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240 pages, Hardcover
Published October 9, 2025

'Mascha schreibt nach New York: "Es ist mysterioes, alles zusammen... Alles ist mysterioes, und ich habe das Gefuehl in Europa bin ich wieder Ich."' p.146Are Mascha Kaléko’s accounts to her husband in her letters reliable? Maybe she wanted to reassure him because she has been away for a long time? Does she feel guilty or does she want to change his views on Germany? We will never know. In any case, the personal element of their relationship is practically missing in this book. There’s no ‘I love you’, ‘I miss you’, etc. Was this aspect missing in Mascha Kaléko’s letters too? Did Volker Weidermann chose not to include these in his book?
'Vor allem aber geht es Mascha in ihren Briefen an "Chemjolein" darum, ihn endlich, spätestens für den Sommer, nach Europa zu locken.' p.156Mascha Kaléko was hoping it would be wonderful to be together in Germany once again and that they’ll decide to stay. Everything went quite differently and this influenced her love for Berlin too. Weidermann doesn’t tell us what happened exactly. It may be the case that no one knows: Her letters to Chemjo still exist; his letters disappeared.
'Sie antwortet den Menschen gern auf die Frage, warum sie so lange nichts veröffentlicht habe, dass sie sich lange Zeit eigentlich gar nicht vorstellen konnte, wieder in Deutschland zu veröffentlichen oder deutschen Boden wieder zu betreten, „nachdem was wir Juden durchgemacht haben, - von meiner eigenen Familie will ich garnicht erst reden, die Angsttraeume von all meinen ermordeten Verwandten haben mich noch bis vor kurzem verfolgt“, sagt sie.'p.67The same goes for re-establishing her place as a German poet.
'Im Februar 1959 wurde ihr von der Akademie der Künste in Berlin der Fontane-Preis zuerkannt. Was für eine Freude! Endlich ein Literaturpreis!' p.201Mascha Kaléko was too happy too soon. At the end, Mascha Kaléko didn’t feel at home. Maybe she wasn’t able to feel at home anywhere. The title of the book, ‘Wenn ich eine Wolke wäre’, comes from the following poem:
'"Wenn ich eine Wolke wäre,The subtitle of the book, ‘Mascha Kaléko und die Reise ihres Lebens’ is ambiguous: It may refer to the 1956 long journey of Mascha Kaléko to Germany. It may refer to her whole life as a journey too. It reminded me my own favourite poem of Mascha Kaléko:
segelt' ich nach Irgendwo
durch die weiten Himmelsmeere
Von Berlin bis Mexiko."' p.220
Heimweh, wonach?This wonderful, exceptional, loving and fascinating biography of Mascha Kaléko, as well as of Germany literary world of the 1950’s, touched my heart.
Wenn ich „Heimweh" sage, sag ich „Traum".
Denn die alte Heimat gibt es kaum.
Wenn ich Heimweh sage, mein ich viel:
Was uns lange drückte im Exil.
Fremde sind wir nun im Heimatort.
Nur das „Weh", es blieb.
Das Heim" ist fort.

'Mit dem Zug fahren sie zunächst nach Hamburg, Evjatar jubelt bei jedem Bahnhof „Amegika!“, als wäre man schon dort, auf dem Kontinent der Rettung. Aber es dauert noch. Der Junge muss beruhigt werden.' p.24
'Wenige Emigranten sind zurückgekehrt, Thomas Mann just in diesem Sommer 1952. Aber er lässt sich in der Schweiz nieder, Carl Zuckmayer ebenfalls. Alfred Döblin geht kurz nach seiner hoffnungsvollen Rückkehr, entsetzt ob der Unbelehrbarkeit der Deutschen, gleich wieder zurück ins Exil. Anna Seghers, aus dem mexikanischen Exil zurückkommend, will sich für keinen der vier Sektoren des besetzten Berlins entscheiden ("Ich nehme den mexikanischen Sektor") und schreibt, als sie schließlich den Osten wählt: "Ich spüre, wie ich vereise."' p.36
'Auch Peter Zingler, den sie noch aus dem Romanischen Café kennt, enger Mitarbeiter und Freund Ernst Rowohlts, der den Neuanfang mitorganisiert, schreibt ihr enthusiastisch von Rowohlts genialer Erfindung, den "Rotationsromanen", die als günstige rororo-Taschenbücher Weltliteratur für 50 Pfennige unter die Leute bringen.' p.40
Postcard - ruins of Hotel Kaiserhof, Berlin post-war (Wikimedia Commons)
'"Berlin kommt mir vor, wie eine alte Jugendfreundin, die kaum einen Zahn im Munde hat. Vorne gerade einen Zahn, der die Luecken der anderen noch betont. Aber manchmal geht doch ein Laecheln ueber diesen zahnlosen Mund, dass man die alte Freundin zu erkennen glaubt. Pompeji, ohne Pomp ... Der Ku-Damm wie ein Schoenheitspflaster auf einem von Bomben zerstoerten Gesicht."' p.113
'Mit Mascha verstand sich Valeska Gert natürlich auf Anhieb. Sie hatten in New York unter der gleichen Sehnsucht gelitten. Und hier, im neuen Berlin, teilen sie den Eindruck, dass über dieser Stadt, über diesem Land ein sonderbares Schweigen liegt.' p.140
'Mascha Kaléko in Berlin schreibt an ihren Mann: "Was Dir nicht zustossen soll, stösst Dir nicht zu, und alles kommt, wies kommen muss. Wir können nur das tun, was uns im Augenblick als das Beste erscheint. Der Mensch kann, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will."' p.170
'Das Weiterleben. Manchmal ist es gar nicht so schwer. Denn Chemjo ist ja überall anwesend. In ihren Adern, auf seiner Couch, in seinem Zimmer. "Chemjo hat mich nicht verlassen", schreibt sie. "Er ist nur nicht mehr da." [...] "An jedem Kreuzweg meines Lebens [...] stand immer unverhofft ein Engel da." Warum ausgerechnet nicht auch jetzt?' p.222