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Die Enthusiasten

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Glauben Sie Der irrwitzigste Lesespaß seit Langem! Für alle, die die Welt der Literatur lieben!

Ein erzählerisches Feuerwerk über eine ziemlich besondere Familie, bei der Bücherplateaus von der Decke hängen und in der Geschichten zum Leben erweckt werden. Und über drei Geschwister, die eine innige Liebe verbindet und ein großer Verlust. 

Was haben ein besessener Laurence-Sterne-Fan auf der abenteuerlichen Jagd nach dem angeblichen zehnten Band von Tristram Shandy, eine Teilchenforscherin, die abgeschirmt von kilometerdicken Felswänden über Jahre versucht, Dunkle-Materie-Teilchen zu erlauschen, ein Kino-Enthusiast, der abgefahrene Experimentalfilme ausheckt, eine nordenglische Kleinstadt und ein sensationeller Fund gemeinsam?

Sie kommen in »Die Enthusiasten« vor, dem wahrscheinlich turbulentesten und gewagtesten Roman seit Langem, der auf halsbrecherische Weise die Grenzen dessen auslotet, was Erzählen kann und was menschengemachte Kunst ist. Auch eine rätselhafte Thailänderin, eine unendlich liebenswerte, lesebesessene und eigensinnige Mutter, die spurlos verschwindet, und ein Vater, der ausschließlich auf nie dagewesene Fragen antwortet.

368 pages, Hardcover

First published February 12, 2026

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About the author

Markus Orths

54 books13 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 17 of 17 reviews
Profile Image for Wal.li.
2,628 reviews72 followers
February 12, 2026
Shandy

Für einen ausgewiesenen Fan von Lawrence Sterne gibt es zu einem bestimmten Termin im Jahr nichts anderes als nach England zu reisen, um dem großen Autor zu huldigen. Victor trifft sich mit einigen Gleichgesinnten. In diesem Jahr ist allerdings einiges anders, denn ein Fremder behauptet, er habe das zehnte Buch des Tristram Shandy. Das ist eine Sensation, Gerüchte gab es schon, aber sollte das wahr sein. Das Buch muss unbedingt her. Natürlich hat es seinen Preis, den Victor und seine Freunde nicht bezahlen können. Was also tun? Zunächst brauchen sie einen Beweis über die Echtheit des Werkes.

Victor und seine beiden Geschwister sind Teil einer ungewöhnlichen Familie. Bücher spielten in ihrem Leben immer eine große Rolle. Allerdings verschwand ihre Mutter spurlos als sie noch Kinder waren. Der Vater hatte Mühe, diesen Verlust zu überwinden. Und irgendwie mussten die Kinder die richtigen Worte finden, um die Verbindung zu ihrem Vater zu stärken. Die Schwester leistet als Physikerin ihren Beitrag in der Forschung und der Bruder ist als Filmschaffender im Geschäft. Ja, und Victor, dem der einzige Roman des Lawrence Sterne so viel bedeutet. Und nun diese Chance, diese Möglichkeit einer Fortsetzung des Tristram Shandy.

Dieser Roman ist durchaus ungewöhnlich, er verbindet eine turbulente, manchmal etwas tragische, aber auch eine humorvolle Familiengeschichte mit der großen Liebe zu einem außergewöhnlichen Werk der klassischen Literatur. Auch wenn man selbst vielleicht eher zu den Lesern oder Leserinnen gehört, die den Shandy nicht beendet haben, so kann man die Liebe zu den Büchern doch sehr gut nachempfinden. Und auch die Erzählung um die Geschwister fesselt, sie mussten mit dem frühen Verlust klarkommen, mit der Veränderung, die ihr Leben geprägt hat. Und sie sind zu herausragenden Persönlichkeiten geworden. Der Roman sprüht vor Ideen, manchmal etwas überdreht, aber doch gelingt ein toll ausbalanciertes Werk. Der Ideenreichtum des ganzen Romans spiegelt sich auch in der auffälligen Gestaltung des Buchumschlags wieder.
Profile Image for Maja.
27 reviews
February 16, 2026
Agnes vs. Sterne oder: Was bedeutet Kunst?

"[...] die innere Helle aber gewinnt bei jedem guten Buch, das in uns wächst und Heimat wird."

"Die Enthusiasten" fühlt sich an, als würde man zwischen die einzelnen Lagen des Lebens blicken und Dinge sehen, die sonst verborgen bleiben, und das gelingt durch dermaßen abschweifende bildhafte Beschreibungen, dass ich während des Lesens nicht nur die Realität um mich herum vergessen habe, sondern auch die eigentliche Handlung. Sprachliebende Menschen kommen hier absolut auf ihre Kosten.
Ich denke gerne von mir selbst, ich könne ganz gut mit Sprache umgehen. Dieses Buch hat mich in meine Schranken verwiesen und mir gezeigt, dass ich dieser Liebe zur Sprache nicht annähernd das Wasser reichen könnte.
Nachdem meine anfängliche Begeisterung für die Eloquenz der Erzählung einem gewissen Ärger darüber gewichen war, wie albern die Geschichte stellenweise ist, musste ich mir doch eingestehen, dass ich mich mehr als einmal beim Kichern erwischt habe.
Der Plottwist (nicht schon wieder eine Gesellschaftskritik! Meine Hoffnung auf Eskapismus wurde wieder herbe enttäuscht) hat doch zum Nachdenken angeregt und einige interessante Blickwinkel geliefert.
Bücher wie diese, auch wenn sie mich nicht komplett vom Hocker hauen, zeigen mir, warum ich das Lesen so liebe und warum Literatur eine so wichtige Kunstform ist.
Für Bücherliebhaber - klare Leseempfehlung!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Tom K..
91 reviews14 followers
March 1, 2026
Ich musste im Buchladen nicht lange überlegen, als ich dieses Buch in die Hand bekam. Ein Roman, in dem es um den Tristram Shandy geht und darum, ob es einen bisher unentdeckten zehnten Band dieses Wunderwerks der Literatur gibt, hat bei mir beste Chancen.

In der Tat: die ersten Kapitel dieses Romans zählen zum Witzigsten, was ich in den letzten Jahren gelesen habe. Großer Spaß, intelligent wird mit dem Thema des Tristram Shandy gespielt, daneben geht es um eine buchbesessene Familie, sowas macht mir Freude.

Dann aber wird Markus Orths ein wenig Opfer seiner selbst: Er hat nicht zu wenige, er hat zu viele Ideen. Und so sprudelt und sprüht dieser Roman von einem Einfall nach dem anderen. Viele sind witzig, manche etwas bizarr. Jedenfalls bleibt der Erzähler nicht beim Shandy-Thema, sondern mischt noch einige andere mit hinein und bleibt damit m. E. auch nicht auf der Höhe des Anfangs.

Insgesamt ein großer Spaß und für alle Liebhaber des Tristram Shandy unbedingt zu empfehlen. Das erhoffte Highlight 2026 ist es dann aber doch (noch) nicht geworden.

Profile Image for Karola.
878 reviews7 followers
February 12, 2026
Erzählen wird zur Kunst!
Schon das farbenprächtige Cover, sehr dynamisch mit explosiver Farbgebung, ist ansprechend.
Die nordenglische, verschlafene Kleinstadt Coxwold in der Nähe von York und das elterliche Hexenhäuschen bei Frankfurt am Main bilden die besondere Szenerie für die munteren, fantasievollen Erzählungen von Vincent Bär, dem 26-jährigen Ich-Erzähler. Die gemeinsame Familienvergangenheit rund um Kindheit, Jugend, besessener Berufstätigkeit auch der Geschwister mit lesebesessenen Eltern wird alternierend eingestreut in gesamt elf Büchern bzw. Kapiteln. Vince stellt dabei seine liebenswürdige, skurrile Familie als Enthusiasten verschiedener Couleur vor. Er selbst als schillernde Hauptfigur ist besessener Laurence-Sterne-Fan, der bekannt als Mr. Shandy die kuriose bis humorvolle Verfolgung des angeblichen zehnten Bandes von Tristram Shandy auf sich nimmt. Dieser sensationelle Fund führt jedoch final zu tiefgehenden Gedankengängen über menschengemachte Kunst contra künstliche Intelligenz.
Eine vermeintliche Postkarte aus Santo Stefano von ihrer Mutter oder das tagelange Bücher-vergraben des Vaters im Schwimmbadgrab im Garten sorgen zwischendurch für zusätzlichen Wirbel.
Im 10. Buch führen weitere bildlich voluminös beschriebene Eskapaden zu langsam sich steigernder Dramatik in der stetig erweiterten Konferenzschaltung über Vince’ Handy. Vaters abzuarbeitende Liste von 50 Sätzen mit den allermeisten Wiederholungen aus ihm bekannten Büchern wirkt dabei noch zahm, machen die Dialoge miteinander jedoch spritziger, humorvoller. Mit Nebenfiguren wie der rätselhaften Thailänderin Natcha, Fat Wayne mit Quences, dem Hund, oder Morton Minelli erhält der Roman mehr Bodenhaftung, aber auch noch mehr charakterliche Vielfalt. Der Schreibstil ist voller Humor und Kreativität, weltumspannende Klassiker inhaltlich mit einbeziehend. Aber mit dem Abschieben des Vaters ins Altersheim wird auch Gesellschaftskritik geübt.
Insgesamt ein Lesegenuss!
Profile Image for coala.
1,514 reviews6 followers
February 16, 2026
Sprachfeuerwerk zwischen Wahnsinn, Wortliebe und Familiengeschichte

Die Enthusiasten erzählt die Geschichte von Vince Bär, der aus einer außergewöhnlichen, buchverrückten Familie stammt. Gemeinsam mit seiner Schwester Elfi und seinem Bruder Marcellus wächst er in einer Welt auf, in der Literatur, Kunst und Ideen nicht nur Hobby, sondern Lebensinhalt sind. Besonders Vince verliert sich früh in der Literatur und allen voran in Tristram Shandy von Laurence Sterne. Als plötzlich Hinweise auf einen möglichen zehnten Band auftauchen, entwickelt sich daraus eine fast obsessive Suche, die Vergangenheit, Familie und Gegenwart miteinander verwebt.

Der Roman lebt stark von seiner Sprache. Markus Orths schreibt verspielt, rasant, manchmal überbordend und voller skurriler Ideen, unerwarteter Abschweifungen und origineller Szenen. Dabei entstehen Momente, die gleichzeitig absurd, humorvoll und überraschend berührend sind. Vor allem die Familiengeschichte rund um das Verschwinden der Mutter und die Verbindung der Geschwister zueinander sorgen dabei für emotionale Tiefe zwischen all dem literarischen Chaos. Gleichzeitig verlangt das Buch jedoch viel Aufmerksamkeit. Die Handlung ist bewusst nicht linear, springt zwischen Ideen, Ebenen und Gedankenspielen. Gerade zu Beginn und stellenweise auch später wird das Tempo durch ausführliche Gedankengänge und sprachliche Experimente deutlich gebremst. Wenn man geradliniges Erzählen bevorzugt, tut man sich mit dieser Erzählweise durchaus schwer. Stark gelungen ist jedoch die Verbindung von großen Themen wie Verlust, Identität, Kunst und der Frage, wie Geschichten Menschen prägen. Die Figuren wirken eigenwillig, manchmal exzentrisch, aber immer interessant genug, um neugierig zu bleiben, wohin ihre Wege führen.

Ein ungewöhnlicher, sprachlich intensiver Roman mit vielen verrückten Ideen, emotionalen Familienmomenten und literarischer Leidenschaft. Anspruchsvoll, stellenweise fordernd, aber definitiv besonders.
Profile Image for WildesKopfkino .
964 reviews8 followers
February 21, 2026
Was für ein Ritt. Ein Roman, der so tut, als hätte er drei Espressi zu viel getrunken – und genau deshalb unfassbar lebendig ist.

„Die Enthusiasten“ von Markus Orths, erschienen bei Galiani Berlin (Kiepenheuer & Witsch), ist kein Buch, das man mal eben so wegliest. Es ist ein erzählerisches Feuerwerk, das ständig Funken schlägt. Da hängen Bücherplateaus von der Decke, da jagt ein Sterne-Fan dem angeblichen zehnten Band von „Tristram Shandy“ hinterher, als hinge das Seelenheil daran, und irgendwo tief unter der Erde lauscht eine Teilchenforscherin der Dunklen Materie. Klingt verrückt? Ist es auch. Und genau das macht so einen Spaß.

Diese Familie ist ein Kosmos für sich. Drei Geschwister, verbunden durch Liebe und Verlust, eine Mutter, die so sehr in Büchern lebt, dass sie irgendwann selbst zur Legende wird, und ein Vater, der nur auf Fragen antwortet, die noch nie gestellt wurden. Man liest das und denkt: Das ist komplett drüber. Und gleichzeitig trifft es mitten ins Herz.

Orths lotet die Grenzen des Erzählens aus, spielt, übertreibt, stapelt Ideen übereinander wie Bücher auf einem wackeligen Tisch – und trotzdem fällt nichts um. Hinter all dem literarischen Wahnsinn steckt eine zarte Geschichte über Familie, Begeisterung, Verlust und diese brennende Liebe zur Kunst, die manchmal alles verschlingt.

Manchmal musste ich kurz Luft holen, weil der Roman so viel will. Aber genau dieses Wollen, dieses hemmungslose Draufloserzählen, macht ihn besonders. Kein glattgebügelter Wohlfühlroman, sondern ein wildes, kluges, mutiges Stück Literatur.

Ein Buch für alle, die Geschichten nicht nur lesen, sondern feiern.
Profile Image for Amirasbibliothek.
105 reviews
March 10, 2026
Ich denke nicht, dass es notwendig war, mit niedrigen Erwartungen an dieses Buch heranzutreten um so positiv überrascht zu sein wie ich es nun bin. Aber es hat definitiv geholfen.
Auf so vielen Ebenen (ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll) hat es meinen Horizont erweitert. Es spricht einfach meine Sprache. Ich habe jeden Satz förmlich inhaliert, aus Genuss zwei- oder dreimal gelesen und auf fast jeder Seite etwas für mein Gewissen unterstreichen müssen. Ich habe so unfassbar große Lust, dieses Werk mit meiner Oberstufe zu lesen.
Am interessantesten ist es aber gewiss aus erzähltheoretischer Perspektive: So herrlich selbstbewusst werden die Leser hier in die Irre geführt und das eigene Erzählen parallel auf einer Metaebene betrachtet. Ich liebe dieses Kribbeln im Kopf, wenn Autoren genau das bewerkstelligen und hier scheinen wir einen Meister am Werk zu haben.
Die dritte Ebene, die ich hervorheben will, ist die der intertextuellen Verweise. Ich habe mich selten so unterhalten und gleichzeitig belehrt gefühlt. Der Aufhänger um Tristam Shandy hat mich neugierig gemacht und ich habe noch nach der Lektüre viel Zeit mit Recherchen verbracht, auch um die Unzuverlässigkeit des Erzählers an manchen Stellen zu entlarven.
Was mich aber am meisten überrascht hat, ist, wie oft mich das Buch trotz oder manchmal auch wegen seiner Hochgestochenheit zum Lachen gebracht hat. Es war einfach manchmal zu komisch!
Ich muss aber auch sagen, dass ich vermutlich zu einhundert Prozent in das Beuteschema des Buches gepasst habe.
Profile Image for Martina Meyen.
167 reviews4 followers
April 7, 2026
Sehr ausschweifend

Ich liebe es, wenn man mit wenigen Worten viel sagen kann. Dieses Buch ist leider genau das Gegenteil. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und auch das farbenfrohe Cover.
Markus Orths’ Roman Die Enthusiasten beeindruckt vor allem durch seine Sprache. Immer wieder finden sich schöne, fein formulierte Sätze und Beobachtungen, die zeigen, wie sorgfältig und literarisch der Autor schreibt. Einzelne Passagen haben eine große poetische Kraft und laden dazu ein, kurz innezuhalten und sie noch einmal zu lesen.

Aber ich habe schnell gemerkt, dass dieses Buch mich und meine Geduld überfordert. Markus Orths erzählt so ausschweifend, kommt immer wieder „vom Hölzchen aufs Stöckchen“ und obwohl ich gerne lese, war das einfach zu viel für mich.

Denn ich empfand das Buch über weite Strecken als recht langatmig. Die Handlung verliert sich häufig in Abschweifungen und ausführlichen Beschreibungen, die zwar stilistisch gelungen sind, den Erzählfluss aber verlangsamen. Dadurch fällt es manchmal schwer, wirklich in der Geschichte zu bleiben oder Spannung aufzubauen.

Gerade weil der Autor so gut formulieren kann, hätte ich mir stellenweise mehr Straffung gewünscht. Dennoch bleibt Die Enthusiasten ein sprachlich schönes Buch mit vielen gelungenen Formulierungen. Wer großen Wert auf literarische Sprache legt und sich Zeit für ruhigere, ausschweifendere Erzählweisen nimmt, könnte hier mehr Freude haben als ich.
1,084 reviews9 followers
Review of advance copy received from Netgalley
February 5, 2026
Ein verehrter Autor und seine drei Fans. Drei Freunde treffen sich jedes Jahr um einen Autor zu feiern, dessen Werke sie verehren. Sie erleben skurrile Situationen und sind sich sicher das es noch ein weiteres Buch gibt. Dieses zehnte Buch suchen sie, warum, sind die anderen Werke nicht genug? Oder erhoffen sie sich weitere Weisheiten für ihr eigenes Leben?
Vince und seine Geschwister sind die andere Gruppe in diesem Roman. Vince ist derjenige der beide Handlungsstränge miteinander verbindet.
Die Geschichte ist so schräg und voller überraschender Einfälle, wie der Vater der noch nie gestellte Fragen in seinen täglichen Telefonaten haben möchte.
Die Art wie die Geschichte aufgebaut wurde war für mich vollkommen neu. Am Anfang war es schwierig sich darauf einzulassen, dafür war es zu sprunghaft. Aber dann hat mich das Buch fasziniert, wie kommt man auf solche Wendungen, wie auf solche Ideen, wie kommt man auf solche Sätze die erst keinen Sinn ergeben und dann sich verselbstständigen, andere Formen in meinen Kopf annehmen.
Ob einem das Buch vom Stil her gefällt oder nicht, das ist vollkommen egal, denn es ist auf alle Fälle von einem Menschen geschrieben, einem Schriftsteller der sich selber Gedanken gemacht und nicht von einer KI die sich aus den Gedanken anderer einen Text formuliert hat.
19 reviews
Review of advance copy received from Verlag
February 5, 2026
Thema: gut - Umsetzung: mangelhaft

Das Buch ist ein Hardcover mit Lesebändchen und Schutzumschlag. Das Cover farbgewaltig und wirkt, passend zum Titel, wie mit viel Enthusiasmus gemalt.

Die Geschichte von drei Geschwistern und ihren Leidenschaften, die unterschiedlicher nicht sein können, erzählt aus der Sicht des jüngsten Sohnes.

Der Klappentext verspricht ein erzählerisches Feuerwerk, für mich war es alles, aber kein Highlight.
Das Kernthema ist gut, aber die Umsetzung war für mich schwer zu ertragen.
Die Geschichte beginnt unaufgeregt mit der Fahrt zum jährlichen Geburtstag eines (toten) Schriftstellers, in ein kleines englisches Dorf. Soweit so gut.
Schnell wird mir jedoch das ständige Abschweifen in irgendwelche unverständlichen Fantasien zu viel. Es langweilt mich irgendwann, muss mich immer wieder motivieren, weiter zu lesen. Dann kommen wieder ein paar Seiten interessante Momente, bis es für mich zum absolut schwachsinnigsten Plot Twist im ganzen Buch kommt. Spätestens da hat mich der Autor komplett verloren.
Es ärgert mich, weil das Thema eigentlich gut ist, aber diese unnötigen Slapstick-Momente und an den Haaren herbeigezogen Plot Twists, hinterlassen bei mir, beim zuklappen des Buches leider nur ein “Halleluja, das Elend hat ein Ende!”
103 reviews
February 12, 2026
Das Cover ist farbenfroh und kreativ gestaltet und daher im Buchhandel sehr auffällig. Absolut passend zu dem Inhalt, der sodann auf die Leserschar zukommt.
„Die Enthusiasten“ von Markus Orths besticht durch Unmengen an Fantasie, sprachgewaltig dargebracht in einer feinen Sprache, bei jedem Satz ist die Freude des Schreibens und Erzählens spürbar; es finden sich hier Unmengen an wunderbaren Wortkreationen, welche herzerwärmend und erfrischend sind.
Der Plot handelt von einer fünfköpfigen Familie, welche Bücher ohne Ende liest, nahezu verschlingt, nämlich jedes der Familienmitglieder. Dann verschwindet die Mutter, was naturgemäß auf das Leben der restlichen Familien natürlich prägende Auswirkungen hat.
Erzählt wird auf zwei später ineinander fließenden Zeitebenen, sowie in Ich-Form von Vincent Bär, einer der drei Geschwister und Hauptprotagonist des Buches.
Das hervorragende Werk von Laurence Sterne „Tristram Shandy“, spielt hier eine große Rolle und nimmt sehr viel Platz und Raum ein. Die Protagonisten wenden viel Zeit und Energie für die Suche nach einem möglicherweise existierenden 10. Manuskript dazu auf.
Von mir 4 sehr gute Sterne, da mich dieses Buch wunderbar unterhalten, aber auch nachdenklich gemacht hat, vermutlich jedoch nicht für alle Leser passend ist.
130 reviews1 follower
April 19, 2026
Das Cover ist sehr bunt und in kräftigen Farben gestaltet und fällt sofort auf. Mir gefällt es sehr gut.

Der Autor spinnt hier Laurence Sterne und sein neunbändiges Werk „Tristram Shandy“ mit ein. Unter den sogenannten Enthusiasten ist Victor, der Ich-Erzähler der Geschichte. Diese treffen sich jährlich am Grab von Sterne, und in diesem Jahr gibt ein Unbekannter an, Teile eines zehnten Bandes von „Tristram Shandy“ zu besitzen.

Victor und seine beiden Geschwister sind Teil einer ungewöhnlichen Familie, in der Bücher immer eine große Rolle gespielt haben. Als sie noch Kinder waren, verschwand ihre Mutter spurlos, und der Vater hatte große Schwierigkeiten, diesen Verlust zu verarbeiten. Die Geschwister gehen unterschiedlich damit um: die Schwester arbeitet als Physikerin in der Forschung, der Bruder im Filmgeschäft, während Victor besonders stark mit der Literatur von Sterne verbunden bleibt.

Der Schreibstil ist lebendig, aber teilweise sehr ausschweifend und voller Ideen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Freunde literarischer Sprache an diesem Buch ihre Freude haben werden.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn ich lange gebraucht habe, um es zu Ende zu lesen.

Vielen Dank an Netgalley und Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar.
Profile Image for Anne Dietrich.
217 reviews
Review of advance copy
January 31, 2026
Verrückt!

Das ist eines der Bücher, die man entweder liebt oder mit denen man so rein gar nichts anfangen kann. Wie man an meiner Sternebewertung sieht, ich habe es geliebt. Zugegebenermaßen habe ich einige Zeit gebraucht, um mich darauf einzulassen, da mir zunächst nicht klar war, worauf die Handlung hinauslaufen würde.

Thematisch ist das Buch eigentlich etwas für jeden Buchliebhaber. Es geht nämlich um eine fünfköpfige buchaffine Familie, drei Geschwister und ihre Eltern. Neben ihnen tauchen noch weitere merkwürdige Gestalten auf. Einige fand ich nicht wesentlich für die Handlung, unterhaltsam waren sie dennoch.
Irgendwie ist die Handlung ziemlich schräg, die Geschwister haben vollkommen unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen und interessieren sich alle drei gleichermaßen wenig für gesellschaftliche Konventionen.
Es ist aber nicht allein die Handlung, die mich hier am Lesen gehalten hat. Viel mehr war es der frische Schreibstil und die Sprachakrobatik des Autors, an der ich meinen Spaß hatte.
Ich denke nicht, dass dieses Buch von einer breiten Masse gelesen wird, da es einfach außergewöhnlich ist, aber ich fand es außergewöhnlich gut.
43 reviews
Read
February 10, 2026
Dieser Roman hat bei mir sehr gemischte Gefühle hinterlassen. Einerseits war ich positiv überrascht von der blumigen, farbenfrohen Sprache. Manche Beschreibungen lesen sich fast wie kleine Gemälde, und einzelne Formulierungen oder Wortneuschöpfungen haben mich wirklich begeistert. Sprachlich ist das Buch definitiv etwas Besonderes und hebt sich von vielem ab, was man sonst so liest.
Auch die Grundidee fand ich spannend: Drei Geschwister mit sehr unterschiedlichen Leidenschaften, erzählt aus der Sicht des jüngsten Sohnes, und die Suche nach einem verschollenen Buch eines verstorbenen Autors. Der Einstieg mit der Fahrt in ein kleines englisches Dorf wirkt ruhig und vielversprechend.
Gleichzeitig hatte ich aber immer wieder Probleme mit der Umsetzung. Das ständige Abschweifen in teils sehr überdrehte Fantasien war mir auf Dauer zu viel. Es gab schöne, interessante Passagen aber auch längere Strecken, die sich für mich gezogen haben und in denen ich mich regelrecht zum Weiterlesen motivieren musste.
Das Ende hat mich zunächst irritiert. Im Nachhinein konnte ich die Idee dahinter nachvollziehen.
206 reviews2 followers
May 2, 2026
das cover ist so was von schön, hat mich sofort angezogen. der titel macht neugierig und die inhaltsbeschreibung erst recht, man erfährt gleich, dass dieses buch anders ist als andere. konnte mir erstmal gar nicht recht vorstellen was da los ist, bin aber gut rein gekommen und es liest sich wirklich gut. diese geschichte spielt mit der sprache, mit den wörtern, mit schriftstellern, büchern und fans und zwischendurch ist es spannend wie ein krimi. der vater ist interessant mit seinen ungewöhnlichen antworten auf besondere fragen. die drei geschwister sind total unterschiedlich und doch ein gutes team. die mutter ist verschwunden und spielt doch nochmal eine rolle. am anfang ist alles am laufen und am ende ist chaos und aktion. bei diesem buch ist man immer gespannt wie es weiter geht und wie das ende wohl aussehen wird und dieses ist nicht vorhersehbar, es ist extrem und doch irgendwie auch passend. tolles buch das ich gerne weiter empfehle für diejenigen die was besonderes suchen.
Profile Image for Miss Bookiverse.
2,263 reviews87 followers
March 15, 2026
Ein absolut nischiges Buch, für dessen Subjekt sich wohl nur eine kleine Gruppe Lesende erwärmen wird, obwohl die übergreifenden Themen von Verlust, Familie und kreatives Schöpfen wiederum universell sind. Trotzdem sollten Lesende ein bisschen Kenntnis über und Interesse (oder einen langen Atem) für Laurence Sternes Werk Tristram Shandy von 1759–67 mitbringen, denn das ist nicht nur das Lieblingsbuch des Protagonisten, sondern auch der Dreh- und Angelpunkt der Handlung.

Ich persönlich lese gern mal literaturwissenschaftliche deep dives und ein bisschen Rumgenerde über geisteswissenschaftliche Themen, aber da ich keinen richtigen Bezug zu Tristram Shandy habe, wurde auch mir das Geschwärme darüber manchmal zu viel. Dazu kommen hier und da ausführliche Beschreibungen anderer intertextueller Bezüge, die natürlich dabei helfen, die Verbindung zu verstehen, aber trotzdem ein bisschen langweilig sind. Da waren mir die Parts über Vinces Aufwachsen in einem Bücherhaushalt, die Erzählungen über seine schräge Familie und der Zusammenhalt mit seinen Geschwistern deutlich lieber. Trotzdem kommen im letzten Part all diese Handlungsstränge fulminant zusammen und es wird richtig spannend.

Das Einlassen auf ein Nischen-Thema lohnt sich aber auch noch aus einem weiteren Grund, nämlich Markus Orths‘ begnadetem Schreibstil! Er weiß so clever mit Worten umzugehen, wie sonst vielleicht nur eine Mariana Leky. Jeder Satz ist bewusst und gekonnt komponiert. Trocken, witzig und kreativ, immer ein frischer Wind zwischen den Buchstaben. Selbst die manchmal absurden Abschweifungen über Dinge wie das Öffnen einer neuen Zahnpastatube (sicher eine Hommage an die Exkurse in Tristram Shandy) sind humorvolle Alltagsbeobachtungen.

Reading Buddy
Tristram Shandy wäre hier die offensichtliche Wahl, aber da ich das nicht gelesen habe, empfehle ich Wenn ein Reisender in einer Winternacht als hervorragende Ergänzung. Beide Romane spielen mit Metafiktion und denken viel über das Schreiben und Lesen nach, teilweise in sehr ähnlichen Richtungen, über die ich nicht zu viel verraten möchte.
Profile Image for Buchdoktor.
2,441 reviews196 followers
Review of advance copy received from Netgalley
February 11, 2026
Vincent Bär stammt aus einer buchverrückten Familie. Der inzwischen betagte Vater arbeitete als Schriftsetzer und Korrektor, der jüngere Bruder Marcellus gibt als Cineast einen ebenbürtigen Nerd, und die ältere Schwester Elfi forscht an Elementarteilchen. Icherzähler Vincent wird als Anglist und einer der drei maßgeblichen Experten für Laurence Sternes „Tristram Shandy“ als Gutachter um sein Urteil gebeten, ob ein 10. Buch/Kapitel zu Sternes Werk existieren könnte. Sterne zu kopieren war bisher für unmöglich gehalten worden – und doch fragt man sich, ob die Experten vom angeblichen Mr. Minelli über den Tisch gezogen werden sollen. Mit seinen Mitstreitern Bianca Barbosa und Ole Andersson reist Vincent zu Sternes 250. Todestag zum legendären Fan-Treffen in Coxwold an. Tatsächlich wird dort mitten im Fan-Trubel dem Triumvirat die Kopie einer Seite eines handgeschriebenen, ledergebundenes Manuskript aus dem 18. Jahrhundert vorgelegt. Von wem Papier, Tinte und Heftfäden tatsächlich überprüft worden sind, könnte man sich fragen, oder ob das Ganze ein werbewirksamer Hoax sein könnte.

Vincent scheint allein durch seine Herkunft eine faszinierende Figur zu sein. In seiner Familie wurden die Bücher aus Platzmangel bereits auf einer Plattform unter die Decke gezogen und die Kinder wuchsen in der Überzeugung auf, Bücher würden erst bei den Bärs zum Leben erwachen und miteinander flüstern. Schon früh lernen die kleinen Bärs, dass nicht zählt, was ein Autor will, sondern was ein Text erzählen will. Vincent scheint bis heute das Trauma nicht verarbeitet zu haben, dass in seinem 10. Lebensjahr wie in einem fantastischen Kinderbuch seine koboldhafte Mutter verschwand. Der mutterlose Vincent fand offenbar Trost in „Tristram Shandy“, das nur für ihn geschrieben worden zu sein scheint.

Als Nebenfiguren tauchen der Schauspieler Fat Wayne auf und Natcha, seine Untermieterin und Thai-Masseurin, die rätselhafterweise gemeinsam mit den drei Experten mit dem Zug anreiste. Elfi Bär wiederum arbeitet in Gran Sasso, in der Nähe des Ortes, aus dem die Koboldmutter eine Ansichtskarte geschrieben haben soll …

Fazit
„Die Enthusiasten“ lässt hinter einem dynamisch wirkenden Cover eine Geschichte vermuten, für die Farbe auf eine Leinwand aufgetragen und anschließend in einer rotierenden Wäscheschleuder zum Überraschungsbild verzaubert wird. Mit protestantischer Freude am Wort ist ein aberwitziger Roman entstanden, der über die heimliche Macht von Korrektoren, Literaturwissenschaftlern & Paketlieferanten spottet – und wirkungsvoll Lust an der Sprache weckt.

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