Jump to ratings and reviews
Rate this book

George Orwell in Stuttgart | Nürnberg | Köln

Rate this book
April 1945. Der britische Autor George Orwell kommt als Kriegsreporter in die württembergische Hauptstadt, direkt nachdem Stuttgart von den alliierten Truppen eingenommen wurde. Er dokumentiert das Chaos der ersten Stunden nach dem Ende der Naziherrschaft. Köln und Nürnberg sind ebenfalls Stationen dieser Reise, die bislang weitgehend unbekannt war. Dabei schrieb der Autor direkt nach seiner Rückkehr nach England die ersten Seiten seines Meisterwerks 1984. Aus Originaltexten und Quellen hat Geoffrey Rodoreda als Orwell-Kenner Details zusammengetragen, die erstmals Licht auf die Stuttgarter Episode werfen. Und er erzählt davon, wie die Eindrücke aus dem kriegszerstörten Deutschland in Orwells Werk weiterwirkten. Eine Entdeckung.

Dr. Geoffrey Rodoreda, Jahrgang 1965, ist Australier und lebt seit 1996 in Stuttgart. Er studierte Politik und Journalismus in Australien, arbeitete dort beim öffentlichen Rundfunk als Redakteur und später als freier Journalist in Deutschland. Heute unterrichtet er englische Literatur an der Universität Stuttgart, an der er 2018 zum Thema zeitgenössische australische Literatur promovierte.

168 pages, Hardcover

Published January 1, 2025

3 people want to read

About the author

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
1 (50%)
4 stars
1 (50%)
3 stars
0 (0%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 of 1 review
Profile Image for Callibso.
983 reviews20 followers
January 19, 2026
Bei einer kleinen Buchmesse unabhängiger Verlage in Stuttgart bin ich durch eine Lesung auf dieses kleine Buch aufmerksam geworden. Er schildert die Erlebnisse von Eric Arthur Blair (George Orwell) als Kriegsberichterstatter im Jahre 1945 in Deutschland. Dabei besuchte Orwell im April 1945 auch Stuttgart. Das Buch verknüpft Schilderungen dieses Besuchs mit den Artikeln und Essays, die Orwell in dieser Zeit über den Krieg schrieb und versucht, einen Bogen bis hin zu Orwells “1984” zu schlagen.
Orwell kommt in das total zerstörte Köln, nach Nürnberg und nach Stuttgart, er schreibt Texte “mit einprägsamen szenischen Bildern, und Orwells Ton ist nicht der des hochmütigen alliierten Siegers, sondern der des empathischen Besuchers.” (S. 54/55)
Er ist ein genauer Beobachter mit der Fähigkeit, kleine Beobachtungen als Belege für weitergehende Gedanken zu schildern. Dabei zeigt er ein bemerkenswertes Mitgefühl mit der leidenden Zivilbevölkerung des zerstörten besiegten Landes und auch mit den Zwangsarbeitern und den Kriegsgefangenen. Er wirbt in seinen Artikeln für einen Wiederaufbau Deutschlands und gegen Rache. Deshalb heißt auch einer seiner Artikel “Rache ist sauer”. Die private Situation ist komplex, seine Frau ist kürzlich verstorben und er hat einen adoptierten Sohn, der versorgt werden muss.
Schließlich kehrt Orwell nach England zurück und wird berühmt durch sein gerade erschienenes Buch “Animal Farm”. In den nächsten Jahren schreibt er “1984” und stirbt Anfang 1950.
Im Schlusskapitel beschäftigt sich Rodoreda mit einigen Aspekten aus “1984” und versucht, diese aus Orwells Erlebnisse und Erfahrungen in Deutschland abzuleiten.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen,sowohl in den Passagen zur konkreten Entwicklung in Stuttgart im Jahre 1945, wie auch in den allgemeineren Gedanken zu Orwell, habe ich viel Neues erfahren und gelernt.

Displaying 1 of 1 review

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.