Mir gefiel diese Mischung aus Biografie und wissenschaftlicher Analyse des Lebens Leonardo da Vincis ausgesprochen gut.
Stefan Klein beschreibt den Menschen da Vinci, sein Werk, seine Beweggründe und ist dabei immer bemüht auch hinter den Kulissen, Beweggründe und Antriebsmuster des schier unerschöpflichen Schaffensdrangs da Vincis sichtbar werden zu lassen. Allem voran möchte er, so habe ich dieses Werk verstanden, herausstellen, was das Universalgenie der damaligen Renaissance zu jenem unvergesslichen Künstler hat werden lassen.
In acht Kapiteln analysiert der Autor das Leben und Werk des Künstlers aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus und stellt dabei verschiedene Aspekte in den Mittelpunkt: den Blick des Künstlers auf die Welt, seine Analyse des Elements Wassers, sein "Wirken" im Krieg, seinen Traum vom Fliegen, sein Interesse an der Technik und schließlich am Menschen selbst. Es scheint keinen Bereich zu geben, an dem da Vinci sich nicht versuchte. Keinen Bereich, in dem er nicht forscht und dabei auch noch herausragende Entdeckungen machte. Was für ein Geist in diesem Mann steckt, wird erst deutlich, wenn man sich all seine Interessengebiete und Ergebnisse darin in Gänze vor Augen führt.
Besonders interessant finde ich die Gedanken des Autors am Ende des Buches, in denen er fragt, ob es da Vinci auf der Grundlage unserer heutigen Zeit, im Rahmen unseres Bildungssystems ebenso hätte möglich sein können, diese Genialität, basierend auf dem unerschöpflichen gänzlich freien kindlichen Forschungsdrangs, zu entwickeln bzw. ob es je einem Menschen in dieser Weise nochmals möglich werden würde, etwas Vergleichbares in sich auszubilden.
Wer sich für Biografien interessiert und dabei gerne auch wissenschaftliche Aspekte betrachtet, liegt mit diesem Buch genau richtig. Aber auch jeder, der generell nur Biografien oder Geschichten über Personen des "öffentlichen Lebens" mag, findet an diesem Buch gefallen.