Rosefield Hall auf. Als der attraktive Cyril Brown aus London anreist, um den Sommer auf dem nahen Tamary Court zu verbringen, fühlen die beiden sich auf Anhieb zueinander hingezogen – und Ruby verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben. Doch Rubys Eltern sind strikt gegen eine Verbindung mit dem nicht adeligen jungen Mann. Außerdem scheint Cyril ein Geheimnis vor Ruby zu verbergen. Cyril stellt Rubys Leben auf den Kopf, doch plötzlich wendet er sich von ihr ab. Und dann ziehen dunkle Wolken am Horizont auf ...
Über die Autorin Julie Leuze, geboren 1974, studierte Politikwissenschaften und Neuere Geschichte in Konstanz und Tübingen, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Mittlerweile widmet sie sich ganz dem Schreiben von Auswanderersagas und Frauenromanen. Julie Leuze lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Stuttgart.
Meine Meinung
Story In diesen Roman hat die Autorin wahnsinnig viele Themen angesprochen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine wichtige und prägende Rolle gespielt haben. Dazu gehören die Standesunterschiede, und wie schlecht es doch der Unterschicht alleine in England ging. Bis hin zu den Anfängen der Suffragetten Bewegung, zu der Alice und ihre Mutter Gwendolen, ja selbst Cyril gehören. Die Suffragetten setzten sich für die Gleichstellung und das Wahlrecht der Frauen ein und griffen dabei zu harten Methoden , die sie letztendlich ins Gefängnis brachten, wo sie unter schrecklichen Umständen leben mussten und sogar zwangsernährt wurden. Zudem hat die Autorin auch die Homosexualität mit in den Roman eingebaut, denn zwischen Cyrils Schwester Alice und dem Dienstmädchen und guter Freundin Florence entsteht eine wunderschöne Liebesbeziehung, auch wenn dieses Thema damals ein absolutes Tabu war. Aber auch die Liebesgeschichte kommt hier nicht zu kurz, denn Ruby die Protagonistin, hat sich in den charismatischen Cyril verliebt, was deren Eltern überhaupt nicht passt, denn Ruby soll nicht unter ihrem Stande heiraten. Doch da dieses ein Roman ist, in denen Frauen für ihre Rechte kämpfen, kämpft natürlich auch Ruby um ihr Glück. Julie Leuze weist wirklich großes Geschick auf, all diese Themen in ein Buch mit knapp 350 Seiten zu packen. Doch es ist ihr wirklich gut gelungen. Die Story ist wirklich kompakt und abwechslungsreich und ich kann sie weiterempfehlen.
Schreibstil Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Die Kapitel sind kurz gehalten und werden im Wechsel von den verschiedenen Hauptcharakteren geschildert, bei denen es um Ruby, Florence, Alice und Alice Mutter Gwendolen handelt. So hat man als Leser einen Einblick in die Gedanken der jeweiligen Person und kann sich viel besser in sie hinein versetzen. Die Story wird dadurch von allen Blickwinkeln durchleuchtet.
Charaktere Das Buch hat fünf Hauptcharaktere, die ich eigentlich alle sehr mochte und die mir sehr sympatisch waren. Besonders Ruby fand ich ganz toll. Sie ist eine Fremde in ihrer eigenen Familie und merkt sehr früh das sie nicht die Ansichten ihrer Eltern teilt, und einen besseren Weg einschlagen möchte, was bedeutet sich von ihrer Familie zu distanzieren. Aber auch die anderen Charaktere wie Florence, die von einem normalen Dienstmädchen zu Rubys Freundin und Seelentrösterin wird und sich gegen die Zwänge der Gesellschaft stellt und sich in die liebenswürdige und zarte Alice verliebt. Selbst Gwendolen, Alice und Cyrils Mutter, wurde mir sympatisch, nach dem ich erfahren habe, was sie durchlebt hat. Cyril kommt natürlich bei all den starken, weiblichen Protas etwas zu kurz. War mir aber nichtsdestotrotz sehr sympathisch.
Mein Fazit
Ein wirklich schöner und informativer Roman von den Anfängen der Frauenbewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Autorin hat es wirklich geschafft in knappen 350 Seiten eine tolle Story entstehen zu lassen, die mich als Leser begeistern konnte. Ich vergebe hier volle fünf von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.
Rosefield Hall 1913: Die 18-jährige Ruby ist die Tochter von Lord und Lady Compton und soll möglichst bald standesgemäß verheiratet werden. Ruby hat darauf allerdings gar keine Lust. Sie freut sich sehr, dass ihr langvermisster Bruder Edward aus Afrika zu Besuch kommt. Endlich ist wieder jemand da, der sie so liebt wie sie ist. Bei einem Sturz vom Pferd lernt Ruby dann den geheimnisvollen und gutaussehenden Fremden Cyril Brown kennen. Verbotener Weise treffen sich die beiden immer wieder und es knistert gewaltig zwischen ihnen. Doch diese Verbindung hat keine Zukunft, da Ruby einen Adeligen heiraten muss. Auch Cyril hat das begriffen und löst ihre Verbindung. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum er Ruby nicht heiraten kann. Ruby ist es leid in einem goldenen Käfig zu leben und beschließt daraus auszubrechen und was verschweigt Cyrils ihr?
Der Anfang des 20. Jahrhunderts ist bei historischen Romanen ja eigentlich nicht meine Zeit. Das Cover hat mich allerdings so in seinem Bann geschlagen, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Zu Beginn handelt es sich um eine typische Liebesgeschichte. Eine höhere Tochter verliebt sich in einen nicht standesgemäßen Mann und stellt sich gegen ihre Eltern. Doch im Laufe der Geschichte kommen immer mehr Themen dazu. Edward, Rubys Bruder erzählt von Afrika und den Zuständen auf der Erdnussfarm.
Auch der vorherrschenden Rassismus und Eugenik werden bei seinem Heimatbesuch auf Rosefield Hall ausführlich besprochen. Ruby und auch ihre Bedienstete Florence werden mit dem Feminismus konfrontiert. Die Suffragetten kämpfen im frühen 20. Jahrhundert um das Frauenwahlrecht und dabei war ihnen jedes Mittel recht. Sehr klischeehaft fand ich auch, dass bei den Feministen sofort auch die Homosexualität eine große Rolle spielt. Bei diesen starken und aufrüttelnden Themen kam mir die eigentliche Liebesgeschichte allerdings zu kurz.
Die Charaktere sind stark gezeichnet und entwickeln sich während der Geschichte stetig weiter. Ruby und Florence werden von der stillen Tochter und der unterwürfigen Bediensteten zu starken junge Frauen, die für ihr Recht kämpfen. Jedes Kapitel ist aus der Sicht eines anderen Charakters geschrieben, so dass hier alle Seiten beleuchtet werden. Ich fand es beeindruckend, wie die Frauen zu dieser Zeit für ihr Recht kämpften.
Schnell lesen ließ sich das Buch jedoch nicht. Die immer wieder angeführten politischen Inhalte, die auch teilweise in Rückblenden erzählt wurden bremsten meinen Lesefluss und durch die vielen Themen gab es keinen wirklichen Spannungsbogen.
Fazit: Eine aufwühlende Geschichte über Standesunterschiede, Rassismus, Homosexualität und Feminismus, die Liebegeschichte kommt dabei leider zu kurz. Eine Leseempfehlung für alle, die mehr über die Rolle der Frau am Anfang des 20. Jahrhunderts erfahren möchten. 3,5 von 5 Sternen.
"Sturm über Rosefield Hall" ist ein gelungener Roman, welcher in seiner Erzählstruktur an Downton Abbey erinnert. Es kommen nämlich gleichermaßen die Herrschaft als auch das Personal zum Sprechen. Besonders und auch zwitpolitisch hochbrisant ist das Werk darin, dass es den Ungerechtigkeiten innerhalb von Gesellschaft sowie innerhalb der verschiedenen Völker den Krieg erklärt! Die Bewegung der Suffragetten wird anschaulich wiedergegeben als auch die Situation der Einheimischen in den (englischen) Kolonien. Die Charaktere sind außerordentlich lebendig geworden und konnten absolute Sympathieträger als auch absolute Hassgegner sein. Insbesondere Ruby und Florence haben eine enorme Entwicklung durchlaufen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm, flüssig und fesselnd. FAZIT: Mir hat der Roman sehr gut gefallen, da die einzelnen Themen gut ausgearbeitet die Geschichte durchzogen haben. Es blieben am Ende keine Fragen unbeantwortet. Zudem möchte ich die gelungene Mischung hervorheben, d.h. jedes Thema wurde in einem idealen Umfang berücksichtigt, sodass insgesamt die Zeit des Vorabendes des Ersten Weltkrieges vor meinen geistigen Auge facettenreich lebendig wurde!