Die Realität vieler Mütter: Sie lieben ihre Kinder, doch gleichzeitig kämpfen sie mit Mental Load, gesellschaftlichem Druck und starren Erwartungen an eine „gute" Mutter. Wo bleibe ich bei all dem als Frau? Wiebke Schenter, reichweitenstarke Influencerin (@piepmadame), erzählt schonungslos ehrlich von ihren eigenen Erfahrungen als Mutter, hinterfragt den Druck der Erziehungs-Bubble und die Illusion der perfekten Mutter. Sie zeigt, wie Frauen ihre Identität trotz aller Herausforderungen bewahren können. Mit ihrem Buch gibt sie einer Erfahrung eine Stimme, die viele teilen, aber nicht immer auszusprechen wagen - für mehr Verständnis, Selbstbestimmung und den Mut, den eigenen Weg zu gehen.
Extrem pauschalisierend und für mich ohne Mehrwert
Wiebke Schenter (@piepmadame) ist Influencerin und nun mit diesem Buch auch Autorin. 1983 in der DDR geboren wuchs sie zuerst in der DDR und nach dem Fall der Mauer im Westen auf. Sie studierte Sozioökonomie in Wien und sammelte dann Berufserfahrung als Assistentin der Geschäftsführung in einer international tätigen Unternehmensberatungsagentur. Sie sagt über sich, dass sie damals keine Ambitionen hatte, aufzusteigen, weil sie nie hinterfragt hat, dass man als Frau eben Kinder bekommt und deswegen auch keine Karriere macht. So bekam sie mit ihrem Mann zwei Kinder und merkte dann nach und nach, als sie schon als Influencerin tätig war, dass sie ihre Mutterschaft bereut. Darüber schreibt sie in diesem Buch auf ihrem Instagram Kanal.
«Mit den Jahren schaffte ich es, mich mehr und mehr aus der BO-Bubble zu lösen und eigene Strategien zu entwickeln, mit denen ich eine liebevolle Beziehung auf Augenhöhe zu meinen Kindern wahrte und gleichzeitig mich selbst nicht kaputtmachte.»
Ich bin Wiebke schon länger auf meinen beiden Instagram Kanälen gefolgt und fand es auch bereichernd. Nach der Lektüre des Buchs bin ich entfolgt. Ich schreibe es nur ungern, aber für viele Influencer ist ein Buch der nächste Schritt. Hier hätte man besser darauf verzichtet.
Zuerst: Das Buch nennt 58 Quellen. Eine interessante Art, Quellen anzugeben, weil sich die einzelnen Quellen immer wieder wiederholen. Insgesamt werden 10 Bücher genannt, bis auf eines alle mehrfach. Die übrigen Quellen sind Websites, u.a. ein Link zu einem Interview mit der Autorin in einem Podcast. Ich kenne die meisten der genannten Bücher und fand sie alle durchwegs interessant und wertvoll. Im Buch wird zwischen eigenen Erfahrungen der Autorin, Fakten aus den genannten Büchern und Rückmeldungen ihrer Follower (u.a. im Rahmen einer «Studie», einer Befragung ihrer Follower, gesammelt) gewechselt. Zwischendurch werden auch alte Posts abgedruckt. Insgesamt gibt es viele pauschalisierende und unreflektierte Aussagen. Das Thema Regretting Motherhood (RM) wird immer wieder angerissen, zwischendurch wird auch eine eigene Definition dafür erfunden. Häufig werden einzelne Fakten aus den genannten Büchern herausgepickt und wiedergegeben (vor allem aus «Für Sorge» von Jo Lücke, «Regretting Motherhood» von Orna Donath und «Mythos Mutterinstinkt» von Annika Rösler und Evelyn Höllrigl Tschaikner).
Mein Fazit: Ich hatte hohe Erwartungen, die nicht nur nicht erfüllt, sondern wirklich enttäuscht wurden. Viele unreflektierte Aussagen und Regurgitationen, wenig Mehrwert. Wer die genannten Bücher schon kennt wird hier nichts neues finden.
Ich empfehle dieses Buch für Menschen die sich bisher weder mit Feminismus, gleichberechtigter Elternschaft, mental load, noch mit regretting motherhood beschäftigt haben und keines der anderen genannten Bücher lesen möchte.