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Die Straße

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Ein Jahr, eine Straße, ihre Robert Seethalers neuer Roman

Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in ihr alles, was Menschen passieren kann.

Ein Junge wird vom Jagdfieber gepackt. Ein anderer weiß nicht, wohin mit seiner Wut. Eine Blumenhändlerin lebt für einen Mann, der sie nicht einmal sieht. Eine Heimleiterin wacht über ihre Schützlinge und ist selbst die Einsamste von allen. Ein Geistlicher kommt seiner Gemeinde abhanden. Sorge rüttelt an den Bewohnern, Sehnsucht treibt sie nachts auf die Straße, die Liebe bringt sie um den Verstand. Sie haben Träume und Geheimnisse. Ihre Wege kreuzen sich täglich, doch was wissen sie voneinander?

In seinem neuen Roman verknüpft Robert Seethaler ihre Geschichten zu einem Mosaik der Augenblicke – und damit des Lebens selbst. Gelesen von Schauspielstar Matthias Brandt.

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First published April 30, 2026

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About the author

Robert Seethaler

24 books891 followers
Robert Seethaler is an Austrian living in Berlin and is the author of four previous novels. A Whole Life is his first work to be translated into English and is already a German bestseller, selling over 100,000 copies. The book has been translated from its original German by Charlotte Collins.

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Community Reviews

5 stars
20 (4%)
4 stars
119 (24%)
3 stars
207 (42%)
2 stars
108 (22%)
1 star
28 (5%)
Displaying 1 - 30 of 88 reviews
Profile Image for Literatursprechstunde .
198 reviews125 followers
May 17, 2026
Robert Seethalers neuer Roman „Die Straße“ war für mich ein Buch, das sich so gut wegliest (ich hab’s an einem Abend weggesnackt) mich aber trotz dieses Leseflusses nicht emotional abholen konnte. Seethaler entwirft ein Mosaik aus Bewohnern, Beobachtungen und kurzen Begegnungen, die alle in derselben Straße, der Heidestraße, leben und doch kaum wirklich miteinander verbunden sind. Darin steckt eigentlich alles, was mich normalerweise kriegt: Melancholie, leise Poesie, Menschen mit Ecken, Kanten, am liebsten sogar Rissen. Aber je länger ich las, desto deutlicher zeigte sich auch: Diese literarische Idee, Seethalers Konzept, trägt den Roman nicht durchgehend - leider sackt dieses fein gebaute Konstrukt zunehmend in sich selbst zusammen.

„Sitzt da wie ein Sack. Halb ausgekippt. Flecken auf dem Hemd. Schuppen in den Haaren. Und die Fingernägel schwarz. Muss wahrscheinlich alles anfassen beim Vorübergehen. Dabei kein unschönes Gesicht. Stille, braune Augen. Man möchte meinen: friedvoll. Ich könnte nicht mal mehr sagen, wie seine Stimme klingt. Dabei würde es mich schon interessieren, ob er mich manchmal anschaut. Mich richtig anschaut, meine ich, nicht bloß bemerkt.
- Trinkst du noch eins?
- Die Stimme, jetzt weiß ich es wieder. Dünn und leise. Reicht kaum über die Theke. Hab mein Lebtag nichts Traurigeres gehört.“

Man erkennt sofort den typischen Seethaler-Ton - die kurzen Sätze, die stille Melancholie, die Konzentration auf die unscheinbaren Menschen am Rand. Was in früheren Büchern wie „Ein ganzes Leben“ oder „Der Trafikant“ mich abholen und eine regelrechte emotionale Wucht entfalten konnte, wirkt hier jedoch zunehmend affektiert, gestelzt, künstlich. Fast alle Figuren sprechen in derselben gedämpften, abgeklärten Sprache, unabhängig davon, ob es sich um einen Jugendlichen, einen Antiquar, eine Heimleiterin, einen Migranten oder einen Arzt handelt. Den Figuren mangelt es für mein Dafürhalten an sprachlicher Identität, der Roman verliert dadurch leider an Lebendigkeit.

Ich mochte Seethalers fragmentarische Struktur als literarischen Ansatz, aber gleichzeitig erschaffte sie eine emotionale Distanz. Seethaler montiert Szenen, Gesprächsfetzen und Beobachtungen zu einer Art erzählerischen Collage; man soll sich die Straße selbst zusammensetzen. Das kann funktionieren, wirkte aber passagenweise eher anstrengend und künstlich konstruiert auf mich. Manche Figuren tauchen auf und verschwinden wieder, bevor sie wirklich Kontur gewinnen. Bei mir hat sich während der Lektüre das Gefühl verstärkt nur dabei statt mittendrin zu sein - wie jemand der zwar zur Party eingeladen wurde, dann aber die ganze Zeit mit dem Getränk in der Hand am Rand steht und zuschaut, statt wirklich Teil des Abends zu werden.

Und doch sagt mir mein subjektiver literarischer Gerechtigkeitssinn, dass es unfair wäre, den Roman einfach als misslungen abzutun. Seethaler beeindruckt mich immer wieder mit seiner sprachlichen Genauigkeit beim Beschreiben alltäglicher Momente: dieses langsame Ausfransen von Nachbarschaften, Erinnerungen und Zugehörigkeit. Gerade in einzelnen Szenen entfaltet „Die Straße“ eine fast hypnotische Ruhe. Aber vielleicht ist genau diese Ruhe irgendwann auch das Problem: Der Roman (oder der Autor?!) sträubt sich vor echter Reibung, vor Konflikten, Chaos und Widersprüchen. Alles bleibt irgendwie seltsam gedämpft, weichgezeichnet und zuuuu sehr literarisch kontrolliert, wenn Ihr versteht, was ich meine.

„Am frühen Nachmittag vergilbt der Himmel und um vier gehen die Laternen an. In den Pfützen zittert das Licht. Die Dächer sind schwarz. Kaum noch zu sehen, der Dampf über den Schornsteinen. Schlagartig ist es in den Hecken still. Kein Mensch hat je die Amsel schlafen gesehen …“

So bleibt am Ende „Die Straße“ ein Roman für mich, der zweifellos smart komponiert und sprachlich elegant ist, der mich aber deutlich weniger berührt hat, als ich es von Seethaler gewohnt bin und sein literarisches Potential zum Großteil verschenkt - schade Schokolade!
Profile Image for Nadine Schrott.
731 reviews83 followers
May 20, 2026
Ich schätze die stillen Romane des Autors sonst wirklich.....aber "Die Straße " hat mich enttäuscht.....und ehrlich etwas gelangweilt...😞

Die Heidestraße und ihre namenlosen und für mich nebulös bleibenden Bewohner/ innen hätten eindeutig mehr Leben gebraucht, mehr Nähe und Intensität...der seltsame KursmitteilungsErzählStil war für mich ebensowenig hilfreich wie die fehlenden Informationen, um wen es eigentlich gerade im Abschnitt geht.....

Vielleicht einfach das falsche Buch zum falschen Zeitpunkt für mich...!

Bedingt lesbar für Fans des Autors.....an sonsten schweren Herzens:

Lieber im Regal stehen lassen!
Profile Image for LeserinLu.
426 reviews55 followers
May 23, 2026
„Die Straße“ von Robert Seethaler unterscheidet sich stilistisch deutlich von seinen bisherigen Romanen. Statt einer klaren, durchgehenden Handlung entsteht hier ein Mosaik aus vielen kleinen Szenen, Begegnungen und Schicksalen. Unterschiedliche Bewohner der Heidestraße treten kurz ins Zentrum, verschwinden wieder und werden später vielleicht noch einmal gestreift. Diese Struktur fand ich anfangs sehr spannend und kunstvoll umgesetzt.

Sprachlich bleibt Robert Seethaler dabei unverkennbar: reduziert, poetisch und mit einem Gespür für die stillen Momente des Lebens. Viele Beobachtungen über Einsamkeit, Sehnsucht und menschliche Verletzlichkeit haben mir gut gefallen. Allerdings hatte ich im Verlauf der Lektüre zunehmend das Gefühl, dass sich die einzelnen Episoden eher zufällig aneinanderreihen. Teilweise bleibt lange unklar, von wem gerade erzählt wird, und nicht jede Figur oder Szene entwickelt genügend Tiefe, um wirklich etwas auszusagen. Was zunächst wie ein interessantes literarisches Mosaik wirkte, verlor für mich dadurch nach und nach an Spannung.

So blieb am Ende vor allem die Bewunderung für die Sprache und die Idee des Romans, während mich die eigentliche Lektüre irgendwann nicht mehr vollständig fesseln konnte. „Die Straße“ ist sicherlich ein interessantes literarisches Experiment und ein atmosphärischer Blick auf die kleinen Dramen des Alltags, ist für mich aber nicht einer der stärksten Romane von Robert Seethaler.
Profile Image for Wal.li.
2,722 reviews74 followers
May 24, 2026
Jahreslauf

In der Heidestraße wird auch in jedem Jahr ein Straßenfest veranstaltet. Es gibt ein Altenheim, Mietwohnhäuser, einen Blumenladen und einer eröffnet einen Buchladen. Und natürlich leben etliche Menschen dort. Die Jüngeren erwarten Kinder, erleben die erste Liebe oder geraten ein wenig vom Wege ab. Im Altenheim wacht die Leitung und doch kann sie nicht verhindern, dass einige der Bewohner im Verlauf des Jahres sterben. Der Buchladen läuft so eher schlecht als recht. Doch beim Einkaufen der Blumen kann man sich an der Farbenpracht erfreuen. Liebesbriefe werden geschrieben, doch erreichen sie einen Empfänger?

Ein Kaleidoskop von Menschen und Ereignissen belebt die Straße, die Robert Seethaler seinen Lesern vorstellt. Auch wenn ein paar Menschen im Altenheim sterben, bis dahin können sie sehr lebendig sein. Das Verkaufen von Büchern kann problematischer sein als man denkt. Zum einen kaufen einfach nicht so viele Leute Bücher und man muss auch auf seine Schätze aufpassen. Feuchtigkeit kommt nicht gut an. Und die Stadt hat Pläne, die Straße soll verändert werden. Doch wie erlangt man die Mitarbeit der Bewohner und Anrainer? Da gibt es Mittel und Wege. Und die Blumenhändlerin vergeht fast vor Sehnsucht. Viele kleine Begegnungen, viele Gedanken, Überlegungen. Doch kennen sich die Menschen in der Straße überhaupt.

Das Hörbuch wird von Matthias Brandt vorgetragen, der es hervorragend versteht, den handelnden Personen Leben einzuhauchen.

Beim Hören ist man inmitten des Lebens in der Straße. Erstaunlich, was alles in einem Jahr geschehen kann. Vielleicht fehlt einem ein wenig Fröhlichkeit. Man bekommt das Gefühl auf dieser Straße wird nicht nur gelebt, sondern die Straße erlebt ihren Niedergang. Zwar kann alles so geschehen, doch in so komprimierter Form erscheint es weniger wahrscheinlich. Was kann weniger Schönes geschehen. Man will es nicht verraten. Es könnte auch vieles Schöne passieren. Wenn es im Leben vielleicht nicht so viele Happyends gibt, über ein Jahr kann doch einiges glücklich enden. Dennoch fesselt die tollte Lesung und die Straße ist einem nahe, weil es den Namen wie in über dreihundert anderen Orten vor Ort eben gibt. Da hat man zu den Worten auch ein Bild vor Augen. Das minimalistisch Stil des Covers passt gut zu dem Buch/Hörbuch.

3,5 Sterne
2,501 reviews13 followers
May 6, 2026
Zum Inhalt:
Es wird eine Geschichte über eine ganz normale Straße erzählt, die nicht im Zentrum liegt, wohin sich vermutlich nie ein Tourist verirren würde, aber dennoch ist hier Leben und es passieren die vielen kleinen Geschichten, die das Leben so schreibt.
Meine Meinung:
Im Grunde weiß man im Vorfeld gar nicht so recht, was einen bei diesem Buch erwartet und man muss sich einfach darauf einlassen und schauen was passiert. Und in der Straße passieren halt die ganz normalen Dinge des Alltags, mal größer, mal kleiner, mal interessanter, mal weniger interessant, aber halt das Leben. Und irgendwie hatte man wirklich das Gefühl irgendwie dabei zu sein, denn so manches hatte ein vertrautes Gefühl im Gepäck. Der Schreibstil ist zurückhaltend, passt aber in dem Fall sehr gut, das war auch in der Hörbuchversion sehr gut umgesetzt. Ein unaufgeregtes Buch, dass aber irgendwie Reiz hatte.
Fazit:
Hat was
Profile Image for Katzenkindliest.
768 reviews42 followers
October 17, 2026
Robert Seethaler erzählt auch hier - wie schon im Café ohne Namen - eigentlich keine Geschichte sondern kleine Anekdoten von Menschen, die angeblich alle in "Der Straße" wohnen. Leider schafft er es für mich nicht, den einzelnen Personen verschiedene Stimmen zu geben. Auch Matthias Brand, der wirklich gut liest, gelingt das nicht. Schade.
Profile Image for Sternenstaubsucherin.
854 reviews1 follower
June 28, 2026
Bin mit dem Buch nicht warm geworden. Dieses fragmentarische Erzählen....mmhh...war ja bei "Das Feld" auch schon so.
War bisher ein großer Fan von Seethaler, vor allem seine ersten Romane fand ich super. (u.a. Die Biene und der Kurt)
Weiß gerade nicht, wie ich das so einordnen soll und wo meine Reise mit Herrn Seethaler noch so hin geht....
Erstmal 3 Sterne.
2 reviews
May 31, 2026
Ein guter Freund schenkte mir dieses Buch, als ich krank war. Die Freundschaft hat die Lektüre überstanden.

Vielleicht war die Fallhöhe auch besonders hoch, weil mir Ein ganzes Leben so gut gefallen hat. Entsprechend groß waren meine Erwartungen an dieses Buch und entsprechend groß am Ende auch die Enttäuschung.

Die Straße scheint fest entschlossen, dem Leser jeden Orientierungspunkt zu entziehen: keine Kapitel, springende Szenen, Figuren, die oft namenlos bleiben. Das kann funktionieren. In diesem Buch tut es das aber leider nicht.

Das eigentliche Problem ist nicht die Form, sondern dass sie kaum etwas trägt. Die Figuren bleiben blass, die Verwirrung wirkt eher konstruiert als produktiv, und selbst die Sprache erreicht selten die Präzision und Schönheit, die ich von Seethaler erwartet habe.

Natürlich kann man Figuren namenlos lassen und den Leser bewusst im Unklaren darüber lassen, wer gerade spricht oder handelt. Aber dann müssen die Geschichten, Gedanken oder Beobachtungen dahinter stark genug sein, um trotzdem etwas auszulösen. Hier blieb für mich alles erstaunlich abstrakt. Nichts wurde konkret genug, um nahezugehen, und nichts universell genug, um sich darin wiederzufinden.

Was als literarische Offenheit gedacht sein mag, las sich für mich wie eine reine Fleißaufgabe. Ich habe das Buch mehrfach weggelegt, immer wieder aufgenommen und schließlich beschlossen, es nicht zu Ende zu lesen. Nicht aus Ungeduld, sondern weil jede weitere Seite mehr Pflichtgefühl als Neugier erzeugte.

Selten hat ein Roman so viel Nebel erzeugt und dabei so wenig Atmosphäre.
Profile Image for Tanja Schöttl.
237 reviews1 follower
September 22, 2026
Als Seethaler-Fan traue ich mich zu schreiben: Unglaublich langweilig....
Brauche selten so lange für ein Buch, aber das zieht sich wie Kaugummi und ist einfach nur fad
Profile Image for GONZA.
7,771 reviews133 followers
October 19, 2026
Seethalers Stil ist mir vertraut, und normalerweise schätze ich seine kurzen Sätze und seine etwas fragmentarische Erzählweise; für diejenigen, die die Sprache nicht perfekt beherrschen (wie ich), ist die Wortkargheit – wenn sie nicht gar unüberwindbar ist – ein großer Vorteil. Leider ist die Fragmentierung diesmal meiner Meinung nach jedoch übertrieben; außerdem hat mir Negalley das Hörbuch geschickt, was nicht gerade dazu beiträgt, einen gewissen Zusammenhang herzustellen und die Geschichten mit den Figuren zu verknüpfen. Es muss jedoch gesagt werden, dass der Sprecher des Hörbuchs hervorragende Arbeit leistet, und in gewisser Weise hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht zu Ende gelesen, wäre er nicht so gut gewesen.

Lo stile di Seethaler mi é noto e di solito apprezzo le sue frasi brevi e i suoi discorsi un po'frammentati, per chi non é padrone della lingua la scarsità di parole se non é insuperabile é un grosso vantaggio. Purtroppo peró stavolta la frammentarietà é eccessiva secondo me, inoltre Negalley mi ha spedito l'audio libro e questo non aiuta ad avere un certo tipo di continuità e a collegare le storie ai personaggi. C'é peró da dire che il narratore dell'audiolibro fa un lavoro straordinario e quindi per certi versi se lui non fosse stato così bravo, probabilmente non avrei finito il libro.

Ich habe vom Verlag ein kostenloses digitales Vorab-Exemplar des Buches im Austausch für eine ehrliche Rezension erhalten.
61 reviews
May 20, 2026
Wieder einmal fasziniert Seethaler seine Leser, indem er sie mit unscheinbaren Momentaufnahmen immer tiefer in das Leben einer ganz normal bewohnten städtischen Straße lockt. Es sind oft nur Gesprächsfetzen, die im Vorbeigehen mitgehört werden, Lebensfenster, die sich kurz öffnen. Aber gerade die abgehackte Kürze der Absätze macht neugierig auf das was noch kommen mag. Und nicht nur die Straße, auch die Wohnungen werden immer mehr mit einbezogen und das Unheimliche, was unter dem Pflaster entdeckt wurde - oder die Gewalt, die aus einem jungen Menschen bricht, reißt den erschrockenen Leser aus seiner Beschaulichkeit.
Profile Image for charlymeier.
6 reviews
May 12, 2026
war leider gar nicht mein Buch, ich konnte irgendwann einfach nicht mehr folgen. Durch die ständigen Wechsel zwischen Figuren und Perspektiven und der absolut fehlenden Einordnung wusste ich meistens nicht, wer gerade spricht oder worum es eigentlich geht. Nach der Hälfte habe ich aufgehört zu lesen, weil es mich eher angestrengt als gepackt hat – von mir leider keine Leseempfehlung, eher im Gegenteil.
Profile Image for Buchdoktor.
2,541 reviews198 followers
May 1, 2026
In der Heidestraße treffen u. a. eine Heimleiterin, ein Hausarzt, ein Antiquar, eine Blumenhändlerin und ein Jugendlicher aufeinander, der auf Dächern heimisch zu sein scheint. Ihre Begegnungen werden vielstimmig und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Man könnte sich in der Rolle von Neuzugezogenen fühlen, die den Gesprächen schwer folgen können, weil vorausgesetzt wird, dass Personen bekannt sind. Wer mit wem in Verbindung steht, welche Konflikte es gibt, wer befiehlt und wer folgt, wird aus den Dialogschnipseln nur zögerlich deutlich. Verknüpfungen sind zu ahnen mit der Zeit, als der vermietete Laden noch eine Kohlenhandlung war oder dem Moment, als russische Soldaten in die Stadt einmarschierten. Offensichtlich sind Interessenkonflikte zwischen Mietern und Immobilienspekulanten, zwischen Polizeiwache und Staatskasse, auch ein abfälliger Ton schleicht sich ein, in dem über andere Menschen gesprochen wird. Allein das Komitee, das traditionell das Straßenfest organisiert, scheint den Ruf nicht gehört zu haben, dass allen Bewohnern gekündigt ist oder bald gekündigt sein wird.

Fazit
Mit dem unangenehmen Eindruck, dass nur noch die Fassade einer ehemaligen Gemeinschaft existiert, habe ich mich wie der Lauscher an der Wand gefühlt, der den menschlichen Abstieg so genau doch nicht verfolgen möchte. Ein extrem kleinteiliges episodenhaftes Mosaik, das mich an „Winesburg Ohio“ erinnert und an Zanders „Dinge, die wir heute sagten“.
Profile Image for Marion.
293 reviews19 followers
September 1, 2026
Ich mag die Bücher von Seethaler eigentlich sehr. Er kann gut erzählen und findet interessante Themen.
Auch die Straße hätte richtig gut werden können. Ein Mosaik hatte er ja schon mit „das Feld“ geschaffen und das fand ich sehr gut. Die Stimmen konnten nach wenigen Seiten zu geordnet werden, es war humorvoll und es passte gut zusammen.
Leider fand ich die Straße dagegen konfus und eher uninteressant.
Ja, auf einer Straße wimmelt es, jeder hat seine Gedanken und Sorgen, leider konnte mir keine Figur nahe kommen, schade, ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut.
Profile Image for Michael Madel.
654 reviews12 followers
May 14, 2026
Robert Seethalers Roman hat mich nicht so recht abholen können. Die zahlreichen Notizen, Dialoge, Monologe, Berichte und Beschreibungen runden sich nie zu einem Bild, bleiben größtenteils unzusammenhängende Bruchstücke, einzelne Grundstücke und Häuser, die sich nicht zu einer Geschichte der Straße zusammenbinden. Die Menschen, die dort wohnen, bleiben für mich gesichtslos und anonym, ohne Ausdruckskraft und eigenes Leben.
40 reviews
July 1, 2026
Ich vergebe diesem Buch zwei Sterne. Die Geschichte dreht sich um die Bewohner einer Straße, wobei die Erzählperspektive immer wieder zwischen den einzelnen Figuren wechselt. Dadurch fiel es mir oft schwer, nachzuvollziehen, aus wessen Sicht gerade erzählt wird, was meinen Lesefluss etwas gestört hat.
Profile Image for Ellinor.
858 reviews387 followers
June 13, 2026
Wenn Robert Seethaler eine Kunst beherrscht, dann ist es die, auf wenigen Seiten unglaublich viel und dicht zu erzählen. In seinem neuesten Buch beschreibt er ein Jahr lang die verschiedenen Personen und Ereignisse in einer Straße. Viele von ihnen bleiben namenlos. Da gibt es jemanden, der ein Antiquariat eröffnet, mehrere Heimbewohner spielen eine Rolle. Ein Mann schreibt Beschwerdebriefe bezüglich zu wenig Polizeipräsenz, wird aber weitgehend ignoriert usw. Die einzelnen Abschnitte sind häufig nur eine halbe bis eine Seite lang. Das macht das ganze zwar kurzweilig, für mich führte es jedoch dazu, dass es viel Verwirrung gab und mir die einzelnen Personen ziemlich fremd blieben. Lediglich zu dem Antiquar konnte ich einigermaßen eine Verbindung aufbauen. Insgesamt bin ich recht enttäuscht von dem Buch.
19 reviews
August 25, 2026
Et ass net dat beschten Buch wat de Robert Seethaler bis elo geschriwwen huet
99 reviews2 followers
May 17, 2026
In Robert Seethalers neuem Roman stellt er das Leben der Bewohner der Heidestraße in kurzen Absätzen dar. Es geht um Liebe, Verlust, das Altern, das Scheitern, die Veränderung. Alles in sehr kurzen Bruchstücken erzählt, teilweise nur eine Zeile lang. Wo genau diese Straße liegt, wird nicht erwähnt (irgendwo in Österreich, denn es gibt ein Magistrat in der Straße und es werden Buchteln in der Bäckerei verkauft). Wann genau die Geschichten spielen, ist auch unklar (es wird aber noch in Mark und Groschen bezahlt).

Teilweise sind die kurzen Beobachtungen interessant und man möchte gern wissen, wann die erzählenden Personen wieder auftauchen. Oftmals sind sie aber auch belanglos, verworren und verwirrend. Es ist selten klar, wer genau gerade erzählt - bei manchen löst es sich auf, bei vielen aber auch nicht. Viele Erzählstränge bleiben leider offen, was sehr unbefriedigend ist. Insgesamt liest sich der Roman schnell, was aber auch daran liegt, dass man viele Seiten mehr oder minder überfliegt, da die Erzählsplitter einen nicht abholen.
Profile Image for Katja.
69 reviews
October 14, 2026
Ein typisches Werk von Robert Seethaler, das aus Dialogen oder Monologen besteht und das Leben in einer Straße schildert. Es gibt Freude, Sorgen, Ärger und Tragisches. Ein bisschen schwer fiel es mir dranzubleiben. Es dauerte entsprechend lange bis ich das Buch durchgelesen hatte weil ich den Faden öfter verlor. Trotzdem durchaus lesenswert
35 reviews
Did Not Finish
August 22, 2026
Ich mag Robert Seethaler normal wirklich gerne, aber hier verlangt er sehr viel Aufmerksamkeit von seinen Leser:innen, die ich ihm gerade nicht geben kann .
Profile Image for Moritz Karg.
39 reviews
August 23, 2026
Vielleicht liegt es an meinem Kleingeist, aber was will Robert Seethaler hier überhaupt erzählen?
Innerhalb der kaum durchdringbaren Handlungsstränge derer es viel zu viele gibt, ist kaum Fuß zu fassen und nur schwer nachvollziehbar für wen das geeignet ist.
Profile Image for Tilmann.
77 reviews3 followers
Did Not Finish
June 7, 2026
„Peter-Stamm-Effekt“: scheinbar hangelt sich Seethaler von Jahr zu Jahr zum nächsten Buchvertrag, während zugleich der Druck wächst, einen weiteren Roman in vertrauter Handschrift vorzulegen. Die Faszination, die frühere und erfolgreichere Werke ausgezeichnet hat (v. a. ‚Ein ganzes Leben‘ <3), scheint dabei zunehmend zu verblassen. Zurück bleiben eher belanglose, literarisch weniger sorgfältig ausgearbeitete und mitunter etwas öde Szenen.
Profile Image for Herwig Oberlerchner.
57 reviews
May 3, 2026
Die Straße

Robert Seethaler

„Der Trafikant“ – ein wunderbares Buch, verfilmt noch besser, „Ein Ganzes Leben“ - eine berührende Biographie eines einfachen Menschen, der nur Arbeit und eine Liebe kennt, in „Der letzte Satz“ mit Mahler am Schiff … und jetzt das: Ein Mosaik aus Steinen, die auch zusammengefügt kein Bild ergeben, Wahrnehmungsbruchstücke und Sequenzen, willkürlich oder zufällig aneinandergereiht wie mit der Shuffle-Funktion, ohne Tiefgang. Schicksale und Ereignisse während eines Jahres in einer Straße, wie es Tausende gibt aus einer affektentkoppelten Beobachterposition.
Ein enttäuschendes, missglücktes Buch – auch wenn in den Medien natürlich breit und nur zart ambivalent und unaufrichtig beworben – eines vielleicht ausgeschriebenen Schriftstellers. Ein schlechtes Buch bleibt ein schlechtes Buch, auch wenn es aus einer berühmten Feder stammt.
Profile Image for David  .
63 reviews
May 19, 2026
Es gibt keinen klaren Handlungsstrang. Noch weniger als bei Das Feld von Seethaler. Leider etwas enttäuschend. Das war Seethaler sonst ausmacht, die lebhaften Welten, die er mit seinen Worten erschafft, fehlen hier gänzlich.
Profile Image for Steve.
166 reviews3 followers
July 1, 2026
Für mich ist das Buch eine Paradabeispiel für Stil über Substanz.
Sprachlich teilweise wunderschön, aber im Storytelling und Erzählstruktur einfach nichts.

1 review
September 16, 2026
Die letzten drei Seiten haben noch einen Stern rausgeholt. Sehr sprunghafte Lektüre. Wenn man dran bleibt macht es sicherlich spaß, aber falls man Pausen einlegt kommt man nicht mehr rein. Ich verstehe dennoch die Intention und den Charme des Erzählstil.
15 reviews
July 15, 2026
Der Trafikant war genial, Ein ganzes Leben ebenso. Die Straße ist wie immer bei Seethaler etwas umfassendes, aber irgendwie dann in letzter Konsequenz doch nicht.
Profile Image for Alexander Carmele.
571 reviews656 followers
July 2, 2026
Großstadt-Potpourri mit theologisch aufgeladener Letztinstanzmoral.

Inhalt: 1/5 Sterne (beliebige Gerüchteküche)
Form: 3/5 Sterne (illustrativ-impressionabel)
Erzählstimme: 0/5 Sterne (keine)
Komposition: 2/5 Sterne (leidlich-chronologisch)
Leseerlebnis: 1/5 Sterne (immer ärgerlicher)
--> 7/5 = 1,4 = 1 Stern

Ausführlicher, vielleicht begründeter auf kommunikativeslesen.com

Nach Das Café ohne Namen, das durch Atmosphäre und Intensität und Melancholie überzeugen konnte, heißt der nächste Kurzroman Die Straße und nimmt das Thema, ein Fremder gründet ein Geschäft in einer neuen Gegend, hier ein Antiquariat, kein Café, wieder auf. Beide Bücher zusammen erinnern an eine etwas kitsch-pathetische Gestaltung von Tauben im Gras von Wolfgang Koeppen, nur mit theologischen Aspekten und Hintergründen versehen. Der Roman Die Straße beginnt konsequent mit folgendem Motto:

»Ich bekenne mich schuldig, Padre, daß mir ein Gedicht eingefallen ist. Ich habe gerade den Gang gefegt, und da ist es mir eingefallen.«
Juan José Arreola, Der Jahrmarkt


Das Motto ist wohlfeil gewählt, denn tatsächlich gleicht die Situation von Die Straße eine Sodom und Gomorrha-Vorhölle mit Gefallenen, Sündern, Mördern, Schlägern, Dieben und Geizhälsen. Zudem wird der Höllenhund Zerberus erwähnt, die Töchter Lots, und vieles dreht sich um den Priester, die religiösen Feste und erzeugt deshalb insgesamt eine Andachts- und Beichtstimmung, sodass der Text wie die Beichte und das Publikum wie der Priester oder in die Rolle des deus absconditus gedrückt wird.

Und er sagte: Als ich zum ersten Mal das Buch las, brach mein Herz auf und ich begann zu sehen. Wir wissen, welches Buch gemeint ist, ihr alle hattet es schon oft in euren Händen. Aber wer war der Mann, der diese Worte sprach? Was hat ihn bewegt in diesem Moment? An wen hat er seine Worte gerichtet? Hat ihm jemand zugehört oder hat er mit sich selbst gesprochen, allein mit seiner Freude oder in seinem Leid? Hat dieser Mann überhaupt gelebt? Wir wissen es nicht. Wir können es nicht wissen. Aber ist es nicht auch vollkommen unerheblich? Die Worte stehen nicht nur geschrieben. Sie leben.

Auf die eine oder andere Weise haben alle in Die Straße ihren Dreck am Stecken. Vieles bleibt ungesagt. Vieles wird nur angedeutet. Manches jedoch wird offensichtlich. Robert Seethaler stellt sein theologisches Projekt der humanistisch-theologisch geläuterten Melancholie unverfroren vor: Die Menschheit als gefallene Herde, und das Publikum darf sich beruhigt im Sessel zurücklehnen, dem tristen Alltag folgen und den Kopf schütteln, verständnisvoll, denn ja, sie sind ja alle schwach, zu schwach, um der Versuchung zu widerstehen, man selbst vielleicht auch. Nun gut. Literarisch bleibt dabei alles auf der Strecke. Von einer Erzählinstanz keine Spur, und sprachlich dümpelt eine Aussage auf die andere ein.

Geh über belebte Märkte und verlassene Plätze. Setz dich in eine Kirche, auf Parkbänke, in die Bibliothek. Setz dich irgendwohin in der Stille und im Lärm. Schau dir die erleuchteten Auslagen an. Kinder, Frauen, Vögel, Polizisten. Die Schichtarbeiter. Trink noch etwas. Geh weiter, so müde bist du noch nicht.

Eine Zeitung titelt, anlässlich seines neuesten Roman, Robert Seethaler sei der literarische Gott der kleinen Leute. Mit Die Straße unterstreicht er vorzüglich diesen Anspruch. Was das aber mit Literatur zu tun hat, weiß ich nicht. Auf mich wirkt es wie ein frühneuhochzeitliche Erbauungsgebetsstundenbuch.

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Details – ab hier Spoilergefahr (zur Erinnerung für mich):
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Inhalt:
●Hauptfigur(en): Namenloser, der ein Antiquariat eröffnet und es ein Jahr später wieder schließt. "sic transit gloria mundi"
●Zusammenfassung/Inhaltsangabe: spielt in der Heidestraße, einer Stadt, in den 1980ern der Bundesrepublik Deutschland.
- jemand eröffnet ein Antiquariat, streicht, renoviert, baut Regale, verkauft dann aber nichts, dann gibt es ein Buchwurmbefall, dann verkauft er etwas, muss aber dennoch schließen und verhökert die Bücher, um keine Verluste zu machen
- die Nichte der Tante Insa bezieht ihre Wohnung, kümmert sich um den Nachlass, wird der Erbschleicherei beschuldigt
- Ein Sanierungsprojekt muss Wohnung räumen lassen. Die Einwohner weigern sich. Manche werden ausgezahlt. Die letzten durch ein Brand gezwungen.
- Die Blumenverkäuferin liebt einen Mann, der sie nicht zurückliebt, woraufhin sie sich vergiftet.
- Ein Junge schießt Tauben vom Dachgeschossfenster ab.
- Ein Jugendlicher prügelt sich andauernd und verletzt einen Polizisten bei einem Straßenfest.
- Eine Frau wird beim Duschen heimlich beobachtet; einige rächen sich an ihrer Stelle und schlagen den Voyeur windelweich.
- Ein Fall von häuslicher Gewalt, führt aber nicht zur Trennung.
- Ein Pfarrer leidet an Demenz und wird ersetzt. Im Pfarrhaus wird Kokain gefunden.
- Insassen des Altenheims beklagen sich übers Essen. Der Wärter säuft in der nahen Kneipe, statt aufzupassen. Einer der Insassen entrückt und zeigt den blanken Hintern. Die Sozialarbeiterin des Heims wird Elefant genannt, weil sie so viel mampft.
- Es gibt noch eine Bäckerei … etc …
●Kurzfassung: das Auf und Ab innerhalb eines Jahres in der Heidestraße.
●Charaktere: (rund/flach) unklar, zu skizzenhaft
●Überflüssige Szenen/Charaktere: alles nur Staffage
●Besondere Ereignisse/Szenen: die biblische Stelle vom heiligen Jolander
●Diskurs: sehr Diskurse, Emigration, häusliche Gewalt, Religion.
… Seethaler kreiert eine Leere, indem er sich auf Dialoge, Rede und Widerrede und innere Monologe konzentriert, kaum beschreibt. So entsteht kein Bild der Straße, nur eines des Gemurmels der Anwohner, die zum Publikum wie zu einem abwesenden Gott sprechen, beichten, sich aussprechen und ausdrücken. Diese Form der Manipulation erleichtert zuerst das Lesen, ermüdet aber auf Dauer. Die Melancholie wird eine Form der Andacht. Die verlorenen Schäfchen hoffen, und sie hoffen auf Gott oder das Publikum. Etwas sehr einfach konstruiert, und ärgerlich in seiner Konsequenz, zumal fast gar nichts geklärt wird.
… viel Gewalt (Tauben abschießen, Prügelei, Stechereien, Brandstiftung, häusliche Gewalt), um das Ganze nicht einschlafen zu lassen. Seethaler kreiert ein wenig ein Sodom und Gomorrha, deshalb auch die Heiligengeschichte von Jolander, der Höllenhund Zerberus, und die Erzählung von Lots Töchter. Im Grunde herrscht Mord- und Todschlag, Brandstiftung und Erbschleicherei, und die Angst vor wiederkehrenden Toten, Selbstmordversuche, Ehebruch etc … all dies beichten die Einwohner, und im stoischen Ton gehen sie auch fast alle unter.
… hat ein Gebet und Andachtscharakter, keinen wirklich interessanten Plot
--> 1 Stern


Form:
●Eindruck: liest sich flüssig und einfach durch die sehr einfache, aber geschickt eingesetzte, illustrative Werbesprache, aber mit kaum pathetischen Stellen, dazu bleibt alles zu fern. Dennoch lässt sich sprachlich nur wegen der Unterkomplexität meckern.
●Fiktionalitätsgrad: (diskursiv/Werk?) hoch
●Wortschatz/Wortzahl: abwechslungsreich
●Auffälligkeiten: keine, seltsam viel von Schweiß die Rede, Gerüche …
●Innovation: keine
--> 3 Sterne


Erzählstimme:
●Eindruck: eine unreflektierte, nicht perspektivierte allwissende Erzählinstanz
●Erzählinstanz (reflektiert, situiert, perspektiviert?): weder noch
●Erzählverhalten, -stil, -weise: nüchtern, lakonisch, stoisch, priesterlicher Blick
●Einschätzung: uninteressant, ein wenig wie eine aus dem Ruder gelaufene Muppet Show
--> 1-1=0 Sterne


Komposition:
●Eindruck (szenisch/deskriptiv/Tempiwechsel): die Rede/Widerrede-Abfolge funktioniert leidlich und lässt einiges interessant bleiben, lebendige Dissonanzen, die aber auf Dauer wenig stimulierend wirken, ein paar gute innere Monologe, aber zu wenig Tiefenschärfe, zu wenig Konturen der Figuren, um interessante Wechselwirkungen zu erlauben, zu oberflächlich. Die Idee des Textes liegt darin, eine Szene anzudeuten, viele Informationen auszulassen, sie aber in der nächsten oder übernächsten Szene zu geben, aufzulösen.
●Signal/Noise-Ratio: alles Noise
●Operative Geschlossenheit: Sünde/Vergebung/Hölle
●Rahmenstabilisierende Details: das Antiquariat, das öffnet und schließt, zwischen zwei Straßenfesten, die jeweils zu wenig Schutzpersonal besitzen (Polizisten sind wohl rar).
●Extradiegetische Abschnitte: keine
●Lose Versatzstücke: es gibt keine Bindung also auch keine losen Versatzstücke
●Reliefbildung: kaum, höchstens durch das Ansprechen von einer Sache, das Gegensprechen, eine Art Dialog ohne Dialog, d.h. jemand redet von einem Unfall, im nächsten Absatz redet jemand über die Schuld, und was beim Unfall passiert ist, stets wiederkehrend als Komposition.
●Einschätzung: von der Leseleichtigkeit extrem geschmeidig, aber unergiebig auf Dauer. Ein Extrapunkt dafür, dass es sich wenigstens um genau ein Jahr handelt, es einen leidlichen roten Faden und Rahmen gibt, und nicht alles ins Leere läuft.
--> 2 Sterne


Leseerlebnis:
●Zusammenfassung:
- Eindrücke: ein gewisser Raum entsteht durch die Polyphone, eine gewisse Leerstelle inmitten der Erzählungen und kleinen Anekdoten, etwas Strukturelles. Leitfaden momentan die Aufkäufe und Verkäufe der Immobilien, die Angebote an die Bewohner, die sich aber der Modernisierung verweigern, weil sie dort schon immer gewohnt haben. Zudem das Antiquariat, frisch eröffnet, hat schwerlich begonnen, nach dem Winter erste Verkäufe. Dazwischen Schocker: wie die Leichen im Keller von den Sowjets gefunden. Wann spielt es? Anfang der 80er in Wien? Nachkriegszeit länger zurück. Hat eine heißer Sonntagsnachmittag-Stimmung.
- Hat etwas von „Tauben im Gras“, Verwirrung, Eintagesfliege der Mensch, seltsame kleine Geschichte, viel Gewalt, tote Tauben, ein sich prügelnder Sohn, Voyeure, ein Fest …
- Brandstiftung, Briefe an einen Unbekannten, Elefant, als dicke Sozialarbeiterin.
- Rede, Gegenwiderrede, Rede und Antwortspiel funktionieren.
- Viel innerer Monolog, Dialog, wenig Beschreibung.
- Endlichkeit, viel Religion, Einsamkeit, Verlassenheit, Zeitlichkeit als Eindruck. Leere, Sinnlosigkeit, die Obdachlosigkeit des modernen Menschen, gestaltet in der Anonymität und der Vergeblichkeit der Dinge. Das Antiquariat (die Erinnerungskultur) hat wieder zugemacht. Ein neues Fest beginnt.
- Viele Riten für Gott  der Leser ist der abwesende Gott, der Zeuge, unangenehme, aber funktionelle Konstruktion, deus absconditus.
- Allgegenwärtiger Voyeur – das Theologische insbesondere durch die vielen Symbole der Religion
●eigenständig? (Inhalt: ja/nein) ja, als eine Gebetsmühle und Andacht
●glaubwürdig? (Erzählinstanz: ja/nein) ja, realistisch
●schön? (Sprache/Form: ja/nein) nicht wirklich, sprachlich gesehen zu simpel
●stimmig?(Komposition: ja/nein) ja, als eine Andachtsform
●ein zweites Mal lesen? nein, hierfür zu lückenhaft, zu wenig Details und Verbindlichkeit … während des Lesens wie eine Hypnose durch die Manipulation, die gegen Ende bewusst wird und mich geärgert hat
--> 1 Sterne

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