Eine glückliche Familie – so etwas hat Kid nie gekannt. Sie hat gelernt zu verstecken, wer sie ist, was sie sich wünscht, wofür sie sich begeistert. Denn da, wo ihre Eltern sind, ist kein Raum für sie.
Als sie Maxim kennenlernt, wendet sich ihr Leben: Zum ersten Mal weiß sie, was es heißt, glücklich zu sein. Doch ihre Eltern gönnen ihr dieses Glück nicht. Erst nach und nach begreift Kid, dass Träume nur wahr werden, wenn man um sie kämpft.
Lesehighlight aus 2019 und ein wunderschöner Blickfang... Ich denke so gerne an die Geschichte zurück und würde sie am liebsten direkt wieder von vorne beginnen! ❤️
Kid ist 16 und lebt gemeinsam mit ihren beiden Eltern, welche sie „das Duo“ nennt, zusammen. Ihr Verhältnis zum Duo ist nicht besonders gut, aber sie versucht sich trotzdem immer wieder einzureden, dass es ja gar nicht so schlimm bei ihnen ist und sie ja ein schönes Zuhause hätte. Dann verliebt sie sich in Maxim, der für seine Mutter in dessen Bar/Kneipe arbeitet. Maxim ist Russe und ihren Eltern daher ein Dorn im Auge. Hat die Liebe zwischen den beiden eine Chance?
Der Schreibstil ist wirklich schön. Die Kapitel sind nie lang und daher lies sich die Geschichte super schnell und leicht lesen, obwohl das Buch doch einiges an Tiefgang hat. Es ist in Form von Tagebucheinträgen geschrieben, welche von Kid verfasst sind. Wir haben also direkt an ihren Gedanken und ihrem Leben teil.
Kid ist sehr schlau & hat ein Talent für Worte. Sie schreibt leidenschaftlich gern Gedichte und findet darin einen Gleichgesinnten in Maxim. Außerdem ist es ihr Traum Schriftstellerin zu werden und endlich frei zu sein, unabhängig von ihren Eltern.
Es geschehen einige Interessante und schöne Dinge, die ich richtig toll fand und weshalb ich bei der Geschichte mitgefiebert habe. Auch wenn mich manches echt erschüttert und traurig gemacht hat, so gab es auch immer wieder wunderschöne Stellen und ein süßes Happy-End!
Fazit: ein einfühlsames und tiefgründiges Buch über die erste Liebe, das Erwachsenwerden und das zu sich selbst finden. Ein schöner und leichter Schreibstil machen das Lesen dieses Buches zu einem sehr schönen Erlebnis.
"Achte immer auf deine Deckung! Wie heißt die Regel? Ich muss immer auf meine Deckung achten. Deckung."
Zum Cover: Mich hat es persöhnlich in der Bücherei auf Anhieb angesprochen, gerade weil ich früher ein ähnliches Kleid als Kind hatte. Genauso aus Jeans bzw. blau, mit niedlichen Blümchen darauf. Natürlich nicht komplett gleich, das geht ja gar nicht, aber in meiner Erinnerung kommt dieses Bild schon nahe an dieses Cover heran. Trotz allem ein irgendwie besonderes Cover.
Zum Inhalt: Manchmal hat man es schwer mit seinen Eltern. Sie verstehen einen nicht, sprechen eine andere Sprache, da muss man auf der Hut sein. Das 16-jährige Mädchen Kid aus „back to blue“ von Rusalka Reh hat Grund genug, sich über ihre Eltern, die sie „das Duo“ nennt, zu beschweren. Da ist es gut, ein Tagebuch zu haben, sicher versteckt in einem Schulbuchumschlag. Und zu verstecken hat sie, ihrem Alter entsprechend, einiges. In ihrer Liebe zu Maxim lernt Kid, was Nähe und Vertrauen bedeuten kann. Bei Maxim fühlt sich Kid wohl, er hört ihr zu, ihm zeigt sie ihre selbst geschriebenen Gedichte, während er auch welche für sie schreibt. Kids Glück scheint perfekt. Vorurteile und Missverständnisse sorgen jedoch bald für üble Nachrede und sind schließlich Auslöser für Vorkommnisse, die Kids und Maxims Beziehung zu zerstören drohen. Es folgt eine klassische Überreaktion der Eltern, die ihrer Tochter Hausarrest verordnen, um sie vor Maxim, dem vermeintlich russischen Drogendealer, zu schützen: Kontrollwahn der Eltern statt Gespräche, Interesse oder Zuwendung. Nach und nach findet sie allerdings ihre Schreibweise zurück.
Meine Meinung: Da ich erst nicht damit gerechnet habe, dass dieses Buch nicht gewöhnlich niedergeschrieben, sondern in Tagebucheinträge gebracht wurde, hat es mich schon alleine dadurch überracht. Deshalb ließ es sich auch sehr gut und flüssig lesen, bei ein wenig mehr als 200 Seiten wahrscheinlich auch nicht schwer. Aber genossen habe ich es schon, wenn die Atmosphäre auch eher düster ist und eine ganze Zeit lang auch so bleibt. Erst gegen Ende hin beginnt Kid sich zu fragen, was sie im Leben wirklich will. Und genau dort ist es ein wahres Genuss durch die Seiten zu fliegen, denn ab da ist die Atmosphäre wirklich wunderbar träumerisch. Und immerhin gibt es im Umfeld von Kid und Maxim nicht nur unsensible oder überforderte Erwachsene, da sind auch die hilfsbereiten Babysitter-Eltern und vor allem eine ältere Schriftstellerin namens Silvia, die eigentlich auf Madeira lebt und Kid bei ihrer literarischen Arbeit unterstützt. Kids Motto ist übrigens von Amy Winehouses Lied „Back to Black“ inspiriert, doch für Kid bedeutet „back to blue“ nicht ein Zurück zu Trauer und Verzweiflung. Die Farbe Blau bedeutet für sie vor allem den Zugang zur eigenen Identität, was ich an sich als Gedanke doch sehr schön finde, gerade weil blau auch eine meiner Lieblingsfarben ist. Alles, was Kid passiert, schreibt sie in ihr Tagebuch. Anfangs sucht sie noch nach einem passenden Stil, ist unsicher, tastet sich an das Schreiben heran und dabei findet sie nach und nach ihre eigene Schreibweise, hier und da mit einem Smiley verziert, und immer wieder mit eingestreuten selbstverfassten Gedichten, die mehr oder weniger auch allesamt ganz ansehnlich sind. Das weist doch auch eine Art Entwickling ihres Charakters auf, was in einer Geschichte ja schon nicht unwichtig ist. Dabei entsteht jedoch auch eine ganz eigene Mischung aus Jugendsprache und Poesie. Sie ist nicht das, was man als Schriftsprache gewohnt ist, sondern es ist ein Selbstgespräch, oft ohne Satzgefüge, kurze Passagen, oft nur einzelne Worte, die zeigen, wie Gedanken entstehen, sich ergänzen und weiter entwickeln.
„Ich lebe, ich will hier raus. Wohin? Wohin mit mir? Ich muss schreiben. Ich schreibe. Vorerst.“
Manche Kurzsätze sind auf der Seite so angeordnet, dass sie wie eine Vorstufe zu einem Gedicht wirken, auf jeden Fall aber eine Gedankenpause anzeigen oder etwas, das sprachlich nicht leicht zu fassen ist und daher typographische Leere braucht. Wenn Kid Gedichte schreibt, so sind es freie Verse von berührender Intensität und großer Frische. Sie wirken gerade dann, wenn sie unfertig aussehen, kraftvoll und zart zugleich. Hier zeigt sich einmal mehr die Sprachkunst der 1970 geborenen Autorin Rusalka Reh, die selbst als Lyrikerin hervorgetreten ist. Kid entwickelt auch andere kreative Schreibtechniken, so schneidet sie aus Zeitungen Wörter aus und klebt sie zu Schlagzeilen zusammen, die lustig oder bitter sind und ihre Entwicklung nochmals kommentieren: „Lehrjahre einer Buchstabenmönchin“, „Scharren an Gittern“. Und schließlich: „Die Zeit des Kriechens ist vorbei“.
Fazit: Viele fragen sich jetzt bestimmt, warum ich dieses Buch trotzdem "nur" mit 4 Sternen bewertet habe. Tja, eigentlich ist es ganz einfach! Ich weiß zwar nicht, wie ich es genau erklären soll, aber mir hat in der Tat doch noch so ein Funken vom Gewissen Etwas gefehlt. Klar, es hatte genug Besonderheit an sich, durch die Tagebucheintragform schon alleine, aber, ich glaube, gerade dadurch blieben die Charaktere zu mir eher auf Distanz. Obwohl ich die Grundgeschichte wirklich süß und stellenweise sogar ziemlich "krass" traurig doch fand, kommt es für mich nicht über einen normal guten Standard drüber hinaus.
Das Cover von back to blue ist an sich jetzt nicht so der Hingucker, es ist eben eine einfache Tunikabluse, die man nicht gleich als Cover sieht, was aber vielleicht auch den Reiz des Covers ausmacht. Auch der Titel des Buches und der Autorenname ist nur unscheinbar wie ein Einnäher ins Kleid und darüber geschrieben, was dann einfach gar nicht auffällt. Kid ist an sich ein normales Mädchen, aber sie hat ein Zuhause, was man wirklich aus kalt und herzlos bezeichnen kann. Ihre Eltern, die sie immer nur abwertend "Das Duo" nennt, sehen sie eher als Last und das spürt Kid auch immer wieder deutlich. Doch dann lernt sie Maxim kennen und das gibt Kid Kraft, auch wenn sie nicht weiss, ob sie die Fesseln, die sich über die Jahre um sie gelegt haben, abstreifen und zu sich selber finden kann... Kid und Maxim sind wirklich zwei Protagonisten, die man lieben muss, Kid kommt dem Leser aber dabei näher und auch die Liebe zur Literatur, die beide teilen, teilen sie auch mit dem Leser. Der Stil des Buches ist ähnlich wie das Cover auch etwas besonderes, denn es sind Tagebucheinträge, die Kid macht und die alles, was in dem Buch passiert, dokumentieren. Kid ist dabei sehr offen, gerade was ihre Gedanken und Gefühle angeht und man merkt, dass sie die Situation, die im Elternhaus vorliegt, wirklich bedrückt. Es gibt also nie eine wörtliche Rede, es wird alles in der Rückschau durch Kids Augen erzählt, was die Geschichte manchmal etwas eindimensional erscheinen lässt. Unterbrochen werden die Tagebucheinträge immer wieder mit kleinen Gedichten, die Kid oder Maxim schreiben oder manchmal lässt Kid einfach nur Sätze oder Satzteile am Ende des Eintrages stehen, was dann wieder zeigt, dass sie immer noch auf der Suche nach sich selbst ist. Der Schreibstil ist der jugendlichen Kid natürlich angepasst und auch das Lesealter, was der Verlag mit 15 - 17 Jahre angibt, passt, auch wenn man sagen kann, dass man das Buch auch noch als Erwachsener lesen kann, weil es einfach emotional berührtet.
Fazit: Back to blue ist eine wirklich berührende Geschichte, die einfach die zarte Annäherung der ersten Verliebtheit und das Finden von sich sicher miteinander verbindet. Kid ist eine Protagonistin, die kein einfaches Leben hat, aber aus dem, was sie hat, versucht das Beste zu machen. Das Buch, was so unscheinbar daher kommt, zeichnet sich aber durch einen tollen Stil und eine bewegende Geschichte, die als Tagebucheinträge daher kommt, wirklich aus und fällt wie das Cover aus dem Rahmen.
Kid fühlt sich zuhause ganz klein und unbedeutend, denn ihre Eltern geben ihr immer zu verstehen, dass sie stört. Die große, weite Welt hingegen wirkt so einladend und befreiend auf Kid, gerade dann, wenn ihr Maxim in ihrer Nähe ist. Doch in ihrer Welt ist kein Platz für Träume, weswegen sie alles auf eine Karte setzen muss, um den Ort zu finden, an den sie gehört. Leider ist das gar nicht so einfach, denn ihre Liebe zu Maxim scheint ein Störfaktor für viele in ihrer Umgebung zu sein. Und dabei braucht sie ihn doch für ihr Glück.
Dieses Buch verspricht, was es hält. Eine schöne kleine Lebens-, Liebes- und Leidensgeschichte eines jungen Mädchens, das gerne ausbrechen will, doch erst durch die Zuneigung anderer Menschen bemerkt, dass es bei ihr zuhause gar nicht so läuft, wie es sein soll. Kid ist ein Mädchen voller Träume, doch merkt man beim Lesen ihres Tagebuches auch schnell, dass sie diese gar nicht wirklich zulassen kann. Sie hält sie im Zaum, so wie ihre Eltern Kid in Ketten legen. Sie behandeln sie schlecht, nehmen ihr weg, was ihr lieb ist und zeigen ihr, wie schlimm es doch ist, dass sie überhaupt existiert. Rusalka Reh hat hier ein Buch geschrieben, das einen durchaus berührt und den Kopf schütteln lässt. Man beißt sich vielleicht mal auf die Lippe oder saugt scharf die Luft ein, weil man nicht fassen kann, was gerade passiert oder man bemerkt, dass Kids Traum gerade wieder kurz vor'm Platzen ist. Es ist eine sehr ruhige Geschichte, die dennoch einen ganz eigenen Sog auf den Leser ausübt. Man will wissen, wie es weitergeht mit Kid und Maxim und mit den Plänen, die sie haben und sich ausmalen. Man fühlt mit ihnen, auch wenn eine gewisse Distanz bestehen bleibt, trotz dass man das Tagebuch von Kid vor sich liegen hat, was alles offenlegen sollte. Aber so ist es eben im richtigen Leben auch. Nicht alles, was einen betrifft, findet sich im eigenen Tagebuch wieder. Ein ordentliches Bild von einem Menschen kann man sich dadurch wohl nicht immer machen. Kid allerdings scheint ein tolles Mädchen zu sein. Leider blieb sie bei dem ganzen dann letztendlich doch etwas zu blass. Aber lieblich waren die Charaktere allemal, wenn man von den Übeltätern in der Geschichte mal absieht. Die Sprache war ab und an etwas gewöhnungsbedürftig, andererseits war sie zwischendurch aber auch schon sehr poetisch. Es war eigentlich eine interessante und gute Mischung aus beidem, was den jugendlichen Lesern gefallen könnte. Immerhin ist es wohl teilweise ihre Sprache und noch dazu können sie ein bisschen was dazulernen. Sowieso, denn auch einiges Wissenswertes gibt es in dem Buch zu erfahren, was ich der Autorin auch sehr hoch anrechne. Super gemacht!
ich muss echt sagen ich fand das Buch wunderschön ,auf eine ganz besondere weiße mir haben die gedichte zwischen den kapiteln sehr gefallen ich liebe Bücher um denen es um Literatur geht und die liebe zwischen maxim und Kid ist wunderschön da wünscht man sich auch so eine wunderschöne liebesgeschichte für die man kämpft auch wenn alle zeichen gegen die liebe stehen .
Der Schreibstil hat mir gefallen die Geschichte eher weniger. Man hätte die Geschichte mehr ausbauen können. Das Buch Cover finde ich aber sehr außergewöhnlich und interessant gemacht!